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Die Welt · 1903-05-08 · 19 (8.5.1903) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
19 (8.5.1903)
Article
Kleine Bibel [Rezension]
Date
1903-05-08
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 iDle & Welt" Nr. 19 zug, die darauf berechnet ist, jüdischen Kindern den jüdischen Lernstoff vom 6. bis zum 14. Lebensjahre zu vermitteln, halten wir für nicht ausreichend, aus dem einfachen Grunde, weil wir der Ansicht sind, dass die Bibel, soll sie „von unserer Jugend als o^n tm, als lebenspendender Quell mit Verständnis genossen werden", wie es der Verfasser offenbar anstrebt, in keiner anderen Sprache zu unterrichten sei, als in der hebräischen. Es ist höchste Zeit, dass die Herren Religionspädagogen darüber nachdenken sollen, ob es sich nicht besser lohnen würde, Kinder im Alter vom 6. bis 14. Lebenpjahre gründlich in der hebräischen Sprache zu unterrichten, damit sie dann ihre Bibel, im Original natürlich, selber lesen können. Die Herren Religionslehrer müssten freilich, analog dem allgemein giltigen Grundsatz: „Der Mensch wird von Menschen für die Menschheit erzogen*, ihre Aufgabe dahin zusammenfassen: „Der Jude muss von Juden für das Judentum erzogen werden!" Es bedarf keines Beweises, wie wenig dieser Zweck, Erziehung für das Judentum, seit der Verbannung des Hebräischen aus dem Unterrichte durch noch so gute und pädagogisch eingerichtete Katechismen und „Kleine Bibeln" erreicht wird. Ein methodisch zweckmässiger Unterricht im Hebräischen und das Erwecken des Interesses sechs- bis zwölfjähriger Kinder an dieser Sprache würde gewiss lohnender sein und sicherer zu dem oben angedeuteten Ziele führen. Zu dieser Erkenntnis dürften sich aber nur solche. Religionspädagogen emporheben, die nicht wie der Verfasser (Seite 390) der Ansicht sind, dass «mit der Zerstörung des zweiten Tempels der jüdische Staat und das jüdische Volk(!) aufhörten." Noch hat das jüdische Volk nicht aufgehört; eher, das wollen wir hoffen, werden die jüdischen Religionspädagogen aufhören, die unseren Kindern in der Schule ihr Volkstum absprechen wollen! M e w a k e r. Samuel Kahan: rnnK yp tptf, Familienstammbaum etc. Krakau 1903. Verlag des Verfassers (hebr.). Es ist kein Gelehrter von Fach und Beruf, sondern ein Laie, ein Krakauer Kaufmann und Bibliophil, der in der vorliegenden Schrift das Resultat seines fleissigen Studierens und Sammeins niederlegt. Wohl ist die Absicht des Autors, einem privaten, nämlich dem Interesse und der Ehre seiner Familie zu dienen, indem er den Stammbaum seines eigenen Grossvaters bis in das 16. Jahrhundert hinauf verfolgt. Aber dieser Stammbaum, dessen Aeste die bekannten jüdischen Familien, wie: Horo witz, Heilpern, Rappaport, Margulies, Schorr, Katzenelnbogen u. m. a. bilden, weist so viele grosse jüdische Persönlichkeiten auf, dass deren Verwandtschaftsverhältnis auch dem Fernstehenden das grösste Interesse abzugewinnen vermag. Eine stattliche Reihe der grössten Rabbiner und Gelehrten Polens und Böhmens sehen wir vor uns vorbeiziehen, aus jener guten alten Zeit, wo noch keine „Probepredigten" abgehalten werden mussten, wo noch Gelehrsamkeit und der Ruf sittlicher Persönlichkeit allein ausreichten, um einen Rabbiner von einer Stadt in die andere, von einem Lande in ein anderes zu berufen. Mit grossem Fleisse hat der Verfasser das vorhandene Material gesammelt und es durch neue Abschriften von Grabsteinen verschiedener Friedhöfe bereichert und damit der Geschichtsforschung der Juden in Polen einen anerkennenswerten Dienst geleistet. M e w ak e r. riK£ ♦mrnya p&ro rm& ♦nnpbj tavfcKn p* ik ■»bp na /■> p 3 k s TRÖ „Das Haus Elis oder der Raub der Bundeslade.u Ein historisches Drama in 5 Aufzügen. Von M. Foner, Warschau 1902. Schon dieser etwas langatmige Name deutet uns an, mit welcher Schöpfung wir es zu tun haben. Es ist schwer, sie ein Drama zu nennen, da ihr einheitliche Handlung und zentrale Figur fehlen. Selbstverständlich legen wir an diese Produktion nicht den Massstab der grossen historischen Dramen wie der Shakespeares und Ibsens, aber wir vermissen überhaupt die Rudimente der dramatischen Kunst. Den Inhalt wiederzugeben