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Die Welt · 1903-03-06 · 10 (6.3.1903) · p. 19

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
10 (6.3.1903)
Article
Lose Blätter
Date
1903-03-06
Page
19 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 10 ,Dte jfr Welt«6 Seite 19 Und es kamen Tage der Ruhe und des Friedens. Zwei Jahre durfte er an dem Tische seiner Schwiegereltern essen und in ihrem Hause wohnen. Des Morgens ging er ins Beth-Hamidrasch, studierte Talmud, kam zu Mittag nach Hause, um den Nachmittag wieder mit heiligem Studium zuzubringen. Im Beth-Hamidrasch war er geachtet, zu Hause geliebt von Weib, Schwiegereltern und einem kleinen Sohn. Freilich die Tochter, die erst zwei Wochen ihres Lebens zählte, verstand von Vaterliebe soviel wie gar nichts. Aber dennoch kam es ihm vor, als wenn ihm die kleine Puppe entgegenlächle, sobald er sich ihrer Wiegenäherte. Weiss Gott, im Hause der Schwiegereltern gab es doch wahrlich keinen Ueberfluss, aber er konnte nicht sagen, dass es ihm an etwas mangelte. Im Gegenteil, alles sorgte für ihn und sein Weib. Wenn sein ganzes Leben so ruhig und sorglos dahinfliessen könnte —! Da aber alles in der Welt ein Ende hat, so mussten auch diese zwei Jahre ein Ende nehmen. Sein Schwiegervater deutete es ihm bereits vor einigen Tagen an. Und gestern sagte er's ganz deutlich. „Du, Jossl," sagte er, „deine Kostzeit ist um. Weiss Gott, wenn ich imstande wäre, ich hätte dich noch ein Jahr gehalten, aber jetzt musst du einem andern Platz machen, da ich die Reisl (das war seine zweite Tochter) schon verheiraten will." Nun steht er da und denkt über seinen zukünftigen Beruf nach. Hundert Gulden hat er in seinem Vermögen: das war seine Mitgift. Soll er sie auf Zinsen verleihen? Davon werden doch unmöglich die Frau mit den beiden Würmchen leben können. Wenn er nur ein Handwerk gelernt hätte 1 Schön ist es ja nicht, aber jedes Handwerk ernährt doch seinen Mann. Schliesslich waren ja auch unsere Weisen Handwerker! Es bleiben also nur noch zwei Wege offen: Entweder er gründet sich ein Cheder oder er wird ein Schadehen. Mit dem Cheder hat es aber doch seinen Haken. Erstens kann er nicht schlagen. Er würde es nie über sein Gewissen bringen, so ein junges Kind, das doch schliesslich alles aus Unverstand tut, mit der Rute zu züchtigen. Und ein Lehrer ohne Rute ist wie ein Kutscher ohne Peitsche. Das ist ganz einfach nichts. Und zweitens ist die Konkurrenz auf diesem Gebiete allzugross. Und abgesehen von alldem, es gefiel ihm nicht recht und ging ihm nicht ein. Es blieb ihm nur noch der Schadehen. Ja, das lässt sich hören. Da kann er es wahrlich weit bringen/ wenn ihm nur das Glück ein wenig hold ist. Er braucht nur richtig zu kombinieren, zu sprechen und das Geld wird verdient. Ein Geschäft ohne jedes Risiko — Und je länger er darüber nachdachte, desto besser gefiel ihm der neugewählte Beruf. Und er sah sich bereits in den Gemächern reicher Leute, deren Kindern er treue Lebensgefährten verschaffte. Und man lobte ihn und pries seinen Verstand und zahlte ihm bares Geld .... Und als er des Abends den Schwiegereltern von seiner Wahl berichtete, da sagte der Alte: „Du hast mit Verstand gewählt Jossei; denn dieses Geschäft geht immer . . Und so hatte Jossei bereits seinen Beruf. Briefkasten. An Esther. In deinen Augen seh' ich Das Sklavenschicksal von Ahnengeschlechtern, Hasten und Jagen, Kämpfe und Müh'n. Ich sehe die Augen Von Vorvater und Mutter, Tränenumflorte, leidenzerquälte, Sehnende, dunkle Judenaugen. In deinen Augen seh ich Der Enkelsöhne Heldengeschick, Ringen und Harren, Sieg und Erfüllung. Ich sehe die Augen Von Nachfahr und Spross, Hoffnungsstarke, freudenbeseelte, Strahlende, dunkle Judenaugen. Alexander Mercy. Misrachi, Lida. Herzlichen ±)a,nk. Raab, Lemberg. Herzlichen Dank und Gruss. Hr. Grausz Mör. Wir danken Ihnen sehr für Ihre freuu Iliche Anteilnahme. Die