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Die Welt · 1903-05-15 · 20 (15.5.1903) · p. 17

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
20 (15.5.1903)
Article
Die Nachricht
Date
1903-05-15
Page
17 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 20 t,0ie-£ Welt* Seite k7 Die Nachricht Aus dem Hebräisehen von J. Berschaiski. Uebers«tzt von M. B. (Fortsetzung) Seine Füsse ermüdeten vom Gehen; seiin Hirn ward müde vom Nachdenken und Grübeln. Kraftlos sank er in seinen Stuhl, er schloss die Augen und drückte die Schläfen mit beiden Händen, als wollte er gewaltsam die Tätigkeit seiner Gedarfcen hemmen; allein seim Hirn widerstrebte und Gedanken auf Gedanken drängen sich stürmisch heran. — Er hatte bereits eingesehen, dass das yiele Grübeln seine Gedanken verwirre, ür war entschlossen, sich alles aus dem Kopf« zu schlagen and griff nach der Zeitung, die zugleich mit dem Briefe gekommen war. In iur Zeitung pflegte er nur den politischen Teil zu lesen: alias übrige, die Tagesneuigkeiten Hess er stets unbeachtet. Die politischen ^Berichte las er aufmerksam und mit selten «n Ernste. Es entging ihm nicht die geringste Einzelheit, alles interessierte ihn . . . „Da steckt grosse und tiefe Weisheit, in jeiem Wort, in jeder Silbe — war er überzeugt — und wer aolche Dinge oberflächlich liest, versteht nichts davon" .. ür versuchte auch jetzt, aufmerksam zu lesen; aber er könnt« nicht. Sein Blick ach weifte von Zeile zu Seile; sein Hirn erfasste keinen Gedanken .... Mechanisch durchlief er «iie Zeilen, die Spalten, die Seiten. Plötzlich sah er den Namen der Stadt M. am der Spitze eines Artikels. Er begann zu lesen, ohne Willen, ohne Interesse. Aber schon die ersten Zeilen fesselten ihn, je weiter erlas, umsomehr cahm sein Interesse zu. Da stand zu lesen ron den neuesten Erlässen über die Ausweisung der Juden aus M., die dort nicht wohnen durften. Bei dieser Mitteilung ging ihm ein Licht auf; er begann ei-st jetzt den Bri«ef seines Sohnes zu verstehen . . . Einen Augenblick fühlte er sich erleichtert, wie von einer drückenden Last befreit; aber sofort übermannte ihn ein Gefühl, ron Mitleid unl Sorge, anlässlich des grossen Leides, das über seine Kinder hereingebrochen ... Er las den Satz nicht zu Ende, denn der Gedanke, inwieweit seine Kinder von diesem Unglücke betroffen sein mochten, dieser Geiänke hielt ihn ganz im Bann. Wi&der ergriff er den Brief und machte sich an das Lesen . . , Jetzt verstand er den Brief im allgemeinen, er wusste nun, worüber seih Sohn klagte, er begriff das plötzlich und unerwartet hereingebrochene Unglück, auf welches viele Stellen d«s Briefes sich bezogen. Und docL enthielt der Brief noch so viel Undeutliches, Unerklärliches! Er las den Brief abermals, ein zweites, ein drittes Mal. "Vieles blieb ihm trotz aller Anstrengung unverständlich wie zuvor; er fühlte, dass dahinter «twas Grosses, sehr Bedeutendes steckt^ was er noch rieht zu fassen vermöge ► . . Lange sass er d&, seinen Blick stao nach einem Punkte gerichtet. Plötzlich durchzuckte blitzähnlich ein Gedanke sein Hirn. Er sprang vom Sitze aiuf und wurde blass wife eine Leiche. „Nein! Nein! .,. es ist nicht wahr, es kann nicht geschehen sein \u Un«i doch zitterte er am ganzen Körper und sah erschrocken um sieh hw... Er wollte d^ti Brief vom Tische nehmen, aber seine zitternden Hände vermochten ihn nicht zu halten .. . Endlich gelang es ihm, das Papier zu entfalten und er begann ihn abermals zu lesen. Kaum hatte er aber eine Seite gelesen, als dezr Brief wieder seinen Hinden entglitt. Er konnte nicht weiter lesen und sein Körper sank ohnmächtig in die Lehme des Stuhles zurück. Et dachte an nichts mehr; er fühlte auch keinen Schmerz. Eine