ist überflüssig, da er allen aus der Bibel bekannt ist. Der Autor hat eine sehr unglückliche Wahl des Sujets getroffen, als ob es keine grösseren Motive in der jüdischen Geschichte gäbe und als ob Eli eine dramatische Persönlichkeit abgeben könnte! Und doch ist der Verfasser nicht talentlos. Er hat unzweifelhaft dichterische Begabung. Das ist am besten an seiner Sprache ersichtlich. Zwar ist die biblische Sprache, die er gebraucht, schon an und für sich poesie- und bilderreich, aber die Kunst und Kraft der Ausdrücke sprechen für das Talent des Autors, welches ich eher für ein episches halte. Es ist merkwürdig, dass die neuhebräische Literatur beinahe keine dramatischen Werke aufzuweisen hat. Es ist wahr, dass wir keine Bühne haben, aber erstens könnte eine solche geschaffen werden und es wäre schon höchste Zeit dafür, zweitens gibt es doch eine dramatische Literatur, die gar nicht fürs Theater bestimmt ist. Oder vielleicht wird die hebräische Literatur, ihrer Eigenart folgend, diese Kunstart vermeiden? Es ist eine sehr ernste Frage und Aufgabe der Kritiker, sich mit ihr zu beschäftigen. A. G—k. „El Sionismo".porDr.M.Nord au.Traduccion espanol Editado di la Sociedat „Zion* in Rustschuk (Bulgarien). (Spaniolisch.) 1903. „El fondo Nacional Judeo". (Spaniolisch.) Suplemento gratuito al Journal „Haschofar" Sofia 1903. Diese zwei spaniolischen Publikationen sind eine sehr wichtige und erfreuliche Tatsache. Sie zeigen uns, wie wir uns auch aus den spaniolischen Zeitungen (mit Ausnahme des Konstantinopeler „El tiempo") überzeugen, dass der Zionismus das beste Bindemittel, die beste Kittsubstanz zwischen den „disjecta membra" des jüdischen Volkes ist. Die lange Scheidung zwischen Aschkenasim und Sephardim, die Mauer mit der die letzteren sich umgeben haben, fällt vor dem all vereinigen den Eufe des Zionismus weg. Die Solidarität, das allgemeine Bewusstsein zerstört die alten Vorurteile . . . Die Spaniolen, die das alte, aristokratische Blut der kastilischen jüdischen Granden in den Adern haben, bedürfen auch einer Regeneration, wie ihre aschkenasischen Brüder — und durch Vermischung dieser beiden Elemente wird neue Kraft dem Judentum zuströmen. A. C—k. Briefkasten. Hrn. R. E., Wien, Dankend abgelehnt. Ein Bescheidener. Die Sache ist sehr bedauerlich. Wir können da leider nichts tun. Hrn. stud. jur. L. (Chronik). Der Versuch ist als solcher interessant, aber nach unserer Meinung nicht ganz geglückt. Vielleicht anderes. Gruss. Ben Zion, Zabie. Solche Angriffe gegen Personen können wir nicht veröffentlichen. Wenn Sie das System kritisieren wollen, so sind wir bereit, Passendes zu akzeptieren. Hr, Bernstein, Mitau. Besten Dank. Für uns aber nicht publizierbar. Frl. G. K., Wien. Das nicht, aber vielleicht etwas anderes. Frl. Salomee B. Dankend abgelehnt. P. T. Verein „Bnei Ziona, Kaiisch. Ihre Erklärung wurde an der kompetenten Stelle mit Dank zur Kenntnis genommen. Deborah, Wien. Dankend abgelehnt. Vielleicht etwas anderes. X. Y. Z., Breslau. Zürichbergstrasse 3. »Mirjam" nicht, das andere wird gebracht. Hr. Steinmann, Tomaschow. Besten Dank für Nachricht. Aehnliches wurde uns aber schon von anderer Seite mitgeteilt, daher sehen wir von der Veröffentlichung ab. Hr. Gern. Poll., Amsterdam. Wir bitten um ein wenig Geduld. Briefliche Nachricht nocb im Laufe dieser Woche. Hr. Isaschar Daub. Ist uns selbst nicht bekannt. Hr. J. St... in, Wilmersdorf. Wir haben uns laut Ausweis unseres Buches bereits vor Vj2 Monaten für die Ablehnung entschieden. Wir teilen Ihnen das nunmehr im Blatte selbst mit, in der Hoffnung, Sie dadurch bestimmt verständigt zu haben. Uebrigens sollen Sie bereits von der früheren Leitung diese Antwort, erhalten haben. Hr. Bondy H... Für diese Nummer zu spät eingelangt. Gruss. Hr. L. Behr B. Herzlichen Dank. Habe es bereits bemerkt und, wie Sie sich überzeugen können, benützt. Gruss. W. _Achtung! Berichte über Versammlungen und Vorgänge in der Bewegung werden nur dann publiziert, wenn sie mit einer Vereinsstampiglie (Vertrauensmännersignum) und Nationalfondsmarke versehen sind. Andere Berichte werden nicht mehr veröffentlicht.

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