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Die Welt · 1903-05-01 · 18 (1.5.1903) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
18 (1.5.1903)
Article
Das Judasschiessen in Lissabon [Kommentar]
Date
1903-05-01
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr, 18 weit«* Seite 11 ginnt ein fröhliches Judas- und Judenschiessen, natüriicli nur in Figuren, da der Tod den wirklichen Judas schon lange aus dem Bereiche der portugiesischen Flinten gerückt hat Holzpuppen, die den Verräter am Heiland und einige Juden aus der Zeit des Pilatus darstellen sollen, werden an Bäumen und Hausgiebeln aufgehängt und unter fürchterlichen Flüchen fingt die Menge an, auf sie Feuer m geben; dass die Ladung cSafeei auch manchmal vorbeigeht und schweres Unheil anrichtet, brauclit wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden, aber die Leute amüsieren sich und glauben ein Gott wohlgefälliges Werk: zu begehen. Kultur ist es nicht, wer jedoch wollte die Volksgebräuche der iberischen Halbinsel durch die nordeurouäische Kulturbrille betrachten, die oft eine so hässliche Philisterbriiie ist! In den zentralen Distrikten Lissabons ist übrigens das Judasschiessen vorn der Polizei streng verboten." — An anderen Orten, auch bei ins in Oesterreich, ist es Brauch, am Karsamstag eine Strohpuppe — den figürlichen Juda.5 — zu verbrennen. Selbst in Wien konnte man vor gar nicht fetiger Seit noch dieser Verbrennung auf der Freyung beiwohnen. Man sieht, das Volk will sich das Vergnügen, einen Jaden wenigstens in effigie zu verbrennen oder sonstwie umzubringen, auch heute noch nicht rauben lassen. Der Pariser Baron RothsÄd verurteilt. Aus Paris wird telegraphiert: Baron Henry Rothschild wurde hewte in zweifcer Instanz wegen Uebertrelung der Polizei vors chriften jiber das Automobilfahren zu 24 Stunden Haft verurteilt. Todesfall. In New-Yoilk starb dieser Tage ein hein aischer Schriftsteller Moses He ich ers ohn im Alter Ton 76 JaJiren. Er war einer ctei alten Wilnaer „Maskillim", betätigte sich lebhaft in der hebräischen Literatur und zeichnete sich besonders durch seine meisterhafte Uefcersetzumg der K r i 1 o w'scheia Fabeln aus. In hohem A Her begab er sich nach Amerika^ wo er in Armut lebte. Sein letztes Werk war eine hebräische Uebersetzung der L 9 sä in g'schen Fabeln. Eine interessante Charakteristik seiner Person und Tätigkeit findet sich im vortrefflichen Buches von Hutchins Kapgood^: The Spirifcof the 'Ghetto. $fas ck* )$£^e§<ii){3. Gedenket dies Schekels! Vera» zeigen. Wien. Im Turnverein ,,Z i o n" (Fünfhaus) eröffnet die Frauen- und Zöglingsriege am 1. Mai d. J. ihre Tätigkeit. Die Fechtsektion hat ihre Lieblingen bereits aufgenommen, Um zahlreichen Beitritt wird gebeten. Wien. (Mädchen-uutd Frauen verein „B i k u r C ha. ml im".) Sonntag den 3. Mai veranstaltet der Yerein einen geselligen Ausflug (Picknick) auf die Schafbergalp&: und von »dort nach Salmannsdorf.. Sammelpunkt: Endstation der Tramway-Linie Gersthof. Aufbruch: präzise 10 Uhr ^vormittags. Sammelpunkt für Nachzügler: Schafbergalpe, Restaurant „Alte Schafbergalpe". Aufbruch nach Salmannsdorf: prizise 3 Uhr nachmittags. Jüdische- Gäste herzlich willkommcsL — Bei ungünstigem Wetter findet der Ausflug am Sonntag den 10. Mai zur selben Stunde statt. Wien* (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „L e o p ol d s ta d t/') Sonntag, den a. M»\ V»2 Uhr nachmittags grosse öffentliche Versammlung im Verennslokale IL, Stephaniestrasse 8. Tagesoi du ung : 1. Warum organisiert sich die arbeitende jüdische Jugend? 2. Unsere Presse. 3. Eventiiejles. Referenten: Josef Efass und Alfred Weissberge i- Da von gewisser Seite «ine Störung der Versammlung beabsichtigt ist, ersuehem wir die Kollegen, rechtzeitig und vollzählig su erscheinen.. Wien. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Ottakring-Hernals." Sonntag, den 3. Mai, 6 Uhr abends im Lokale des „Ahawath Schalim" XVI,„ Koppstrasse % Vereiusversammlung mit Vortrag des Herrn Karl Hahn: Der Zionismus und die Arbeiter. Gäste willkommen. Wien. (Allgemeiner jüdischer Ar beiiterverein IL, Stephaniestrasse 8. Samstag den 3. d, M. um 8 Uhr abends findet im Vereinslokale ein Vortrag über „Die körperliche Hebung und das Turnwesen" statt. In Anbetracht der Wichtigkeit des Vortrages weiden die Vereinskollegen und Kolleginnen ersucht, zahlreich zu erscheinen. Gäste stets willkommen. Wien. „Jüdische Toynbe e-H alle.