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Die Welt · 1903-04-24 · 17 (24.4.1903) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
17 (24.4.1903)
Article
Was deutsche Abgeordnete für Sorgen haben
Date
1903-04-24
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 „Dte # Welt" Nr. 17 Schuld tragen, dass unsere Stadt mit tschechischen Dienstmädchen überschwemmt ist, so verleiden sie auch noch deutschen christlichen Spaziergängern durch ihre Anmassung den Aufenthalt im Freien. Hoffentlich findet sich jemand, der diesen Leuten öfters in unzweideutiger Weise den Standpunkt klarmacht/ Zeichen der Zeit. In Amerika, und besonders in Newfork, wird der Antisemitismus der Tat täglich bemerklicher. Eine kleine Episode illustriert diese traurige Tatsache. In Brooklyn (Vorstadt New-Yorks) hat sich eine Bande von Gassenjungen gebildet, die einen wahren Kreuzzug gegen jüdische Kinder unternehmen. Eines von den Opfern der Brutalität dieser Jungen, die den Judenhass schlimmster Sorte mit der Muttermilch eingesogen haben, war ein kleiner lljähriger jüdischer Knabe namens Peter Levy. Die junge Antisemitenbande näherte sieh dem kleinen Knaben auf der Strasse und der Rädelsführer fragte ihn: „Bist du ein Jude?" Als der arme Knabe bejahte, nahm jener ein Federmesser aus der Tasche und versetzte ihm damit einen Stich in den Bauch. Das Kind wurde tödlich verwundet. — Amerikanische Zukunftsbürger!! Die lumänische Judenfrage im französischen Parlament. Beinahe zu gleicher Zeit, wie Abgeordneter Bernstein im deutschen und Abgeordneter Skedlim österreichischen Reichstag, brachte im französischen Senat der Grat d'Aunay bei der Besprechung der auswärtigen Politik Frankreichs-auch die rumänische Judenfrage aufs Tapet. Er machte auf den Rechtsbruch aufmerksam, der von Rumänien begangen werde — und forderte die französische Regierung auf, zu intervenieren. „Ich scheue mich nicht zu sagen, dass ich möchte, es wäre Frankreich, das Rumänien in die Schranken verwiese, denn es hat noch eine grosse Mission im Osten, und die gelben Bücher zeigen uns auch, dass, sogar nach Ansicht des Ministors für auswärtige Angelegenheiten, derartige Initiativen nicht verboten sind.8 In der Antwort, die Minister Delcasse dem Grafen D'Aun ay erteilte, war kein Wort über die rumänische Judenfrage vorhanden ... Ein rumänischer Advokat über den Zionismus. Im Adverul vom 14. April finden wir eine interessante Aeusserung des rumänischen Advokaten Mihail Urlici aus Giurgu über den Zionismus. Urlici hielt vor kurzem einen öffentlichen Vortrag über das Thema „Religion und Patriotismus*, in welchem er folgendes sagte: Ein grosses und starkes Volk des Altertums, welches bedeutende Schriftsteller und Propheten hervorgebracht, konnte sich 2000 Jahre lang dadurch erhalten, dass es an seiner Religion festhielt und sein ganzes Denken auf sein altes Vaterland richtete. Dieses Volk hatte mitten unter den fremden Völkern viel zu erdulden, und hätte das Band der Religion nicht existiert, es wäre längst verschwunden. Redner ging hierauf auf die zionistische Bewegung ein und erklärte, dass diese Bewegung, an welcher sich alle Hervorragenden und Verständigen im Judentum beteiligen, grosse Aussichten habe* sich zu verwirklichen, wenn man die Vorgeschichte des jüdischen Volkes bedenke. , — m. Potapenko, Sohn eines Juden. Nach der Meldung des „Jug", die in der „Frankfurter Zeitung" abgedruckt wurde, ist vor einigen Tagen der Vater des berühmten russischen Schriftstellers I N. Potapenko, der Dorfgeistliche Nikolaus Potapenko gestorben. Die Memoiren, die er hinterlassen hat, entdecken uns unerwartete Dinge. Er war nämlich ein Jude, der unter Nikolaus I. zum Soldatendienste, der damals 25 Jahre dauerte, als Knabe genommen wurde (ein „Kantonist"). Im Jahre 1833 trat er zum Christentum über und brachte es schliesslich zum Geistlichen. Sein Sohn ist I w a n P o t ä p e n k o. Eine jüdische Oper. Wie die „Archives Israelites" berichten, soll demnächst in der Pariser Oper ein Musikdrama aufgeführt