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Die Welt · 1903-05-08 · 19 (8.5.1903) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
19 (8.5.1903)
Article
Krakau [Nachricht]
Date
1903-05-08
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 19 „Die $ Welt«» Seite 11 sicher entgegensteuert. Von besonderer Wichtigkeit sind unter diesen Institutionen: Der jüdische Turnverein, der jüdische Choi„ die jüdische Volksuniversität. Der Initiative des „Haschachsar*, insbesondere dam unermüdlichen Streben eines unserer tüchtigsten Mitglieier, des Kollegen Feldblum, gelang es, den jüdisch-nationalen Frauen verein „Ruth* in Kniau ins Leben zu rufen. Seit zwei Jahren betätigt sich der „Hascnachar" einflussreich im akademischen Leben. Der im vorhergegangenem Jahre in Krakau veranstaltete jüddßche Studententag kam nur durch die Initiative unseres Vereines zustande und zwei Mitglieder desselben erstatteten daselbst ihre Referate» In allen akademischen Zusammenkünften u» 1 Versammlungen betont unser Verein oiffen und klar seinen jüdisch-nationalen und zionistischen Standpunkt. Wir fcemühen uns auch, den polnischen Kollegen unsere Idee klar zu machen, indem wir uns an ilren Diskussionsafeenden beteiligen. Heuer war das Vereinsleben ungewöhnlich rege. Schon im Wintersemester fanden über 30 Vorlesungen — äusserten Diskussion sagenden — hauptsächlich aus dem Bereiche der zionistischen Bewegung in ihrem jetzigen Stadium statt; auch veranstaltete man jüdisch-literarische Abende und sogar an einem zionistischen „Journal parlö" faMte es nicht Die Jubiläumsfeier nalirn einen sehr würdigen Verlauf. In einem mit zionistischen Emblemen geschmackvoll verziertem Saale versammelt« sich zahlreich dasjenige Publikum, dus unserem Vereine immer mit Sympathie entgegenkommt Zahlreiche Begrissungstelegramme wurden vorgelesen. Bs sprachen voll Begeisterung der Präses Kollege Josef M ar gulies uni die Gründer des ,Haschachar", Kolilege Dr. L a n e r und Dr. Goldwas&er. Die humoristischen Vorträge der Kollegen Feldblum und Bienenstock ernteten grossen Beifall. Kollege G ottlieb Sewerjm widmete dem Vereine aus Anlass der Jubiläumsfeier eil* Gedicht, welches grosse Begeisterung unter der Zuhörerschaft hervorrief. Ein animiertes Tanzkransehen hielt noch bis spät in die Nacht die Festgäste beisammen. Tarnopol Am 13. April fand in Tarnopol die Generalversammlung des neugegrün det&n Vereines „Esra" statt, der die Belebung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift durch die Schaffung eine* Lesehalle, versehen mit verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen in der hebräischen, Jargon- und auch in anderen Sprachen, sowie clurch Erhaltung ehiesr Leih- und Lese-Bibliothek, endlich clurch Abhaltung von unentgeltlichen Wochen vortragen für die Mitglieder, undT«on mbnatlichenen Vorträgen bei kleinem Entgelt für das Publikum, anstrebt. Gewählt würden die Herren : Isidor E i 1 e c L als Präsident; l>avid Parnas als I. Vize- Präsident; Lnwer K a t z als IJ. Vize-Präsident; G u 11mann als L Sekretär; Blatt als IL Sekretär; Oslas Parnas als I. Kassier; M. G o 1 d als IL Kassier; 4 Ausschussmänner und 2 Ersatzmänner. Czernowiii» (Marmorek-Abend,) Anlässlich des Aufenthaltes «1 es Architekten Marmorek veranstaltete die akademische Verbindung „Z<ephiraha einen Ehrenabend, der einen sehr würdigen Verlauf nahm. Nacli der Begrüssungsrede des Präses cand. jur. Kottlar hielt phil. Brener eine hebräische Rede, in der er unter anderem auf «die Gestalt des Architekten Steineck in „Alt- Neuland" hinwies, in der Marmorek gezeichnet ist. Hierauf hielt A. H. Dr. Beil Kinzbrunner einen schwungvollem Toast auf den Gast, der in seiner Erwiderung die zionistischen Verhältnisse der Bukowina, sowie manche andere interne Frage besprach, der „Z ephirah* für ihr Streben Lob zollte und sie zu ihrer neuen grosse» Aktion beglückwünschte. Dr. jur. Menc z e 1 erörterte die Verhältnisse im zionistischen Lager, besprach die Stellung der Juden zu den anderen Nationen und erhob endlich sein Glas auf das Gedeihen der „Zephirali4, An der hierauf folgenden Debatte beteiligten sich auch Dr. Diamaait, Dr. Kinzbrunner und phil. B a 1 a k an. Sarajewo. Am 9. Adar veranstaltete der Verein „Bene Ziontt die diesjährige Schekelfeier, welche von einem allen Ständen angehörenden Publikum stark besucht war. Nach der Begrüssung der Erschieneiii durch den Vorsitzenden Herrn Abraham M. Altarass referierte Rabbiner Herr Ascher Final über die Bedeutung des Schekels und beleuchtete den Zionismus vom Standpunkte der Religion. Hierauf sang der Chor des