Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 12 (20.3.1903)
- Article
- Wien [Nachricht]
- Date
- 1903-03-20
- Page
- 13 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 „Die # Welt" Seite 13 Abends und rührten einen grossen Teil des Publikums zu Tränen. Goldmarks Arie aus „Heimchen am Herd" und Leo Aschers „Mein schönstes Lied , mit herrlichem Tenor gesungen vom Chordirigenten des Tempels im DL Bezirk Hsrrn JV1. Reich, entzückten die Zuhörer. Stürme des Beifalls lohnten die beiden. „Schwere Wahl" und „Verschiedenes Lachen", vorgetragen von Frl. Berta Conried. die von Frl. Sophie Str au ch gesungenen Lieder und die von Herrn Bichard Grossmann, Mitglied des Jantsch-Theaters verfassten und vorgetragenfn heiteren Vorträge waren sehr gelungen und brachten das Publikum in die schönste Purim-Stimmung. Der reichhaltige Juxbazar war ausverkauft. Das anschliessende Tanzkränzchen dauerte bis zum Morgen. Wien. Sonntag den 15. März 1903 veranstaltete der Einzelverein „Mariahilf-Ne ubau" im Hotel „Goldenes Kreuz* eine Purim- und S c h e k e 1 fe i er, die einen recht würdigen und animierten Verlauf nahm. Nachdem der Präsident des Vereines, Herr Dr. Martin Engländer, die Anwesenden begrüsst hatte, hielt der Obmann des Distrikts-Komitees, Herr Dr. Max Bern hardt, die Festrede. Diese enthielt hauptsächlich einen warmen Appell an die jüdischen Frauen und Mädchen, sich der zionistischen Sache zuzuwenden und wurde mit grossem Beifall aufgenommen. Darauf folgten Vorträge der Herren Julius Deutsch, Theodor Weiss vom „Deutschen Volkstheater* und Jula Kössler. Das Publikum akklamierte die Künstler aufs lebhafteste und nötigte sie zu wiederholten Zugaben. Den Abschluss des Abends bildete ein Tanzkränzchen, das bis halbvier Uhr währte und an dem sich die Jugend mit grosser Ausdauer beteiligte. Die Kotillons-Quadrille tanzten 84 Paare. Das Distrikts-Komitee für Böhmen gibt hiemit btkannt, dass Briefe und Paketsendungen an dasselbe von nun an nicht mähr Heinrichsgasse 9, sondern Jerusalemsgasse 4 zu richten sind. Gelder für das Distrikts-Komitee sind an Herrn Karl E e s e k, Prag- Weinberge, Karlsgasse 15 zu richten. Prag. Am 22. Februar fand in Pisek eine sehr gut besuchte Agitationsversammlung statt. Die aus Prag entsendeten Referenten Gesinnungsgenossen Professor Jakob W e r t h e i m e r, Ingenieur C. Arthur Klein, J.-U.-C. Max Gach entledigten sich ihrer Aufgabe vollkommen. Trotz der von böhmisch-jüdischer Seite unternommenen Gegenagitation wurde eine Ortsgruppe gegründet, die bereits 32 Mitglieder zählt. C h a g. Krakau. In einer anlässlich der Schekelwoche einberufenen Volksversammlung, die sehr gut besucht war, sprachen in ausgezeichneter Weise die Gesinnungsgenossen Paul Braff (Bielitz) über die jetzigen offiziellen Führer der Judenheit und Dr. Syrop über das Programm des Zionismus. Infolge der Gewalttätigkeiten und <ies Krawalle« der anwesenden Sozialdemokraten wurde die Versammlung vom Regierungskommissär vorzeitig geschlossen. Tarnopol. Einige Damen mit Fräulein Kosa Pomeranz an der Spitze haben einen Verein jüdischer Frauen „Ju dith" gegründet. Es ist dem vorbereitenden Komitee gelungen, eine Mitgliederzahi von 190 Damen zu erlangen. Zur Obmännin wurde Frl. Rosa Pomeranz, zur Vizepräsidentin Frl. Irma Oczeret gewählt. Zur Sekretärin wurde Frl. Parille bestimmt und die Kasse verwaltet Frl. Hilberg. Ausserdem gehören noch 20 Damen dem Ausschusse an. Der erste Schritt der „Judith" war ein schöner Inaugurationsabend, an den sich ein Tanzkränzchen ansehlos s. Nach der trefflichen Begrüssungsrede des Frl. Pomeranz wurde Mathews „Isr aelsLandung" von den Damen Oczeret, W erber, Nussbr»»che r und Krochmal zum Besten gegeben. An der Entwicklung des Vereines hat die hiesige „Bar-Kochba" einen grossen Anteil. Suczawa. Bei der am 14* v. M. abgehaltenen 5. ordentlichen Generalversammlung des Vereines „Zion" wurde Herr Dr. S. Rosenheck zum * E h r e n - M i tg 1 i e d e ernannt. Gleichzeitig wurde beschlossen, dem Herrn Josef B. Fischhoff für die dem Vereine gewidmeten Musikstücke eine Dankadresse zu übermitteln. Wahl der Funktionäre: Dr. K- Rachmut h, Obmanr, M. Smo triez, erster und B. Kleinberg, zweiter Stellvertreter, in den Aussschuss: J. Lehrer, Kassier, S. Weidenfeld, Schriftführer, jur. J. Ellenbogen, Bibliothekar, jur. S. Schäfer und