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Die Welt · 1903-03-13 · 11 (13.3.1903) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
11 (13.3.1903)
Article
Personalnachrichten [Nachricht]
Date
1903-03-13
Page
10 (sequence 1)
Language
German
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«Jbtp fQümtQWmp ttkMl V^elt-@bfoi)il<. Personälhachri^ Herr Dr. Bernari S,ilb e r m ann>, 4, -H. de^Wiener TK a d ima h*, ■ feiert aA 15. März;' %'% {-in Krafeiu: seine Vermählurig mit- Fräulein "Gisela H. ö r.fc Väum. — Unser w.Gg« Oskar Löfrens tarn m wird Freitag deh 13.4, M. im Festsaale der Wiener Universität zum'Doktor der; gesamten Heilkunde promoviert werden. t Ein Brief von Frau Zola. Der russische Zionistenverein in G. hatte den verewigten Dichter Z ol a ins Goldene Buch des Nationalfonds eintragen lassen ufccl das zionistische Kongressbureau in Wien ersucht,' Frau Z o l a von dieser Ehrung zu verständigen. Dies geschah. Frau Z o l a antwortete hierauf mit einem Schreiben vom 8. März a. c, dessen Uebersetzung hier folgt: .Meine. Herren l Ich bin durch die Ehrung, die eine Gruppe russischer Juden meinem so teuren Gatten erwiesen hat, tief gerührt. Ich bitte Sie, einem jeden Mitgliede dieser Gruppe zu sagen, dass ich ihnen vom Herzen dankbar bin für die mitfühlende und pietätvolle Aufmerksamkeit, die sie dem Andenken des teuren Toten weihen* Empfangen auch Sie, geehrte Herren, als die Uebermittier der mich so erfreuenden Nachricht, die Versicherung,"dass mich'diese Kundgebung tief gerührt hat. y " - " A1 e x a n drin e Z ol a.Ä Pinsker-Fomta. Bei der letzten Versammlung des Komitees der Odessaer Gesellschaft &ujr Unterstützung jüdischer Schulen in Syrien und Palästina ,wurde der Beschluss gefasst, einen besonderenFönds für dasErziehungsundSchulwesen in Palästina, der nadi Pinsker benannt werden soll, zu gründen. 50% von den Spenden werden in der Kassa desFonds aufbewahrt werden, um eine Hochschule in Palästina zu gründen. Natürlich werden such andere Spenden, die von den Spendern zu irgend einem ausgesprochenen Zwecke bestimmt sind, entsprechend verwendet werden. Ohne Unterschied der Konfession. Die von Frau Goldschmidt, geborenen Rothschild, in Frankfurt errichtete „Freiherrlich Wilhelm Karl von Rothsehild'sche Stiftung für wohltätige und gemeinnützige Zwecke" ist nunmehr ins Leben getreten. Das Stiftungskapital besteht: aus dem von der Stiffcerin überwiesenen Kapitalbetrage von einer Million Mark und aus etwaigen Geschenken oder Vermächtnissen im Betrage von mehr als 10.000 Mark. Zweck der Stiftung ist, arme Leute ohne Unterschied des Bekenntnisses, die seit mindestens drei Jahren in Frankfurt wohnen, im Winter mit Heizmaterial zu versehen o der mit M i e tbeiträgen zu unterstützen; - ferner soll ein Teil der Einnahmen zur Förderung der Fürsorge der schulentlasseneü Jugend verwendet werden und schliesslich soll die Stiftung auch durch Erwerbung oder Erbauung von Wohnhäusern mit Vier- oder Fünfzimmer - Wohnungen und Vermietung an minder begüterte Einwohner von Frankfurt a.M. eine Erleichterung zu schaffen berechtigt: sein/ Ebenso können Wohnhäuser mit Ein- oder Zweizimmerwohnungen erbaut oder erworben werden, um durch Vermietung dieser Wohnungen an minderbegüterte Frauen oder Mädchen des Mittelstandes diesen die Erlangung einer passenden Wohnung zu erleichtern. Die Intentionen der Stifterin sind sehr edle. Zweifellos. Wir würden nur wünschen, dass diese Stiftung „ohne Unterschied der Konfession etc.tf in Frankfurt besseren Erfolg habe als ähnliche in anderen Städten♦ Wir haben es schon erlebt, dass solche jüdische Stiftungen die Juden überhaupt nicht berücksichtigt haben. Hoffentlich wird die Stiftungsurkunde in dieser Hinsicht Vorsorge getroffen haben. Ein neues Porträt Steinthals. Die Freunde und Verehrer des verstorbenen Professors Hajim Steinthal werden mit Interesse erfahren, dass Hermann Struck, der bekannte Maler und Radierer, ein.Porträt des genannten Gelehrten in Radierung hergestellt hat. Das Blatt, welches uns vorliegt, kann als eines der besten Porträts des Künstlers betrachtet werden und soll eine Serie von Bildnissen jüdischer Gelehrter einleiten, von welcher die nächstfolgenden noch im Laufe dieses Jahres erwartet werden könen. Remarque-Drucke des Porträts von Professor Stein thal, welche in 50 Exemplaren hergestellt, numeriert und vom Künstler eigenhändig unterzeichnet sind, sind zum Preise von 35 Mark (auf Japan- Papier unter Passepartout, Grösse des Blattes B6X48), S c hrif t d-r ucke auf China-Papier zu 10 Mark im Kommissionsverlage des „Jüdischen Verlages", Berlin SW. Grossbeerenstrasse 75; zuhaben. Die jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem. Die