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Die Welt · 1903-05-08 · 19 (8.5.1903) · p. 7

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
19 (8.5.1903)
Article
Arbeitsvermittlung des allgemeinen jüdischen Arbeitervereins
Date
1903-05-08
Page
7 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 19 „Die & Welt" Seite 7 Arbeitsvermittlung des Allgemeinen jüdischen Arbeitervereines, Wien, IL, Stefaniesirasse 8. Stellengesuche: 10 Geschäftsdiener, 6 Hilfsarbeiter, 1 Bäcker, 1 Schlosser, 1 Elektrotechniker, 2 Anstreicher. 1 Tischkr. Offene Posten: 1 ühznnachergehilfe, 1 Schneider, mehrere Schneiderinnen, 2 Verkäuferinnen für Daman-Konfektion, 1 Spengler. — Jüdische Arbeitgebert Beschäftigt nur Volks geno ssen. Verlanget Offerte über Arbeitskräfte Ton unserer Ve rmittlung. Der Verein üfiir unentgeltlichen Arbeitsnachweis Wien, 1I,9 Taborstr. 59 (Tel. 13 920) bietet den P. T. A rbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, mm männliche und weibliche quallfuzierte Arbeitskräfte sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmänniscHie Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 2. ilü 1903 standen in Vormerkung: I. Klasse. Manuelle Arbeiter: 10 Anstreicher, 5 AmEpapper, 3 Bäcker, 11 Buchbinder, 3 Buchdrucker, 1 Kartonna^earbeiter, 4 Drechsler, 5 El*ektromonteure, 2 Fleischhauer, 3 Friseure, 3 Glaser, 6 Goldarteiter, 26 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener, 25 Hilfsarbeiter, 1 Hutmacher, 2 KellerarteLter, 4 Kellner, 7 Kutscher, 2 Laufburschen, 4 Lederzurichter, 6 Lehrlinge, 3 Magazineure, tüchtige und verlässliche Hausbesorger, 4 Maschinisten und Heiser, 5 Metallarbeiter, 34 Schlosser, 10 Schneider, 7 Schuhmacher, 10 Spengler, 11 Tapezierer, 2 Taschner, 2 Uhrmacher, 3 Zeichner, 10 Zirarm er maier, 2 Zuckerbäcker- II. Klasse Kaufmännische Angestellte: 4 BranntweinverschL&isser, 14 Buchhalter und Korrespondenten, 112 Komniis diverser Branchen, 44 Kontoristen und Strazzisten, 4 Inkassanten, 6 Kanzlisten und Schreiber, 4 Maiüpulanten und Expedienten, 8 PLaiz-Agenten und -Vertreter, <> Reisende. Weibliche Abteilung: 3 Bonnen, 44 Kontoristinnen und Kanziistinnen, 13 Expedientinnen und Manipulantinnen, 2 Hilfsarbeiterinnen, 1 Kassafräuiein, 16 Praktikantinnen, 50 Verkäuferinnen, 4 Verschleisserinnen, 9 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. HL Klasse. Geistige Arbeit: 44 Hauslehrer und Hofmeister (meistens HochscTiüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten), 4 Lehrerinnen. Das Bureau de:s Vereines hat seit seiner Er öffnung im November 1899 bis inklusive 2. Mai 1903 6824 Vermittlungen durchgeführt, und zwar: 2914"Vermittlungen in der L Klasse (manuelle Arbeiter), 1W in der II.. Klasse (Handerlsangestellte), 1782 in der weiblichen Abteilung und 129 in der III. Klasse (geistige Arbeit). Korrespondenzen und Telegramme. Oesterreich - Ungarn. Wien. (Interpellationsbeantwortung des Ministerpräsidenten Dr. v. Koerber betreffs der rumänischen Juden.) In den Sitzungen des Abgeordnetenhauses vorn 11. und 31. März d. J. halen die Herren Abgeordneten Dr. Skedl und Genossen, beziehungsweise Dr. btraucher und Genossen Interpellationen betreffend die rumänische Judenfrage an mich gerichtet, in welchen dem Gedanken Ausdruck verliehen wurde, dass die derzeitige Lage der rumänischen Juden eine diplomatische Intervention bei der königl. rumänischen Regierung erfordere. Hiebei wurde in der ersterwähnten Interpellation auch hervorgehoben, dass zu einem derartigen Eingreifen! für die gemeinsame Regierimg umsomehr Veranlassung vorliege, als die durch die Sonderstellung unter den rumänischen Juden hervorgerufene Ausw-anderungs-Bewegung bereits ihre Rückwirkung auf die Bukovinaer Verhältnisse übe, indem zallreiche aus Rumänien ausländernde verarmte Israeliten der an sich schon mittellosen Bevölkerung der Grenzstädte Rumäniens zur Last fielen. In der Interpellation der Abgeordneten Di. Skedl und Genossen wird ferrner auch die Lage der armenischem Christen in der Türkei erörtert und der Regierung nahegelegt, wegen Durchführung der im Artikel 61 des Berliner Staatsv-ertrages vom Jahre 1878 vorgesehenen Reformen in den von Armeniern bewohnten Provinzen des türkischen Reiches auf die Pforte Einfluss zu nehmen, In Beantwortung dieser Interpellationen beehre ich micti dem hohen Hause mitzuteilen, fcaiss die gemeinsame Regien mg keineswegs verkennt, welch w&mig günstiges Los den Juden in Rumänien beschieden ist und in welch bedrückter Lage sich dieselben vielfach befinden, indem ihnen infolge ihrer anormalen, aus der rumänischen Konstitution und verschiedenen gesetzlichen Sonderbestimmungem resultierenden Stellung in ihrem eigenen Heimatlande häufig die Möglichkeit der Erlangung von Erwerbsquellen nach vollen Richtungen hin eingeengt und unterbunden ist. Die gemeinsame Regierung, welche ihrerseits schon vom humanitären Standpunkte aus eine Verbesserung der Lage dei