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Die Welt · 1903-02-06 · 6 (6.2.1903) · p. 20

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
6 (6.2.1903)
Article
Professor Sellins Forschungen in Palästina
Date
1903-02-06
Page
20 (sequence 2)
Language
German
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Seite iö „Die & Welt* Nr. 6 ihn zuerst als ihren Feind bedroht hatte. Das Resultat der Aibeit ibi schon bekannt; es war ein glänzendes. Im ganzen wurden drei Kastelle zutage gefördert: eines aus der Zeit von 1200 bis 1500 v. Chr., eines aus der Salomonischen Zeit, das dritte aus der Zeit der Zerstörung des Reiches. Die Fände des Opferaltars, des Kinderfriedhofes und der Töpfe, sowie Urnen sind bereits beschrieben worden. Professor Sellin gab auf Grund seiner Funde der Anschauung Ausdruck, dass die Ansicht, die jetzt in Berlin vertreten werde, vor der israelitischen habe die babylonische Kultur in Palästina geherrscht, vieles für sich hätte. Die spannenden Mitteilungen wurden zum Schlüsse mit lebhaftem Beifall belohnt. („N. Fr. Pr.«) /V%V^MW'^V»^*WV^WVVM^VM^M%'V*M»^yM*¥M^^M^l^**<^^^M»A Gottesdienst jüdischer Soldaten in London. Die militärische Chanukahfeier, welche vom jüdischen Militär geistlichen F. L. Cohen seit einigen Jahren in der Zentralsynagoge alljährlich abgehalten wird, h^tte immer ein ganz besonderes Gepräge gehabt. Die Anwesenheit von christlichen Geistlichen, des Lord Mayors, dem gesamten Magistrate der City, sowie zahlreicher um nach dem einleitenden Hinweis auf die Makkabäer hervorzuheben, dass die Juden schon vor dem Kriege in Südafrika im Heer und Marine gebührend vertreten waren. Seitdem hat sich diejZahl der Juden im Heere verdoppelt, in der Marine gar versechsfacht. Am Kriege selbst haben nachweisbar 1090 Juden aktiv teilgenommea und diese christlicher Offiziere in ihren glänzenden Uniformen, pflegte von jeher dieser Feier ein offizielles Gepräge zu verleihen. Diesmal übte der Gottesdienst auf die Londoner Bevölkerung durch die Anwesenheit des gefeierten Marschall Ro berts eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Aus diesem Grunde musste die Charlottenstrasse, in der 274 jüdische Soldaten aller Regimenter und Waffengattungen unter Kommando von 43 Offizieren Aufstellung genommen hatten, schon sehr frühzeitig von starken Schutzmannsposten abgesperrt werden. Nach Ankunft des Lord Roberts, der in der Synagoge mit einem „Boruchhabol" empfangen wurde, öffnete der Lord Major, der diesmal über seiner goldbedeckten Amtsrobe einen Tallis tragen durfte, die heilige Lade, aus der der Chief Rabbi eine Thorarolle nahm, um dann das Gebet für den König zu sprechen» Darauf ergriff Rev» F, L. Cohen das Wort» Zahl nähert sich nicht im entferntesten der Wirklichkeit, da zahreiche Juden den Krieg mitgemacht haben, ohne sich als Juden zu erkennen gegeben haben. Es muss dabei ausdrücklich hervorgehoben werden, dass unter diesen Juden, welche für Englands Grösse auf dem Schlachtfelde fochten, sehr viele waren, die jetzt als »fremde Eindringlinge* verschrien werden. Von diesen 1099 Juden sind 60 im Kriege gefallen und 67 verwundet worden. 42 Juden, darunter 19 Offiziere, 23 Gemeine und 3 Zivilisten wurden in den Berichten ehrenvoll erwähnt. Dabei komme in England erst auf 238 Cristen ein Jude. Redner schloss mit der Aufforderung an die im Heere und Marine dienenden Juden, ihre Abstammung nicht zu verheimlichen, da es jetzt auch in England keine Schande mehr ist, Soldat zu sein«

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