Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 11 (13.3.1903)
- Article
- Ein Hilferuf für unsere armen Kranken [Rezension]
- Date
- 1903-03-13
- Page
- 14 (sequence 2)
- Language
- German
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U „Dte # Wslfc66 Seite 13 einer. Seite erhoben, von einer jüdischen natürlich. Im übrigen gestaltete sich der Abend zu einer Sympathiekundgebung für die Bestrebungen des Zionismus. K. Paris. Der Verein „Mebassere-th Zion" hat am 27. Dezember 1902 seinen jährlichen Sali gegeber. Unter den Gasten waren: Herr Dr. Max Noria u undFrau Nordau, Herr Dr. A. Mar mo rek, der Kommandant Bloch und Familie und noch andere Persönlichkeiten der gelehrten und kaufmännischen Weit. Vorn. Ertrage des Balles hat der Verein zugunsten der jüdischen Hochschule in Paris (Universite" populaire j uive) 600 Fraacs gegeben ,u.w.!30Fran es zur Einschreibung Zolas ins Goldene Buch, 50 Francs für unsere armen Brüder in Palästina, die Opfer der Cholera, 25 Francs für die Familie des verstorbenen Schriftstellers Braudes, 25 France für den Verein ^Dn n^W in der Kolonie Waad-al-Chanin iin Palästina gespendet. — Am 24 Jänner hielt der Verein , Mebassereth Zionu seine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung war Wahl des Vorstandes und wurden gewählt die Herren: A. Schwab sky Präsident, «L A n to k o 1 s k y Vizepräsident, S. A r onstamm I. Kassier, Berkel ha mm er IL*Kassier, S. Jacobsohn Komtroilor, L. Köpelovitch L Schriftführer, Scheresch« wsky IL Schriftführer. Utrecht. Die hiesige Ortsgrt ppe des „Niederländischen Zionisteiibundes" hielt Samstag den 25. Jänner eine grosse Propagandaversammlung ab. Sclion Wochen vorher waren Listen im Umlauf, worauf die Mitglieder der Ortsgruppe und alle Juden ihre Mitgliedsbeiträge zeichnen konnten. Der Reinertrag des Abends war für die durch die Cholera betroffenen Juden Palästinas bestimmt Die Feier nahm einen sehr schönen Verlauf. Fast, die ganze jüdische Gemeinde (ausserdem auch einig? Christen) war anwesend. Unsere Ortsgruppe hat sich an -Mitgliederzahl mehr als verdoppelt und vom Vorstciuii der Ortsgruppe konnte der Redaktion der „Welt* ein Rainertrag von 73 Gulden zugeschickt werden. Verlauf des Abends: Der Vorsitzende Herr J. Hertz berger hielt die Begrüssungsrede, legte in kurzen, klaren Zügen begeistert und kräftig die Ziele des Zionismus dar und gafc der Hoffnung Ausdruck, dass der Abend viel zur Ausbreikiog der zionistischen Ideen in unserer Stadt beitragen wende. Das Programm des Abends wurde tadellos ausgeführt. Der erste Teil wurde von musikalischen Vorträgen eingenommen. Allen Mitwirkenden wurden Sträusse und Kränze, müt Bändern in zionistischen Farben geschmückt, überreicht Dann folgte als zweiter Teil der Glanzpunkt des Abenis, das jüdische Familieridrama „Overwonnen* („Besiegt"). Es schildert das Leiden einer nach der Zerstörung des. Tempels nach Rom vertriebenen Familie. Das Stück machte auf alle Anwesenden einen sehr grossen Eindruck; e£ wurde von zwei Damen und drei Herren sehr würdig gespielt. Von den 5 Mitspielenden sind 4 Studenten der hiesigen Universität. Herr J. Vis, Vorstandsmitglied, dankte herzlichst allen Mitwirkenden, die so schöne Arbeit zustande .gebracht hatten. Ein höchst animierter Ball schlo?s den schönen Abend. L. L. J. H. Manchester. Sonntag den 20. Februar 1. J. fand in Manchester eine grosse zionistische Versammlung statt, die hauptsächlich für Arbeiter bestimmt war. Redner waren Herr Abdullah- Quilliam Effendi und Mr. S. Lennox Loewe. Sie erklärtem die Tendenzen des Zionismus und setzten auseinander, dass es eine Notwendigkeit für jeden Juden sei, Zionist zu sein und in der Bewegung mitzuarbeiten. Lcbny, (Gouvernement Poltäwa). Am 20. Jänner fand in Lubny ein Zionistentag statt, der sehr gut besucht war. Den Vorsitz führte unser bekannter Gesinnungsgenosse Temkin. Die erste Sitzung, an der mehr als " 5fc0 Personen, darunter 34? Delegierte, teilnahmen, wurde durch eine interessante Rede des Rabtoners Dr. Warschawskij eröffnet. Er sagte: „Die Zeit ist gekommen, wo wir Juden mit einem lebendigen Proteste hervortreten können. Wir protestieren gegen unsere Ohnmacht, gegen unsere nationale Erniedrigung und gegen den unwürdigen Indiffereritismus unserer Brüder.