werden, das den Titel „Der Sohn des Sternes* führt. Es ist die von Catuille Mendes dramatisierte Geschichte Bar-Kochbas, um die es sich handelt. Die Musik schrieb Camille Erlanger. Wenn noch die Hauptrollen von jüdischen Künstlern dargestellt würden, so würde Paris das seltene Schauspiel erleben, dass eine Oper aus der jüdischen Geschichte, deren Komponist und Textdichter Juden sind, auch von jüdischen Künstlern dargestellt würde. Personalnachricht. Gesinnungsgenosse Leopold Bienenstock, Ausschussmitglied des „Allgemeinen jüdischen Arbeitervereines" in Wien, hat sich mit Fräulein Charlotte Schuster verlobt Jüdischer Nationalfonds. Das Goldene Buch. Verein „R a b b i Aki b atf in B u k a r e s t (L. M. Feldstein, P. S. Recu, N.Nadler, S. Arie, D. Schwartz, W. Landesberg, L. Lazar, J. Arenstein, M. Stralovici, A.Zilberstam,J.Higher,F.Strulovici) . Lei 250,— Die im 1. Jahre 5663 fungierenden Beamten des „OhaveiZion Society" in Cincinnati (S. Tennenbaum, Präsident, S. B. Hilf, Sekretär).............Pfd. St. 10, 5, 2 Verein „Mokirei Zion" inSlonimzur Eintragung Sr. Ehrw. des Rabb. Rabbinowitsch in Sopotzkin . Kronen 252,— „B'nei Zion* in Benderry....... „ 239,40 Jakob Friedland in Odessa zur Vermählung seiner Tochter Flora Mochrik............ „ 240,— Sammlung Rosenblatt in Turka zur Eintragung des Hrn. Alfr. N o s s i g in Berlin . ........... „ 240,— Verein „B'n ei Z i o n" in Nowonikolajewka (durch Hrn. M. üssischkin) .... Pfd. St. 10,—,— Sammlung der Ekaterinoslawer Zionisten behufs Eintragung des Ascher Ginzberg (Achad Haara) durch Herrn M. Üssischkin........... „ 10,-,— H<is de* JSe^egaoä* Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Wien. („ V erein jüdischer Handelsangestellter".) Samstag den 25. d. M., um 8 Uhr abends, findet im Vereinslokale, IL, Stephaniestrasse 8, ein Vortrag des Gesinnungsgenossen Dr. Hugo Benedikt über 3,Zionistische Streitpunkte" statt. Gäste willkommen. Wien. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Central e".) Sonntag, den 26. d. M., Exkursion behufs Besichtigung des jüdischen Blindeninstitutes (Hohe Warte). Zusammenkunft der Teilnehmer um l*/2 Uhr nachmittags im Privatlokale IL, Stephaniestrasse 8. — Sonntag, den 10. Mai, grosser Ausflug nach Kierling, verbunden mit Spielen, Produktionen beliebter Kunstkräfte und Tanzkränzchen. Abfahrt um 2L/2 Uhr nachmittags von der Stadtbahnstation Brigittabrücke. Regiebeitrag 30 Heller. Karten sind in den einzelnen Vereinslokalen zu haben. Wien. (Vereinjüdischerjugendlicher Arbeiter „Leopoldstad t.") Sonntag, den 26. d. M., Vereinsabend im Privatlokale Stephaniestrasse 8. Vorlesung aus dem Jüdischen Almanach von Gesinnungsgenossen Emil O berni k. Beginn 7 Uhr. Gäste willkommen. Wien. Im Turnverein Zion (Fünfhaus) eröffnet die Frauen- und Zöglingsriege am l.Mai d\ J. ihre Tätigkeit. Die Fechtsektion hat ihre Uebungen bereits aufgenommen. Um zahlreichen Beitritt wird gebeten. Wien. (Mädchen- und Fräuenverein „Bikur Chaulim8.) Sonntag den 3. Mai veranstaltet der Verein einen geselligen Ausflug (Picknick) auf die Schafbergalpe und von dort nach Salmannsdorf. Sammelpunkt: Endstation der Tramway-Linie Gersthof. Aufbruch präzise 10 Uhr vormittags. Sammelpunkt für Nachzügler: Schafbergalpe, Restaurant Stalehner sen. Aufbruch nach Salmannsdorf präzise 3 Uhr nachmittags. Jüdische Gäste herzlich willkommen. — Bei ungünstigem Wetter findet der Ausflug am Sonntag den 10. Mai zur selben Stunde statt. Wion. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Ottakring-Hernal sa.) Sonntag, den 3. Mai, Vereinsabend im Privatlokale XVI., Koppstrasse 2 (II. Stiege, I. Stock). Thema: „Der Zionismus und die Arbeiter". Referent Herr Karl Hahn. Beginn 6 Uhr abends. Gäste willkommen. Berichte. Wien. (Akademische Verbindung „Lifo an o nia".) Die Chargen wähl für das Sommersemester 1902—03 ergab folgendes Resultat: cand. ing. Emerich Lö v y X 9 cand. ehem. Hermann Feiner XX ' un(* cand. ing. Rudolf L i n d n e r XXX-

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