Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 16 (17.4.1903)
- Article
- Wien [Nachricht]
- Date
- 1903-04-17
- Page
- 13 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 „Die # Weit" Seite 13 Vortrag, worauf Herr Dr. Bernhardt die mli grossem Beifall aufgenommene Festrede hielt. Herr Will j Quartner trug sodann einige zionistische Gedichte vor, wofür er reichlichen Applaus erntete* Herr Violinvirtuose Low brachte eine Beethoven Sonate zum Vortrage, worauf Fräulein Pollak einige heitere G-edichte zur Deklamation brachte. Stürmischen Applaus erntete die kleine, siebenjährige Künstlerin, die das Fest verschönerte. Auch die anderen Vortragenden hielten sicli wacker. Hansi und Edi Kunisch wurden immer wieder auf die Bühne gerufen. Dsa Schlüss des Abende bildete ein Tanzkränzcheu, unter Leitung des Tanzarrangeurs Josef Sekler. — Kollegen! Besuchet unsere Veranstaltungen, agitiert fleissig für unsere Vereinigung. Sonntag den 19. April, Monats Versammlung im Vereinslokale Jägerstrasiße lo. Wien- (Zionistisch er Frauen- und Mädchenverein „Fün f h au s(") Sonntag, den 5. April fand die Generalversammlung d«e Vereines, verbunden mit einem „Jou r" statt. Der geräumige Saal des Cafe Eudolfsheim war dicht gefüllt, als die Vizepräsidentin Fmu Fanny Weiss mit einer kurzen Ansprache die Versammlung eröffnete. Frl. Walter verlas den von Frau H a a d verfassten Rechenschaftsbericht, der mit seinen «atirischen Spitzen oft ausgezeichnet die Teilnahmslosigkeit mancher Mitglieder traf. Die programmatischen Rede* der Frau Dr. Kr en b erg er uj4 der Frau Hermine Hartm an n fanden lebhaftesten Beilfall. (Sie sind bereite ia Nr. 15 der „Welt" veröffentlicht worden.) Den Kaesaberickt erstattete in übersichtlicher Weig-e Frau Pick. Nachdem der Ausschuss das Absolutorium erhalten hatte, fanden die Neuwahlen statt, die folgen des Resultat ergaben: Piräsidentin: Frau Fanny Weiss, Vizepräsidenten en : Frau Doktor Laura Krenberger, Frau Dr. Olga Kadi «th, Schriftführerinnen : Frau Minna Baad, Frau Josefiii e Ka-hane, Kassierinnen: FrauAnna P i c k, Frau HeraiLrie Hartmann, Revisorinnenz Frau Dr. Rieger, Frl. Anna Walter. In den Äeirat: die Frauen Mühlhofer, Grün und Steinberg. Wiener-Neustadt. 2am zweitenmale innerhalb kurzer Frist war der hiesige Xa.sino-SaalZeuge von e<5hsfc nationalüdischen Festen. Das; erstemal war es die toTakkabäer- Feier im Dezember, das zweitemal Samstag d^a 4. d. M., wo sich ein illustres Publikum zu einer zionistischen Schekel-Feier einfand. Unter den Erschienenem bemerkte man Herrn Kultusvorsfceher Schischa mit seinem Stellvertreter Herrn Dr. Kessler, den gesammtcn Kultus- Ausschuss, Herrn Rabbi natsverweser Weiss und Herrn Oberkaator L a n d a u mit ihren Familien. Aus Wien waren erschienen Herr Dr. Kahn mit Gemahlin, Herr Dr. Bernhardt, zwei Ktiimahner und andere. IT Wehdem die Gesangssektion des Vereines „Eintracht" einen ELugangschor von Mozart vorgetragen hatte, bestieg der O bmann des zionistischen Lokalkoni itees, Hr. Jakob Jaul, das Podium, um die Wiener und Wiener-N**ustädter Gäste aufs herzlichste zu begrüssen. Nachher eigriff Herr Dr. Bernhardt als Obmann des innerösterreichischen Distriktskornitees das Wort, um den Erschienenen die Grüsse aller nationalgesinnten Juden zu überbringen. Herr Dr. ~K a h n entwickelte in mehr als einstündiger Rede die S wecke des Zionismus, erklärte «las Wort „Schekel" und bewies schliesslich dass die zionistische Bewegung uralt ist und dass fast jedes unserer Gebete sich mit Zier und Jerusalem befasse. Unter Lautem Beifall schloss er seine interessanten Ausführungen mit dem Wunsche, die zionistischen Bestrebungen in Wiemer-Neustadt mögen blühen, wachsen und gedeihen. Nachdem Herr Rosenzweig zwei Gedichte von Morris Rosenfeld vorgetragen liatte, ergriff auch Frau Dr. Kahn das Wort; sie träfe mit warmen Worten für den Zionismus ein und erhielt ain Schlüsse ihrer Rede eine prachtvolle Blumenspend^. Nach Frau Dr. Kahn trug Herr .Landau jun. eine von. ihm selbst verfasste Zions-Hymne vor, die allgemeinen Beifall fand. Hierauf dankte Herr sfcud. jur. Weiss den Wiener Gästen für ihr Erscheinen, womit die interessante Fei«r schloss. St. Pölten. Am 9, d. M. fand hier eine vom innerösterreichischen Distriktfikomitee einberufene Versammlung statt, in welcher die Herren Dr. Max Bernhardt aus Wien über „Die Lahres der Juden in Oesterreich", und Dr. Isidor Schallt aus Wien über „Der