Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1903-04-03 · 7 (1903) · p. 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Article
Niwa Polska [Rezension] 66 0 |3315709||3316013||3316035||3330981| 1 0 (null) 2011-10-08 03:12:06 2014-11-22 08:33:53 (null)
Date
1903-04-03
Page
14 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316013-3316035-3330981--39213-3331118
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 14 ^Die # Welt" Nr. 14 physische Rasse") und „Die Juden in Polen". Im ersteren sucht ein Ignorant die wissenschaftlichen Forschungen des Dr. J u d t durch Insinuationen und durch die dümmsten Argumente, die er übrigens einem Herrn Ohr (sicher ein Pole mos.Konf.) abborgt, zu widerlegen. Auch die Förderun gsgesellschafc Mianowskis wird beschuldigt, mit ihrem Gelde die zionistische Propaganda zu unterstützen, da ja (vermeintlich) das Buch den Zionismus zu propagieren bestrebt sei. Einen noch grösseren Unsinn schreibt ein zweiter Schriftsteller (sit venia verbo!) über die historische Stellung der Juden in Polen, worin er übrigens in den Fussstapfen eines Korrespondenten des judenfeindlichen Blattes „Znamja" in Petersburg wandelt. Nach dem Gutachten des Autors seien die Juden schuld an dem Geschicke Polens, was er durch die infamsten und lächerlichsten Verdrehungen zu beweisen sucht. In einer anderen Nummer (10) beschäftigt sich dieselbe Zeitung mit der Frage der „Jüdischsn Hochschule", die sie in ihrem Geiste behandelt. Es wäre staunenswert, dass sich die Leute mit jüdischen Fragen so sehr abgeben, wenn nicht der Zweck so klar wäre . . . C-k. Bücherwelt. Gerard de Noirval. La question macedonienne et l'influence francaise en Orient. Considerations sur le dernier „livre jaune." Bruxelles. Ossär Schepens & Co. 1903. Gerard de Noirval. Le conflict franco-turc. Bruxelles, 1902. Imprimerie nationale. MaxViola. SalomenTulpenthaL Ein moderner Roman. Berlin, 1903. Verlag Siegfried Cronbach. Die Leser der „Welt" kennen Violas Roman, der unter dem Titel „Zweierlei Juden" in unserem Blatte erschienen ist. Ihnen gegenüber nachträglich den Roman zu besprechen, scheint vielleicht überflüssig, Trotzdem können wir nicht umhin, jetzt, wo uns der Roman in Buchform vorliegt, wiederum auf den ungewöhnlichen Mut, die grosse Kraft der Darstellung und die innige Liebe zu einem Volke hinzuweisen, die Max Viola auf jeder Seite dieses Romans bekundet. Diese Sippe degenerierter Geldjuden mit ihrer ekelhaften, fast pathologischen Sucht, aus dem Judentum sich wegzustehlen, um sich einem hohen Adel und der sogenannten guten Gesellschaft aufs unverschämteste aufdrängen zu können, diese her abgekommenen, vor dem Geldsack kriechenden und doch dabei lächerlich hochmütigen Aristokraten — sie sind mit einem Verismus gezeichnet, der Viola alle Ehre macht. Auch das Milieu der jüdischen Kleinstädter, ihre Unverdorbenheit, Anspruchslosigkeit und kernige Tüchtigkeit, sind mit Treue und Wärme geschildert. Der Held der Erzählung, der junge Rosenstein, zeigt uns die Entwicklung eines im Assimilationswahn befangenen jungen Juden, den Schicksalschläge aller Art zu seinem Volke zurückführen. Hier hat die Kraft Violas manchmal versagt. Jedenfalls ist die , Verinnerlichung dieses Charakters nicht mit der Anschaulichkeit geschildert, die andere Partien des Romanes so auszeichnet. Gleichwohl berechtigt das Buch zu grossen Hoffnungen auf die weitere Entwicklung V i o 1 as. Unseren Stammesgenossen, namentlich aber unserer jüngeren Generation, sei das Buch aufs wärmste empfohlen. Sie werden nach seiner Lektüre ihre Umgebung mit richtigerem Blicke abschätzen und manch einer wird für sein Leben etwas daraus mitnehmen — die Achtung vor der unverwüstlichen Kraft unseres Volkes, das selbst die Tulpenthals e tutti quanti ertragen kann, ohne durch sie bis ins Innerste verderbt zu sein. —r. Die von uns in der letzten Nummer besprochenen Novellen von Elise Orzeszko sind von Fräulein Flora Landesbergerin Wien übersetzt. Randglossen zur deutschen Literaturgeschichte. Herausgegeben vo i Anton Breitner. Verlag und Druck von Ad. della Torre's Buch- und Kunstdruckerei, Wien. Das 8. Bändchen dieser vor fünf Jahren begründeten „Sammlung Literarischer Essays" bringt Beiträge über Marie Eugenie delle Grazie von Dr. Hans Widmann (Salzburg); Wilhelm von Scholz von Bruno Sturm (Graz) und Ludwig Jacobowski von Dr. Hermann Sieglerschmidt (Berlin). In dem Index, der diesem achten Bändchen über die bisher erschienene Serie 1—7 beigegeben ist, erscheinen die folgenden Autoren als besprochen: