Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 6 (6.2.1903)
- Article
- Wien [Nachricht]
- Date
- 1903-02-06
- Page
- 12 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3315709-3316013-3316025--37503-3328747- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 jHe.-$ jWeli0' Nr. 6 gleichfalls wohlverdienten lebhaften Applaus. Den überaus gelungenen Abend schloss eine Tombola, bei der verschiedene jüdische Kunstwerke raschen Absatz fanden. Wien. (Lese- und Eedehalle jüdischer Hochschüler.) Mittwoch den 28. Jänner hat Herr Dr. Bernhard Wachstein seinen philosophischen Kurs, den er in den Weihnachtsferien unterbrochen hatte, wieder aufgenommen. Vor einem überaus zahlreichen Auditorium trug Herr Dr. Wachstein unter grosser Spannung der Zuhörer über Berkeley vor. Er schilderte zunächst Berkeley, der durch sein System der spiritualistischen Philosophie berühmt ist, als einen fast in allen Fächern des menschlichen Wissens bewanderten Mann, dessen edler Charakter jedem, der ihn kannte, Verehrung einflösste. Seine philosophischen Ansichten, hob Dr. B. Wachstein hervor, entwickelten sich teils im Gegen satze zu dem in seiner Zeit herrschenden Realismus und Materialismus, teils doch in Abhängigkeit von Lock es Sensualismus und dem in der Konsequenz desselben liegenden Phänomenalismus. Der geistvolle, Vortrag wurde mit grossem Beifall aufgenommen. Wien. Im Einzelverein „Wien" des „Ziona hielt am 3. Februar im Vereinslokale, IL, „Cafe" Augarten brücke*, Herr Dr. L i f s c h i t z einen Vortrag über „Jüdische Familien", der von zahlreichen Besuchern mit grossem Beifall aufgenommen wurde. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Direktor Fidler, Cohen, Schimmer, Polturak, Zellermayer, Gr.lü c k s ra an n, M.-Ehrlich, Liebling, S t ra u s s und Lichtermann. — Dienstag den 10. Februar wird stud. Meisl einen Vortrag halten, dessen Thema bekannt gegeben wird. Wien. Am 3. v. M. fand in den Lokalitäten G u th ein Vortragsabend des Mädchen- und Frauen-Vereines „Bikur Chaulim" statt, der einen guten Verlauf nahm. Nach Eröffnung des Abends durch die Vorsitzende Frl. Gisela K oh n brachte Herr techn. O. Rosenblatt eine Jargon-Humoreske, sowie Herr Strauss mehrere Gedichte von Morris Rosenfeld zum Vortrage.' Herr Göhring (Flöte) und Herr S amu e 1 i (Klavier), sowie Herr Fiedler (Violine) ernteteten reichen Beifa]]. Ganz besonderen Eindruck machte Herr Oberkantor B. J. O e s t e r r ei ch e r durch seinen prächtigen Liedervortrag, von dem das Lied „Off dem Pripeöik* und Loubetzkis „Schlummerlied" stürmischen Beifall hervorriefen. Die Damen des Vereines trugen durch ihre Liebenswürdigkeit zum Gelingen des Abends bei. Prag. Jüdischer Gesangs- und Musikverein. Die ordentliche Generalversammlung für das Jahr 1903 fand am 25. Jänner 1. J. statt. Aus dem Rechenschaftsberichte des Aussschusses, der unter Leitung des Herrn Moritz Löwy stand, war zu ersehen, dass dieser bestrebt war. den Verein in jeder Hinsicht zu heben. In künstlerischer Beziehung wurde alles, was in seinen Kräften stand, geleistet. Die Aufführung des Oratoriums „Zion" steht noch in frischer Erinnerung. Die Geselligkeit unter den Mitgliedern wurde durch allmonatlich stattfindende Unterhaltungsabende, die auch in der weiteren jüdischen Gesellschaft viel Anklang fanden, gefördert. Der Verein wirkte bei dem Unterhaitun gsabende des Jüdischen Frauenvereines, sowie bei der MLakkabäerfeier mit. Der Rechenschaftsbericht des Ausschusses, sowie der Kassabericht des Herrn Fischl wurde genehmigt. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Obmann Herr MUDr. Adolf G rünf e 1 d, I. Stellvertreter, Herr Moritz Löwy, It. Stellvertreter, Herr Offlzial Heinrich S i n g e r, I. Schriftführer, Herr JUC. Arthur Bergmann, II. Schriftführer, Herr JUC. Max Gach, I. Kassier, Herr Victor Guth, IL Kassier. Herr Josef K u h, I. Arehivar, Herr Eduard Pick, II. Archivar, Herr techn. Carl Bondy; weiters Herr MUC. Georg F iseher, Frl. Ada Hauer, Frl. Steffi Hahn. Alle den Verein betreffenden Briefe und Anfragen sind an den Obmann Herrn MUDr. Adolf Grünfeld, Prag, Heinrichsgasse 6, zu richten, Stanislau. Vorigen Monat fand hier die zweite Generalversammlung des vorigen Jahres ins Leben gerufenen Vereines zionistischer Handelsangestellter „Achwa* statt. Nach Begrüssung der Anwesenden durch den Obmann Salomon Glass erstattete der Schriftführer Febus Gold ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereines im verflossenen Jahre. Der Verein hat auch seine Eintragung in das goldene Buch des jüdischen Nationalfonds und die Sammlung von Geldern für diesen Zweck durch ein Album beschlossen. Die