Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1903-05-08 · 19 (8.5.1903) · p. 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
19 (8.5.1903)
Article
Jewish Chronicle
Date
1903-05-08
Page
13 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316013-3316040-3332198--40043-3332352
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

m 19 ,B§e & Weift«« Seite 13 im Jargon, gleichwie in j^ier anderen europäischen S pir a e h e aanehmen. Er w«erspraeh auch, einen Beamten anzustellen, der Jargon unfl Deutsch verstehen würde, damit* den Passagieren, die nicht englisch spreche», keine U&ecebührlichkeit un i UiLgerechtigkeit widerfahre. Ich möchte betonen, dass, laut der neuen Akte, jeder Mensch, de* nicht aller Existenzmittel bar ist und der einen gehörig bestätigten Arbeitskontrakt hat und in irgendwelcher europäischen Sprache Nani^n, Adresse und Beschäftigung schreiben kann, in Südafrika landen kann. Er madit jedoch. aufmerksam darauf, dass nur junge un d ge Lernte Arbeiter im Kapland ikr Unterkommen finden können, während es für ungelernte (unskiiled) beinahe keine Aassichten gebe. Die Regierung meine es gut mit cien Einwanderern und werde befähigten Menschen keine Schwierigkeiten bei der Niederlassung im Lande maclien. „Das freie Wort". Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Herausgegeben von Max H e n n i u g. III. Jahrgang. Nr. 1. Erstes Aprilheft. Abonnementsprezis pro Quartal t Mark. Einzelheft 0,40 Mark. Von dieser bekanntem Halbmonatsschrift liegt uns die erste Nummer des dritten Jahrganges in dem vom Verlage bereits angekündigten erweiterten Umfange vor. l>en reichhaltigen Inhalt bilden Beiträge namhafter Autoren. -Der Leitartikel handelt von den „Pflichten des Reichttucns", die zwar zum grössten Teile Iceine legalen, wohl aber solche des sozialen Gewissens seie-n. Dr. J. Jastrow eiörtert in einer Studie das Koalition srecht der Eisenbahner. Der bekannte italienische Publizist G. Ferrero skizziertin seinem Artikel „Die Ehescheidung^ frage und die klerikale Partei in IUlien" die Stellungsnahnie der verschiedenen Parteien zu dieser die öffentliche Meinung Italiens zur Zeit stark beschäftigenden Frage. Arthur ßoehtlingk verlangt in seinem Aufsatz „Unsere deutschen Eisenbahnen" eine möglichst weitgehende Entwicklung unseres Eiser.batmwesens. Der bekannte Wiener Ethiker Friedrich J o d l bringt einen Beitrag über „Göttliche Weltordraung und religionslose Sittlichkeit". Als weitere Artikel seien genannt: „Aerztliche Ethik und Kurpfuscherei" von Du*- Julian Marcuse. — „Die Eintieitsschule in Dänemark" von J- O. Raden. Das freie Wort. III. Jahrgang, Heft 2. Inhalt: „Die Wahlen". — „Geschlechtskrankheiten und Rechtsschutz" von Justizrat Dr. F. Mefer. — „Der grosse Ifarnpf des Jesuitismus gegen den Katholizismus" von JT. Lanz- Liebenfeid. — „iJie Anfänge unserer Religion" von Emil Felden. — „Die S|>jachenverwirrung zu Bfkbel" von Prof. Wilhelm Förster, — „Die Germania und Korumu. — Kleine Mitteilungen. Im „Agramer Tagblatt" vom 4. April hat es Herr O. K. für gut befunden, ein Urteil über den Zionismus a ^zugeben, obwQhl er anscheinend l(«iiie oder doch sehr mangelhafte Kenntnis von dieser Bewegung besitzt. Mit den Worten Wagners, „welch* mächtiger, schier unüberbrückbarer Aibgrund zwischen der arischen und der jüdiseilen Rasse liege", als Einleitung, erwähnt er in seinem „Zionistische Literatur" betitelten Artikel drei Werke : , Alineuland % Hermanns „Passah" und Feuersteins „Jünglinge". Nachdem er in unglaublich naiver Weise di& Bücher „besprochen" hat, gibt er seine Ansicht über Zionismus und «hidenfrage folgendermasse-n zum Besten : Das Ausgeben des Zionsstrebens sei nicht pessimistische Resignati on, es ist öban nur das Abfinden „mit dem, was ist." DasSÄreben der modernen Juden müsse dahin gehen, aufzuhören Juden zu s-ein, ihre nationale, völlcische Eigenart aufzugeben. Die Nichtsemiten werden sieht den Juden nicht anpassen, weil sie es nicht können. Füi den Nationaljuden gibt es keinen Ausweg. Wagner hat zwar Recht mit der Behauptung, zwischen Juden und Ariern läge eine Welt, aber die Deszendenztheorie lehre, wie die Arten in einander übergehen und die sonst so fortschrittlichen Juden sollten nicht der „Tendenz zum Fortschritt unterliegen"? Das Suchen nach Auswegen sei „kindisch". Die Gegensätze können wir nicht wegschaffen, aber sie hören von selbst auf, wenn die Juden als nationale Gruppe zu leben aufhören, wenn sie sich