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Die Welt · 1903-05-08 · 19 (8.5.1903) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
19 (8.5.1903)
Article
[Nachricht]
Date
1903-05-08
Page
12 (sequence 1)
Language
German
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Seite 12 JMejfc Welt06 ffr. 19 (Mitteilungen des österreichischen Landeskomitees. Die rückständigen Schekel sind unverzüglich zu verrechnen. Die Parteigenossen wollen unserer unglücklichen Brüder in Kischenew und Uhnow nicht vergessen und namentlich auch unter Nichtzionisten Sammlungen einleiten. Das L.-K. ediert ein diesbezügliches Flugblatt in 10 000 Exemplaren ä 2 h. Die Zionistenvereine von Brzezany, Gliniany, Przemyslany, Pomorzany und Zloczow treten an einem noch zu bestimmenden Termine zu einer Besprechung zusammen. Starke Beteiligung erwünscht! Der III. Oesterreichische Zio nistentag fin- ' det am 28. und 29. Juni in Wien statt. — In der ersten Vork o n f e r e n z am 26. April wurde folgende Tagesordnung und Referatszuteihmg provisorisch festgesetzt: 1. Rechenschaftsbericht des ö. L.-K., erstattet vom Obmann; 2. Kassenbericht, erstattet vom Kassier und den Revisoren; 3. Budget und Parteibeitrag, Referent: Isid. Gewitsch-Baden; 4. Aenderung der Statuten des Verbandes „Zion" und Organisation der D.-K's., Referent Dr. Max Bernhardt-Wien; 5. Gründung eines Zentralorganes der österreichischen Zionisten, Referent: Dr. Sal. Krenberger-Wien; 6. Kulturelle Fragen, Referent: Michael Berkowicz-Wien; 7. Gestaltung und Zukunft der österreichischen Kultusgemeinden : a) Programm, Referent: Dr. E. M. Zweig-Wien, b) Taktische Fragen, Referenten: Julius Bondy-Horowitz und Dr. Ludwig Goldwasser-Krakau; 8. Agitation (Minimalprogramm, Kolportage etc.), Referent: Nathan Gross-Wien; 9. (Oesterreichische Nationalfonds - Kommissionen, Referent: Dr. Hugo Benedikt-Wien); 10. Stellungnahme zum Kongress und seinen Organen, Referent: Alfred Weissberger-Wien; 11. Neuwahl des Obmannes, der Mitglieder des L.-K. und dreier Revisoren; 12. Bestimmung des Ortes für den nächsten Parteitag. Die Besprechung des Punktes 9 wird HL Weissberger in sein Referat einbeziehen. Auf der zweiten Vorkonferenz am 24. Mai sind von dem Referenten bereits die Thesen vorzulegen; Anregungen und Anträge für die Referenten sind an das L.-K. zu leiten. Die D.-K's. haben bis 20. Mai ihre genauen Schlussberichte zu erstatten. — Die Wahlen zum Parteitag finden zwischen dem 10. und 18. Juni statt. Mitteilungen des innerösterr. D -K. Nationalfondsraarken sind erhältlich über briefliche Bestellung bei Dr. J. Benedikt, L, Tiefer Graben Nr. 95. Ferner im Kongressbureau bei Herrn A. H.Reich (in Beträgen über K 6.—), Herrn Te i t e 1 b a u m (unter fC 6.—), bei allen Vereinskassieren und den Vertrauensmännern. Zeitschriften - Rundschau. In dem Maihefte der amerikanischen Revue für Belletristik „Ainslees Magazine of Clever fiction" rinden wir eine jüdische Erzählung von dem unseren Lesern schon bekannten Verfasser der Sammlung „In the gates of Israel" H. Hermann Bernstein. „The legend" („ Die Legen de" —- nämlich das berühmte musikalische Meisterwerk von Wieniawski). Die Erzählung ist, wie wir schon einmal anlässlich seiner früheren Erzählungen gesagt haben, realistisch, und gibt sehr gut das Milieu wieder. Aber dem Autor fehlt die breite künstlerische Konzeption, der tiefe psychologische Blick — der Autor ist nämlich ein Kleinmaler und kein Dichter . . - Das Sujet ist dem der berühmten Novelle von K ah an „Jekel" ähnlich — steht ihr aber in der Ausführung nach. Aber charakteristisch ist nur der Einfluss des amerikanischen Lebens auf die jüdischen Einwanderer, auf die Umwälzung ihrer Lebensanschauungen, die sie hervorruft. Diese ewigen Wanderungen, sie brechen die Herzen, trüben die Gemüter! Die Märznummer des „Maecabean" ist sehr gut. Der beste Artikel des Heftes ist der vom greisen Dr. B. Felsenthal, über die Mission Israels. In einer geistreichen Weise führt er den Missionsschwätzern des westeuropäischen Rabbinertums ihre eigene Lächerlichkeit und Nichtigkeit vor Augen. Er zeigt ihnen an der Hand von Tatsachen, dass das jüdische Volk nichts zu lehren habe, keine Aufgabe zu erfüllen, keine „göttliche" spezielle Mission zu vollbringen habe, sondern wie jedes andere Volk vor allem für sich allein lebe. Die Erzählung von De Haas ist schön, obwohl in rein künstlerischer Beziehung gar manches an ihr auszusetzen wäre. Die übrigen Artikel machen einen angenehmen, gewinnenden Eindruck. Das Aprilheft des „Nlaccabean" ist ziemlich interessant. Wir sehen darin eine immer grössere Aufmerksamkeit wirklich jüdischen Fragen gegenüber, das wachsende Interesse für die jüdische Kultur und Literatur. So zum Beispiel berichtet H. Waldsteiri in dem vorliegenden Hefte über die neue hebräische Dichtung. Obwohl der Artikel an und für sich sehr viel zu wünschen übrig lässt, sowohl an Fülle der Tatsachen, als an kritischer Beurteilung, so wird dieser erste Versuch hoffentlich andere und erfolgreichere nach sich ziehen. Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Kultur in Amerika ist der Aufsatz des fLeissigen Schriftstellers Herrn A. M. Frieden berg: Ueber das theologische Seminar in New-York. Schade nur, dass der Verfasser zuviel in Details eingeht und keinen weiteren Zusammenhang mit dem gesamten amerikanisch-jüdischen Leben uns bietet. Das einzige Gedicht, das im Hefte sich befindet, ist eine Uebersetzung der „Hatikwa" von Imb er, von Miss Rebekka Altman. Die amerikanisch-jüdischen Zeitschriften täten wirklich besser, hebräische oder Jargondichtungen, die poetischen Wert haben, zu übersetzen, als mittelmässige, von Miss Annette K ohn, EmmaLaz ar u s u. s. w. zu bringen. Ich missbillige auch, dass die Redaktion des „Maccabean" die Erzählung der Miss R. S h einfei d: „Ein jüdisches Mädchen", welches sie mit 14 Jahren geschrieben hat. veröffentlichte. Es mag wohl entwicklungspsychologisch sehr interessant sein, aber nicht literarisch — und der „Maccabean" ist doch kein psychologisches Fachblatt. Ein furchtbarer Mangel an originalen Erzählungen in den englisch-jüdischen Revuen 1 A. C—-k. Einem Leitartikel des Londoner „Daily Chronicle" zufolge, worin bei Gelegenheit der Besprechung der Lage der unbeschäftigten Arbeiter in „B^thesda" die Zeitung sich dahin äusserte, dass, wenn „man Einheimische daheim hat, die hilfebedürftig sind", man Fremden nicht helfen könne noch dürfe, schreibt unser Gesinnungsgenosse Mr. Josef Co wen einen Artikel in dem „Daily Chronicle" vom 7. April 1. J. Er meint, dass die Sympathie, die alle ohne Unterschied den unbeschäftigten einheimischen Arbeitern entgegenbringen, nicht unbedingt Feindseligkeit den Fremden gegenüber nach sich ziehen muss. Eben diese Fremden haben erst vor kurzem eine Probe ihrer Sympathie für die leidenden Arbeiter abgelegt. Die Beschränkung der Fremdenrechte wäre eine arge Abweichung von den englischen politischen Traditionen. Er meint ferner, dass die Schädlichkeit der Fremdeneinwanderung noch nicht bewiesen wäre, trotzdem Mr. Leonard Cohen, President desJewish BoardofGuardians und der Chief-Rabbi, in diesem Punkte mit dem Antisemiten Arnold White einverstanden waren. Sie hätten nur in ihrem eigenen Namen gesprochen, ohne Bevollmächtigung und Sanktion der übrigen Mitglieder der Körperschaft. Und wenn ein Chief-Rabbi gegen die Einwanderung ist, so steht er im pcharfen Widerspruch mit dem zweiten Chief- Rabbi. Er meint dann, es wäre den englischen politischen Traditionen zu Ehre, viel statthafter, anstatt die Rechte der Fremden, das heisst der Juden, einzuschränken, die zionistische Bewegung zu fördern. „Als der Prinz von Wales", so schliesst er, „von seiner Reise in den Kolonien nach England zurückkehrte, da war die Kunde, die er dem alten Lande brachte: ,,England, wach auf!" Ich meine, dass jede Einschränkung der Fremden ein Wanderung die Tendenz habe, zu sagen : „England, schliesszu!" nach vielen Richtungen." Die Antwort der Redaktion ist sehr unbestimmt und schwankend. —k. Der „Jewish Chronicle" veröffentlicht ein Schreiben des Rev. A. P. Bender, Rabbiners der Kapstadtgemeinde, an den Chief-Rabbi von England. Im Briefe sagt er unter anderem folgendes: Als das neue Einwanderungsgesetz in Kraft trat, haben mich mehrere Schiffsgesellschaften verständigt, dass sie eine grosse Anaahl von Passagieren auf den Dampfern haben, die nach dem Kap gehen, darunter viele ausländische Juden; da sie (die Schiffsgesellschaften) die Kunde von dem neuen Gesetze erst später erhalten hätten. Nachdem ich dem Kolonial-Sekretär (Sir Peter Faure) dies dargelegt hatte, willigte er ein, die Ankommenden landen zu lassen, unter der Bedingung, dass sie gleich beschäftigt werden. Da die meisten geschickte Handwerker waren, so bekamen sie sofort mit Hilfe mancher Mitglieder unserer Gemeinde Arbeit mit guter Belohnung. Ich hatte seitdem noch ein Interview mit dem Attorney-General (Hon. T. L. Graham) und er sagte, er werde auch eine E r k 1 ä r u n g

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