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Die Welt · 1903-04-10 · 15 (10.4.1903) · p. 29

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
15 (10.4.1903)
Article
Banjaluka [Nachricht]
Date
1903-04-10
Page
29 (sequence 2)
Language
German
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— 29 — Mutter, unermüdlich bei ihrer Aufgabe, den Keim jüdischer Zusammengehörigkeit und des -Nationalgefühles dem jüdischen Kinde einzuflössen, ausscharren und sich der Bedeutung dieser Aufgabe bewus.st zu werden. Mit einem Hoch auf das jüdische Weib sehloss der Redner. Ein sehr animiertes Tanzkränzchen schloss den Abend. Berlin. Die zionistische freie Verbindung „Hasmonaea" hat nun das erste Semester ihr&s Bestandes vollendet. Im November wurde das Semester durch einen grossen Antritts- Kommers eröffnet, über dessen Verlauf seinerzeit in diesen Blättern berichtet wurde. Wir hatten an dem Abende Gelegenheit, zu erfahren, wie grossen Sympathien unsere Gründung begegnet, und andererseits in massgebenden Kreisen über unsere Bewegung Aufklärung zu schaffen. Die Verbindung entfaltete im Semester eine rege Tätigkeit. Es wurden eine Reihe von Vorträgen, teils im internen Kreise, teils vor zahlreichen Gästen gehalten. Wir erwähnen nur Vorträge, respektive Referate über: „Leroy Beaulieu: Israel unter den Nationen*; „Zur Frage einer Revision des Zionismus"; ^Zionistische Entwicklungsphasen eines österreichischen Studenten*; „Der EinfiLuss des Zionismus auf die jüdischeKeligion"; „Die Emigrations- Frage"; »Zur Anthropologie das Zionismus*. An diese Vorträge schlössen sich regelmässig Diskussionen. Ferner wurde ein hebräischer Sprachkursus abgehalten. An den Arbeiten der akademischen Gruppe, sowie an anderen zionistischen Veranstaltungen haben sich die Mitglieder der Verbindung rege beteiligt, die Beteiligung an der Schulgruppe, die Dr. Klee leitete, sowie an der Palästina- Gruppe war obligatorisch. Innerhalb der Berliner zionistischen Organisation hatten wiir uns für eine Reihe organisatorischer und . agitatorischer Arbeiten, unserer Bestimmung innerhalb der grossen zionistischen Organisation entsprechend, zur Verfügung gestellt. Das Semester wurde am 7. v. M. mit einer Schlusskneipe geschlossen. stud. yhil, Egon Rosen b.erg, Berlin W., Rankestrasse 29, II. Breslau. Am 4. März sprach in öffentlicher, sehr gut besuchter Versammlung Herr Rabbiner Dr. Kurrein aus Tepli tz über: „Das jüdisctie Volkstum und der Zionismus". Redner war äusserst fesselnd in seinen über eine Stunde währenden Ausführungen. Sachlich, aber keineswegs trocken, häufig mit feinem Witz, fand der Vortrag lebhaftesten Beifall. Zur Diskussion meldete sich niemand. Eine Anfrage beantwortete d&r Redner. Vor dem Vortrage gab der Vorsitzende," Zahnarzt Schachtel, einen gedrängten Ueberblick über die Entwicklung des Zionismus in den letzten Monaten. Zum Schlüsse des Abends schilderte derselbe die derzeitige Läge des jüdischen Volkes in den verschiedensten Ländern und forderte die Anwesenden zur Mitarbeit am zionistischen Werke auf. Zürich. Vor einiger Zeit hat der Professor, Dekan und Pfarrer Dr. K. Furr er in Zürich, der auch Vorstandsmitglied des „Deutschen Palästina-Vereines" ist, an den Präsidenten der Ortsgruppe Bern, N. Dreifuss, folgenden Brief gerichtet: Sehr verehrter Herr Die zionistische Bewegung habe ich gleich von Anfang an mit lebhafter Freude begrüsst, denn wie ich sie verstehe, geht sie darauf aus, dem Volke Israel, das ich hochschätze, ein VaterUnd wieder zu gewinnen. So wie ich Israel kenne, gibt es kein Volk, dem der Gedanke des Vaterlandes teurer ist als ihm. Es ist ein ausserordentlich tragisches Geschick, dass gerade ein Volk, das auf das Vaterland den grössten Wert legt, die eigene Heimat so lange entbehren anusste. Nach der furchtbaren Katastrophe vom Jahre 132 unserer Zeitrechnung zog sich die jüdische Volksgemeinde nach Galiläa zurück und'es blilite daselbst einige Jahrhunderte lang ein reiches national-jüdisches Geistesleben, wovon jetzt noch die vielen Synagogen-Ruinen daselbst Zeugen sind. Wenn nun heute geplant wird, Galiläa durch jüdische Familien zu kolonisieren, so knüpft man damit an die letzte Heimat des jüdischen Nationalbewusstseins an. In Galiläa hörte die Heimatsfr&ude Israels auf, in Galiläa soll sie wieder aufleben. Die derbige Gegend ist sehr fruchtbar und dünn bevölkert, sie bietet demnach für Tausende jüdischer Familien die Bedingungen zu einer befriedigenden Lebenshaltung. Ich gehöre nicht zu denen, die meinen, Israel müsse unter den anderen Völkern aufgehen, das heisst als eigenes Volk von der Erde verschwinden; sondern