assimiliert haben. So Herr O. K. Er scheint auf den ersten Blick ,ein ganz ausgewachsener, überzeugter „Assimilant* zu sein. Und doch täte man ihmi unrecht, wenn man dies sagte. Er weiss einfach nicht, was er behauptet. Er wünscht keine Assimilation aus Resignation, aus Verzweiflung, nein, bewiEsst, frisch, frei und froh müssten wir gegen den alten Fetisch losziehen und uns „assimilieren". Wie, das sagt Herr O. EC nicht, ist auch so unvorsichtig, nicht zu sagen, „in welcher Redaktion es zu erfragen ist." Oder doeb, wenn wir nach seinerMethode lese», so können wir die üssimilationsfrage kinderleicht lösen. Wir ziehen ganz einfach den „alten Adam* aus, „geben uns einfach nicht zu erkennen." Ja, Herr O. K., ich bin mit Ihnen einverstanden, so lange der Jude Jude bleibt, wird er sich von seiner Umgebung unterscheiden — nur gehen unsere Meinungen auseinander bei der Frage, wie dieser Unterschied aufgehoben werden soll. Wie soll denn der Jude zeigen, dass er sich assimiiert hat? Das Aufgeben der mosaisclien Konfession halten Sie für unnötig — und schauen Sie, Ja lebt unten in Zagreb ein Jude — dlerdings schon lange getauft —ja sogar mit einer Arierin verheiratet, der seine ganze Persönlichkeit der kroatischen Sache hingibt — es ist Dr. Frank, der unserem Volke abtrünnig, dem kroatischen — einem Teile zumindest — ein Führer geworden, der also nach Ihrer Meinung alles getan hat, was z^ur Assimilation notwendig ist. Audi T r e s i c - P a v i c i c ist Ihnen bekannt und dieser Mann behauptet und mit ihm Hussen ganz offen (wie viele im Herzen?): Frank ist doch nur ein Jude. Wer waren seine Ahnen, haben sie mit unseren Vätern gegen die Türken gekämpft oder irgendwo alte Hosen verkauft? Un d der Mann hat Recht. Ja, Herr O. K. — es ist halt alles umsonst, einen Ausweg Inden Sie nicht, auch Sie müssen mit uns den Leidensweg weiter gehen und wenn Sie irgendwo stehen bleiben and sich behaglich an der Sonne nach einem guten Malilö den Magen streicheln, so haben Sie wahrlich „Ihre Judenzfrage" gelöst, aber nicht die allgemeine grosse, weltbewegende. Wir ziehen frohen Mutes weiter und hoffen unser Ziel zu «erreichen. Sie nennen das Suchen nach Auswegen kindisch, Den Ausweg haben wir schon gefunden, ps ist der Zionismus! Ihre grundlosen Angriffe auf «diese Bewegung sind milde gesagt — naiv. Der Zionismus ist heute schon auf jener Höhe, von der er über so manche Angreifer hinweglächeln kann. Mit Herrn O. K. habe ich mich nicht befasst, um ihm zu antworten (ich bedauere, Heim O.K. nicht schmeicheln zu könn-aii), sondern um die kroatischen Juden zu warnen, Herrn O. K.'s Worte als voll weitig zu nehmen. We>r ein guter treuer Jude ist, wird Herrn O. K. zurufen : , liands off". Ich rate Herrn O. K., sich mit der zionistischen Frage zu befassen, unsere ganse Literatur (nicht allein die RomanO zu studieren und bis dahin seine Feder jenen Gebietea zu widmen, die er beherrscht. J. Th. Bücherwelt Bücherei ulauf. Dr. S. Meyer: „Kontra Delitzsch". 1. Heft. Verlag J. Kaufmann, Frankfurt a, M. 1903. Dr. A. Ackermann: Judentum und Christentum". M. W. Kaufmann, Leipzig 1903. Zioiism: Why and wherefor. Bj Jacob de Haas. New- York, 19U2/3. Maccab. Publ. Eiese Broschüre ist die Bede, die unser bewährter Gesinnungsgenosse,Sekretär der, Amerikanischen Zionisten- Federatkon" im Tempel Em an ueL in New-York im Dezember 1902 gehalten hat. Obwohl er über die zionistische Idee und die Bewegung, ihre Ziele und Grundlagen uns nichts neues sagt, machen uns die poetische Emphase, die schöne Sprache und die breiten Gesichtspunkte der Broschüre sie sehr willkommen. C—k. S.Müller: Kleine Bibel. Biblische Geschichte und ReligioEslehre, fortgeführt bis zum Ende des jüdischen Staates, J. B. Metzle r'scher Verlag, Stuttgart 1903. Wir kennen nicht des Verfassers erstes Werk, das „Buch für unsere Kinder", dessen erweiterte Ausgabe die „Kleine Bibel* sein soll. Wir wollen ihm auch gern glaubem, wenn er uns in seinem Geleitworte all der Vorzüge versichert, welche diese ^Kleine Bibel" in pädagogischer Beziehung hat. Es mag ja sein, dass es allen pädagogischen Ansprüchen angemessen ist, wie der Verfasser den Geschichtsstoff und die sonstigen Auszüge aus den prophetischen und poetischen Schriften der Bibel und Apokryphem angeordnet hat. Allein wir glauben nicht daran, dass der Zweck der „jüdischen" Erziehung mit solchen Mitteln erreicht werden könnte. Eine Bibel i in Aus-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.