Gesangvereines „La Lyra" nationale Lie dier. Auf allgemeines Verlangen, ergriff Herr Abraham Cappon das Wort, welcher über die Jüdische Kolonialbanlr, den Jüdischen Nationalfonds und die zionistische Bewegung im allgemeinen sprach. Unter lautem Beifall und eil tlhusiastischen Hochrufen auf Zion und unsere Führer, endete Redner seimeAusführungen. Zum Schlüsse trug Herr Samuel Cappon den Monolog „Ein Wanderer auf dem Berge Gilboah", verfasst von Herrn Abraham Cappoa vor, worin die Zdonsidee verherrlicht wird. Eine Sammlung für den Jüdischen Nationalfoads ergab ein hübschem Resultat. Ueberiies wurden auch Marken des Jüdische» Nationalfonds verkauft. Um 1 Uhr nachts schloss das schö ne Fest, welches aQen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Minsk. Unsere Stadt '■wurde von einein Vertreter des „Schwarzen Kabinetts" in Sowno besucht. Dieser hielt in der Synfcgoge mehrere Reden, in denen er den Zionismus als eine schädliche Störung-, die die Religion verletzt, als eine Ketzerei und die Zicnisten als Ketzer bezeichnete. Redner fand aber keinen Beifall, da fast die ganze jüdische Bevölkerung in Minsk zionistsch ist. Zum Sohluss teilte er mit, dass jetzt auch in Minsk ein „Schwarzes Kabinett" gegründet werde. Diese Gründung wird von den „Machsikei-Hadas" unterstützt. Die Mittel bierfür werden von einigen Odessaer Kapitalisten hergegeben, die Antizionisten sind. Speziell bestellte Redner fahren herum und führen die Propaganda, gegen den Zionismus. Bis nun war Kowno ihr Zentrum, jetzt soll es Minsk werden. Dieser Tage wird ein zweites Mitglied dieser Organisation — der bekanntes Poltawaer Rabbiner — nach Minsk kommen. Tomsk. (Der Zioni stentag in Si birien.) Der im Monate Februar in Sibirien abgehaltene Zionistentag nahm einen glänzenden Terlauf. Dieser erste sibirjsche Zioni stentag, welcher von den Zionisten vereinen von Tomsk, Irkutsk, Omsk, Tschita, Xrassnojarsk, Kausic, Bargusin, Bogopol, Marinsk, Nertschinsk, Adrianowkfc und Kabansk beschielet wurde, entrollte ein lebhaftes Bild der intensiven Tätigkeit der Zionisten in Sibirien und iliier Erfolge auf dem Gebiete der Erweckumg und der Erstarkung des jüdischen ITationalbewusstseirs. Der Vorsitzende des ersten sibirischen Zionistentages, Dr. W. S. Her senk opf, hielt eine mit grossem Beifall aufgenommene Rede, in welcher die Kraft und der Mut der Zion isten und der zionistischen Idee geschildert wurde. Der Rabbiner von Omsk, Dr. Lewin, hielte eine begeisterte Rede über die Bedeutung des Zionismus im Leben der Juden und für Gestaltung ihrer künftigen Geschicke, und besprach gleichzeitig di&hohe Bedeutung dcsNationalfonds. Der Zionistentag fassfca die Resolution, (iiass der Zionismus, welcher die Wiedergeburt des jüdischen Volkes anstrebt, eine heilige NationaLsache ist, für deren Verwirklichung alle kämpfen müssen. Zum Schlüsse nahm der Zionist&ntag den Beschluss an, in Sibirien Mustercheder zu eröffnen, wo der Unterricht in h e b r ä i s c lue r Sprache erteilt werden soll Glasgow. Am 26. April fand in Glasgow eine imposante zionistische Versammlung anlässlich des bevorstehenden sechsten Kongresses statt. Den Vorsitz führte Mr. P. P. Baker. Er eröffnete die Versammlung, indem er die Wichtigkeit der Oeffentlichkeit für die zionistische Bewegung hervorhob. Nacli ihm sprach Sir Francis Mont efiore. In einer glänzenden Rede setzte erziel und Streben des Zionismus auseinander, ging auf die Mittel zur Erreichung des Zieles und auf die Hindernisse ein, die im Wege stehen. Er wies noch auf die imirner wachsende Feindseligkeit gegen die Juden in allen Ländern und die daraus erwachsende Notwendigkeit einer -radikalen Hilfe hin. Mit einem warmen Appell an die englischen Juden, sich der Bewegung anzusehliessen, endete er seine Rede, Der letzte Redner, Mr. Moser, stellte einen Antrag, der dahin lautete, dass die Versammlung die Ziele des Zionismus an erkenne, mit ihnen sympathisiere und die unternommenen Schritte billige, „Was die Zionisten tun wollen" sagte er, „ist, ihren bedrückten Brüdern zu helfen, sich selbst au helfen und durch Selbsthife Unabhängigkeit zu gewinnen" Der Antrag wurde einstimmig angenommen, („Glasgow Herald".) An die tit Vereine und Vertrauensmänner in Böhmen! Das D.-K. ersucht alle Vereine und Vertrauensmänner, welche mit der Ablieferung;der Schekeljuxten im Rückstände sind, um deren sofortige Einsendung un<l Verrechnung, Adresse für Briefe: Jerusalemgasse 4; für Geldsendungen: Hr. Karl Re s e k, Kgl. Weinberge, Karlsgasse 15 oder Postsparkassen-Konto Nr. 854.993,

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