Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 10 (6.3.1903)
- Article
- Lida [Nachricht]
- Date
- 1903-03-06
- Page
- 14 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 14 4Die # Welt" Nr, 10 Lida. Das orthodoxe Zentrum „Misrachi" hatte die jährliche Generalversammlung in Lida Gouvernement Wilna. 52 Delegierte, darunter 15 Rabbiner, anwesend. Nach dreitägigen intensiven Beratungen endete die Versammlung am 25. Februar spät nachts. Vollkommene Zufriedenheit und Uebereinstimmung der Delegierten. Alt-Autz (Kurland). In unserem Dorfe, in welchem zirka 45 jüdische Familien wohnen, hat sich Ende September v. J. dank der Anregung unseres hochgeschätzten Rayonvorstehers Herrn I. L. G o 1 d b e r g-Wilna und der Herren F. Idelsohn, Thal und Schur eine Schekelgruppe von 60 Schekelzahlern gebildet, welche am 8. Chanuka- Abend in einen Verein übergieng. An diesem Abend veranstalteten die obgenannten Herren eine Makkabäerfeier, welche sehr stark besucht war. Dank der zwei Eeden unseres geschätzten Gg. Herrn M. N u r o k -Mifcau haben wir viele neue Anhänger gewonnen. In den Vorstand wurden gegewählt die Herren : I. D a n i n, Präses; Marcus, Vizepräses; J. S c h u r, Schriftführer; Michel Thal, Kassier; Hoffen berg und S. Kühn als Beisitzer und Schreiber dieser Zeilen als Beirat. Der Reinertrag des Abends, aus den Einkünften des ßüffetts, welches von den Damen Frau Dan in und Fräuleins R. Orkin, R. Goldinger. R. Wulfsohn, E. Hirschfeld, D. Hoffenberg, R. Abrahmsohn und J. Kopenhager auf Kosten des Ertrages arrangiert wurde, und aus Nationalfonds- Spenden, betrug 53 Rubel. Von diesem Reinertrage haben wir 50 Rubel an unseren geschätzten Rayonsvorsteher als Anzahlung zur Eintragung unseres Vereines „Ohavei Zion" in das goldene Buch gesendet und wir hoffen, den Restbetrag spätestens nach einem halben Jahre zahlen zu können. Zum Schlüsse sei noch bemerkt, und zwar möchte ich wünschen, dass folgendes in allen unseren Chedarim zum Beispiel werden möchte. Als ich neulich das einzige bei uns befindliche Cheder besuchte, bemerkte ich zu meiner Freude, dass auf allen Schreibheften der Schüler eine Nationalfondsmarke aufgeklebt war. Bei näherer Erkundigung bei dem Lehrer dieser Schule erfuhr ich, dass er allen seinen Schülern aufgetragen hat, auf allen ihren Heften Nationalfondsmarken aufzukleben, und zwei der älteren Schüler müssen die ausgeschriebenen Hefte absammeln und als Packpapier verkaufen. Der Erlös hiefür wird dem Nationalfonds überwiesen. Ich empfehle nochmals allen unseren Lehrern an unseren Volksschulen dieses Beispiel auf das wärmste, denn erstens würde es von Nutzen für den Nationalfonds sein und zweitens wird dadurch unsere heilige Idee den Schülern eingeprägt. Salomon Davidowicz. Pinsk. Gestern Abend (22. Februar) hielt Herr Rosenbaum aus Minsk im hiesigen Klub mit Erlaubnis des Gouverneurs einen Vortrag über die ökonomische Hebung des jüdischen Volkes, vom zionistischen StandpunKte betrachtet. Sehr viel Publikum; die Rede dauerte mehr als zwei Stunden und fand starken Beifall. Es wäre wünschenswert, dass der Klub öfter Redner, die über ähnliche Stoffe sprechen, einladen würde. G. L. Burdijeni. Hier wurde ein zionistischer Klub („Club de Lectura") gegründet. Obmann Herr J. L. Kleinber^. Podu-Turcului. („Sectiunea Sionista Seerith- Israel.*) Nach einer vom Herrn Schuldirektor D. Brauner abgehaltenen Konferenz veranstalteten die Herren P. Goldfracht und H. Rabinovici am 20. Jänner eine Versammlung in der grossen Synagoge, bei welcher Gelegenheit Herr Brauner eine Vorlesung aus mehreren Agitations- Zirkularen hielt und sodann Herr Gold fr acht in einigen Worten die Zionsidee erklärte und alle Anwesenden zur Mitarbeit aufforderte. Alle Anwesenden stimmten zu und erklärten sich als Anhänger des Zionismus. Sechzig Personen zahlten je 1 Frank Einschreibgebühr und verpflichteten sich, 40 Centimes monatlich zu zahlen. Von dem Gelde werden Aktien der J. K.