Zionismus und seine Bedeutung für lias moderne Judentum* sprachen. Ein zahlreiches und äusserst aufmerksames Publikum lauschte den klaren, eindringlichen Auseinandersetzungen, und sowohl der spontan zum Ausbruch kommende) Beifall, die sachgemassen ZwiscJi«emrufe, als auch die Erregung auf den Gesichtern zeigte, dass die Vortragenden das, was in ihrer Abriebt gestanden, erreicht: Verständnis erweckt Interesse belebt und an das jüdische Herz gegriffen, darin Saiten anschlagend, die ''"nächtönen müssen. Die Herren Dr. Bernhardt und Dr. Sc ha Ii t haben sich und dem Zionismus Anhänger erworben. In der aitf die Vorträge folgenden Diskussion hat sich Unser Rabbiner Dr. Adolf Schächter als ebenso schneidiger wie geistvoller Debatter gezeigt Hoffen wir, dass der Same, der gestreut, auf fruchtbaren Boden gefallen, Benno S c Ii L e s i n g e r. Prag. Am 11. März hielt der jüdisch» Frauen verein seine Generalversammlung ab. Die Präsidentin, Frau Sophie Roubitsohek, erstattete den RechensohÄ-ftsberieht, aus welchem zu entnehmen war, dass der Verein auch in diesem Jahre fleissig an der Arbeit war. Hervorzuheben ist die Gründung *iner jüdischen Koch- und Hauslialtungsschule, verbunden mit einem Madchenheitn, weiche demnächst ihre Tätigkeit aiLmehmen wird. Der KassabericK welcher von der Kassiwrin Frau Johanna Bergmann verlesen wurde, wies ein Plus von K 175*70 auf. In den n««en Ausschuss wurden einstimmig gewählt: Präsidentin Frau Sophie Roubits fthek, I. Vizepräsidentin Frau ReLache Redisch, IL Vizepriusidentin Frau Offizial Sing er, Xassierin Frau Johanna Bergmann, I. Schriftführerin Frau Emilie Löwy, II Schriftführerin Frau Jenny Schwarz, Ausschuss: Frau Ottilie Bäss, Frau Dr. Deutsch, Frau Josephine Guttmann, Frau Emilie Kahm, Frau Bertha Karpelös, Frau Regine Nasch, Fr. ALtrine Pollak, Frl. Bertha Sachs. Ersatz: Frl. Ella BoiLdy, Frl. Irma und Kamill* Fischer, Frl. Rosa. Freud, Frl. Jenny Pollatschek. Revisorinnen: Frafc Emma Rezek, Frau Julie R e d i s e h. Krakau. Sonntag den 5. April 1903 verschied unsere Gesinnungsgenossin Emilie Griffel. Die Verstorbene war ein tMitfes Mitglied unseres Vereines u»d erwarb sich durch den Hang zum Guten die Sympathie Aller. Die Erde sei ihr leicht!u Halicz. Bei der am 29. März stattgoinabten Generalversammlung des Vereines rScharei Zion* wurdeHerr Moses Sf irmann zum Präsidenten und Herr Rubin Fahn zu dessen Stellvertreter gewählt. Ferner wurden in den Ausschuss gewählt die Herren: Mendft-1 Achselrad, Schriftführer der hebräischen Sprache, H. Perlberger, Schriftführer der Landessprache, E. Kirschen, Kassier, J. Seiden, Kassier-Stell Vertreter, Georg Sp irmann, stud. jur. David Gottesmann, Moses Stark und Chaim Jur an. Mönchen. In der hiesigen zionistiseinen Ortsgruppe sprach Mitte März im dichtgefüllten Restaarant Fischelo witz Herr Lazar Felix Pink u s aus Bern über „die Deutschen Juden und ihre Stellung zur Jiulenfrage.« Dem aktuellen fesselnden Vortrage folgte eine interessante Diskussion, an welcher sich die Herren Handelsrichter FränkeLund Bankier Krämer beteiligten, deren Einwände Herr P i n k u s geschickt widerlegte. l>en besten Beweis dafür, dass die zionistische Idee auch hier allmählich, aber sicher in weiter* jüdische Kreise eindringe, brachte am 28. März 4er gefüllte Saal des Kreuz-Brä», in dem Herr Davis Trietsch aus Berlin über die „Kolonisation Palästinas" referierte. Der interessante Vortrag weckte lebhaften Beifall. Leider stand die Diskussion nicht auf der Höhe des Vortrages. — Am 31. März fand die 'Generalversammlung statt. Die Ortsgruppe München hat jetzt zirka 160 Mitglieder. Es wurde die Schaffung einer Nationalfonds¬ und Schekelkommission und die eines Aghfcations-Komitees mit je dr<ei Mitgliedern beschlossen. In dfcr Vorstandswahl wurden Herr Dr. med. Norwitzky zum ersten, Herr Dr. jur. ß. Kahn zum zweiten Vorsitzenden, Herr Schachno zum Schriftführer, Herr Hansdorf zam Kassier und Herr Reich sen. zum Kassenrevisor gewählt, während als Beisitzer Herr Schriftsteller Dr. Wolfskehl und Frau Kunstmaler Hermann fungieren. C. B. Mitteilungen des österreichischen Lamdes-Komitees. Die Gesinnungsgenossen, die mit der Zahlung des Schekels noch im Rückstände sein sollten, werden zur schleunigen Nachholung aufgefordert. Di« Vereine haben sogleich bezüglich des Schekels mit ihre» D.-Ks., diese mit dem L.-K. zu verrechnen, damit die Schökellisten in Druck gelegt werden können.