rumänischen Juden lebhaft begrüssen würde, hat sich daher im Laufe der letzten Jahre bereits wiederholt veranlasst gesehem, der befreundeten Bukarester Regierung — so weit es die einem unabhängigen Staate schuldigen Rücksichten zuliessen — in nichtoffizieller Weise eine Besserung des Loses der rumänischen Juden nahezulegen. Unter einen wesentlich anderen Gesichtspunkt als die in solchem Geiste erteilten Ratschläge fiele abei eine förmliche diplomatische Aktion, wie sie den Herren Interpellanten "vorzuschweben scheint. Ein derartiger offizielle!" Schritt müsste, iai es sich hiebei nicht um österreichische odei ungarische Staatsangehörige handelt, rumänischerseits als eine unberufene EinmLsichung in die internen Angelegenheiten eines dritten Staates aufgefasst werden, zumal bloss ethische und humanitäre Erwägungen eine ausreichende Grundlage für eine solche Aktion, die einer auf die Prinzipien des Völkerrechtes sich stützenden Basis entbehren wiärde, nicht abzugeben vermöchten. Die Berechtigung zu einer Intervention bei der köiu rumänischen Regierung aber aus de-m Vertragsrechte, nämlich aus den Bestimmungen des Berliner Vertrages, ableiten zu wollen, würde andererseits begründeten Bedenken unterliegen, da der in Betracht kommende Artikiel 44 des Berliner Vertrages nach seiner, der Interpellation Raum gebenden Fassung kau in eine jeder Einwendung entrückte Ba.sis für ein solches Einschreiten bildet. Wenn auch diese Erwägungen einem offiziellen Interventionsschritte der Monarchie zugunsten der rumänischen Juden sich entgegenstellen, so wird sich die gemeinsame Regierung doch nicht abhalten lassen, nach wie vor bei sich darbietender Gelegenheit im freundschaftlichen Verkehre mit der kön. rumänischen Regierung eine günstigere Gestaltung der gegenwärtigen Lige der rumänischen Juden zu befürworten., und es darf wohl der Hoffnung Ausdruck verliehen werden-, dass auch in dieser Frage die fortschreitende Entwicklung der Verhältnisse eine Wendung zum Besseren schaffen werde. Was die in der Interpellation der Abgeordneten Dr. Skedl und Genossen behauptete Rückwirkung der unter den rumänischen Juden bestehenden Auswanderungs-Bewegwng auf die Verhältnisse in der Bukowina betrifft, so sind seitens der Regierung ausreichende Vorkehrungen getroffen -worden, um zu verhindern, dass sich durch das Einströmen rumänischer Auswanderer in das Gebiet der Monarchie irgendwel-che Missstände entwickeln. Ich habe überdies nicht ermangelt, tflber die bezügliche Situation in den Grenzorten der Bukowina ncoch besondere Erhebungen einzuleiten, welcle ergaben, dass «der weitaus überwiegende Teil jener rumänischen Auswanderer, welche die Bukowina passieren, sich daselbst überhaupt nicht aufhält und daher miit der Bevölkerung nicht weiter in Berührung kommt; es können in diesem Belange vielmehr nur solc-lie Auswanderer in Betracht kommen, welche ihrer unzureichenden Mittel wegen zu Fuss reisen müssen »der welche die «österreichische Grenze auf Schleichwegen überschreiten. Die ersteren halten sich in der. Regel nur vorübergehend im Lande auf, besitzen übrigens immerhin einige Mittel, und es handelt sich daher, falls die Unterstützung derselben durch ihre wohlhabenderen Glaubensgenossen in Frage kommt, höchstens um die einmalige Gewährung milder Gaben behufs Errnöglichung der Weiterreise.. Von jenen wenigen rumänischen Auswanderern endlich, welchen es gelingt, über die Grenze zu kommen und welche nicht nach Rumänien zurückgebracht werden, trachten die meisten, sich als Professionisten und Taglöhner Ihr Brot zu verdienen und fallen daher der Bevölkerung gleichfalls nicht zur Last. Die anlässlich der in Rede stehenden Interpellationen eingeleiteten Erhebungen, welche nicht bloss im Wege der politischen Behörden durchgeführt wurden, sondern auch die Einvernahme dec israelitischen Kuitusgemeinden in der Bukowina zum Gegenstande hatten, halben mithin keinen Anhaltspunkt dafür ergeben., dass die Auswanderungs-Bewegung unter den rumänischen Juden auf die Verhältnisse speziell in der Bukowina einen merklichen nachteiligem Einfluss nehmen würde, und es erscheinen, daher die in dies-er Hinsicht geäusserten Besorgnisse der Herren Interpellanten! nicht gerechtfertigt Unter diesen Umständen liegt für die Regierung eine Veranlassung zu weiteren Vorkehrungen gegenwärtig nicht vor; ich glaube jedoch nicht erst betonen zu müssen, dass die Regierung: der weiteren Entwicklung der bezüglichen Verhältnisse in unserem Nachbarstaate ihr besonderes Augenmerk zuwenden wird. Wien. Die in der vergangenem Woche stattgefundene Generalversammlung der „Allianz" trug das übliche Gepräge. Von 3000 Mitgliedern hartem sich kaum 100 eingefunden, davon zwei Drittel, in privaten Diensten der Vorstandsmitglieder stehende abhängige Personen, die ungeduldig darauf warteten, den usuellen, von Begeisterung getragenen Antrag zu stellen:

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