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Die Welt · 1903-02-20 · 8 (20.2.1903) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
8 (20.2.1903)
Article
Wien [Nachricht]
Date
1903-02-20
Page
11 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 8 „Die £ Weifet Seite 11 Wien. Der „Jüdisch-nationale Arbeiterverein" gibt bekannt, dass Samstag den 14. März 1903 in dem eigens dazu dekorierten Gutenberg-Prachtsaale, VIII, Aiserstrasse 57, die Purimfeier im Anschlüsse an den Schekeltag stattfindet. Festrede Dr. Severin Land esb erger. Hierauf ernste und heitere Vorträge, zahlreiche Ueberraschungen aller Art und anschliessendes Tanzkränzchen ohne Kostümzwang. Beginn 9 Uhr abends. Ausführliche Programme demnächst. Wien. (Verein zionistischer Hochschüler.) Mittwoch den 25. Februar um 7 Uhr findet im Kongress- Büreau, IX., Türkenstrasse 9, ein Vortrag des Kollegen phil. Ernst Müller über das Thema: „Nation und Individuum" statt. Wien. („Verein j ü dis ch er Handelsangestellter Wien.") Samstag den 21. Februar d. J„ 8 Uhr abends, findet im Restaurant Guth, II., Stephaniestrasse 14, eine öffentliche Vereins Versammlung mit dem Thema „Warum organisieren wir uns auf nationaler Basis*, Referent Gg. A. Freud, statt. Gäste (auch Damen) aller Parteischattierungen willkommen. Wien. (Wochenprogramm der „Jüdischen Toynbee-Halle', XX., Karajangasse 20. III. Vereinsjahr.) Sonntag den 22. Februar: Rektor Dr. Adolf Schwarz „Die Frauen der Bibel II". — Montag den 23. Februar: Dr. Heinz K o h n „Das Recht auf den Tod". — Dienstag den 24. Februar: Dr. Karl Lifczis „Die Garantien gegen den Justizmord in der modernen Rechtspflege". — Mittwochden 25. Februar: Dr. Ludwig Werner „Oesterreichisches Urheberrecht". — Donnerstag den 26. Februar: Ernst Müller „Der Aether in der modernen Physik". — Freitag den 27. Februar: G. M. Mehrer „Bibelerklärung\ — Samstag den 28« Februar: Konzert. — Anmeldungen zu Vorträgen beliebe man zu richten an Herrn Dr. Siegmund Werner, IV., Wiedener Hauptstrasse Nr. 18. Prag. Montag den 23. Februar 1903 findet im Vereinslokale Jerusalemsgasse 4, um 8 Uhr abends, die ordentliche Generalversammlung für das XX. Semester des Vereines jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" statt. Kolin. (JüdischerVolksverein„Zion*.)Unser Verein veranstaltet Sonntag, (zu P u r i m) den 15. März L J. ein grosses Maskenkränzchen. Motiv: „Eine Nacht im Orient". Berichte. Wien. Der ß. C. der jüdisch - akademischen Verbindung *MaccabaeaÄ hat die Bb. Ing. Moriz Seiinger und staatlich geprüften Versichern«gstechniker Hermann Reisberg zu Alten Herren rezipiert. Wien. Am 7. d. M. fand in E. Herlingers Restauration eine Vereins Versammlung des Einzelvereins „Fünfhaus" des „Zion" statt, welche ausserordentlich gut besucht war. Herr Direktor Ignatz Weber hielt einen hochinteressanten Vortrag über „Die Schule und die Juden", worauf sich eine lebhafte Diskussion, an welcher sich unter anderen Herr Dr. M. E. Zwei g, Dr. Landes b er g, Dr. S. Krenberger und Ing. Leop. Seelenfried beteiligten, entspann. , Eger. (Rezitation.) Auf Veranlassung des Vereines „Ahavath Zion" rezitierte Gesinnungsgenosse Egon Brecher, Mitglied des hiesigen Stadttheaters, am 8. Februar „Das neue Ghetto* von Dr. Th. Herz 1 äusserst wirkungsvoll und erntete Herr Brecher nach jedem Akte stürmischen Beifall. Ungarisch-H radisch. (Jüdisch-akademische Ferialverbindung „A c hi w ah".) Ausschuss für das Jahr 1903: Präses J.-U.-C. Emil Schmitz, Vize-Präses J.-U.-C. Max Körner, Schriftführer M.-U.-C.Isidor Löwy. Lemberg.. Verein „Dorsche Schlom Zion\ Makkabäerfeier. Obmann Herr B. Jahr Begrüssungsrede. Doktor Grill Festrede. Herr Kantor Schorr Gesang. Deklamationen. Tendenzrede jur. Reich. Schülerchor. Sanok. Makkabäerfest der Gymnasialjugend unter Protektorat des Herrn Religionslehrers Appel. Musik. Deklamation. Aufführung des Stückes „Dr. Mojzesz Blum" von Dr. Malz. Czernowitz. Die Mitglieder der-jüd. akad. Verbindung „Zephirah" Berl Kinsbrunner und Mendel Kinsbrunner wurden am 13. Februar 1. J. zu Doktoren der Rechte promoviert. Bohoradczany. Auf Veranlassung des Herrn Hübschmann hielt Herr Rabbiner Horowitz anlässlich einer Andacht für den verstorbenen Rabbiner Feiwel Schreier einen Vortrag, in dem er die zahlreichen Anwesenden auffordert^ den begeisterten