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Die Welt · 1903-02-13 · 7 (13.2.1903) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
7 (13.2.1903)
Article
Saffed
Date
1903-02-13
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 „Die £ Welt« Nr. 7 welche diese wirklich menschenfreundliche Einrichtung durch ihre Unterstützung vergrössern und ausbauen helfen werden. Südafrika. Kapstadt. (Zurückgeschickte Auswanderen) Einer grossen Anzahl jüdischer Einwanderer, die nach Kapstadt gelangt sind, in der Absicht, sich in Südafrika niederzulassen, wurde die Bewilligung, das Land zu betreten, verweigert. Sie werden gewiss nach England, auf Kosten der Schiffartsgesellschaft, zurückgeschickt werden. Es ist die erste praktische Anwendung des Immigrationsgesetzes in Südafrika. Aus Transvaal. König Carlos von Portugal erhob Herrn Salomon Seruya in Anerkennung seiner Verdienste um die portugiesischen Einwohner Transvaals zum Ritter. Herr Seruya ist aus Lissabon gebürtig. Im Jahre 1898 kam er nach Südafrika als Korrespondent des „Diano de Notieias" (Tageblatt). Er war in Lorengo- Marques Sekretär des portugiesischen „Kurators der Eingeborenen" in Transvaal. Dann war er auch eine Zeitlang Generalkonsul von Portugal in Südafrika. Er ist hochgeachtet von seinen Glaubensgenossen in Johannesburg. Amerika. Philadelphia. Am 8. Jänner d. J. fand im Tempel „Rodeph Sehalom" in Philadelphia ein Meeting statt, bei dem Herr FrankS argent,Hauptinspektor des Immigrationsbureaus der Vereinigten Staaten, über die Einwanderungsfrage referierte. Er schilderte die Geschichte der Immigration nach Amerika und ihre Bedeutung für das Land. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf, Amerika verfahre mit manchen Völkern, zum Beispiel mit den Juden, unfreundlicher als mit den übrigen, er leugnete, dass die Einwanderungsgesetze von irgend welchem Partei- oder Rassengeiste diktiert würden, und suchte das Verfahren Amerikas dadurch zu rechtfertigen, dass er nachwies, dass die Proletarier, die ohne bestimmtes Ziel und ohne bares Geld nach Amerika kommen, um dort ihren Lebensunterhalt zu erwerben, dem Lande nur zur Last fallen. Die ausländischen Arbeiter setzen durch ihre Konkurrenz die Löhne herab und schädigen die Interessen der Eingeborenen. »Amerika soll hinsichtlich der Löhne höher als alle anderen Staaten stehen. Wir wehren uns gegen jede Einwanderung von Menschen, die den Arbeitslohn verringern könnten. Wenn solche Arbeiter herkommen, müssen wir sie zurückschicken." — In diesen Worten ist die ganze Philosophie der amerikanischen Immigrationsgesetze enthalten. »Amerika den Amerikanern", so lautet der Grundsatz, der in Amerika immer mehr Anhänger findet. ,St. James Gazette* bemerkte dazu einmal, Amerika könnte, wenn es wollte, noch viele Einwanderer aufnehmen, ohne eine Pauperisierung des Landes zu fürchten« Wenn aber die Amerikaner nicht wollen? c— We1t.@bi,oolk. Eine zionistische Verlobungsfeier. Am 31. Jänner fand die Verlobung des Herrn Leon D. Straschun, des Sekretärs des „Joint Share Clubs", mit Fräulein Bertha Rosenblum statt. Unter den Gästen befanden sich Dr. Liebster, der Präsident, und Herr E. Freudenheim, der Schatzmeister der Vereinigten Share Clubs, wie auch die Herren Coihor, Finkenstein und Milgrom von der English Zionist Federation. Der Verlobungsschein wurde vom Herrn'S u w a 1 s k i, dem Redakteur des „Hayehudi" verlesen. Herr Val. Finkenstein hielt eine kurze Beglückwünschungansprache, zu welchem Zwecke er den Vorsitz bei dem vor den „Bnei Zion" von dem Londoner Stadtverordneten Herrn Straus gehaltenen Vortrage dem Vizepräsidenten des genannten Vereines, Herrn