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Die Welt · 1903-03-27 · 13 (27.3.1903) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
13 (27.3.1903)
Article
Käsmark [Nachricht]
Date
1903-03-27
Page
13 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 13 ,DIe & Welt01 Seite 13 Käsmark. Gründung des Vereines „Achei Ziou", Provisorisches Präsidium : Herr Gr anwald Gyula. Am 15. d. M. eine zahlreich besuchte zionistische Versammlung. Der „Achei Zion* ist der erste Zionsverein in der Zips* Berlin. Die Tätigkeit des „Verei ds jüdischer Studenten, Berlin" bewegte sich im vergangenen Semester in den alten Bahnen. A. H. Dr. B i r a m erteilte wiederum den Fuchsen-Unterricht, indem er die jidische Geschichte und die gegenwärtige soziale Lage der Juden behandelte. In dem für alle Aktiven obligatorischen Geschichtskurse sprach A. H. Dr.Th. Zlocisti über die Geschichte der deutschen Juden im XIX. Jahrhundert. Geistige Anregung boten weiterhin die alle Gebiete des Ja den tu ms behandelnden Vorträge, die an den Vereinsaben4en gehalten wurden. Die einflussreiche Stellurg unseres Vereins in der Studentenschaft kam bei den Lesehalle - Wahlen zum Ausdrucke, bei denen über 200 Stimmen für uns abgegeben wurden, so dass wir zwei Vertreter in das Direktorium der „A. L. H." entsenden konnten. Anlässlich d«r Wahlen beriefen wii eine Versammlung der jüdischen Akademiker, in der A. H. Dr. Oppenheimer über das Thema „Der jüdische Student in der Gegenwart" spra.cn. Unsere Semester- Schlusskneipe fand am 3. März stinkt und war namentlich von unseren A.H. A.H. zahlreich besucht. Bb. Meseritz hielt eine vortreffliche Tendenzrede. Das Berienpräsidium besteht aus: ehem. J a k o b s o h n, med. &alinger, jur. Meseritz. Zuschriften sind an cand. jur. Hans Meseritz, Auguststrasse 27, zu richten. Endingen. Einzig in der Schweiz, vielleicht überhaupt als Unikum, steht Endingen dadurch da, dass die Juden eine eigene politische Gemeinde bilden. Dort, in der wirklich „völlig gleichberechtigten" Gemeinde, sprach am 14. Februar Herr Morita. Le vy, der Aktuar des Schweizerischen Zionisten Verbandes., über „den Zionismus und die zionistische Bewegung*. — An der Diskussion beteiligten sich hauptsächlich das A.-K.-Mitglied Doktor CamilleLevy (Biel), Herr Ingenieur F a 1 k (Baden) und Herr Kantor Schachnowitz (Endingen). Als Resultat dieses Vortragsabends hat sich in Bndingen am % März bereits ein Zionistenverein definiti\r konstituiert. Der Vorstand besteht aus den Herren L. Bloch, Gemeinderat, Präsident; M. B o 11 a g, Alt-Lehre*, Aktuar: L. Bollag, Kassier; H. ßloch-Dreyfus md M. Guggenh eim, Beisitzer. M. L. Mitteilungen des österreichischen Landes-Komitees. Die Schekelwoche ist vorbei- Die Gesinnungsgenossen, dk mit der Zahlung des Schekels noch im Rückstände sein sollten, werden zur schleunigen Nachholung aufgefordert. Die Vereine haben bezüglich des Schekels mit ihren D.-Ks., diese mit dem L.-K. zu verrechnen. Die D.-Ks. wollen von samtlichen stattgehabten Schekel-Veranstaltungen dem L.-Kberichten. Die Schekeleingänge werden in dem Rechenschaftsberichte des L.-K. an den nächsten Parteitag veröffentlicht Der III. österreichische Ziomistentag findet endgiltig am 28. und 29. Juni (nicht Juli) 11)03 in Wien statt. Die erste Vorkonferenz ist am 26. April, die zweite am 24. Mai 1903. Wegen Verschleiss-Artikel (siehe letzte Umschlagseite) wende man sich an Sekretär Adolf Po Hak. Föderation der orthodoxen lionisten in Russland Das zionistisch-orthodoxe Zentrum „Misrachi* hielt seine erste jährliche General-Versammlung am 23. Februar a. St. zu Lida, Gouvernement Wilna, ab, dem Wohnsitz des Präsidenten, ctes Herrn Rabbiners J. J. Reines sen. Verschiedener Umstände halber konnte diese Versammlung nicht allzu gross s&Ln, da Delegierte nur von den Vereinen je eines Gouveiiiements oder Distrikts abgeordnet werden konnten. Aus den fernsten Gegenden kamen zum Delegiertag 52 Delegierte, darunter 15 orthodoxe Rabbiner. Eine immense Zahl von Depeschen und Gratulations- Briefen kam aus allen Teilen der Welt. In das Bureau der Versammlung wurden folgende Herren gewählt: Se. Ehrwürden Rabbiner J. J. Reines als Ehren-Präsident; Solinai Gurljand, Präses; A. J. Slutzky und F..Pines, Beisitzende; in das Sekretariat: S. Alexandroff, J. £ ermann, M. Cohen und P. Friedland, Rabbiner Reines sen. als Präsident des