Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 11 (13.3.1903)
- Article
- Verehrte Gesinnungsgenossen!
- Date
- 1903-03-13
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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. 8 :^pfe # Nr. 11 möglichst glanzvollen, zu machen,, fliesst.ja doch^das Reinerträgnis^ ■ <<■<;■■»■ ••. < :- der* &richfäiig eines Ki»(rtf}1i0risloseri-Foiids 2U, Einern Zw^ek/dem kein:vM^ entziehenkann. imd. darf, denn -< mit »wenigen 'Ausnahmen ist unsere soziale^ ^osiüon auf ßine^p schwankende Basis gestellt, dass schon, fieiite x>.der; -morgen der eine od er der andere von uns'das Elend der Fösteniosigkeit am eigenen Leibe erfahren Mnhi: Wasin''eineia solchen Falle-eine Unterstützung,' die .man zu fordern; berechtigt ist, bedeutet, um wieviel-höher diese des Wphltuns^ steht als die Züchtung Von Schnorrern, .brauchen, wir nicht zu betonen. ' * 'Fämilie'nkarteii . ä K 6.— Einzelkarten : . . „• ff- 2.— J Mitgliedskarten .... „ „• 1.50? > sind bei allen-Vereins- und Komitee-Mitgliedern sowie in folgenden Lokalen erhältlich: „Cafe" zur Börse", I., Wipplingerstrasse 45. „Cafe Orient", IL, PraterStrasse 66. „Cafe* Augarten.brückef, IL, Obere Donaustrasse 47. „Cafe Jägerhoftf, IX., Porzellan gasse. . ' Administration „Die Welt", IX., Türkenstrasse 9. Wir bitten alle, die jüdisch denken und fühlen, um ihre Unterstützung. Das Festkomitee: Samuel Strauss. Robert M, Korn. IL, Flossgasse 8. Korrespondenzen und Telegramme. Oesterreich-Ungarn Prag. Aus dem Rechenschaftsberichte der Prager .Jüdischen Volks-Vprschusskassa entnehmen wir folgendes: Mit besonderer Genugtuung erstattet der Ausschuss für das verflossene Verwaltungsjahr seinen Tätigkeitsbericht, weil er auch diesmal die angenehme Mitteilung machen kann, dass die Bilanz des Institutes trotz der allgemeinen schlechten Geschäftslage als eine sehr günstige bezeichnet werden kann. Die bei vielen Geldinstituten vorgekommenen Malversationen veranlassten den Ausschuss, durch Anstellung von Beamten die Kontrolle zu verstärken, ungeachtet dessen, dass hierdurch die Regie ^grössere Belastung erfahren bat. Alle Neuanschaffungen sowie die notwendige Uebersiedlung wurden au#. das Spesenkonto gebucht und trotz allerdieser Umstände; wird .ein grösserer Reingewinn als im Vorjahre ausgewiesen-. In 32 Verwaltungs-SitzungenAjnd 99 Zensur-Sitzungen hat der Ausschuss," »oft vollzählig,-getagt. Auch diesmal widmeten.,.aile;Ausschussmitglieder den ihnen laut § 75 zukommenden Gewinnanteil dem Unterstützuogs-Fonds für verarmte Mitglieder, eventuell deren Witwen und Waisen, so dass dieser Fonds nach dieser Generalversammlung zirka K 1200 betragen wird. Aus den untenstehenden statistischen Daten ersieht man, dass das Institut im steten Wachsen gegriffen ist. und man den vorgesteckten Zielen : Existenzen zu gründen und zu erhalten, nähergekommen ist. Seit dem heurigen Neujahr befasst man sich auch mit dem Verkaufe von Losen an die 'Mitglieder und da die Verkaufsbedingungen äusserst günstig sind, hofft man, im nächsten Jahre auchüber diese Abteilung günstige Ziffern ausweisen zu können. 1900 1901 - 1902 Mitgliederzahl . . 379.- 506. — 597.— Krön e n 49.960.— 64.800.— Spareinlagen, Einzahl. 78.267.97 196 557.14 278.859.01 Spareinlagen,, behoben Stand der Spareinlagen 42.255.24 136.753.10 190 14:8.12 36.012.73 59.804.04 83.710.89 Wechselzahl . . . . 271.- 1.181.- 1.501.— Kredit-Umsatz . . . . 168.922.92 809.941.24 900.070.32 Darlehensstand . . . 123.454.18 24&025.76 298.204.25 Zinsspar-Einiagen . 42.065.— 344.313.— 456.038.— Geldreviremenl * . , - 704.622-52 3,897.450-60 4,588.773-12 Deutschland. Berlin. Die „Vossische Zeitung*-berichtet folgendes : Die Erschwerung der Ein wand er an g ui b e mit t elter Fremder nach England stecht schon seit vielen Jahren zur öffentlichen Erörteruri g;' ohne dass es bisher gelungen wäre, der Losung der, Frage einen Schritt näherzukommen. An Material zu deren Beurteilung ist kein Mangel; ein Ausschuss, der in den Jahren i888 un^ 1889 mit der Einwanderungsfrage. betraut war, hat genug davon zusammengetragen und, gegenwärtig tagt bereits seit iärigeref Zeit uÄef Öeni Vprsife des Lörd James öf H er e- f o r d ein anderer Ausöchüssyder ernstlich bemüht ist, Licht jn, diese nicht ganz klare Angelegenheit zu bringen. Ob das Ergebnis seiner Bemühungen, zu einer