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Die Welt · 1903-04-17 · 16 (17.4.1903) · p. 18

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
16 (17.4.1903)
Article
Fischmann hat vergessen
Date
1903-04-17
Page
18 (sequence 2)
Language
German
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Seite 18 „Die &^t? Kr. 16 Weste, mit frisch gewaschenem Gesichte und nassem Haare, die dicke Frau ihm gegenüber vor einer Schüssel mit rauchenden Erdäpfeln in einem braunen Brei. ■Manfrug ihn, warum er so früh zu^Hause sei. Heute sei ja Freiertag und da schlafe er doch bei Fischmann. Er schien die Frage vorausgewusst zu haben, denn er Hess den Mann nicht ausreden. aNo — Fischmann hat vergessen. — Was soll ich tun? — Er hat vergessen. — Glauben Sie, er hält' mich nicht geladen? — Sicher hätt* er mich geladen. — Er hat aber vergessen. — Ich natt* ja auch so zu ihm gehen können. — Das tu' ich aber nicht. — Es wird ihm ja gar nicht recht sein. — Ich war ja immer Passahnacht bei ihm. — Heut* hat er vergessen . ♦ Der Mann in den Hemdärmeln machte einen schlechten Witz. Moritz, wie er ihn nannte, könne ja mit ihnen essen, Erdäpfel und Sauce und ein Stück Brot. — Motche schnitt ein klägliches Gesicht. „Wie kann ich das tun? — Was fällt Ihnen ein? -- Passah. — Nicht einmal ansehen soll man so ein Essen. ---Ich kann mich ja schlafen legen.--Wissen Sie? Fischmann hat wirklich e schönen Seder, und der Wein . . , Vorigesmal war ich schicker. So guter Wein, — Was kann man tun? — Hat er vergessen.---Warum vergesst man nicht an keinen anderen? — Grad' an mich muss man vergessen . . .a Dann ging er in seine Kammer. — Die Frau brachte eine Kerze und machte ihm das Bett zurecht. Wie sie wieder draussen war, setzte er sich auf den Bettrand und dachte nach. Was sollte er nun tun? Mazzes und Wein hatte er. Aber damit macht man noch keinen Seder. Er nahm ein G]as und füllte es mit Wein. Das trank ei in einem Zuge, dann noch ein zweites und das dritte zur Hälfte. Er wurde müde und setzte sich wieder aufs Bett. Die heftigen Züge hatten ihn stark in Hitze gebracht. — Wenn er nun doch wieder in die Stadt zurückginge. Man wird ihn dort sicher freundlich aufnehmen. Und dann der prächtige Tisch bei Fischmann. Drei Buben und zwei Töchter. Und die ältere, die Rachel, ist so schön und hat so warme, dunkle Augen . .. Darüber schlief er ein und träumte. Und erdachte denselben Gedanken im Traume weiter. Vor drei Jahren war es gewesen. Der Tisch war voller Speisen und die kleinen Buben lärmten mit den Löffeln auf den Tellern und schlürften die eigelbe Suppe. Fischmann sass nun aufrecht in den Polstern und sagte zu Rachel: „Gib doch Motchelen Wein. Er hat ein leeres Glas." Wie innig und vetraut das klang: „Motchele." Und dann trat Rachel hinter seinen Stuhl und beugte sich über ihm hinweg nach dem Glase. Sie war so nah und sah ihn dabei tief in die Augen und er wärmte sich an ihrem dunklen Feuerblick. Sie lachte hell auf. „Vater — Motchelen ist schon heiss von dem vielen Wein." Wieder „Motchele". Aber diesmal noch inniger und herzlicher. Er hatte nie mehr in seinem dumpten Leben etwas Aehnliches gefühlt wie damals, nicht vorher und niemals nachher. — Was das nur war? ... Seitdem ist Rachel Frau geworden und er sieht sie noch immer so gern, Was das nur war? . . . Nach einer Weile erwachte er. Sein Kopf war noch heiss von dem vielen Wein. Die Kerze war niedergebrannt und warf in ihrem letzten Zucken breite Lichtfetzen auf die Wände der Kammer. Dicht vor ihm stand eine alte Wiege, die er als Kleider- und Speisekasten gebrauchte. Die Hausleute hatten sie ihm gegeben, weil sie nichts anderes entbehren konnten. Nun lagen seine Mazzes und drei Flaschen obenauf. Er rieb sich die Augen mit den Handflächen und setzte sich so heftig gerade, dass das alte Bett knarrte. Dann stemmte er den Fuss auf die Trittstange der Wiege, Sie kam langsam in? Schaukeln und Motche sagte dazu: .Schlaf, süsses x^ächeleL — Sie hat micli noch nie ausgelacht. — Was kann ich für meinen Höcker, Rachele? — Warum hat v dein Vater an mich vergessen? Du hättest ihm doch sagen können. — Ich wär' so gern bei euch gewesen, Rachel . , . Jetzt hat er vergessen .. Max Eisler. Spenden. Für den jadischen Nationalfonds: K W . . . a: Sammlung Israel Masie und Josef Bomstein zur Eintragung des jüdischen Rechtsanwaltes Grusenberg aus St. Petersburg, Verteidiger im Prozesse Blondes, Wilna: B. Freidenberg R. 2.