* Es gelangten viele Referate zur Verlesung, welche über die Erfolge des Zionismus referierten und den Enthusiasmus der Versammelten entfesselten. Besonders beifällig wurden die , Reden des Vorsitzenden Temkin aufgenommen. Sein« Rede über die Bedeutung des Natiohalfonds fasste Temkin in folgenden Worten zusammen: „Der Zionismus ist das Leben mit seinen realen Forderungen. Er ist die lebendige Gestalt der Wiedergeburt, welche lebt üb d atmet, welche ihre Ansprüche auf immerwährende) Ed Stenz erhebt. Um aber die Wiedergeburt zu ermöglichen, muss man die Wiedergeburt Palästinas herbeiführen. Der fl&tionalfonds wird die Mittel dazu herbeischaffen." Nach dreitägigen Verhn milungen wurde der Zionistentag am 22. Jänner gegen drei Uhr nachts unter Begeisterung der Versammlung geschlossen. Gt. Mitteilungen des österreichischen Laiules-Komitees. Die Schekelwoche ist vorbei. Alle Gesinnungsgenossen, die mit cSeir Zahlung des Sehekels noch im Rückstände sein sollten, werden zur schleunigen Nachholung aufgefordert. Die Vereine haben bezüglich des Schekels mit ihren D.-K., diese mit dem L.-K. zu verrechnen. Die D.-Ks. wollen von sämtlichen geplanten und stattgehabten Veranstaltungen dem L.-K. beflüchten. Die Schekeleingänge werden in dem Rechenschaftsberichte des L.-K. an den nächsten Parteitag veröffentlicht. Die Sitzungen.des L.-K. finden jeden Montagabends im Kongressbureau statt. Zur selben Zeit sind die Mitglieder ebendort zu sprechen. Briefe und Geldsendungen für das L.-K. sind an den Sekietär Adolf Pollak, IX., Türkenstrasse 9, zu adressieren. Kassier L.-K. ist derzeit Isidor Gewitsch, Nationalfonds-Koumnissär Doktor Hugo Benedikt, I, Tiefer Graben 25, d«r auch Nationalfonds-Marken verschieisst. Dr. J. W. Marmor ek untermLOiixit zwischen Purim und Pessach eine Agitations-Rundr? tee und gedenkt, in Prag, Berlin, Breslau, Krakau und Czerno-witzzu sprechen. Die Bukowinaer Distriktsversammlung behufs Bildung eines D.-K. wurde nunmehr von den Eierren Sigmund Weissglas in Zastawna und Dr. PhiL M e n c z e 1 für den 22. März nach Czernowitz einberufen. Es ergeht an sämtliche zionistische Vereine der Bukowina der dringende Aufruf, die Distriktsversammlung zahlreich zu beschicken, zumal wichtige Fragen, wie zum Beispiel die der Organisation von Kreditgenossenschaften, auf der Tagesordnung stehen. Anmeldungen von Referaten und Delegierten sind ehestens an Herrn Sigm. Weissglas, Zastawna, zu richten. Auch Gäste,, namentlich aus Ostgalizien. sind zur Tagung herzlich will kommen. Der III. österreichische Zionistentag findet endgiltig am 28. und 29. Juni (nicht Juli) 1903 in Wien statt. Die erste Vorkonferenz ist am 25. JMärz, die zweite am 12. April 1903. Wegen Verschleiss-Artikel (siehe letzte Umschlageite) wende man sich an Sekretär Adolf Pollak. Versammlung der zionistischen Federath*« Caiadas. In Montreal (Canada) fand diesen Monsrt die vierte Versammlung der zionistischenFederation vonCanada statt.Delegiertevon allen Teilen dieses ausgedehnten Landes waren erschienen, manche mussten eine Strecke von 300 Meilen von ihrem Aufenthaltsorte bis Montreal zurücklegen. Die Versammlung eröffnete der Präsident der „Canadian Zionist-Federation* Mr. Glarence de S«o-la. Er sagte in seiner Rede, dass schon der Umstand alleLiu, dass Delegierte aus so weit voneinander entfernten Gebieten, wie Vancouver und Ottawa, die sonst in keiner Verbindung stehen, zusammengetreten seien und allgemein-jii Iis che Interessen besprechen, ein genügender Beweis für die belebende Kraft des Zionismus sei, denn solches Zusammengehörigkeitsgefühl hat nur der Zionismus hervorgerufen. Redner schilderte dann den Stand der Bewegung., wies auf die Ergebnisse des kleinen Kongresses in Wien hin und schloss mit einer schwungvollen Aufforderung an die Juden Canadas, sich der zionistischen Bewegung anzuschliessen. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes und nach einer eingehenden Debatte über die Mittel der Propaganda zionistischer Literatur, endete die Versammluii g mit der Wiederwahl Mr. Glarence de S ol as zum Präsidenten, Mrs. Singer und Harris Schapiros zu Vizepräsidenten und Mr. Leos zum Sekretär. Bücherwelt. Henriette Weiss: Ein Hilferiff für unsere armen Kranken. Streiflichter auf die Krankenpflege in Oesterreich. (Wien 1903, bei Moritz Perle s.) Die Geschichte ' eines Kampfes. Henriette Weiss will die Menschheit zur Erfüllung sittlicher Pflichten zwingen. Ste sieht die Lücken in der Fürsorge für die Hilflosen, für die Kranken. Sie sieht die Tuberkulose, die schleichend Massenmorde verübt, ohne Widerstand zu finden. Sie sietort in den Spitälern schiecht bezahltes, mürrisches Personal "unwillig den Dienst der Menschenliebe leisten. Da stellt si& ihre _an eigenem