Lennox L o e w e, übertragen hatte. Die bei der Verlobung im Namen der Braut veranstaltete Kollekte betrug ig 1.70, wovon 17 Shilling dem Nationalfonds, 5 Shilling den Landarbeitern im Gelobten Lande und 5 Shilling der Jerusalemer Bibliothek zugewendet werden sollen. Die Gesundheit des Mr. Israel Zangwill. IsraelZangwill, unserem gefeierten Dichter und Gesinnungsgenossen, ist ein unangenehmer Zufall widerfahren. Er fuhr nämlich mit Mr. M a e t e r 1 i n c k in einem Wagen der elektrischen Tramway, der mit einem anderen Wagen zusammenstiess. Zangwill fiel aus dem Wagen und trug eine, wenn auch keine gefährliche Wunde davon. Seine Gesundheit bessert sich aber täglich und er ist hoffentlich bald wieder vollständig hergestellt. Englische und jüdische Arbeiter in London. Am vorigen Sonntag wurde in London in der „Hall of independants" ein Meeting der jüdischen Trade-Unionisten (organisierten jüdischen Arbeiter) abgehalten. Das Meeting war einberufen, um gegen Lord Pen rhyn, den Besitzer der Steinbrüche in Bethseda, der seinen Arbeitern und Arbeiterinnen Hungerlöhne zahlt, zu protestieren und Massregeln zu beschliessen. Es waren auch viele englische Arbeiter anwesend. Es wurden brüderliche Reden ausgetauscht und die jüdischen Arbeiter zur gemeinsamen Arbeit mit den englischen angespornt. Eine jüdische Gewerkschaft Am 4. Februar d. J. fand im Wiener Kongressbureau die Generalversammlung des Allgemeinen jüdischen Arbeitervereines statt Die bei derselben gefassten Beschlüsse bedeuten einen Markstein in der Geschichte dieses Vereines, deren günstige Rückwirkung auf die übrigen zionistischen Arbeiter- und Handelsangestellten- Organisationen nichtausbleiben dürfte. Es wurde eine Resolution einstimmig angenommen, dass der Arbeiterverein sich ehestens in eine gemischte Gewerkschaft umwandle. Dieser soll die Aufgabe obliegen, die zahlreichen, jedoch in den verschiedenen Branchen zerstreuten jüdischen Arbeiter in Wien zu sammeln und dieselben durch Konditionsloaenfonds, Stellenvermittlung und Rechtsschutz wirtschaftlich zu organisieren. Zu diesem Zwecke wurde beschlossen, den Verein in Sektionen zu organisieren und dementsprechend die Statuten abzuändern. Es muss bemerkt werden, dass die Begründung einer Gewerkschaft zu einem unabweisbaren Bedürfnis geworden ist und die Chancen für einen derartigen Verein äusserst günstige sind : erstens befinden sich in Wien mehrere Branchen, deren Arbeiter sich zumeist aus Juden rekrutieren, welch letztere jeder Organisation entbehren und infolge ihrer östlichen Herkunft der jüdisch-nationalen Organisation leicht zugänglich sind; zweitens ergibt sich die Notwendigkeit, die aus den ausgezeichneten Organisationen der jüdischen jugendlichen Arbeiter in Wien hervorgegangenen, dem Zionismus bereifs gewonnenen Arbeiter in eine jüdische Gewerkschaft einzureihen. Es ist zu erwarten, dass diese Umwandlung des Arbeitervereins den auf dieselbe gesetzten Erwartungen entsprechen wird. Wieder eine Judenhetze in Amerika. Die Geschichte des New-Yorker Judenkrawalles während des Leichenbegängnisses des Rabbiners Josef wiederholte sich vor einigen Tagen in Baltimore, Während des Leichenbegängnisses einer alten Frau, M. Natansohn, sammelten sich viele antisemitische „Drivers" aus dem schwarzen und weissen Pöbel und belästigten mit Wort und Tat die Begleiter. Einige Juden wurden arg misshandelt. Nur die allerdings etwas säumige Einmischung der Polizei verhinderte das Zustandekommen eines förmlichen Judenkrawalls. Neue archäologische Entdeckung. Auf der letzten Versammlung der „Academie des inscriptions et des belies

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