Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 16 (17.4.1903)
- Article
- Odessa [Nachricht]
- Date
- 1903-04-17
- Page
- 10 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 1^ jm^'w^ wurde die Ruhe trotz der mehrtausendkö^igen Menge nicht ein einzlgesniargestört. Fi?|^e seinö^ Asahe I V v P. S. Eine Sammlung zum Eintragen des Verstörtheit Kollegen, ins gofifene Büch war schon am ersten Tage überzeichnet und wird? fortgesetzt.' - Auch die Kifschinewer Zionisten tragen den1 Verstörteren. * ins goldene1 Buch ein. W«^fl®bFODil<. Die griechische Warnungstafel des Tempels in Jerusalem zur Zeit Christi. Ausgestellt von Reverend William H. fiechler, königlich grossbritanischem Botschaftspfarrer in Wien. , .V/".'vv' Ä*>'\ w v "* .i^Vtv 4. " ife y^V: \ i ^p*- ., - r - Diese 55 cm hohe und 85 cm breite Steintafel wurde am 26. Mai 1871 gefanden und ist jetzt im Museum Tschinili- Kiösk in Konstantinopel. Die Buchstaben sind 4 cm hoch, die ganze Inschrift 44 cm hoch und 73 cm breit. Von den 118 Buchstaben sind 12 bis 15 auf dem Stein nicht mehr recht leserlich, können aber leicht und korrekt ergänzt werden. Die Wörter sind nicht von einander getrennt. Transkription. 1 MHSENAAAAOTENHEIEnO 2 P E T E ZI SA I E N T O U TO T II E 3 PITOIEPONTPT&AK TOTKAI 4 ÜEPIBOAOTOZAANAH 5 0 0 H E A T T Sl I A I T I O 2 E 2 e T A I A I A T O E % A K O A 0 T 7 © E I N & A N A T O N Uebersetzung: Kein Fremder darf hineintreten in den Raum innerhalb der Bailustrade um das Heiligtum und der Umfassungsmauer! Wer aber ergriffen wird, hat sich selbst die Schuld zuzuschreiben, weil der Tod darauf folgt. Die Deutsche Orient-Gesellschaft hat, dem Programm des Kaisers entsprechend, grössere Ausgrabungen in Palästina beschlossen. Im Auftrage der Gesellschaft ist der Archäologe Dr. Thirsch nach Palästina gereist, um geeignete Grabstätten ausfindig zu machen. Die Illustrationen zum Buche „Hiobu, die William Blake im Jahre 1825 der OÖffentlichkeit übergeben hat, wurden gelegentlich einer Buchauktion in London (am 29. März a,c.) nach einem Anfongsangeböt: von 30.000^ Ma#k:£um^ Ir&ödG Mark verkauft. Heinrich Haines, .Ma;^nnui||or.rDa$SfgßW).8t: --die Jtogphrage©/ sich immer, mehr und^uehr steigernd H-e'i n» fe'1 an seine „MatratzengriÜfF fesselten*^ Spottsucht nicht zu verscheuchen vermöchten*, beweisen verschiedene Aussprüche aus seinen letzten Lebenstagen« Als die lange Dauer seiner Krankheit das Mitleiden der Freunde ermüdet hatte, fühlte er sich entsetzlich eihsatn und verlassen. Da wurde ihm eines Tages der Besuch von Hektor B e r 1 i o z gemeldet: „Was?" rief der schmerzlich erregte Dichter, „jemand besucht mich? B e> r 1 i o z > bleibt doch immer originell.* -r Einige Stunien vor seinem Ende stürzte ein Bekannter in sein Zimmer,, um ihn noch zu sehen. Gleich nach seinem Eintritt richtete er an Heine die Frage, wie er mit Gott stehe. Heine erwiderte lächelnd: „Seien Sie ruhig. Dieu me pardonnera, c'est son metier." — Bei einem seiner heftigen Hustenanfälle fragte er den Arzt, ob diese nicht seinen Tod beschleunigen würden. Als der Arzt es verneinte, erwiderte er: „Sagen Sie das wenigstens nicht meiner Frau; sie hat schon so genug zu leiden.** Als der Doktor sodann seine Brust untersuchte und ihn dabei fragte: „Pouvez vous siftler?" äntwortete er: aH61as, non! pas meme les pieces de Monsieur Scribe!tt — Als sein Freund Dr. Schlesinger ihn am 21. August 1855 zum letztenmal sah, war er wieder von heftigen Rückenmarkschmerzen geplagt.Nachdem er bereits 2 GranMorphium ohne Erfolg genommen hatte, riet ihm Schlesinger gegen die gleichzeitigen Anfälle von Ischias Waschungen mit Schwefelaether. Heine entgegnete: „Und wenn ich den jämmerlichen Hüffcnerven zur Kühe bringe, dann fängt die Katzenmusik der anderen Nervenbagage an. Doktor, Sie kennen die Nerven im allgemeinen, aber die meinen sind so ganz besonders merkwürdig , elender Natur, dass ich ^überzeugt bin, sie würden in der JExposition die grosse ^Medaille für Schmerz und Elend erhalten."— Sein politisches "-Glaubensbekenntnis in den letzten Jahren seines Lebens ^finden wir in folgender Aeusserung über die Zustände "Frankreichs und die französische Welt: Es hilft alles nichts. Die Zukunft gehört unseren Feinden, den Kommunisten, ^und Louis Napoleon ist ihr Johannes. Glauben Sie denn, r dass der liebe Gott nur zum Spass diese letzte grandiose Komödie aufzuführen erlaubt hat? Wenn ihn die Kornmunisten auch heute noch verleugnen, er weiss besser als sie, dass dann noch eine Zeit kommen wird, wo sie an ihn glauben lernen werden." «Allg. Zeitung*, München. Ein Adeliger. In Paris ist vor kurzem der Komponist Cahnd'Anvers gestorben. Sein Väter, welcher Bankier war und ursprünglich den in Süddeutschland durchaus nicht selten jüdischen Namen Gähn führte, war aus dem Elsass in Antwerpen eingewandert und legte sich nach seinem neuen Wohnorte den Beinamen d'Anvers bei. \ Weilte er in einem Badeorte oder sonst in der Fremde, so liess ' er mit Vorliebe das Cahn^weg oder kürzte seinen ursprünglichen Namen zu C. ab. So hielt er sich auch während der Pariser Weltausstellung des Jahres 1899 als C. d'Anvers im Grand Hötel zu Paris auf. In demselben Hotel logierte gleichzeitig der bekannte Finanzmann Baron Oppenheim aus Köln, der eine ganze Flucht von Zimmern bewohnte. Als derselbe am Tage seiner Ankunft das Fremdenbuch vornahm, um seinen Namen einzutragen, fand er als letzten Namen „C. d'Anvers" verzeichnet. Da Oppenheim die Marotte seines Geschäftsfreundes kannte, beschloss er, ihn von derselben zu heilen, indem er ihn der Lächerlichkeit preisgab, und schrieb mit grossen Buchstaben unter den Namen „C. d'Anvers* den seinigen, aber zti aO. de Cologne" abgekürzt. Eine Meinung über E. M. Lilien. In der Märznummer der englischen Künstlerzeitschrift „Magazine of art" schreibt der berühmte Maler (früher Präsident der Maccabeans) J. Solomon einen schmeichehaften Artikel über unseren bekannten jungjüdischen Maler E. M. Lilien; er zeichnet die eigentümliche Künstlerphysiognomie Liliens folgen dermassen: „Es ist wahr, dass nur wenige von der