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Die Welt · 1903-04-10 · 15 (10.4.1903) · p. 14

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
15 (10.4.1903)
Article
Heimkehr
Date
1903-04-10
Page
14 (sequence 1)
Language
German
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— 14 — Heimkehr. Zieh'n wird ein wunderbares weisses Schiff — Denn Lilien reiner leuchten seine Segel. Bei seinem Nahen sinkt ein jedes Riff, Und um den Mast hin schweben Friedensvögel, Verträumte Kinder eines Feierland's, Die leise nur mit ihren Flögeln schlagen, Weil bleiche Mädchen, sanft im Mondenglanz, Hinrudernd auf der weissen Wellen Tanz, Den Ahasver zu Blumenufern tragen. Breslau. A r t hu r Si 1 b e r g 1 e i t. Die Millionen des Baron Hirsch.*) Von Israel Zangwill. Es gibt Leute, die, anstatt auf die Musik zu lauschen, sie häufig mit einem Getrommel zu übertönen versuchen. Der saubere Gegenangriff;auf den Zionismus seitens Mr. Lucien Wolfs darf nicht den klaren Schluss verdunkeln, der aus meinem Briefe sich ergab, dass nämlich die Hirsch-Komitees eine parlamentarische Sanktion benötigen, um ihren Aufgaben und ihrem Mandate sich zu entziehen. Ob der Zionismus erschienen wäre oder nicht, die Lage der Hirsch-Komitees würde dieselbe bleiben und auch meine an ihnen ausgeübte Kritik würde im Rechte sein. Eine Seitenattacke auf das zionistische Lager deckt noch nicht ihre eigene innere Schwäche. Mister Wolf ist doch eigentlich kein Antizionist, so sagt er. Er möchte uns nicht in unserem schätzenswerten Idealismus entmutigen, fügt aber ermutigend hinzu, dass der Zionismus im voraus zum Scheitern verurteilt ist, und fährt fort, ihm einen der malitiösesten Hiebe zu versetze^ die er je bekommen hat. Kein englischer Christ hat angesichts der Kämpfe eines unglücklichen Volkes eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina (die Formel des Zionismus) für seine verfolgten und verkannten Söhne zu erreichen, es gewagt, ihnen den Vorwurf ins Gesicht zu schleudern, dass dies einen Bund mit dem Verfolger der Christen bedeute. Wie man den Wirt missachten kann, dessen Haus man bewohnen will, dieses Rätsel hat uns Mister Wolf nicht erklärt Wir sind uns der mannigfaltigen Schwierigkeiten, die der Zionismus bietet, sehr wohl bewusst, aber eine nationale Aspiration kann nicht vor solchen ephemeren Motiven, wie es die behauptete Intoleranz eines einzigen Herrschers ist, zurückweichen, Schliesslich'ist die Erinnerung an die religiöse Toleranz, die in der Türkei wohl übrig geblieben ist, eine ebenso helle, wie die des christlichen Russland, das innerhalb des Ansiedlungsrayons die Hälfte sämtlicher Juden einschliessf und so die halbe Judenfrage schafft. Mr. Wolfs Angriff auf den Zionismus ist mässig im Vergleich zu seinem Angriffe auf die Zionisten. Er hat mit Bedauern die fortwährenden Bestrebungen der zionistischen Pührer beobachtet, die Kontrolle über die *) In Beantwortung des in der „Times" veröffentlichten und in der „Welt" übersetzten Briefes von Zangwill über die Millionen des Hirsch-Fonds schrieb Lucien Wolf im „Jewish Chronicle* einen Artikel gegen den Zionismus und Zangwill, wobei er das Bestreben der Zionisten, die von Hirsch vermachten Gelder für die Nationalsache zu gewinnen, ein „schmutziges Manöver" nennt und es bedauert, dass Zangwill sich dazu hergegeben hätte. Der obige Artikel ist eine in der „Times" vom 4. April veröffentlichte Antwort Zangwills, die er uns in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellte. — Anmerkung der Redaktion. Fonds der„Ica* zu erlangen oder in Ermanglung