Scheffel, Ebers, List, Greif, Pichler, Rettenbacher, Hamerling, v. Saar, Stifter, Achleitner, Barazetti, Dahn, Dirnböck- Schulz, Doblhoff, Edler. Greinz, Woiiczka, Seebach, SWi uliern, Fürst Wrede, Troll-BorostyäDj, Voss, Marriot, Zimmermann, Eschenbach, Rosegger und die bekanntesten der Moderne. Unter den Mitarbeitern finden sich die Namen: R v. Gottschall, Dr. K. Siegen, Dr. B. Münz, Tassilo Lehner, W. A. Hammer und Dr. M. Rabenlechner. Jedes Bändchen enthält die Autographen der besprochenen Autoren. Der Preis des 8. Bändchens (17 Bogen 8°, Sehwabacher-Typen auf imitiertem Bütten und ex libris des Herausgebers) beträgt 2 Kronen. Lehrbuch der Neusyrt'scfien Schrift- und Umgangssprache, Grammatik, Konversation, Korrespondenz und Chrestomathie. Von Prof. J. Rosenberg. 12 Bogen. Oktav. Gebunden 2 K 20 h 2 Mark. A. Hartlebens Verlag. Wien und Leipzig. Das Lehrbuch bezweckt, die für Theologen, Orientalisten, Ethnographen etc. höchst interessante neusyrische Sprache durch , eine leichtfassliche und übersichtliche Darstellung der Gran matik, sowie durch reichhaltigen und vielseitigen Lesestoff für das Selbststudium in bequemster und angenehmster Weise zugänglich zu machen. Der Verfasser steht seit vielen Jahren mit den massgebenden Faktoren zux Urmia, dem Hauptsitze der syrischen - Intelligenz, in regem schriftlichen Verkehr; er war daher in der glücklichen Lage, aus erster Quelle schöpfen zu können. Die hübsche Ausstattung und der billige Preis des Buches werden gewiss auch dazu beitragen, diesem wichtigen Literaturzweige viele neue Freunde zuzuführen. ♦SrnttJ'' rrs Pentateuch mit Kommentaren (Jargon). Unter Mitwirkung bewährter Fachmänner herausgegeben von B. Schönfeld & Co., Warschau, 1903. Genesis, Liefer. 1 u. 2. In Anbetracht der zahlreichen Uebersetzungen der heiligen Schiift in alle anderen Sprachen erscheint es als überflüssig, aufdieNotwendigkeiteiner guten Uebertragung der Bibel in die Sprache von Millionen Juden des Ostens hinzuweisen. Alle Jargon-Uebersetzungen, die wir haben, stammen aus sehr alter Zeit und sind sprachlich so veraltet und verdorben, dass sie höchstens noch einiges Interesse für Philologen hätten; das Volk aber, das heute noch Jargon spricht, versteht diese Uebersetzungen viel weniger als korrektes Deutsch. Die Ausgabe bietet aber auch noch einen anderen Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist. Sie gibt einen v o k a 1 i s i e r t e n Text de3 Raschi-Kommentars und eine ebenso gute Uebersetzung desselben, wie die Uebersetzung des Bibeltextes. Sie erfüllt damit die hohe Aufgabe, die sie sich gestellt hat. Sie erleichtert dem Ungebildeten das Verständnis für unser ureigenstes kulturelles Gut und festigt den Zusammenhang des schlichten Volksmannes mit dem traditionellen Geiste unseres Schrifttums, der auch im Osten? durch die schwierigen Lebensbedingungen vielleicht schon beträchtlicher als man glaubt, gelockert wurde. Bei dem grossen Interesse für Lektüre, das die aufstrebende Jargonliteratur in den niedrigsten Schichten unseres Volkes geweckt hat, ist eine gute Uebersetzung der heiligen Schrift jedenfalls eine willkommene Bereicherung der Volksliteratur und es ist zu wünschen, dass die Herausgeber nicht beim Pentateuch stehen bleiben. Für die Uebersetzung der prophetischen und poetischen Bücher wäre freilich erwünscht, dass ausser gelehrten Fachmännern auch noch moderne Stilisten mitwirken, damit der innere Gehalt dieser herrlichen Bücher und ihre poetische Schönheit keine Einbusse erleiden. M ' vvaker. Briefkasten. Herrn A. Faitelowitz, Heidelberg. Dankend abgelehnt. Herrn A. F., Wien. Möchten Sie uns nicht am Sonntag Vormittag in der Redaktion aufsuchen? Gruss. An die P. T. Einsender. Wir machen nochmals aufmerksam, dass Manuskripte nicht retourniert werden. An die P. T. Vereine. Wir bitten nochmals um möglichste Kürze in den Mitteilungen, weil sich die Publikation grosser Berichte wegen Raummangels oft wochenlang verzögert. Einsendungen, die nicht mit der Vereinsstampiglie und einer Nationalfondsmarke versehen sind, können nicht berücksichtigt werden. Herrn J. M. Milichow, St Petersburg. Wir werden Ihnen nächstens antworten. Herrn cand. phil. A. Friedmann. K . . Bitte dem Herrn zu sagen, dass uns der Titel sehr gut gefallen hat. Das andere aber nicht. Vielleicht etwas anderes. Herrn Ludw. Behr, Berlin. Besten Dank für Zusendung des Blattes. Ist uns erwünscht. Besten Gruss. Zionist aus Krems. Ihre Anregung ist bereits ausgeführt. Das österreichische Landes-Komitee hat die Zündhölzei schon bestellt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.