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Die Welt · 1903-03-20 · 12 (20.3.1903) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
12 (20.3.1903)
Article
Wien [Nachricht]
Date
1903-03-20
Page
12 (sequence 1)
Language
German
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Seite 12 „Die # Weitf Nr. 12 Wien. Der „Verein jüdischer Hau delsan gestellter Wien0 veranstaltet Samstag den 21. März 1903 im Festsaale des „Hotel Continental", IL, Taborstrasse, sein Gründungsfest. Ihre freundliche Mitwirkung haben zugesagt: die Herren Heinrich Prechtler, k. k. Hofburg-Schauspieler, Arthur Guttmann, Mitglied des Josefstädter Theaters, Professor J. Auber; die Damen Mila Theren, Mitglied des Theaters an der Wien, Gisa Golden, Konzerfcsängerin etc. etc. Die Ballmusik besorgt die Kapelle des Musikdirektors Emil B a u e r. Tanzarrangement Professor J. Singer. Das Komitee hat aus allen Kräften darnach getrachtet, den Abend zu einem möglichst glanzvollen zu machen, fliesst ja doch das Reinerträgnis der Errichtung eines Konditionslosen-Fonds zu, einem Zweck, dem kein Jude seine Unterstützung entziehen kann und darf. Wien. („E rster Wiener jüdischer Turnverein', L, Mölkerbastei 5.) Am 4. April d. J. findet im Ballsaale R o n a c h e r das erste grosse Schauturnen des Vereines statt. Das Programm wurde folgendermassen zusammengestellt: 1. Stabübungen, 2. Damenreigen, 3. allgemeines Riegenturnen, 4. Kürturnen am hohen Reck. An das Schauturnen wird sich ein Tanzkränzeben anschliessen. Eintrittskarten ä 2 K und Familienkarten ä 6 K (für 4 Personen giltig) sind erhältlich bei den Herren und Damen des Komitees, am Turnplatze (I., Mölkerbastei 5) von \S bis 9 Uhr abends und im „Cafe de France", Schottenring. Wien. (Wo c h en p r ogr amm der „Jüdischen Toynbee-Halle*, XX., Karajangasse 20. III. Vereinsjahr.) Sonntag den 22. März: Dr. Karl Lifczis „Gesetz und Rechtsbewusstsein". — Montag den 23. März: Dr. Heinz Kohn „Gegen die Todesstrafe". — Dienstag den 24. März: Dr. Max Bernhardt „Aus der Geschichte der Ehe". — Mittwoch den 25. März: Hr. Hermann Berliner „Die weltliche Poesie der Juden0. — Donnerstag den 26. März : jJr. Theodor Off er Thema vorbehalten. — Freitag den 27. März: Hr. M. G. Mehre r „Bibelerklärung der Sidra\ — Samstag den 28. März: Konzert. Sonntag den 22. März um V28 Uhr abends findet in Pressburg das grosse Purim-Festbanquett statt. Einer freundlichen Einladung unserer Pressburger Gesinnungsgenossen entsprechend, wird Herr Dr. Martin Engländer, Wien, VI, Mariahilferstrasse 115, als offizieller Vertreter des innerösterr. D.-K.,bei demselben erscheinen. Die Wiener Gesinnungsgenossen, welche der herzlichen Einladung Folge leisten wollen, werden ersucht, sich mit Herrn Dr. Engländer ins Einvernehmen zu setzen. Das innerösterr. D.-K. Berichte. Wien. Bei der Stellenvermittlungs-Abteilung des „Vereines jüdischer H an delsan gestellter", Wien, IL, Stefaniestrasse Nr. 8 sind nachstehende offene Stellen vorgemerkt : 2 Kommis für Manufakturware, 1 Kommis für Galanterieware, 1 Kommis für Lederhandlung (sämtliche Nordböhmen). Der Verein hat empfehlenswerte, darunter äusserst qualifizierte Bewerber der verschiedensten Branchen in grosser Zahl in Vormerkung und bittet, sich seiner bei Besetzung von Stellen zu bedienen. Ebenso ergeht an die Kollegen die Bitte, ihnen bekanntwerdende Vakanzen, wenn irgend möglich unter Bekanntgabe der Details, umgehend der Stellenvermittlungs-Abteilung anzuzeigen. — Zuschriften richte man an obige Adresse. Wien. Der lit. Geselligkeitsverein jüd. Mädchen „M oria" veranstaltete Mittwoch den 4. d. M. im Ressource- Saale einen geselligen Familienabend mit anschliessendem Tanzkränzchen. Nachdem die Präsidentin die Gäste begrüsst hatte, hielt Frl. Frieda Wagner die Festrede und erntete reichen Bdifall. Die Kiaviervirfcuosin Frl. Ilona Lippe brachte dann die E-moll-Ballade von Chopin zu Gehör und wurde durch rauschenden Beifall zu Zugaben gezwungen. Dann erfreute Frl. Bianca Westreich die Versammelten durch den Vortrag von Gedichten von C. Boruchowitz, Berth. Feiwel und Heinrich Grünau. Konzertsänger Herr Julius Grün erntete für seine vorzüglich vorgetragenen Lieder wohlverdienten Applaus. Frl. Elsa Katz weckte stürmische Heiterkeit mit dem Monolog „Die Selbstmörderin*. Die Brüder Josef und Leo Schorr brachten dann unter lebhaftem Beifalle Violin vortrage mit Klavierbegleitung zum Vortrage. Der Einakter „Eine Damenkomitee-SitzungB, aufgeführt von den Damen Schweinburg, Alexander, Rand und Westreich rief allgemeine Heiterkeit hervor und beschloss den gelungenen Abend. Ein