Zentrums eröffnete die Versammlung mit eim er gross an gelegten Rede, in der er die Ziele der „Misrachi^ darlegte und die Tätigkeit der Komitees besprach. Gewisse Gründe haben einen Teil der Zionisten, nämlich die Orthodoxen, bewogen, sich innerhalb der allgemeinen zionisbischen Organisation zu vereinigen, um rxit vereinten Hkräften das zionistische Banner in das orthodoxe Lager zu tragen, den scharfen Angriffen der gegnerischen Orthodoxie Abwehr entgegenzustellen» jedoch auch ud die Orthodoxie vor den immer andrängenden nicht streng-gläubigen Strömungen zu bewahren. Sekretär des Komitees, Hern M. Cohen erstattete in hebräischer Sprache den Rechen sc haftsberiebt, wel eher nach eingehender Kritik von der Versäummlung akzeptiert wurde. Es verdient hervorgehoben zu werden, dass über 20.000 neue Zionisten aus der Orthodoxie gewoonen wurden. 210 zionistische Vereine sind scLon angemeldet, darunter auch 84 Vereine im Laufe der Jahre aufs neue gebildet, welche aile das Baseler Programm und die Prinzipien der „Misrachi" anerkennen. 11.000 Miiplieder gehören jetzt dem Vereine an. Vieles wurde für die Jüdische Kolonial-Bank, für den National-Fonds und für las Odessaer Komitee und andere zionistische Gründungen g^tan. Sechs Zirkuläre sind in einer Zahl von über 20.000 Exemplaren versandt worden, uich wurden über 20.000 Privat-Briefe verschickt. Auf Anregung des Zentrums, wurde auch vieles zur Verstärkung und Ausbreitung der Religionslehre gethan, indem die misrachischen Vereine 126 Chewroth (Gruppen) für das Studium der Lehre und Abendkurse über Talmud, Mischna, Schulchan Aruch, PVntateuch und jüdische Geschichte bildeten. Auf Initiative der „Misrachi* haben sich auch Vereine im Auslande g&bildet, so in Deutschland, England, Galizien und Palästina Rabbiner S. J. R a b b i n o wi t z, Mitglied des Aktionskomitees, sollte ein Referat über die Wege und Mittel zur Abschwächung der gegnerischen Kräfte halten, war aber leider krankheitshalber verhindert, dieser Versammlung beizuwohnen. Rabbiner Reines jun. spi'-ach über die traditionellnationale Erziehung im Verhältnis zum Misrachi. Es kam zu grossen Debatten. Ein Teil (3er Delegierten forderte, dass der „Misrachi" seine Tätigkeit nur als Agitationszentrum im Lager der Orthodo de ausübe, nicht aber Versuche anderer Art machen solle. Die anderen aber wollten den „Misrachi" als Zenturm der Ultra-Orthodoxie gegründet haben, wodurch zur Hebung der Religion die Mittel und Wege geschaffen werden sollten. Endlich wurde die Streitfrage erledigt mit dem Beschlüsse, dass das Zentrum die Verstärkung der Religionslehre nicht erzwingen wolle, sondern es d«en zionistisch organisierten Vereinen anempfehlen wolle. Es sprachen noch Herr Is. Niessenbaum und Dr. PI», Awinowitzky. Eine Organisations-Komimission, bestehend aus den Herren Bramsohn, E s t e rsi« h n, Rabbiner G1 ü c ksberg, Marein und C ohen, legte der Generalversammlung ein Projekt der künftigen innerlichen Organisation des Zentrums vor, welches einstiiaimig angenommen wurde. Nach dreitägiger intensiven Arbeit schritt man zu den Wahlen des Komitees, wobai die Mitglieder des alten Komitees wiedergewählt und noch zwei Mitglieder als Ersatz bestimmt wurden, nähmlich Bramsohn aus Kowno und Rabbiner Kowalsky aus Wloclawek (Polen). Beim Schlüsse der Sitzunigen wurden flammende Reden für den Zionismus und. die verdienstvollen Führer gehalten und endlich durch dem Vicepräsidenten F. Pino unter Hedad-Rufen und Gesängem des anwesendenPublikums um 3 Uhr nachts die Versammlung geschlossen. Schon am Beginne der Tagung sendete die Konferenz ein Begrüssungstelegramm an unseren grossen Führer Dr. Herzl. Die Konferenz schioss mit brausenden Rufen auf das jüdische Volk unüdie zionistische Bewegung. Um die Unterkunft und Yejpflegung der Gäste hat sich das Komitee mit Herrn Sah ein juck an der Spitze ausserordentlich verdient gemacht. Jakob Marein. Zum bevorstehenden Pesssach-Feste empfiehlt die Kommandit-Gesellschaft „KarmeL", Wien K/3, Taborstrasse Nr. IIB, ihre garantiert reinen Uaturweine, welche in den jüdischen Kolonien in Palästina gebaut und gekeltert sind. Diese Weine sind auch in allen grösseren Provinzstädten zu haben und verweisen wir auf das diesbezügliche Inserat* (Seite 20 dieser Nummer), in welchem die Depots verzeichnet sind.

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