—, FrauChawkin 1.— Frau Kahn 1.—, Frau Spinmann 1.—, A. Pikelny 1.—, M. Pikelny L—, St. & B. 1.—, Sch. R. 1—, B. R. 1,-,- J. Bromberg 1.—, J, Blumin 1.—, H. Raigrodski 1.—, Ch. K. 1.— , N. Slotnikof 1.—, J. Papirno 1.—, L. Schneersohn 1.—, D, P. 1.—, Gh. Sakheim 1—, J. Schapiro l«—, S.Horoschisch 1.—, B. Z. M. 1.—, G. Rosenblum 1.—, S. D. Neiman 1.—, H. Weisskohl 1.—, J. K. 1.—, L. Magasannik 1.—, A. ß. Magasannik h—, Ch. Feldmann 1.—, Lewinsohn & Blumin 1.—, M. Saposinsky 1.—, J. Libenstein 1.—, E. Birnbaum 1.—, Beimgarten 1.—, Feinkind 1.—, S. Urisohn 1.—, A. Ghasin 1.—, M. Bawlit 1.—, Friedman« & Litauer 1.—, B. Z. K, 1.—, W. Piness 1.-—, Gebr. Samet 1.-—, Gebr. Frumkin 1.—, S. Sch. 1.—, Scheinfein & Lewenstein 1.—, Kurwitz & Sohn 1.—, S. G. 1.—, Ä. Wischewianski 1.—, Goldiner & Kronenberg 1.—, Abkinl.—, S.Mazie 1.—, , S. Janowski 1.—, Silberblatt 1.— , L. Zucker 1.— , Epstein & Kleinermann 1.—, Ferster 1.—, S. Aronsohn 1.—, B. Friedmann 1.—, Goldberg & Kantorowitscb 1.—, Frau Gordon 0.50, Frau Wischniak 0.50, Frau Akselrot 0.50, Frau Schlamowitsch 0.50, J. Masie 0.50, J. Bomstein 0.50, P. Gerschowski 0.50, M, Lapin 0 50, J. Gerschuni 0.50, M. Rebeikopf 0.50, U. 0.50, J. Moermann 0.50, S. Kawenoki 0.50, A.Kopziewski 0.50, J.Trop0.50, Frenkel 0.50, J. Fenster 0.50, S. Topilski 0.50, W.Eserski 0.50, J. Krinkin 0.50, F. L. 0.50, Bialkin Sch. 0.50, Turkeltaub 0.50, J. Lewin 0.50, L. Stein 0.50, M. Lass 0.50, E. Losinski 0.50, H. Losinski 0.50, E. Eserski 0.50, J. Laposinski 0.50, A.Kahn 0.50, M.Stein0 50, A.Bernstein 0.50, Sch. Epstein 0.50, P. Hornstein 0.50, F. Lewinsohn 0.50, A. Jonas 0.50, M. Sibertanski 0.50, A. & W. 0.50, H. Mirski 0.50, J. Schoehet 0.50, A. Silberschatz 0.50, Gh. Bachrach 0.50, H. Sakheim 0.50, N. Etingen 0.50, J. Birger 0 50, B. Jeffe 0.50, B. Semiatizki 0.50, O. Kohn 0.50, G. Chaikin 0.50, L. Sapirstein 0.50, F. Futermann 0.50, Sch. Jak 0.50, E. Bozkowski 0.50, S. Silberstrom 0.50, Straschunski 0.50, N. Luxenburg 0.50, M. Ponisowski 0.50, A. Weiss 0.50, G. & B. 0.50, L. Kalmano witsch 0.50, M. Robin söhn 0.50, B. Urisohn 0.50, A. Kaufmann 0.50, L. Elin 0.50, L. Srogowitsch 0X0, A. Kohn 0.50, Belinke & Lubitsch 0.50, A. Piotnowski 0,50, Rappeport 0.50, M. Silberschatz 0,50; F. Rosenblatt 0.50; zusammen R. 95 . ........ . 239.40 W ... a: Frl. Bella Segall R. 0.55, SamraelbüchseN r. 89 2.49, Hochzeit S. G., Witebsk, der Frau R, Gurland 25.—, Hochzeit Wissehansky des Herrn B. Goldberg 3.—, Kinderabend yom „Zionistischen Literatur-Verein" 28.28, Vereinsabend des „Poalei Zion" 40.—, Hochzeit Swirsky am 23. Oktober 1902 4.03. Hochzeit Frenkel M . . . . u. Loto W......., Brautpaar, ä 10.—, Frenkel, Sal. Frenkel, Schönbrunn, Sara Gurland ä5.—, M. Frenkel, Frau Lichtenstetä 3.—, Malka Garland, Wurhaft h 2.—, D. ßroide 1.—; zusammen 51.—. Isaak Goldberg 7.50, Makkabäer-Abend des Vereines „Sehaare Zion" des H. Kleinstein 2.16. Hochzeit W. Jawitz-Behrniann am 21. Februar 1903 (Sammlung durch Frl. A. Dreyfus, Dr. H Mirkin und Herrn E. Mossewitzky): Das Brautpaar J. L. ßehrmann, B. Epstein und J. L. Goldberg ä 2.—, L. Davidsohn und M. Pines aus Moscow a 5.—, Ch. L. Markon 0.54, L. Ettmann, Frl. A. Goldberg, Frl. A. Dreyfus, Dr. J. Mirkin, E. Mossewitzky, stud. M. Potoskin, S. Jonathan ä 0.50, W. Jawitz, A. Neuschul, F. Pines, Dr. J. Markuse, L. Epstein, E. Davidsohn, M. Behrmann, M. Brande, J. Scheskin, J. Hirtels, A. Scheinuk, L. Eisenstadt, Frau S. R. Halberstadt, Frl. S. Jawitz, A. Halberstadt, L. Pines, N.N, k l.—; zusammen* 41.04. ä Conto der Eintragung des Vereines „Kodimo" ins Goldene Buch Frl. Chajeton 8.—, Makkabäer-Abend (Chawka) des Vereines „Ness Zion*, Schiphchki, des Herrn Ischernowitz 20.Durch Herrn M, Estermann, von M. Estermann 5.—, durch M. Estermann 5.—, S,

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