betreffende Stelle, die Ihnen auflu), ist, wie ja ausdrücklich angegeben wurde, aus einem anderen, übrigens jüdischen Blatte. Wie werden übrigens darauf achten. Gruss. Ab. M., Bialystok. Wegen Ueberfüllung dankend abgelehnt. Hr. Isaak Sctiermann, Odessa. B. F., Zürich, Zürichbergstrasse 20. M. B., Wien, IX., Porzellangasse 38. M. R. Bojern. Prof. Dr. K . . ., IX., Nussdorferstrasse^a. Hr. Hugo Schachtel. Dank für Ihre Aufmerksamkeit, Stammt aus der angegebenen Quelle. Hr. Jos. Goldstein, Kolomea. Bitte etwaige Berichte ^on einem dortigen Vertrauensmann oder Verein signieren m lassen, da wir sonst nichts publizieren können. Hr. L. Friedmann, Kairo. Bitte es jedenfalls mit einer Einsendung zu versuchen. An die verehrliche zionistische Federation in Südafrika. Wir erbitten dringendst von der Federation, respektive de-n einzelnen Vereinen, umgehende Nachricht über die Iminigrationsverhältnisse in ihrem Gebiete. Briefe an die Vorstände folgen. An die P. T. Vereine. Berichte, die nicht mit der Vereirjsstampiglie versehen sind, können nicht als Vereinsbericfcte publiziert werden. — D a s P ap i e r i s t nur aufein&r Seite zu beschreiben. Spenden. Für den jüdischen Nationalfonds: JK Verein „Shiwas Zion", London, zur Eintragung Frau Dr. Julie Herzl ins goldene Buch .........240-— Sammlung M. F. Horoschitzky, S......k: D. Selikin R. 3.—, A. Gutmann 3.—, M. G. Elkind 10.—, Sehapiro 2.—, F. M. Israelikin 3.-, Raffalowitsch 7.50, W. F. Perelstein 0.50, Mendelsohn 10.—, S. Mendelsohn 1.—, W. Rosett 0.25, F. Schmidt 0.10, Horoschitzky, Sehapiro, Pewsner 0.60, Segalsky 1.—, Freidenstein 1.—-, Eidenow 2.60, M. Horoschitzky 0.14, im Minjan bei Herrn Elkind 0,90, Sammlung S. Mendelsohn 7.10, im Minjan £>y\£ p-j^ 7.71, im Minjan bei Herrn Tschernswordik 0.60; zusammen R. 62.— .... •...........156..24 Golde N. Segal, T ..... a ............. MO Zentralverein der Zionisten, S.....w...... . 16^.11 Jehuda Zwi Kahn, I . . . . . k . . •......... 6&,-~ ' „B'nei Ziona, M........k........... 3fc,28 „Kadimah", Sretensk................ 50,40 Sammlung der Stadt K.........k: B. S. Novi R. 10.—, F. Frankfurt 10.—. 0. Zuckermann 5.-—, D. Spenmakowsky 5.—, M S Iberstein, F. Leibmann, E. Kogan, D. u. A. Zuckermann, D. Gillmann ä 5.—, A. Sarak, A. Frankfurt, F. Kosehawsky a 3.—, M. Selmanowitsch 2.—, L. Sarwonel, M. ßaskelow, A. Adanin, L. Marksohn, Sulbotowsky, Rosenstock, F. Spiwakowsky, M. Ryshik, M, Newshitz, F. Leibowitsch, A. Benkowitsch, D. Kopilow, A. Abramowitsch, N. N., S. Borowsky, N. Kudruk, M. Goldenberg, Kries ä 1.—, A. Zichawskaya ±—, Sternin, Schumjatzky, Brodskaja, Lichowitzky. Selmanowitz, Meerowitsch, L. Besurivsky, S. Besurowsky, Brawwe, Tinetz, Scherzczy, F. Grünberg, Lewschütz, N. Mekrowitsch a 0.50, Chiefer, Weinerowitsch, F. Herr, Kleinmann a 0.40, Diverse ä 0.30, 0.20, 0.10; zusammen R. 100.-..................... 252.__ Die Mitarbeiter der Aktiengesellschaft Henryk Welt anstatt eines Kranzes auf das Grab der Frau Justine geborene Weit, Szpinak: F. Lipiec R. 1.—, L. Lewinsohn 1.—, H. Lajac 1.—, J. Goldmann 1.-, W. Welt 1.50, E. Grosglik 1.—, D. Szliferstein 1.—, M. Szwajcer 0.50, Marja Goldberg 1.—, St. Steiner 0.L0, I. Rosmaryn 0.25, M. Fligelmann 0.50, B. Felsenhart 1.—, S. Siegelberg 0.50, M. Zarski 1.—, S. Frydland 0.50, A. Frydland 0.50, B.Ichselbst0.50, B.Klee 0.30, Emma Draphin 0.50, Helena Szolc 0.50, A. M. Wajngurt 1.—, Sokolower Isak 0.50, S. Göttlichermann 1.—, M. Wajngart 0.50; zusammen R. 18.55......... «.25 Dr. Ed. Portner, W................... 25.20 Herr und Frau Delowitz, London, anstatt Telegramm zur Vermählung derer Tochter Anna mit Herrn Isak Simons, Gapetown..................... Sammlung Ev. Klinghoff er u. M. Schöps, Szczerzec: A. Luft K0.60,1. KlinghofferO.30, H. Sternbach0.30,L. Finkel 1.—, N. Reiser 1.25, K. Klinghoffer 0.50, M. Schäps 1.-, Eva

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