Zionskämpfer durch Eintragung in das Goldene Buch ' des Nationalfonds zu ehren. In der Tait wurden bereits die Sammlungen durch die Herren Hübschmann, Rappaport und Rauscher eingeleitet. $luzk (Gouvernement Minsk). Vor kurzem wurde hier ein Konversationsklub „Medabrei Ivris" gegründet. Das Zi*el des Vereines ist, die hebräische Sprache beleben zu helfcn. Die Mitglieder versammeln sich jeden Sonnabend und führen Diskussionen in hebräischer Sprache. Auch sind sie verpflichtet, auf der Strasse miteinander hebräisch zu sprechen. Am Samstag den 4. (17.) Jänner veranstaltete der Verein einen hebräischen Literatur-Abend, welchen' einen ungewöhnlich grossen Erfolg hatte. Den Abend eröffnete Herr Dubrow mit einer glänzenden hebräisehen Rede. Hierauf sprach Herr B. Kupernik über jIRaÄonalismus und Kosmopolitismus", Es wurde noch ein Referat des Herrn Wachsmann über „Die Entwicklung des Zionismus6 vorgelesen. Der Abend schloss mit dem Absingen von „Odl e o w d o" unter Pianobegleitung des Fiäulein S. Soloweitzik. Sluzk. Hier gründete Rabbiner J. J. Reines einen Verein „Misrochi*. Am ersten Abend traten 70 Mitglieder dem Vereine bei. Kairo. Der Zionismus macht hier immer grössere Fortschritte. Das zeigte sich auch bei der Generalversammlung des Vereines ÄBar Koehba4, die ausserordentlich stark besucht war. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat:Präsident Herr A. Braunstein, Vizepräsident Dr. Kri c h e w s ky, Sekretär C. H o r n s t e i n, Kassier N. D aj a n, Revisor M. Ur w an d. Der Beirat besteht aus den Herren M. Mühlberg, M. Roemer, J. G a 1 i t z e nsteii3L. Friedma n n, M. Mayer, M. Bronstein, M. W, P e r 1 o, S. Blum, R Griess, H.Sch omberg, V. Friedmann, J. Si 1 b er b erg. Die grossen Fortschritte unseres Vereines danken wir vor allem Herrn Galitz enstein, der durch drei Jahre das Präsidium führte. Leider liess sich Herr Galitzenstein nicht mehr zur Annahme des Präsidiums bewegen. A. B. fcalvinia. Am 14. Jänner ist es uns gelungen, den lang gewünschten Verein „Tikwath Zion" zu gründen. Von den 38 jüdischen Seelen, welche in dieser Stadt wohnen, sind 35 zu ier Versammlung gekommen und alle Versammelten haben sich als Mitglieder des Vereines einschreiben lassen. Ein jedes Mitglied zahlte 2 Shilling für den Monat Jänner und iiatt den Vorschlag angenommen, dass alles ersparte Geld des Vereines dem Jüdischen National-Fonds gehört. Dieser Verein wird also den Jüdischen National-Fonds mit 10 Pfd, Sterling alle drei Monate unterstützen können. Ueber die Bank- und Sehekel-Institution zu sprechen, haben wir bis zur zweiten Versammlung verschoben. Unser neugegründeter „Beth 01om% auf dem die zwei jüdischen freiwilligen Soldaten Herr Rabie und Ba r n et ruhen, beweist uns, dass man zu einer Unternehmung Aufopferung nötig liat. Fast alle Mitglieder des Vereines habe» den letzten südafrikanischen Krieg mitgemacht, wir zählen unsere Opfer mit Bedauern — aber wir sind doch gleichzeitig belehrt, dass ohne diese Opfer kein Sieg zu erhoffen sei. Wir werden über die Bank nicht Yiiel sprechen, denn das wird der Bank nicht helfen, wir werden Shares kaufen und soviel, dass es wahrlich eine Aufopferung für die Bank heissen kann. A.H.Miller, Bücherwelt. „Palästina für die Juden oder das Erwachen der jüdischen Nation",*) so heisst das Buch, das von einem Jerusalemer anglikanischen Geistlichen, dem Rev. Samuel S c h o r geschrieben, schon durch den Namen und Wohnort des Verfassers unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Der Inhalt dies Buches erfüllt die Erwartungen, die wir daran knüpfen, vollkommen♦ Die Sympathie für die Juden, die gerecht* und strenge Beurteilung ihrer traurigen Lage nehmen uns für den Verfasser ein. Für ihn erscheint der Zionismus als einzige Lösung der Judenfrage, da dieser „dem Volke ohne Land sein Land, dem Lande ohne Volk aber sein Volk* geben will und nach seinen Auseinandersetzungen geben wird. Sowohl vom wirtschaftlichen als politischen und religiösen Standpunkte weist Rev. Samuel Schor die Berechtigung des Zionismus nach. Besonders interessieren dürfte die Leser ein kleiner Auszug aus der Beschreibung Palästinas, für dessen Schöu- *) Palestine for the Jew or The awaking of the Jewish nation. By the Rev. Samuel Schor.

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