Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 17 (24.4.1903)
- Article
- Aufruf
- Date
- 1903-04-24
- Page
- 5 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 17 „Die & Welt" Seite 5 keit geflissentlich meidend und daher mir wenigen bekannt, soll er erst nack dem Tode so geehrt werden, wie er es verdient. Unsere Weisen sagen : „ führe dem, der vor ihr flieht!* Kommilitonen! Wir wollen Nätlian B a r d a c h ein bescheidenes Grabmal am Zentral-Frieeiiiofe errichten, wir wollen ihn aucti ins Goldene Buch des jüdischen NationalfoncU eintragen!! Wir veröffentliche! diesen Aufruf, um es jedermann zu ermöglichen, sein Schesrüein zur posthumen Ehrung Nathan Bardachs beizutragen. Wien am 28. Nissan 5663. Für die Verein igung jüdischer Hochschuler aus Galizien „Bar Koehba" in Wim, phil. David H«orowitz, mech. Ibr. Lebensart, dz, SchrifUührer. 4z. Präses. Spenden nehmen die Redaktionein der „Welt" und des „Wschöd* (Lemberg, ßingplatz 12) entgegen. * Jüdische Kommilitone»! Unser Ansichen um Anerkennung der jüdischen Nationalität wurde von Seite des Wiener akaiernischen Senates mit dem Bescheide beantwortet, dass es der jüdischen Studentenschaft niemals verwehrt gewesen sei, „innerhalb der Grenzen der akademischen Gesetze ihren Anschauungen in Bezug auf ihre Nationalität Ausdruck zu geben", lim Sinne dieser Erledigung unseres Ansuchens hat die Vertretung der zionistischen Studentenschaft beschlossen, eine Aufforderung an die gesamte jüdische Studentenschaft Wiens ergehen zu lassen, schon im kommenden Sommersemester die Rtbrik „Muttersprache" beziehungsweise , Rationalität" im Nationale mit „jüdisch" auszufüllen; denn, nur auf diese Weise kennen wir, im Rahmen der akademischem Gesetze verbleibend, verhindern, dass wir gegen unseren Willen, unter Zugrundelegung der in unserem Falle nicht ausschlaggebenden Muttersprache anderen Nationen zugezählt werd&n, Jüdische Kommilitonen! Diesen Schritt müssen wir unternehmen, wollen wir rklit auf halbem Wege stehen bleiben. Was wir von euch verlangen, ist nur ein weiterer notwendiger Schritt unserer auf (irund der Massenversammlung vom 27, November und 4. Dezember 19Ü2 eingeleiteten Aktion. Jüdische Kommilitonen! Wer vontier Wichtigkeit dieser Aktion überzeugt und durchdrungen ist, wem die berechtigten Forderungen unseres Volkstums am Herzen liegen, wird uns auch jetzt folgen, um den akademischen Behörden auch fernerhin durch die numerische Stärke unsere Solidarität in dieser Frage zu beweisen. Jüdische Kommilitonen! Wir setzen unser vollstes Vertrauen in eure Ueberzeugungstreue! Akademische Verbindung „Kadimah". Akademische Verbindung „Ivria". Akademische Verbindung^"Unitas", Akademische Verbindung „Libanonia". Akademische Verbindung „Maccabaea". Akademischer Verein „Bar (Mora". Akademischer Verein „Bar Kochba". Akademischer Verein „Erez Israel". Akademischer herein „Leo Pinsker". Akademischer Verein „Theologia". „Vereinigung zionistischer Hochschüler". * Nagyszombat, 15. April 1903. Sehl geehrter Herr Redakteurl In der „Ungarischen Wochenschrift" bin ich wegen meines Berichtes in Nr. 14 der „WeJt" über die jüngste Landeskonferenz der ungarischen Zionisten in unerhörter Weise geschmäht und in meiner Ehr& angegriffen worden. Ich habe heute der Redaktion der „Ungarischen Wochenschrift" eine Berichtigung eingeschickt, habe aber allen Grund zur Annahme, dass das genainnte Blatt diese Berichtigung nickt veröffentlichen wird, da es in Ungarn einen diesbezüglichem gesetzlichen Zwang nicht gibt. Ich erlaube mir daher, Ihnen anbei eine wörtliche Abschrift der Berichtigung mit der höflichen Bitte eineusenden, Sie möchten gefälligst die erwähnte Berichtigung ioi Interesse der Wahrheit und mein &r schwer gekränkten Ehre in der nächsten Nummer der „Welt" abdrucken. Hochachtungsvoll und mit ZioiLSgruss Ihr ergebener Moriz Zobel. * „Nagyszomb a t, 15. April 1903. An die Redaktion der stTn garischen Wochenschrift" Budapest. Obgleich ich es nicht für nötigund ganz unter meiner