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Die Welt · 1903-03-20 · 12 (20.3.1903) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
12 (20.3.1903)
Article
Der Antisemitismus im Aerztestand
Date
1903-03-20
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 12 „Die %l Welt" Seite 11 in ihrer Sprache zu referieren, wenn sie das Deutsche nicht beherrschen soliHen. Der wahre Grund ist aber der, dass die Antisemiten einen guten Vorwand suchten, um gegen ihre jüdischen Kollegen im Namen des bedrohten Deutschtums auftreten zu können. Natürlich hat der echte Wiener Jude ewt einen arischen oder mindesten getauften antisemitischen Hausarzt. Die Versteigerung des Nachlasses Zoias ergab einen Gesamterlös von 152.875 Frcs. Leopold Hilsner, der bekanntlich wegen der Polnaer Affäre zu lebenslänglichem Kerker verurteilt und in die Pankrazer Strafanstalt interniert worden war, hatte wiederholt gebeten, weil er angeblich von den anderen Sträflingen gequält wurde, dass man ihn in eine andere Strafanstalt schaffe. Nunmehr hat man ihn nach Stein überführt. Mittelalterliches aus dem 20. Jahrhundert. Die am 8. d. M. seitens der christlichen Bevölkerung Kolomeas veranstaltete Feier anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Papstes Leo XUL nahm einen durchaus feierlichen Verlauf. Der Enthusiasmus der Christen steigerte sich so hoch, dass sich unter ihnen auch solche fanden, die, getrieben von „christlicher Liebe", zu Ehren des greisen Papstes um 1 Uhr nachts hunderte von Fensterscheiben an Judenhäusern total zertrümmerten. Wie es scheint, sind diese „treuen" Christen organisiert gewesen, da diese „Ehrenbezeugung" im verschiedenen voneinander entfernten Gasseh gleichzeitig stattfand. Bei dieser Gelegenheit verdient auch dies „Treue" der hiesigen Nacht Wachmannschaft zum Christentum hervorgehoben zu werden, denn von den vielen Nachtwächtern fand sich keiner, der die Menge gestört halte. Aus bewegter Zeit. In Paris soll demnächst ein Monument von Bartholdi aufgestellt werden zur Erinnerung an die Dienste, welche während der Belagerung von Paris von den Luftschiffem der nationalen Verteidigung geleistet wurden. Von den 164 Männern, welche sich damals dem Ballon anvertrauten, leben nur noch 20, darunter zwei Juden : der Jkdvokat Frederic R e i 11 i n g e r? der wichtige Depeschen JiaLes Favres, des damaligen Ministers desAeussern, zu überbringen hatte, und Herr Cavailhon. Nachwehen der Ctiiolera in Palästina. Durch die in Palästina herrschende Cholera, hat aller Handel und Verkehr aufgehört und sind die Handwerker ohne Arbeit, so dass die Not aufs höchste gestiegen ist. Das Zentral-Komitee der „Vereinigten Gemeinden" ist infolgedessen gezwungen, aussergewöhnliche (Seidmittel aufzuwenden, insbesondere für billiges Mehl un i Kohlen zu sorgen und den Handwerkern Darlehen zu gewähren. Ausserdem müssen die sämtlichen Wohnungen nach ärzlicher Vorschrift einer gründlichen Reinigung unterzogen, für alle Stadtteile die vorgeschriebenen Arzneimittel und Gerätschaften angeschafft und in jedem Stadtbezirke eine Volksküche errichtet werden. Nicht minder gross ist das Elend in den anderen Städten des heil. Lahdes, in denen die Cholera stark gewütet hat. Der judenreine Deutsche Schulverein. Vor kurzer Zeit fand in St. Veit a. d. »Glan eine Wanderversammlung des * Deutschen Schulveieeines8 statt, an dessen Spitze ja bekanntlich einige Grössen der fortschrittlichen Partei, wie Dr. Weitlof, Dr. Wolffhardt, Dr. v. Kraus u. s. w., stehen. An dieser Versammlung nahmen zahlreiche nationale Vereine, und unter ataderen auch die Ortsgruppe T Klagenfurt" des „Deutschen Schulvereines" durch ihren Obmann Direktor Steinlech »er und durch ihr Vorstandsmitglied, Prof. Flora teil. Wie nun die „Kärntner Nachrichtentt melden, munterte der Wanderlehrer des „Deutschen Schulvereines", Herr Nowotny, nach Erstattung eines längeren Tätigkeitsberichtes, zur