animiertes Tanzkränzchen hielt die Gäste bis in die frühen Morgenstunden beisammen. Wien. Für die freundliche Ueberlassung des Loyales, sowie für das stetige Entgegenkommen spricht hiermit der Verein jüdischer Hochschüler aus Rumänien »Erez I-rael* dem Vereine jüdischer Hochschüler aus Galizien „Bar Koehba" in Wien, den verbindlichsten und aufrichtigsten Dank aus. ,Ä Wien. (Verein jüdischer Hochschüler aus Rumänien „Erez Israel*.) Wir erlauben uns hiermit das Ergebnis der für das Sommersemester stattgefundenen Neuwahlen bekanntzugeben. Präses: cand. med. Isidore Bujes, Vizepräses: stud. med. David Nu ss bäum, I. Schriftführer: stud. med. Siegmund Wassermann, II. Schriftführer: stud. ehem. Maier Schwarz, Kassier: stud. phil. David Alp ern. Mit Zionsgruss I. A. d. A. cand. med. Isidore Buj es, dz. Präses. Wien. (Vereinigung jüdischer Hochschüler aus den s ü d s 1 a vi s c h e n Ländern „Bar Gio ra" in Wien.) Präses: jur. David Fuhrmann, Vizepräses: med. Alexander D euts c h, Schriftführer: ing. Filip Rosenzweig, Kassier: ing. David A mar. Wien. (Purim-und Schekelfest des Einzel Vereines „Fü n f h au sa.) Mit diesem sehr gelungenen Feste wurde die Schekelwoche Wiens am 8. März d. J. eingeleitet. Auch diesmal hatte der Einzelverein „Fünfhaus" eine akademische Verbindung als Genossin. Diesmal war es die „Unitas*, welche den Charakter der Feier durch ihre jugendfrische Beteiligung hob. Der Besuch war ein sehr guter. Als Gäste erschienen Dr. Kahn, Mitglieder des L.-K. Mitglieder des D.-K. mit dem Obmanne Dr. Bernhard t, Abordnungen des „Vereines jüdischer Studenten" aus Breslau und Berlin und der anderen zionistischen Vereine Wiens. Der deutsche Vortrag des Buches „Esther" durch eine Schauspielerin sollte den Mittelpunkt des Abends bilden. Fräulein Rose Cassina hatte die Aufgabe übernommen und führte sie ihrerseits unter grossem Beifall und sehr gut durch, allein die Aufnahme des Versuches selbst scheint nur halb gelungen. Die bekannte Erzählung erregte in der Uebersetzung nicht das gewünschte Interesse, dafür entschädigten reichlich die anderen Nummern des Abends, vor allem die Festrede des Herrn Dr. Isidor Marmorek. Ausgehend von den frühesten Erinnerungen des eigenen Lebens am Purini, betonte der Redner das mit den Jahren wechselnde Interesse für die Gestalten der Purimerzählung, bis endlich dem Manne Mordechai als Typus liebenswert erschien. Aus Mardechais Eigenschaften deduzierte der Redner die Beweise für den Zionismus als berechtigte nationale Bewegung und durch Beispiele aus der Geschichte und Erfahrung widerlegte er alle Einwände gegen die grosse Idee, um die Notwendigkeit des Schekels für unsere Organisation darzulegen. In selten gehörten geistreichen Beziehungen und treffend geführten Beispielen und Darlegungen zeigte der Redner Scharfsinn und Idealismus, Kraft und Begeisterung. Enthusiasmus erregte auch Herr Gustav S p i e 1 m a n n, ei j junger Künstler, der sich uneigennützig in den Dienst dieses Abends gestellt hatte und durch seine Violinvorträge lebhaften Beifall erntete. Er erwarb sich und seinem Lehrer, Herrn Professor Oskar Stock, hohes Lob. Oft hörte man von kundigen Zuhörern Vergleiche mit Hubermann ziehen, die für Herrn Spielmann aneifernd und ehrend waren. Wie die^Uniten0 Theodor Cohn und J. Löwy singen können, wie Herr Löwenstein vorträgt, ist in zionistischen Kreisen zu bekannt, als dass wir hier länger alles Lob zu melden brauchten. Allgemein war der Wunsch, sie und ihren Kommilitonen jur. Karl Mohr bald und oft wieder zu hören. Der Schluss des Abends war der heiteren Muse geweiht. Herr Richard Grossmann vom Jantsch-Theater entzückte durch seine meist selbst verfassten Vorträge alle Hörer. Es verdient hervorgehoben zu werden, dass die vorgetragenen Stücke dezent, frei von Persiflage und rein humoristisch war*n. Die Gewalt der Vortragenden hielt die Zuhörer bis Mitternacht beisammen. Wien. Die von den Einzelvereinen „Wien", „Praterstrasse" und „Innere Stadt" des „Zion" am 14. März im Restaurant Guth veranstaltete Purim- und Sckekel-Feier war glänzend besucht. Herr Rud. P i c k und Herr Z e 11 e rm ey e r jun. bemühten sich besonders um das Zustandekommen. Die Festrede, gehalten von Herrn Dr. Leopold Kahn, war geistvoll wie immer. Sodann sprach der als Ehrengast an wesendeLektor Fr i e d m a n n. Die Rezitationen des Herrn V. Fr an kl, Mitglied des Deutschen Volkstheaters: Morris R o s e n fei d s „Sturm", Israel Auerbachs „Das grosse Erwachen" und Mosenthals „Heimat in der Fremde*, bildeten den Glanzpunkt des

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