von unserem Gesinnungsgenossen Dr. Chazano witsch begründete jüdische Nation albibliothek hat neuerlich einen bedeutenden Züschs ^Ji^eli. ^i^u>iBi^dfessor Schapira schenkte 2000''"Baride unä Dr« Oha z ano wit s ch 3500 Bände, so dass>: die Bibliothek jetzt 26.000 Bände apfw,eist /Leid,er .sind auch die Ausgaben stark gestiegen — die letzten Transportkosten von Jaffa*»ach Jerusalem betrugen allein über 700 Francs--— so dass mehr als je an alle Gesinnungsgenossen die Pflicht herantritt, die Bibliothek durch Geldzuwendungen zu unterstützen. Eine Stadt, die keinen Friedhof braucht Der „Frankfurter Zeitung" schreibt man aus New-York: Das Territorium Oklahama möchte sehr gerne in den Staaten verband aufgenommen werden und seit Wochen schon wird über den Fall im Senat debattiert. Gelegentlich kommen einmal Neuigkeiten aus diesem Lande, die' es als noch zu „wildwestlich" und daher nicht „staatsreifK erscheinen lassen. So wurde vor kurzem bekannt, dass die Stadt Enid, die von 9000 Einwohnern bewohnt wird, überhaupt keine regelrechte Begräbnisstätte besitzt. In der Depesche, die uns die Kunde bringt, wird in sehr naiver Weise der Grund auseinandergesetzt, warum sich die Stadt ohne Friedhof behelfen kann. „Auan kennt nur wenige Fälle, dass dort Leute eines natürlichen Todes gestorben sind," heisst es. „Die meisten Bewohner sind aus den Staaten zugewandert, und wenn einer nach einem Miss Verständnis getötet wird, lassen sich die Verwandten 'gewöhnlich die Leiche schicken." Augenscheinlich ist in einem solchen Orte ein Friedhof., durchaus überflüssig.— Dazu können wir berichten, dass tatsächlich jüdische Familien in Oklahama gezwungen waren, ihre Toten ziemlich weit bis ins nächste Territorium wegzuführen. Allerdings ist die jüdische Bevölkerung in Oklahama bis vor wenigen Jahren eine perzentuell recht geringe gewesen. Statistik der Judeneinwanderung nach Amerika. Nach den kürzlich veröffentlichten statistischen Berichten sind in den vier Jahren 1899 bis inklusive 1902 1,896 948 Einwanderer nach den Vereinigten Staaten gekommen, darunter 213.965 Juden. Von diesen sind 16.534 Personen, unter ihnen 1744 Juden, zurückgeschickt worden; 12.315 Einwanderer — 1356 Juden — wurden als so arm befunden, dass sie ohne Zweifel der öffentlichen Wohlthätigkeit hätten zur Last fallen müssen. Von den in Amerika Gelandeten konnten 88.284 Juden nicht englisch lesen oder schreiben, die Gesamtzahl der nicht englisch verstehenden Einwanderer betrug 433.797. Von der gesamten jüdischen Einwandererschaft blieben 70% in New-York, von den Ankömmlingen anderer Konfessionen nur 29°/0. Der grösste Teil der hier neu einwandernden Juden lässt sich in den schön sehr übervölkerten Judenvierteln nieder. Jüdische Lehrer entlassen. In New-York beantragte der Magistrat, zwei jüdische Lehrer, die in den gemischten protestantisch-katholischen Schulen angestellt waren, zu entlassen und keine Juden mehr an diesen Schulen anzustellen. Nachtun Hirsch Dyskin. Am 24. Februar verschied in Wien der hervorragende Talmudgelehrte undHebräist Herr Nachum Hirsch Dyskin im 64. Jahre seines Lebens. Als Sprosse einer hochangesehenen Rabbinerfamilie hatte er sich das Studium der heiligen Schrift stets zur Lebensaufgabe gemacht. Er war ein bedeutender Mensch. Mit grossen Geistesgaben verband er einen unbeugsamen Charakter und ein weiches Gemüt. Er war fromm, orthodox, aber weit entfernt von jedem Zelotentum. Die idealste Auffassung seines Lehrerberufes war ihm eigen. Seine Erfolge lagen in einer glänzenden Methode, einer unübertroffenen Gewissenhaftigkeit, aber nicht zumindest in der glücklichen Art seines Verkehres mit den Schülern, deren volle Liebe er besass. Das Leben brachte ihn in viele Orte. Und überall, sowohl auf der Jeschiwah in Wolloschin als auch in Warschau, wo er dem Hause des berühmten Rabbiners Berisch M ei sei angehörte, in Berlin Lodz, in Paris und Wien, war er der Gegenstand der Liebe und Verehrung jener, die ihn näher kannten. In pietätvoller Weise wurde seinem letzten Wunsche entsprochen, sein Leichnam nach Deutsch-Kreutz (Ungarn) überführt und unter grosser Teilnahme zu Grabe getragen. Ehre seinem Andenken! A. P. S. Todesfall. Vor kurzem verschied in Wien unser Gesinnungsgenosse Herr Sälomon Kr am er im Alter von 65 Jahren. Der Verblichene gehörte seit vielen Jahren dem ersten Einzelvereine „Zion" in Wien an, dem er als jüdisch erzogener und mit dem jüdischen Schrifttum vertrauter Mann mit grosser Liebe anhing. Er führte demselben viele Mitglieder zu.. Unsere hiesigen Gesinnungsgenossen werden ihm ein warmes Andenken bewahren. H. S;

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