ich halte dafür, dass Israel ein hohes geschichtliches Recht hat, seine Nationalität zu behaupten, Wie viel besser wird dies möglich sein, wenn es eine, ob auch anfänglich, noch so bescheidene Heimat gewonnen hat! Die Zionistenbewegung ist das Werk eines rein patriotischen Idealismus, und verdient darum Ton rein humanem Standpunkt aus warme Anerkennung. Soll die Bewegung einen gedeihlichen Fortgang nehmen, so düaien die leitenden Männer in Geduld und Beharrlichkeit nicht müde werden, sie müssen sehr viel Weisheit und Einsicht aufwenden. Ich bin überzeugt, dass sie das Vertrauen, das man ihnen schenkt, in vollem Masse rechtfertigen irerden; denn das Ziel, dem sie zmstreben, ist gross und herrlich. Hochachtungsvoll grüsst Sie Ihr ergebener Prof. Dr. K. Furrer. Lausanne, Am 5. März fand in Lausanne eine Soiräe zugunsten des^GeulasHoorez" (zum Kaufe eines Stückes Land in Palästina, üb Beitrag zum jüdischen Nationalfonds) statt, die von einer Anzahl Personen im Auftrage des U!ünchener zionistischen Studenten Vereines „Kadimah* veranstaltet wurde. Die hierortigenPensionate von Mayer, Levi und Bloch bewiesen ihre warme Teilnahme, und die von ilkren Zöglingen gestellten Chöre sangen unter anderem die jüdische Nationalhymne „mpnna- Viele Künstlerinnen und Künstler nahmen an der erfolgreichen Ausgestaltung des Abends teil. Unter ihiL&n zeichneten sich besonders durch ihre Mitwirkung aus, die Damen Salberg (Sopran^ Nagy (Klavier), We s s e 1 y (Harfe) und Herr Wessely (Cello). Zum materiellen Erfolge trug Herr Lehman» bei. Die jüdische Gesellschaft zeigte sich der Veransialtung des Abends sehr entgegenkommend, wofür der Reingewinn des Abends (515 Frcs.) den besten Beweis liefert. Kamenetz-Podolsk. Unsere zionistische Organisation zählt sieben Vereine. Sämtliche Vereine bilden ILe zentrale Leitung der zionistischen Angelegenheiten. Das zentrale Kollegium vsi an staltet zweimal monatlich literarische Versammlungen, Für den letzten Abend gelang &s ihm, den hervorragen(Un Redner und Gelehrten Henra Doktor R. KnoppiQg zu einem Vortrage zu gewinnen. Das Thema war: „Bibel und Babel". Von allen Enden der Stadt und ihrer Umgebung strömten sogar Christen herbei, den gefeierten Redner zu hören. Im Laufe des Vortrages, der zirka vier Stunden dauerte, wurde das Thema nicht erschöpft und Herr Dr. Knoppin g wurde ersucht, einen zweiten Vortrag über dasselbe Thema zu kalten. Das Publikum folgte mit grosser Spannung den geistreichen Ausführungen d«es glänzenden Redners und lohnte sie mit stürmischem Beifall. Im allgemeinen macht sich in hiesigen zionistischen Kreisen eine recht lebhafte Tätigkeit bemerkbar, besonders auf kulturellem und ökonomischem Gebiete. Mögen die zionistischen Unternehmungen stets und überall gedeihen! London. Am Sohuschan-Purim abends um halb 8 Uhr fand die vom. dem Vereine „B' nei Z i o n" reranstaltete Purimfeier im grossen Saale von Shoreditch Town Hall statt. Herr Josef C o w e n, Direktor der Jüdischen Kolonialbank, führte las Präsidium. In seiner glänzend«», begeisterten und zu Heizen gehenden Eröffnungsrede kritisierte er die Aussagen vor der Royal-Commission. Herr Finkenstein, Präsident der „B'nei Zion", sprach über die Lehren der Megilla und besprach in lichtvoller Weise die Voraussetzungen Zionismus. Zum Schlüsse wünschte der Redner Mr. Chait und seine Frau, die Lonäon nächste Woche verlassen und nach Amerika reisen, galten Erfolg. Herr Chait war ein tätiges Mitglied im Vereine , B'nei Zion" und seine Frau im „B'noth Zion". Das nun folgten de Konzert war sehr gut-Fräulein Greenfield, Herr Wfesserzug, Simons haben sehr gut gesungen. Vortrefflich spielte Violine Herir Max Gibianski, ein von seinem Lehrer Joachim preisgekrönter Schüler. Mit dem «Gesänge der Schülerinnen der Sabbatschule des Vereines wShibath Zion", der aus den Liedern „Schorn bim'tom Arosim" und .Hatikwa* bestand, wurde das Konzert beschlossen. L. S. Cairo (Egypten). Am 21. Februar veranstaltete der zionisfcsche Yerband „Bar-Kochba* in Cairo eimen zionistischen Abeifcdl, der eine Serie von Vorträgem über den Zionismus inaugurieren sollte. Es fanden sieh zahlreiche Gäste, darunter auch Vertreter der lokalen Presse ein; der Saal war überfüllt. Mr, Braunstein erteiHe Madame E. Moyal, einer bekannten Schriftstellerin, das Wort, die in einem sethonen, fliessenden Arabisch die Lage der Juden schilderte and die Notwendigkeit des Zionismus bewies. Dann spracli der Sekretär des Verbandes Mr- J. Hornstein, der in schönen, begeisterten Worten von der Bedeutung unserer Bewegung in der Geschichte des Juden-

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