Unterstützung des „Deutschen Schulverein es" auf und wies unter anderem darauf hin, dass derselbe auch in akademischen Kreisen mehr Anhänger gewinne, da er nun judenrein sei. Es wird wohl ratsam sein, dass keiner unserer Stammesgenossen den Versuch mache, diese Juden:?einheit auch nur im geringsten zu stören. Hiffsverein der deutschen Juden. Der erste Geschäftsbericht (1901/02) des „Hilfswereines der deutschen Juden" liegt jetzt vor. Der Verein hat vom 1. Juli 1901 bis 31. Dezember 1902 an Beiträgen und Spenden Mark 66.345.20, von dem aufgelösten Hilfskomitee für die rumänischen Juden Mark 8733 30, von der Grossloge für Deuschland „VIII U. O. B. B." zur speziellen Verwendung für Galizien Mark 30.710.—, an Zinsen Mark 1555.45, zusammen Mark 107.348,95 eingenommen und davon Mark 48.647.75 ausgegeben, darunt&r Mark 31.152.67 an Unterstützungen. Jüdischer Nationalfonds. Das Goldene Buch. Verein „Shivas Zion" in London zur Eintragung der Frau Dr. Julie Herzl . . .............Kronen Veiein ,?B n o t h 2 i o n" in Slonim .... „ J. M. Feinberg durch M. A.Nowomiejski „ L. E. Pasternak: „ „ „ A.M.Mindelewitscli „ „ „ A. L. Samso n o witz „ „ „ M.&E.No womiejs k:ia „ „ J. D. F r i s e r „ „ „ M. B. Feinberg „ Kabritzki J.E.Dubnikow „ „ D.M. Kusnetz „ „ A. L. Sch epschelewitz durch „ „ Verein „JehudaChowewei Zion" zur Eintragung Sj\ Ehrwürden des Herrn Rabb. Dr. Jakob Nacht in Focsani Lei Herr und Frau Schaje Thal anlässlich ihrer silbernen Hochzeit ..........Pfd.St. Zur Erinnerung a.n den Hochzeitstag von Herrn und F_r.au Dr. Israel Z u b k o w, geb. Frankfurt gesammelt durch M. Churgiai............Kronen Verein „Zion" in Kartus.........Pfd. St Bichtigstellung: In Nr. 9 soll es heissen „Dorschei Zion" in Mariampo], nicht Mariupol . . 240.- 252.- 2G0.- 504.- 504.- 252.- 252. 252.- 252.- 252.- 252.- 252. 251- 250.- 10. 238.14 10.— Kronen 254.— Hus J$e^egüi>ä- Gedenket des Schekels! Repertoire der öffentlichen Veranstaltungen der zionistischen Vereine Wiens. (Annneldungen an das i.-ö. D.-K. zu Händen des Herrn Dr. Man Bernhardt, VII., Neubaugasse 14.) Samstag den 21. März: 1. 8 Uhr abends: Monstreversammlung im „Hotel Central, IL, Taborstrasse. Tagesordnung: „Die demnächst stattfindende Rabbinerwahl und die Forderungen der jüdischen Bevölkerung Wiens". 2. Jüdische Handelsangestellte, Gründungsfeier, „Hotel Continental*1. Sonntag den 22. März: 1. „Bikur Cbauiim", L, Seitenstettengasse, ^3 Uhr, Dr. S. Werner „Die Frauen und die Krankenpflege". 2. „Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter", II,Stefaniestrasse 8, 6 Uhr. Vortrag. Montag den Ä8. März: Sitzung des österreichischen Landes-Komitees, 1 Uhr abends. Dienstag den 24. März: 1. „Jüdisches. Bildungsheim", XIV., Denglergasse 2. M. ßarbasch „Geschichte der Erdetf, 8 Uhr abends. 2. Einzelverean „Wien", IL, Obere Donaustrasse 47, Vortrag, 8 Uhr abends. 3. „I. Jüdischer Turnverein", „Hotel de France", Unterhaltungsabend. Mittwoch den 25. März: „Moriah", L, Seitenstettengasse, \k Uhr nachmittags, J. Meisl „Benjamin Disraeli". Donnerstag äen 26. März : Sitzung des i.-ö. D.-K., 8 Uhr abends. Donnerstag den 2. April: Jüdische Handelsangestellte, IL, Stefaniestrasse 8. Bernhard Weiss „Ueber Nationalökonomie". Samstag den 4. April: Grosses Schauturnen des „Jüdischen Turnvereines4, Ronacher. Voranzeigen. Wien. (Mädchen- und Frauenverein „Bikur Chaulim".) Nächsten Sonntag den 22. d. M. hält Herr Dr. Siegm. Werner im Schulsaale der israelitischen Kultusgemeinde, L, Seitenstettengasse 2, einen Vortrag über dasThema: „DieFrauen und die Krankenpflege". Beginn halb 3 Uhr. Gäste, Herren und Damen, herzlichst willkommen. Wien. (Theologis eher Verein.) Samstag den 21. März wird Herr cand. theol. S. Arje zum laufenden Wochen ab schnitte predigen. Beginn des Gottesdienstes um 8 Uhr früh im Beth - Hamidrasch, IL, Tempelgasse 3. Gäste willkommen,

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