Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 14 (3.4.1903)
- Article
- Purim-Kinderjause [Nachricht]
- Date
- 1903-04-03
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14 »Die $ Welt" Seite 11 sehr begabtes Mädchen vo:nr 13 Jahren, trug Gedichte vor. Zum Schlüsse durfte jedes Kind aus einem Fasse sich ein Geschenk wählen. Freud es und Jubel belebte die jugendlichen Gäste, die herzlicllu dankten. Damit schloss die heurige Saison der Kindeijausen. Wien. (ßibel-V ow träge in der Toynbee- Halle.) Am Freitag den 286. März hielt HerrM.G. Mehrer, Hörer der israelitisch - theologischen Lehranstalt, seinen Schlussvortrag über die Sictea. Nachdem derselbe in pointenreicher Weise über den Häufenden Wochenabschnitt gesprochen, stellte er eine &esume-Betrachtung an über das ganze Buch Exodus, die markantesten Momente in wirkungsvollster glänzender Spraotie, wie auch die ethische und kulturhistorische Seite der Bibel hervorhebend und schloss mit den Worten eines badeutenden modernen Gelehrten: „Israel ist und bleibt das Wölk der Offenbarung!" Diezahlreich anwesenden Zuhöret? dankten dem gewandten Redner durch stürmischen Applaus und persönliche direkte Anerkennung für die gelungene Art und Weise, wie derselbe im Laufe des Wintersemessieis in 25 Bibelvorträgen seiner nicht so leichten Aufgab«, populär und belehrend zu sprechen, gerecht wurde. —n. Karlsbad. Am 15. <L M. fand im Saale des Hotel „Terminus" eine vom JCnazelvereine „Zion", Karlsbad, veranstaltete Purimfeier sfiatb, die einen äusserst guten und animierten Verlauf nahm.. Um halb 9 Uhr eröffnete Herr Obmann Auerbach die Feier, um in bekannt geistreicher Weise über das Purimfesb z;a sprechen. Hierauf begrüsste er die erschienenenCDelegierten der Egerer „Ahavath Zion* und erteilte das Wort Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Thieberger aus Kann o tau. In einstündiger fesselnder Rede sprach dieser von Don Isak A b a r b a n e 11 und seiner Zeit Herr Dr. Thieberger zog eine Parallele zwischen der damaligen und heutigem Zeit und wies darauf hin, dass der Zionismus die Zukunft und Rettung des Judentums bedeute. Reicher Beifall folgte der gediegenen Rede. Dann folgten einige durchwegs ss-ehr schöne und gelungene Vorträge des Herrn Oberkant »rs Weiss (Gesang), des Herrn Heinrich Kessler (komischer Vortrag), des Fräulein Käthe Kar eis (Violinsolo), sowie des Fräulein Flora Steiner, die einige Gedichte von Morris Rosenfeld äusserst stimmungsvoll rortrug. Reicher Beifall lohnte alle diese schönen Vortrüge, Darauf folgte ein überaus animiertes Tanzkränzchem, <Ias die Teilnehmer bis in die frühen Morgenstunden zusammenhielt. Bieütz. Am 8. März d. J. veranstaltete die FrauenundMädchen-Sektion des zionistischen Vereines „Haschach ar" eine grossartig am gelegte Volksfeier. Weiss-blaue Plakate kündigten das Fest an und gegen 500 Personen waren der Einladung gefolgt und füllten den geräumigen Kaiserhof - Saal bis aufs letzte Plätzchen. Nach einer kernigen Begrüssung dm«]i Frl. Löwinger betrat die unermüdliche Vorkämpfer im Frl. Rosa P o m e r a n z, welche dem an sie ergangenen Rufe der Sektion bereitwilligst Folge geleistet hatte, die |re-Fchmackvoll dekorierte Tribüne und ergriff das Wort zur Festrede. In überzeugender und durchdringender Darstellun g legte sie „die'Aufgaben der jüdischen Fr am. in der Gegenwart* dar und schilderte so anmutig und zu Herzen gehend die Notwendigkeit des Eintrittes der jüdischen Frau in unsere Bewegung, dass sich niemand dem Eindrucke ihrer Rede entziehen konnte. Jubelnder Beifall folgte ihren Worten und zahlreiche Beitrittsan^neldungen gaben einen Beweis von der Wirkung dieser fäede. Die folgenden musikalischen und gesanglichen Vorträge um deren Gelingen sich Herr E. Broder besonders wdhent gemacht hat, wurden dem freudig gestimmten Publicum in musterhafter Weise dargeboten. Sodann hob Herr stud. jur. Blum in kurzen Worten die Bedeutung des Sehekels für das Judentum hervor und die vorgenooinie Schekel- und Nationalfonds- Sammlung ergab ein ausseist günstiges Resultat. Nationale Karten mit Nationalfonds-Marken waren viel begehrt. An den offiziellen Teil scliiloss sich ein animiertes Tanzkränzchen, das Herr Leo Müller durch einen zu Ehren des Frl. Pomeranz Jconiponierten Walzer einleitete. Eine originelle Idee der Präsidentin Frl. Eugenie Schembeck war es, während des Finales der ersten Quadrille eine Sammlung für den ET&tionalfonds zu veranstalten. Mit stolzer Befriedigung