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Die Welt · 1903-04-17 · 16 (17.4.1903) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
16 (17.4.1903)
Article
Eine Meinung über E. M. Lilien [Kommentar]
Date
1903-04-17
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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l& jDiff % Seite LI Meinen Ansa^l i^ von jüdischen Stoffen inspiriert waren; obwohl unter den Farben: Joseph Israels, das ganze Pathos,4as ganze Mens^hen- Jei^en*! ä$e «des^^älBideimdBh- V^^tei•lS^g4lftuMhSJilä;, hiJYor- ^ch^^^nn^jii au<5& die Hoffnungen und die Ideales! die eine^s^ der . Rasse bilden, (Sie in ihrer Xiferat'ur aiid ihrem Leben verkörpert sind, einem Künstler, der iÜii&ri die entsprechende künstlerische Gestaltung geben könnte, viele Sujets biete». — Ein junger Galizianer,;.Ephraim Lilien, von dem hier die Reie ist, ist vielleicht der «erste, der dieses Genre der Kunst sierto aneignete. In der jüdischen Lehre erzogen, aufgewachsen inmitten elftes Volk»«, das unter dem Joche der Bedrückung und mittelalterlichen Verfolgung seufzt, lechzend nacüi der Freiheit, die seinen Ahnen seit der Befreiung aus Aegypten als das heilige Re«(üifc der Menschheit gegolten hat; begeistert durch die zionistische Propaganda, hat er in eine Sprache, die trotz der Färbung des nationalen Genius allen gemeEmsam ist, die poetische Flamme und die unsterblichen Hoffnungen seines Volkes zu übersetzen verstanden." .... Das letzte Wort der Humanität! Vom Polizeig«iricht „Thames* in London wurde ein jüdischer Schuster, Abraham B ermann., verurteilt, weil er in einer Wohnung, die lebensgefährlich Ist, wohhte, und zwar in einem Kelleir., der eine Familie vor acht Personen beherbergte. Der SauLtätsinspektor macht* sgehon einmal den armen Schuster auf die «Ungesetzlichkeit seiner Wohnung aufmerksam, ab er es half nichts — der Schuster blieb im Kellen Als nun der Inspektor ihn wieder „in flagranti44 erwischte, zog sr ihn zur Verantwortung. Bei Gericht verteidigte sich dei arme Jude damit, dass er keine Möglichkeit habe, eine bessere Wohnung zu ndeten; aber dieser Einwand wurde nicht beachtet und der gestrenge Richter gab den Bescheid, dass „in «inein so zivilisierten Lande, wie England, niemand ia solchen abscheuldiclien Wohnungen hausen dürfe; wwin er aber in England seine Existenz nicht verdienen könne, so möge er sich nach einem Lande begeben, wo er besseu auskommen könnte"* Daraufhin verurteilte er ihn zu 20 Shilling Strafgeld und1 23 Öhilfii arg Gerichtskosten, falls er abe|- kein Geld habe — zu 21 T-a.gen Arrest. Aus einer Interpellation des Abgeordneten Breiter und Glessen a n S e i nte .,'U?x,z elll z;: d e.n ,.. Bt e r r n; x-Mi n i & t e r-' p r a s i'd e n ten a,l s t ei f € r--d e s M i ni s t er i ums -di e s I n h e r n. Ist es dem Herrn Minister des Innern bekannt, dass der Bezirkshauptman« von Stanislau, Julius Prokopezyc, die Wahlen in den israelitischen Kultusrat im Jahres 1900 auflösend, 24 Regierangskommissäre zur Verwaltung der Stanislauer israelitisdien Kultusgemeinde ernannt hat und diese 24 Kommissäre drei volle Jahre wirtschaften Lasst? Dieser jeder gesetzlichen Basis hohnsprechend» Vorgang steht einzig und »Hein in den Annalen der Verwaltungsgesetze da. Die Wahl vom 8. August 1900 auflösend, sollt» dort sofort eine NeuwaLl ausgeschrieben werden, wies das Organisationsstatut es vorschreibt. Die Ernennung von 24 RegierungskommLssären ist eine wahre Verrücktheit, die nur dem Kopfe eines an Altersschwäche leidenden Bezirkshauptmanne entspringen konnte. Ein Jubiläum, Dw Frankfurter Realschule der israelitischen Reiigionsgemeiiide begeht in diesem Monate ihr 50jähr. Jubiläum. - Für die Frankfurter Judenschaft wird sieh die Feier zu einem allgemeinen Fest gestalten, da sehr viele Kinder diese Schuk zuerst besuchen, bevor sife das Gymnasium beziehen. Es wurde ein Festkomitee gebildet und eine Damen- und Herren-Kommission eingesetzt, die Adressen ehemaliger Schüler und Schülerinen zu sammeln haben. Bei dem Fest «rird unter anderen auch Herr "Oberbürgermeister AdicDces eine Ansprache halten. Personalnachrichteta. Jüngst fand in Lemberg di& Verlobung der Schwester unseres Gesinnungsgenossen Emil Silber st ein, Fräulein Klara Si 1 b e r s t ein, mit Herrn Mag. pharm. Adolf Koller statt. — Unser Gesinnungsgenosse H^rr Sina ilexandro wicz in Krakau hat sich mit Fräulein Lola Eichenbaum daselbst verlobt. ZSG8. ßer Tempel Salomos " Lampson$J/farh'n, Serff/f, Unter den für die Weltausstellung in St. LouEs bestimmten, kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten niimmt die Rekonstruktion des berühmten Salomonischen Tempels in Jerusalem einen hervorragendea Platz ein. Beistehend bringen wir unseren Lesern ein Bild des Modells und bemerken dazu kiwz folgendes: Von dem prachtliebenden König Sälomo 990 y, Chr. auf dem Berge Moria errichtet, stellte der Tempel seinerzeit ein Weltwunder, das Nationalheiligtum der Juden-, dar. Das ausgedehnte Gebäude kam mit Hilfe des KönigsHiram von Tyrus zustande und zeigt ausser zahlreichen Frachtgebäuden den eigentlichen, drei Stockwerke hohen Tempel. Das Innere desselben enthielt einen 40 Ellen langen Vorderraum, das Heilige, worin die goldenen Leuchter, der Schaubrottisch imd der Räucheraltar standen, und einen durch einen Vorhang davon geschiedenen Hinterraumi von 20 Ellen Länge, das Allerheiligste, mit der ßundeslade. Das Allerheiligste war nur dem Hohenpriester, das Heilige nur den Priestern zugänglich. Das Tempelgebäude xttr von einem inneren Vorh^f der Priester mit dem Braniopferaltar, dem Reinigur gsbecken und anderen Gerätsehaften umgeben und durch Säulengänge mit ehernen Thoren von dem für das Volk bestimmten und von einer Mauer umschlossenen äussere n Vorhof geschieden. 586 duich den babylonischen Koni g Nebukadnezar zerstört, wuide der Tempel nach Rückkehr der Juden aus der babyloiLLsehen Gefangenschaft wieder aufgebaut. 169 durch Anüochos Epiphanes wiederum zerstört, stellte ihn Juda M&kkabi wieder her und befestigte ihn. 21 n. Chr. erfuhr das jüdische Heiligtum eine gänzliche Umgestaltung und bedeutende Vergrösserung. Seit €44? steht auf der Tempelstättfe eine mohammedanische Moschee.

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