Gesetzesvorlage benützt wird, steht noch dahin. Herr Gerald B.alf our, der Präsident des H'asdelsamtes, hat vergangene Woche in der Erörterung von Sir H. V i n c e n t s Amendement zur Thronrede den Befürwortern von Einwanderungsbeschränkungen wenig Hoffnung auf gesetzliche . Regelung der Frage gemacht und es offen ausgesprochen, dass dem Uebel nicht gesteuert worden wäre, wenn eine von Lord S ali s b ury im Jahre 1894 eingebrachte Bill zur Regelung der 'Einwanderung Gesetz geworden wäre. Dass der grosse Zuzug unbemittelter Fremder ein Missstand für . London geworden ist, kann niemand leugnen: die Vernehmungen vor Lord James' Ausschuss haben vielfach wahrhaft entsetzliche Schüderungen von den Verhältnissen ergeben, unter denen die überwiegend aus Russland und Rumänien eingewanderten Juden im Ostencle von London leben. Andere haben den Nachweis unternommen, dass diese Leute mit ihren mehr als bescheidenen Bedürfnissen in verhängnisvoller Weise die Lebenshaltung der englischen Arbeiter beeinflussen un4 die ohnehin schon grosse Zahl der Unbeschäftigten vermehren. Auch die Zunahme der Vergehen und der grosse Anteil, der Fremden aller Nationen daran wurden in den Vernehmungen des Ausschusses berührt. Es ist bemerkenswert, dass die ' von diesem befragten Arbeiter, die unter der Einwanderung der Fremden am meisten leiden, vor so radikalen Massnahmen dagegen, wie sie Sir H. Vincent und sein sehutzzöllnerischer Anhang vorschlagen, zurückschrecken und ausdrücklieh den Wunsch äussern, dass gegen die Fremden nicht im Widerspruch gegen die Grundsätze religiöser und politischer Freiheit vorgegangen werde. Sie wissen eben ganz gut, dass die Zustände im Ostende menschenwürdiger würden, wenn die Wohnungsfrage eine vernünftige Lösung fände und London mit besseren Verkehrsmitteln ausgerüstet würde, die den Arbeitern ermöglichten, sich weiter ab von ihren Arbeitsstätten anzusiedeln. Auch würde durch wirksame Gewerbeinspektion und besseren Schutz der Arbeiter vor wahrhaft entsetzlicher Ausbeutung das Uebel wesentlich gemildert werden. Will England aber unliebsame Einwanderung von seinen Gestaden fernhalten, so wende es seine Aufmerksamkeit und sein Interesse der Verbesserung der Lage jener unglückseligen Menschen zu, die um ihres Glaubens willen in Rumänien fortdauernd bedrückt und verfolgt werden, obwohl der auch von England unterzeichnete Berliner Vertrag ihnen Gleichstellung mit den an deren Bewohnern des Landes zugesagt hat. In Rumänien und in Russland liegen die Quellen des Üebels, unter dem die Londoner Arbeiter leiden, und ehe diese Quellen nicht verstopft werden, ist an eine durchgreifende Besserung der Zustände im Ostende von London nicht zu denken. Sir Howard Vincent, scheint durch die Erörterung dieser Angelegenheit im Unterhause in der Ueberzeugung von der Vortrefflichkeit seiner Ideen erschüttert worden zu sein. Denn er hat jetzt einen Antrag eingebracht, der sich nur mit der. Kategorie von Einwanderern beschäftigt, die in der Heimat .mit den Strafgesetzen in Widerstreit geraten waren. Es wird darüber berichtet: London. Der Konservative Sir Howard Vincent brachte am3. d.M. im Unterhause einen Gesetzentwurf ein, der die Ein wan4 er ung verbre che rischer Ausländer nach England verhüten will, und es für bereits bestrafte Ausländer zum Vergehen stempelt, nach England zu kommen. Er bestimmt fern er, dass ein Ausländer, der in England eines Verbrechens schuldig gefunden worden ist, auch zur Deportation verurteilt werden darf. Der ^Entwurf wurde gestern zum erstenmale gelesen. Berlin. In der Unterrichtskommission des Abgeordnetenhauses gelangte am 24. v. M. eine Pe t i t i ö n j ü d i s c h e r Lehrer zur Ve rh an d 1 u n g. Die j üd is ch e n Lehrer im Regierungsbezirk K assel, die zugleich Vorsänger oder Kultusbeamte sind, petitionierten um Entschädigung für diese Tätigkeit. Der Regierungsvertreter erklärte, die Petenten müssten sich an ihre Synagogengemeinden und eventuell an die Auf sieh t s b eh ör d en wenden, da ihren Wünschen die Berechtigung nicht abzusprechen sei, der Staat könne aber nichts für sie tun. "Es wurde der Uebergang zur Ta ge s o r dhun g angenommen. Referent war der Abg. Kopsch. Karlsruhe. Bei der Beisetzungsfeier des verstorbenen Staatsministers Dr. Wilhelm Nokk hielt Herr Oberregierungsrat Dr. Mayer namens des Oberrats und