« XX., Kar-njangasse 20. — IIL VereinsjaliF. — Die Unterrichtskuroe in Deutsch, Französisch, Englisch, Hebräisch und Stenographie beginnen am Sonntag, 3. Mai. Anmeldungen Sonntag, 3. Mai beim Herrn Inspektor Achselrad zwischen 9 und 11 Uhr vormittags im Lokale der „Toynbee- Halle/ Weitere EmSchreibungen in den Kursen von 7a7 bis y29 Uhr abends. Die Kurse sind unentgeltlich. Bei genügender 1«nlnehm erzähl werden auch weitere Kurse errichtet. Das SekretariaL Allgemeiner Jüdischer Arbeiterverein, Wien, II., Stefaniestrass»e 8. Einladung zu der am Dienstag den 5. Mai d. J., S Uhr abends, stattfindenden Monatsversammlung. Tagesordnung: 1. Vorlesung desProtokolles derletztenMonatsversammliiog; 2. Berichte (Kassa- und Mitgliederbewegung); 3. Gründung ein&r Turn- und Gesangssektion; 4. Bericht der Wiitschafts- und Vergnügungssektion: 5. Allfälliges. Wir bitten flie Kollegen und Kollegen, bestimmt am Platze zu sein* Wilhelm Benger Nathan Gross £z. Schriftführer. dz. Obmann. Berichte. Stanislau. („Bar Kochba".) Die am 17. v. M, für das XL Semester vorgenommenen Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: stud. ehem. Stanislaus SztenceJ, Präses, stud. jur. Abraham Leib Magnet, Vizepräses, s lud. jur. Leon Lebensart, Schriftführer. Zloczow. Ann 15. v. M. hat im Vereine „ Ahawas Ziion" eine Generalversammlung stattgefunden, in welcher der Präsident J. Gros Kkopf den Bericht über seine Jalrn^stätigkeit erstattete, Wir können mit Freude verzeichnen, dass der Verein i_m vorigen Jahre eine rege Tätigkeit 'entfaltete. An den Samstagen wurden eine Reihe von Vorträgen teils im internen Kreise, teils vor zahlreichen Glasten gehalten, jede Gelegenheit wurde ausgenützt, um für die zionistische Ides Propaganda zu machen; Lag b'Oraer, Schebuoth, Suklcofeh, Chanuka und Purim wurden festtlich gefeiert; schekel und Spenden für die rumänischen Auswanderer wurden, gesammelt. Ferner wurden Kurse für den Unterricht der deutschen und polnischen Sprache, der Geographie und MaiOiematik abgehalten, wobei die hiearige zionistische Gynmasialjugend ohne persönliches Interesse grosse Dienste geleistet hat. Der hebräische Sprachkursus war vom Herrn N, Rohaty n geleitet, welcher in erstaun3i«c3xer Weise binnen Icurzer Zeit Leute, die kaum einen Begriff vom Hebräischen hatten, praktisch so ausgebildet hat, *lass diese sich in dieser Sprache verständigen können. Die Vereinsbibliothelc hat sich um eine Zahl Werke der neuesten hebräischen und largon-Literatur vergrössert; auch haken die zionistischen Studenten ihre Büchersammlung, weiche in deutschen uni polnischen Büchern besteht, dem Vereine zukommen lassen- Mit Erfolg haben sich die Mitglieder für eine Reihe organisatorischer und agitatorischer Arbeiten, ihrer Bestimmung innerhalb der grossen zionistischen Organisation entsprechend, zur Verfügung gestellt. So ist die Initiative zur Gründung des Frauen vermies ,OheI Lev" in Zloczow ausgegangen, welcher durch .Mitwirkung des Herrn J. Katz zu Stande gekommen ist; auch wurde bei Gründung des zionistischen Vereines in Pomorzany mitgearbeitet. Der Bericht wurde mit grossem Beifall aufgenoni imen und derAusschuss wurde mit kleinen Ausnahmen für das künftige Jahr wiedergewählt. Freiberg i. S. Der akademische Verein „Unitas", Freiberg i. S.3 bändigte das Winter-Semester 1902/190$: mit bestem Erfolg. Die Chargenwahl ergab : stud. rer. nuont. D. Sternberg, I. Vorsitzender, stud. rer. mont. B. Brill, II. Vorsitzender, stud. rer. mont. L. Rabinovici, Schriftführer. Zum Vertreter im Verband der Studierenden in Freiberg wurde sbud. mont. D. Sternberg gewählt Jassy. Am 7. und 8. April fand in Jassy im Tempel „Beth Jakobtt de* zionistische Delegiertentag statt. Auf 4er Tagesordnung st .und : Bericht über Kultur; Referat iLber die Bank und de:» Nationalfonds; Wahl der Mitglieder der Zentral-Komitees, Dr. Lippe, Dr. N e m i e r o w e r und Dr« Nacht hielten Eröffnungsreden. Die Rede des Doktor Nacht zeichnetesich durch ihren gediegenen philosophischen Inhalt und Ihre meisterliche Form aus. Dr. Rabi n owics sprach Warte, die'zu Herzen gingen. Ueber Koltur sprachen Dr. N enii erower, Dr. Nacht, Rabinowics. Es wurde beschlossen, ein einheitliches Schulprograinm für das ganze Lamd auszuarbeiten. Als Grundlage diiente der Entwurf des. Dr. Nacht, der übrigens in fesseln 1er

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