fürchterliche Enge schnürte ihm die Brust zusammen, er blieb starr irad bewegungslos sitzen. (Schluss folgt.) Briefkasten- Hr. Dr. A. M. Paris. Herzlichen Dank für Zusendung. Gruss, W. Hr. Hopfinger Wien, VIL Bereits in Nr. 17 unseres Blattes dankend abgelehnt. Ht« J. Hirschmann, Libaw. Wir bedauern, nicht akzeptieren zu können. Hr. cand. phil. H. B. Prag. Die Uebertragung ist ein wenig ungelenk. Vielleicht versuchen Sie es noch einmal. Diese Einsendung ist für uns nicht verwendbar. Hr. J. Wlans, PrzemysL Ihr Bericht zeigt weder V&reinsstampLglie noch Nationaliondsmarke. Wir können ihn* also nicht publizieren. Kolonisten von Rischon le Zion. Herzlichsten Daiüc und Zionsgiuss, H. Zionisten von Mainz. Herzlichsten Dank. W. T. Allgemeiner fiidischer Arbeiterverein Wien Da Stampiglie und Nationalfbndsmarke fehlt, halten wir ihren Berietet diesmal zurück. W, T. Ferial Verbindung „Emunah'S Aus ebendesselben Grünlen können wir äen Bericht nicht zum Abdruck bringen. Iflenachem Mendel, Wien, Technik. Gedicht dankend abgelehnt. SPENDEN. Für den jüdischen Nationalfonds: K SammLiing Isser Blumowits and AnsclielLöw, Ostrolenko R. 13,38..................... 48.84 „Agud&s B'nei Zion", Argen tinia : Gbaim Konen, Dollar 6.—„ Ezriel Tohas, Leib Schwarzmann ä 3.—, Hurwitz J., Finwarb W., Hanns che witsch Kachme, Lewit M. ä 2,50, Rabinowicz S., Enrwitz S., Heinbam M., Talkotschir B., Hurwitz M., Kerzmann A, ä 2.—, .Sacharo w M., (G-eschnirow A., Tschafcow A., Taran J., Warschawski- M., Freiberg M., Schein"borg Z„ RaffJ. äl.50, Abrahamsohn Ch., Blecher M., H orbakowski J., Hurwitz J , Pesackowiez, Pittmann M., Margulies Sch., Frau Tobas Keil«, Rowenski Z., Heimkam Rifka, Litwin J., Blecher S., Schneider A., HurwiU Slawa, Friedländer J., Tobas A., ff owes A., Zentner ZM Jakobsolin A., Schmerling A., Wagmann A., Deinitschow J., Hurwitz A., Ghigor Z., Zenfeaer. M., Feldmann S,, Pitaschni M.. Hellberg J., ToJ) a.s D., Weinstein S., Jeruchmowicz Jeruchmowicz Ch<nve, Lewinsohn J., .Blank S., Mittelmann T., Benderowsli M., Gurmann G.. Kesselmann T., Bantschik S., Golclentheuer J., Dardik J., Hutkin Z.? Raumischer M., Balbatschan Z., Raschfcin Z , Schwarzmann H., Friedmann J-, Kaufmann «L Wisokovvski A., Swetliza A., Hur witz EL, Bitbai N. ii 1.—, Talkotschir M., Talkotsclür Rachel, Freiberg M. A., Joselowicz J. ä 0.80, Kos.d M., Freudenberg S., Rabinowicz Rachel, Sarokiu Z., Friedmann A., Scheweliew Josua, Hermann J., Rowner J., Scheweliew!M-, Kohane J., Kalpotschi M., Brenner Gh., Atelmann M., Aksmann J., Lauber M., Heimbam S., Rubinstein J",, Maschawitsch S.; Jakobsohn Ewa, Schmerling Chane, Jakobsohn S, Paskar Josef, Hurwitz Z. a 0.50, Jakobsohn Kresa 0.40, Verschieden Gesa.mmelt 1.35; zusammen............240.— Aus Leibitsch: Frau SaraliEibenschütz Mk. 2.15, J. B—r 0. 85....................... 3.53 Durch. Rabbiner Gamille Btoch, Sulz a. W. (Elsass), vom Maehzith Haschekelgeld Mk. 10.43, anstatt Telegramm zur Yermählung Frl. Bbcu, Dambach (Elsass) 0,50 . . 12.80 Albert Lewy, Markirch................ 11.66 pH jriö ße* ^ri üen Schi111011 Jechiel Goldberg, Kibarty: Rabbiner Läpp R. 1,—, i. J. Goldberg 1.—, J. H. Goldberg 1. —, Frau E. G. Goldberg 1.—, Frl. Feiga Goldberg 1.—, Frau Rosalie Goldberg 1.—, Frl. Rahel Goldberg 0 50, Frl. Rebekka Goldberg 0.50, Eliokum Brucker (n/Vtn) l-62^ A- Goldlirig 5.50, M. Haskel aus Wilkowis«Iiker 3.—, H. Frisch mann 3.—, J. Frischmann 1.—, Seil. Ginsburg 1.—, H. Simansky 1.—, M. AiJakoby 1.—, P. Markowitz 1.—, Sch. S. Gill 1.—, S. Freidberg 1.—, J. Freidberg 1.—, S. Gens 1.—, J. Woltschansky 1.—, P. Jursditzky 1.—, B. GSirisburg 0.50, K. Etelsohn 0.50,

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