-B. gekauft und unter den Mitgliedern ausgespielt. Die Ziehung einer Aktie fand Samstag abends den 14. Februar im Bureau der Sektion statt. Sie wurde vom Herrn Dr. Kammermann gewonnen, welcher der Sektion 5 Franken spendete. Komitee: Rabinovici, Präsident; J. Weissbuch, Vicepräsident; P. Goldfracht, Kassier; D. Brauner, Carl L. Pencovici, Sekretäre; Schaim S. Marcus, Kontrollor; Dr. J. Kamm ermann, L. Weiningher, F. R a b i n o vi c i, H. L. Solomon, Marcu Jan cu, Beisitzer. New-York. In der letzten Versammlung der Federation der amerikanischen Zionisten wurde beschlossen, dass der „Maccabean* einer Aktiengesellschaft mit 15.000 Dollars Grundkapital, eine Aktie zu 5 Dollarn, übergeben werden solle* Die meisten Aktien wird die Federation selbst behalten, um desto leichter die Aufsicht über die Zeitschrift führen zu können. Brandon (Kanada), Ungefähr zwanzig jüdische Familien aus Rumänien haben sich in Brandon, der zweitgrössten Stadt Manitobas niedergelassen. Sie haben eine kleine Gemeinde gegründet, können aber noch keine Beamten anstellen und müssen zum Beispiel ihr Fleisch aus Winnipeg bestellen. Es sind die ersten Juden in Brandon. Mitteilungen des Distrikts - Komitees für Mähren und Schlesien. Das D.-K. gibt hiermit allen Organisationen bekannt, dass anlässlich derSchekelwoche ein Flugblatt heraus« gegeben wurde, welches alle Einzelvereine erhalten haben. Gleichzeitig wurde das dritte Zirkular verschickt und es werden alle Ortsgruppen aufgefordert, ungesäumt die enthaltenen Forderungen zu erfüllen. Insbesondere wird im gegenwärtigen Zeitpunkte die intensivste Agitation für den Schekel nahegelegt. In Angelegenheit der Nationalfonds-Sammelbüchsen erwartet das D.-K. bis spätestens 15. d. M. die Antwort der Gesinnungsgenossen. Die Ferialverbindungen werden ersucht, umgehend die Adressen ihrer Senioren dem D.-K. bekanntzugeben. Zuschriften sind zu richten an : Alfred Herszlikiewicz, Bielitz, Schiesshausstrasse Nr. 1. Mitteilungen des österreichischen Landes-Komitees. An die österreichischen Gesinnungsgenossen! Die vom österreichischen Landes - Komitee als Schekelwoche festgesetzte Woche 8. bis 15. Adar, beziehungsweise 7. bis 14. März 1903, bricht an. Zur Hereinbringung des Schekels empfehlen sich: a) Sammlungen unter den Zionisten von Haus zu Haus, b) Versendung von Schekel-Flugblättern, eventuell unter Beilage von Posterlagsscheinen. c) Veranstaltung von Festen (eventuell Verbindung mit der Purimfeier). d) Veranstaltung von AgitationsVersammlungen. Das vom L.-K. edierte deutsche Schekel-Flugblatt Weissbergers wurde in 13.000 Exemplaren an die D.-K. versendet; 2000 Exemplare blieben in Reserve. Die von Berkovicz bearbeitete Jargon-Ausgabe des Schekel-Flugblattes wird vom D.-K. Kraka u, Dietla 54, auf Bestellung versendet. Behufs Bestellung von Flugblättern, Anmeldung und Austausch von Rednern wende man sich an die zuständigen Distrikts-Komitees, und zwar: 1. I.-ö. D.-K., Dr. Max Bernhard| Wien, VIL, Neubaugasse 14. 2. Böhmisches D.-K., Prag, Heinrichsgasse 9. 3. Mährisch-schlesisches D.-K., Alfr. Herszlikiewicz, Bielitz, Schiesshausstrasse i. 4 Westgalizisches D.-K., Krakau, Dietla 54. 5. Stanislauer D. - K., Moses Dogilewski, Stanislau. 6. Ostgalizisches D.-K., Lemberg, Rynek 12. 7. Für die Bukowina: Signa. Weissglas, Zastawna. Die D.-Ks. wollen von sämtlichen geplanten und stattgehabten Veranstaltungen dem L.-K. berichten. Die Schefeeleingänge werden in dem Rechenschaftsberichte des L.-K. an den nächsten Parteitag veröffentlicht. Gesinnungsgenossen! Tut Euer Möglichstes und bewähret die Stärke der österreichischen Organisation! Die Sitzungen des L.-K. finden jeden Montag abends im Kongressbureau statt. Zur selben Zeit sind die Mitglieder ebendort zu sprechen. Briefe und Geldsendungen für das L.-K. sind an den Sekretär Adolf P o 11 ak, IX., Türkenstrasse 9, zu adressieren. Kassier des L.-K. ist derzeit Isidor Gewitsch, Nationalfonds-Kommissär Doktor Hugo Benedikt, I, Tiefer Graben 25, der auch Nationalfonds^Marken verschleisst. Dr. J. W. Marmorek unternimmt zwischen Purim und Pessach eine Agitations-Rundreise und gedenkt, in Prag, Berlin, Breslau, Krakau und Czernowitz zu sprechen. Die Bukowina er Distrikts Versammlung behufs Bildung eines D.-K, wurde nunmehr von den Herren Sigmund Weissglas in Zastawna und Dr. Phil. Men czel für den 22. März nach Czernowitz einberufen.