A.P^kelman n. als Ersatzmänner: M. S t e r n 1 i e n S. D a 1 f v ii, jur. Huitraani und H. Smotrie z. Czernowitz. (J ü d i s c h-n ationale akademische Verbindung „Zephir a".) Chargen wählen : ca n d. jur. Isidor K o 11 1 a r Präses, stud, jur. Chaim K i n s - b r u r aer Vizepräses, stud. phil. David Leschczer Schriftführer. London. In der letzten Versammlung der „English Zionlst Federation" unter Vorsitz des Herrn Josef Co wen wurde beschlossen, in der „Shoreditch- Town Hall" am 16. Mai, am Vorabend des Schekeltages, ein Massenmeeting zu veranstalten und die Herren Loziissk.7, Müntz, Daiidansky und Goldblum zu diasem Behufe zum provisorischen Ausschusse zu erwählen. Das Exekutivkomitee beschloss, mit Rücksicht auf eine Anfrage des Dubliner „Chovevi-Zion* Verbandes, eine Liste der englischen Schekelzahler zu veröffentlichen. Mr. Josef Co wen wurde einstimmig zum Delegierten für die Raj^onkonferenz in Manchester gewählt. Die Herren Cow«n, Comor, Green berg und J o b s o n wurden als Ausschüsse für die Regelung der Ausgaben der „Federation0 gewählt. Mitteilungen des österreichischen Landes-Komitees. Die Schekelwoche ist vorbei. Die Gesinnungsgenossen, die mit der Zahlung des Scheitels noch im Rückstände sein sollten, werden zur schleunigen Nachholung aufgefordert. Die Vereine haben bezüglich des Schekels mit ihren D.-K., diese mit dem L.-K. zu verrechnen. Die D.-Ks. wollen von sämtlichen stattgehabten Schekel- V er an Haltungen dem L.-K. berichten. Die Schekeleingänge werden in dem Rechenschaftsbericd.t'e des L.-K. an den nächsten Parteitag veröffentlicht. Die Bukowinaer Distriktsversammlung behufs Bildung eines D.-K. wurde nunmehr von den Herren Sigmund W e i s s g 1 a s in Zastawna und Dr. Phil. M e n c z e 1 für den 22.. März nach Czernowitz einberufen. Es ergeht an sämtliche zionistische Vereine der Bukowina der dringende Aufruf, die Distriktsversammlung zahlm<;h zu beschicken, zumal wichtige Fragen, wie zum Beispiel die der Organisation von Kreditgenossenschaften, auf der Tagesordnung stehen. Anmeldungen von Referenten und Delegierten sind ehestens an Herrn Sigm. Weissglas, Zastawna, zu richten. Auch Gäste, namentlich aus Ostgalizien sind zur Tagung herzlich willkommen. Der III. österreichische Zionistentag findet endgiltig am 23, und 29. Juni (nicht Juli) 1903 in Wien statt. Die erste Vorkonferenz ist am 26. April, die zweite am M, Mai 1903. Wegen Verschleiss-Artikel (siehe letzte Umschlagseite) wende man sich an Sekretär Adolf Pollak. ♦ Auszug aus den Rechenschaftsberichten des westgalizisehen Dikstrits-Komitees an das österreichische L ndes-Komitee (für Mai bis Dezember 1902). Der zweite österreichische Parteitagin Bielitz (18. und 19. Mai 1902) erhob in Durchführung der Neuorganisation den bisherigen Kreis Westgalizien zu einem selb stständigen Distrikt mit Krakau als Zentrale. Das D.-K. konstituierte sich schon am 25. Mai und besteht derzeit aus sechs Mitgliedern : Dr. Goldwasser als Obmann, Pamm als Obman-Stellvertreter, Dr. Syrop als erster und Rieser als zweiter Sekretär, Hilf stein als Kassier und Bandet als Beirat. Sämtlich* D.-K.-Sitzungen waren beschlussfähig. Es liefen 500 Briefe aus und 350 ein. An die Vereine und Vertrauensmänner ergingen sechs verschiedene Zirkuläre. Das neue D.-K. fand in panz Westgalizien nur sie ben l*bQTi sfähige Vereine. In Krakau s lbst den Studenten- Vereüa „Przedswit-Haschachar*1, den Handelsgehilfen-Verein „Ach dus" und den Bürger-Verein „Chowewei Zion% ferner den „Bnei Ziontf-Chrzanöw, „Jeschuruna-Pilzno, „Bnei Zioiic-Neumarkt und „Chowewei Zionu-Rzeszöw, ausserdem den unserer Organisation sehr nahestehenden nationaljüiiis<lien Frauenverein „Ruth* in Krakau. Hinzu ipt nun der neu ins Leben gerufene „Ahawath Zionu in Lancut getreten. Ferner wurden in Krakau die orthodoxen Zionisten als "Vorschule für eine Vereinsbildung im Bethause „Sclisiarei Zion" organisiert; in der gleichen Stadt wird sich auch ein „Verein jüdischer Lastträger* nach Genehmigung der «eingereichten Statuten konstituieren, zumal er schon übel einen Fonds verfügt. Schliesslich hat das D.-K. einen jüdischen gemischten Chor geschaffen, der,von allen Krakauer ZionöYereinen subventioniert, wohl pedeiht und bei der Makkabäerfeier hervorragend mitwirkte. Zur Erleichterung weiterer Vereinsbildungen wurde ein Musterstatut in polni-