kann die Sektion auf den in moralischer und materieller Hinsicht glänzenden Erfolg zurückblicken, der hauptsächlich der äusserst rührigen und opferwilligen Präsidentin zu veidanken ist. A. G. Czernowitz. (A k a d e<m ische Verbin dung „Hasmonaea".) Die Chargen wähl für das XXIV. Semester Sommer-Semester 1903) faM am 19. d. M. statt. Das Ergebnis derselben] ist folgendes: eand. jur. Salomen Kassner X <Senior), stud. jur. Moses Hauer XX (Paukwart), stul, jur. David Trichter XXX (Schriftführer). Graz. (Akademischer Verein „Charitas".) Die Neuwahlen für das Sommersemester 1902103 ergaben folgendes Resultat: cand. ing. Felix Reisner x> cand.jur. Alfred Berger xx, ing- Fritz Reisner xxx. Bustenari. Amf Anregung der Herren Ing. S. Gross, Ing J. Bril und H. Loebel, Präs. der jüdischen Kultusgemeinde in Camp in a, wurde für den Schekeltag eine Versammlung iiL der Synagoge zu Campina einberufen. Zahlreiches Publikum aller Klassen. Herr Ing. Bril hielt eine Ansprache über den Zweck der Versammlung. Herr Ing. Gross wirkte in einer Konferenz derart, dass, dank der Mühe der obengenannten Herrn, eine zionistische Gruppe gebildet werden konnte, 35 Mitglieder. Moskau. (A.w s einem Schreiben an das Kong r e s s b u r e a a in Wien.) „. . . . Gleichzeitig schicke ich Ihnen 500 Kronen. Dieses Geld erhielt ich aus Bodaybo von der dortigen Gruppe. Bodaybo gehört zu den entlegendsten sibirischen Goldgruben. Von Moskau fährt man dahin sieben Tage mit Schnellzug und drei Wochen per Wagen. Und in dieser weltentlegenen Fremde hat sich eine Ortsgruppe kons-tütuiert. Sie zahlt schon ihren Schekel und hat für 1350RubeL Shares gekauft. Die Spende von 500 Kronen gilt verschieden em zionistischen Zwecken. Es wird Sie hier auch interessier««, dass ich mitMukdenin der Mandschurei und mit Aschal) ad, Tschardiju und Merw in Mittelasien in Verbindung stehe. Ich habe bereits dahin Schekelhefte geschickt. Ich hoffe, dass wir am nächsten Kongresse bereits Delegierte von diesen Gruppen haben werden. Jedenfalls diene es Ihnen aber zur Nachricht, dass wir kräftig und unentwegt weiterarbeiten ..." Mitteilungen ies österreichischen Landes-Komitees. Die Schelcelwoche ist vorbei. Die GesinnLungsgenossen, die mit der Zahlung des Schekels noch im Rückstände sein sollten, werden zur schleunigen Na&liholung aufgefordert. Die Vereine haben sogleich bezüglich des Schekels mit ihren D.-Ks.,, diese mit dem L.-K. zu verrechnen, damit die Schekellistein in Druck gelegt werden können. Die ScheJcftleingänge werden in dem Rechenschaftsberichte des L.-K. an den nächsten Parteitag veröffentlicht. Das innerösfcerreichische, böhmische, ostgalizische und Bukowinaer D.-K. werden aufgefordert, behufs Vollendung des Vereins- und Vertrauensmänner-Katasters die rückständigen Rechenschaftsberichte einzusenden. Dr. B ernliardt, Obmann des innerösterreichischen D.-K., unternimmt in den nächsten Wochen eine Agitationsreise durch Niederösterreich und wird in Korneuburg, Mistelbach, ObenOiollabrunn, Mödling, Baden, Wr.-Neustadt und St. Pölten sprechen. Das Bukowinaer D.-K. erscheint endlich gewählt. Die Zinsen der im Vorjahre vom L.-K. kreierten Rosa Kollmann-Stiftiing wurden über Vorschlag der „Moria" zwei armen jüdischen Schulmädchen zugedacht und von diesem Betrage für dieselben von Morianerinnen Kleider genäht. Der III. österreichische Zionistentag findet endgiltig am 28. und 29. Juni (nicht Juli) 1003 in Wien statt. Die erste Vorkonferenz ist schon am 26. April, die zweite am 24. Mai 1903. Wegen Yerschleiss-Artikel (siehe letzte Umschlagseite) wende man sich an Sekretär Adolf Po Hak. Der L Zionistentag in Czernowitz. Der I. Zionistentag, der Sonntag den 22. d. M. in Czernowitz im JSathaussaale stattfand, nahm einen überaus ernsten und würdigen Verlauf. Aus allen Teilen Ostgaliziens und der Bukowina wurden Delegierte von den Zionvereinen entsendet und fast jeder von den 65 Abgeordneten beteiligte sich mit einer staunenswerten Gründlichkeit und Sachlichkeit an den Debatten, wie es eben Vertreter tun, i3Le den Ernst der Situation erfasst und den redlichen Willen haben, für ihr Volk zu arbeiten. Hingegen ~war die israelitische Kultusgemeinde in Czernowitz, die doch als grösste Gemeinde des Landes die berufene Repräsentanz unserer Judenschaft ist, überhaupt nicht vertreten. Nach der warmen Begrüssung durch den Einberufer Grossgrundbeslt zer Weissglas (Zastawna) erfolgte die Wahl des Bure«ux in folgender Weise: Zum Vorsitzenden