dessen die Verwaltung zu diskreditieren. Es scheint dass er nicht sehr aufmerksam beobachtet hat. Auf dem letzten Kongress in Basel habe ich den Vorschlag einer Rüge der Hirsch-Komitees gemacht; aber Dr. Herz 1, der Präsident des Kongresses, hat den Vorschlag nicht genehmigt. In England hat Dr. Gast er zu wiederholtenmalen meine Taktik zurückgewiesen. Also fällt die Verantwortlichkeit für das „schmutzige Manöver41, zu welchem ich zu Mr. Wolfs Bedauern mich „hergegeben habe", einzig und allein auf mich. Aber auch dieses Manöver, hat die Beobachtungsgabe Mr. Wolfs verdreht oder sonst gefälscht. Ich habe es nie versucht, eine Kontrolle über die Fonds zu erlangen oder in Ermanglung dessen die Verwaltung zu diskreditieren. Ich habe wirklich die Verwaltung diskreditiert und dann ihr selbstverständlich geraten, wie Misserfolg in Erfeig verwandelt werden könnte. Der Misserfolg wird auch in den Berichten der Komitees selbst zugestanden. Ich habe immer meine Rüstung ihrem eigenen Arsenal entnommen. Nur ihre unkonzentrierte Tätigkeit, ihre 193 Unternehmungen konnten eine Erklärung ihres Misslingens abgeben. Aber als ich ihr Memorandum, das in Somerset House zu sehen ist, gelesen hatte, als ich mich überzeugte, dass die Hälfte ihrer Tätigkeit vom Statut nicht autorisiert und bewilligt sei, war ich einfach betäubt. Die grosse Idee, die im Geiste des Baron Hirsch lag, haben sie von sich geworfen, und nun haben sie die Dreistigkeit, zu gestehen, dass sie nicht ihr Einkommen innerhalb der ihnen von ihm gestellten Schranken verwenden. Dieses staunenswerte Geständnis ist in der Parlaments akte, diejetztimOberhause(HouseofLords) erliegt, gemacht . worden; das ist auchder eigentliche Vor wand ihr erFoxderung einer Aenderung. Was wird dann aus meinem „schmutzigen Manöver"? Mr. Wolf spricht, als ob die Hirsch- Komitees voll Treue und erfolgreich die Ideen des totenMannes ausgeführt hätten,und dann die gottlosen Zionisten gekommen wären, um sie zu berauben. Aber es sind doch die armen Millionäre selbst, die gleich den armen Zionisten nach Hilfe rufen. Sie benötigen einen Plan der Kampagne ebenso dringend, wie wir die Kraft des Kampfes. Ist es denn also, angesichts der Krisis, die in Ost-London durch den Zufluss hervorgerufen wird, den sie leicht in eine zentrale Heimstätte leiten könnten, ein Unrecht, zu glauben, dass sie, wenn sie sich von ihrem stagnierenden Gelde zur Kraftbatterie des Zionismus fortbewegen, es auch beleben werden? Das Unrecht liegt vielmehr darin, dass dieser Gedanke nicht aus ihrer eigenen Mitte, aus ihrem bewussten Drange, ihre Pflicht einem grossen Wohithäter und einem leidenden Volke gegenüber zu tun, entsprungen ist. Niemand hat von einer plötzlichen „Uebertragung der Hirsch-Millionen auf die leitende Körperschaft des Zionismus" gesprochen. Bevor sieihrNon possumus ausrufen, sollten sie doch ihr Problem auf eine breitere Grundlage stellen. Eines ihrer Hauptziele ist, den russischen Juden zu helfen. Ist es aber nicht charakteristisch, dass in ihrem Rate kein einziger russischer Jade sitzt? Sie hatten einen vakanten Platz im vorigen Jahre. Aber diese Lehnstuhl-Kolonisatoren haben als Mitglied einen Rechtsprofessor in Belgien, einem Lande mit der geringsten Anzahl von Juden (4000) kooptiert. Mr, Wolf sagt: .„Es wäre gut, dass die Zionisten den Hirsch-Komitees sagen, was sie mit den Hirschfonds> anfangen wollten". So wäre es auch gut. Aber Mr. Wolf ist kein Hirsch-Komitee, obwohl seine Meinungsäusserung einen kuriosen amtlichen Ton hat,

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