Wahl ergab nachstehendes Resultat: Obmann Salomon Glass, Vizepräses Pinkas Der man, Schriftführer Febus Gold, Vize-Schriftführer Osias Halpern, Kassier Osias Pasternak, Ausschussmitglieder J.B. Goldschlag, Sigmund Manhart, Elias W e i d 1 e r, Markus Bibri n g und Simon Kessler, ferner als Schiedsrichter Kerschner, A. Kuner und stud. jur. Bacher. Giiniany, Sonntag den 28. Dezember 1902 veranstaltete der Verein „Ahawath Zion* eine Makkabäer-Feier, zu der sich eine grosse Menschenmenge einfand. Nach dem Eröffnungsvortrage des Herrn Arnold Spät aus Grödek hielt Herr Ch. Friedlän der aus Lemberg die gehaltvolle Festrede. Herr P. Wo lf, Musiker und Kapellmeister, trug hierauf seine selbstkomponierfcen jüdischen Arien unter Guitarbegleitung des Herrn B. Katz vor und nach der gelungenen hebräischen Deklamation des Herrn Efraim Vogelfanger sprach Herr Ch. L i p p a eine glänzend, lebhaft akklamierte zweistündige Schlussrede. In animiertester Stimmung löste sich die Festversammlung nach Absingung zionistischer Lieder in später Nachtstunde auf. Nagyvärad/i Sejibstbildungäverem MJehuda Halevi". 1902 gegründet von Sal. Leuehtmaa und Sal. Spitzer. Zweck: Verbreitung der Kenntnis jüdischer Geschichte und Literatur. Generalversammlung am 11. Dezember, Obmann Z. Löwenstein, Vizepräses Prof. B. Mark, 1. Schriftführer I. Kaufmann, 2. Schriftführer K. Weisz. Anerkennung der Wirksamkeit durch die Gemeinde. Deutschland. Köln. (2 i o n. Ortsgruppe.) Reges Leben. Woehenimd grosse Versammlungen. 9. Dezember grosse Versammlung in Sachen der rumänischen Juden. Dr. Bodenheimer politisches Bild. -Aren. M. Sternlieb (Galatz), Schilderung des Elends. Kundgebungen für den Zionismus. 13. Dezember Wochenversammlung. Starke Beteiligung. Grösserer Saal muss genommen werden. Herr Hoff mann über Herzls Judenstaat. Rege Diskussion. Berlin. (Verein Jüdischer Studenten.) 40 Aktive. Zahlreiche Veranstaltungen. Geschiehtskurs Dr. Th. Zlocisti. Im Wintersemester bis jetzt Vorträge von Dr. Beram, Dr. Loewe, Dr. I. Moses, D. Triesch, Rosenbaum, A. Katz. Zwei Mitglieder sind in die Akademische Lesehalle gewählt worden. III. Kartelltag der Vereine Jüdischer Studenten. (Berlin, Breslau, München, Charlottenburg) in München. Winterfest zusammen mit dem Charlottenburger Kartell-Verein findet im Februar statt. Chargen: jur. L. Zucker Präsident, phil. F. Jakobsohn Vizepräsident, med. dent. E. Basehwitz, Schriftführer. Zuschriften an den Präsidenten, Blumenstrasse 9 . Breslau. 28. Jänner Vortragsabend der Verbindung JIakkabaeaÄ. Begrüssung Präses jur. Auerbach. Referat Davis Triesch „Jüdische Emigration*. Beantragt Zentralisatio n der Auswanderung. Diskussion. Kommers. Duisburg am Rhein. Am 28. Jänner sprachen hier die Herren Dr. B o d e n h e i m e r und D. Wolffsohn aus Köln vor einem kleinen Kreis geladener Gäste. Nach einer anregenden Erörterung vieler den Zionismus betreffender Fragen bildete sich eine Ortsgruppe. Vorläufiges Komitee; Sigmun d L e v y, Siegfried Löwe, Referen dar Epstein' Frankfurt a. M. Die „Vereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung (Nachalas Z'wi)8hier versammelte jüngst abends ihre Mitglieder und Freunde zu einem Vereinsabend, für welchen die zionistische Bewegung* auf der Tagesordnung stand. Um dem Thema mit grösster Objektivität gerecht werden zu können, war auch an die hiesige zionistische Vereinigung eine Einladung ergangen und waren als Referent ein Gegner Herr Moritz A. L o e b, als Korreferent Herr Dr. Jos. Mayer ausersehen. Auch die Herren, welche sich an der Diskussion beteiligten, die Herren Cohn, ßerlo witz, Sondheime r. Cahn, Ro s e n h ei m, behandelten das Thema mit grösster Objektivität und suchten durch sehr interessante Ausführungen nach Möglichkeit zur Klärung der hochwichtigen Frage das ihrige beizutragen. Der vorgerückten Zeit wegen wurde der Vereinsabend gegen zwölf Uhr auf den nächsten Mittwoch vertagt. Herr Rosenheim bewies sich auch bei dieser erregten und ausserordentlich stark besuchten Versammlung wieder als gewandter, sich seiner Aufgabe voll bewusster Präsident. Am Samstag, den 27. Dezember, 83/4 Uhr abends, hielt die jüdisch-nationale Frauen Vereinigung eine Makkabäerfeier ab, die sich eines lebhaften Zuspruches seitens des Publikums erfreute. Nach Begrüssung der Gäste durch die Vorsitzende, Frl. Grünblatt ergriff Herr J.Simon- Mannheim, der dem Frankfurter Publikum seit der letzten zionistischen Versammlung im kaufmännischen Verein als wirkungsvoller Redner bekannt ist, das Wort, um in fast anderthalbstündigerRede die Zuhörer gefesselt zu halten. Von dem übrigen Teil des Abends verdienen besonders hervor-