Würde halte, mf die im Briefkasten cter Nr. 14 Ihres Blattes enthaltenen;, ebenso dreisten wie albernen Schmähungen meiner Person zu reagieren, und obgleich ich in der Annahme wohl nicht fehlgebe, dass Sie die folgende Berichtigung — da mir keine gesetzlichen Zwangsmittel zur Verfügung stehen — nicht veröffentlichen werden, will ich dem Drängen meiner Freunde doch nachgeben und ersucha Sie hiermit, in der nächsten Nummer Ihres Blattes folgernder Berichtigung Raum zu geben: 1. Es ist vollständig unwahr, dass der Passus meines in Nr. 14 der „Welt" erschienenen Berichtes über die Prr-essburger Landeskonferenz, welcher davon spricht, dass die „Ungarische Wochenschrift" nach stürmischer Debatte zum Organ der ungarischen Laodesorganisaüon bestimmt wiarde, „eine plumpe Lüge* sei. Ich berufe mich auf das Zeugnis sämtlicher Teilnehmer der Konferenz und weise diesen schamlosen Faustschlag ins Angesicht der Wahrheit mit Entrüstung zurück. Wahr ist, dass sowohl im Organisationsausschüsse wie im Plenum über diesen Punkt eine äusserst eri^gte Debatte stattfand, an der sich im Plenum unter anJeren die Delegierten Steiner (Na>ies), Krasliansky (Neutra), H er z 1 (Neutra), Herzog (Pressburg) und — Julius Gfeb e 1 beteiligten. Ich erinnere mich lebhaft, dass sogar der Antrag gestellt wurde — leider ist mir der Name des Antragstellers entfallen — Generalredner zu wählen, um der überaus heftigen Debatte ein Ziel zu setzen. 2. Es ist vollständig unwahr und erfunden, äass ich irgendwelche an das Aktionskomitee gerichtete Äriefe irgendwelchen fremden Personen ausgeliefert hätte. Diese Behauptung ist so vollständig erdichtet und aus dar Luft gegriffen, class ich die Skrupellosigkeit gar nicht begre-ifen kann, die es fertig bringt, eine derartige Erfindung in die Welt zu setzen. Ich fordere den Urheber dieser verleumderischen Behauptung auf, seinen Namen zu nennen und sich bestimmter auszudrücken, damit ich ihn zur Verantwortung ziehen kann. Moriz Zobel." * Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Wien, II, Taborstrasse 59 (Telephon Nr. 13920) bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an- Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualifizierte Arbeitskräfte, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 18. April 1903 standen in Vormerkung: I. Klasse. Manuelle Arbeiter: 9 Anstreicher, 4 Aufpapper, 8 Bäcker, 11 Buchbinder, 3 Buchdrucker, 1 Cartonnagearbeiter, 2 Drechsler, 6EIelctro<- monteure, 6 Fleischhauer, 3 Friseure, 6 Glaser, 8 Goldarbeiter, 30 Hauskneejbtte, Geschäfts- und Bureaudiener, 38 Hilfsar Leiter, 4 Hutmacher, 4 Kellerarbeiter, 8 KelLner, 4 Kürschner, 5 Kutscher, 2 Laufburschen, 7 Lehrlinge, 2 Magazineure, 3 Maschinisten und Heizer, 5 Metallarbeiter, 16 Monteuie, 50 Schlosser, 5 Schneider, 4 Schriftsetzer, 3 Schuhmacher, 15 Spengler, 2 Steinmetze, 14 Tapeaterer, 4 Taschner., 19 Tischler, 8 Uhrmacher, 2 Zeichner, 6 Zimtnermaler, 1 Zuckerbäcker, tüchtige und verlässliche Hausbesorger. II. KUsse. Kaufmännische Angestellte: 4 Branntweinverschleisser, 7 Buchhalter und Korrespondenten, 112 Kommis diverser Branchen, 52 Kontolisten und Strazzlsten, 5 Inkassanten, 16 Kanzlisten und Schr eiber, 6 Manipulsmten und Expedienten, 6 Platzagenten und -Vertreter, 4 Elisen de* Weibliche Abteilung: 1 Bonne, 42 Kontoristinnen und KanzlistinneUj 14Expedie3Ltinnen und Manipulantinnen, 2 HilfsarbeiterLanen, 1 Kassafräulein, 12 Praktikantinnen, 51 Verkäuferinnen, 4 Verschlelsserinnen, 10 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. III. Klasse. Geistige Arbeit: 44 Hauslehrer und Hofmeister (meistens HochscMler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten), 4 Lehrerinnen und Erzieherinnen. Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inklusive 18. April 1903 6235; Vermittlungen durchgeführt, und zwar: 2866 in der I. Klasse (manuelle Arbeiter), 1484 in der II. Klasse (Handelsangestellte), 1756 in der weiblichen Abteilung, 127 in der III. Klasse (geistige Arbeit)* «