Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 6 (6.2.1903)
- Article
- Judenmord in Marokko [Kommentar]
- Date
- 1903-02-06
- Page
- 11 (sequence 1)
- Language
- German
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Cfc 6 „Die # Welt*6 Seite 11 Judenmord in Marokko. Dem Madridex „Heraldou wird aus Melilla gemeldet; Die Juden, welche Ton dem Prätendenten zur Zahlung von 8000 Duros y«&rurteilt worden waren, sandten eine Abordnung zu letzterem, um den Erlass der Strafe zu erwirken, die Delegation ißt jedoch bisher nicht zurückgekehrt; man vermutet, dtss sie ermordet worden ist Die Auswanderung. Die „Central News" meldet aus Kapstadt: Einer grossen Anzahl jüdischer Einwanderer, die mit dem Dampfer „Doune Castle11 angekommen waren, um sich in Südafrika niederzulassen, wurde die ErlauÄnis zur Landung verweigert. Die Einwanderer werden wahrscheinlich auf Kosten der Dampfergesellschaft nach England zurückgeschickt. Damit hat die Regierung der Kapkolonie zum erstenmale das neue Einwanderungsgeseta in Anwendung gebracht. Eine interessante Ehescheidung. Trotz der Taufe und der Aufopferung einer Million Gulden muste eich der als Jude geborene Baron Hermann KönigswaHer von seiner christlichen Gattin, Melanie ßlaskovicüi, scheiden. Noch zu Lebzeiten seines Vaters, des Wiener Sarons Königswarter, hatte dieser ein Verhältnis mit jener Dame angeknüpft, die er aber nur unter der Bedingung heiraten durfte, wenn sie Jüdin werde. Sie ist auci. zum Judentum übergetreten und Baronin geworden. So Lange der Vater lebte, zögerte der Sohn, ihn durch einen Glaubenswechsel zu kränken. Nach dem Tode des alten Rarons aber fand man in seinem Testamente eine Bestimmung, wonach der Sohn, „wenn er sich taufen lassen sollte" aus dem Nachlasse eine Million Gulden zu Gunsten wohltätiger Zwecke zu zahlen habe. Tatsächlich bewog die junge Baronin ihren noch immer verliebten Gatten, die Taufe au nehmen. Der verstorbene Kardinal Schlauch vollzog -den Taufakt des ungetauften Juden und den seiner zur Jüdin gewordenen Gattin. Baron Hermann Königswarte rf zum Christentum übergetreten, verlor die Million. Wie sehr ihm Letzteres benagt,, beweist folgendes Telegramm aus, Nagyvärad: Der hiesige königliche Gerichtshof hat die Ehest heidung zwischen dem Baron Hermann Königswartar und Melanie Blaskovich ausgesprochen. Melanie Blaskowich erhält eine 4800 Joch umfassende Puszta und eine Jahres- Apanage von 30.000 Kronen. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. M. J. Karpas Pfd. Sterl. 10.-. Verein „Tikvas Zion" in Marioupol Pfd. Sterl. 10.—. „B'nei Zion*, Sectia „Dr. Th. H«rzl* in C o ns t an t a Lei 250.—. Verein „Schoehrei Zion Jkbarbanel" in Harlau Kr. 238.07. ftas der JSe\fre§<ii>§. Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Wien. (Mädchen- und Frauenierein „Bikur Chaulim".) Sonntag den 8. Februar, nachmittags präzise 31/» Uhr, findet im Schulsaal der israelitischen Kultusgemeinde, I, Seitenstettengasse % ein Vertrag des Herrn Dr. J o n a s z über „ W as hat der Liie bis zurAnku n f t des A r z t e s bei Verletzung&n zu tun?" statt. Gäste, Herren und Damen, sind willkommen. Wien. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Brigittena u.") Sonntag d«n 8. d. M. findet in unserem Vereinslokale, XX,, Jägerstrasse 16 (Cafe Kaempf) ein Vortrag von Gesinnungsgenossen N. Gross über „Nutzen der Gewerkschaft" statt- Beginn 7 Uhr abends. Wien. („Ve rein jüdischer jugendlicher Arbeiter.") Sonntag den 8. Februar Vereinsabend mit Vortrag des Gesinnungsgenossen Jakob S c h o r r: „Die Lage der jüdischen Arbeiter in Kussland0. Ort: Kongressbureau, IX., Türkenstrasse 9. Zeit: 9 Uhr abends. Gäste (auch Damen) willkommen. Wien. („Vereinigung zionistischer Hochschüler".) Samstag den 7. Februar 1903 Vortrag des Kollegen jur. Josef Meisl: Leo Piaskers „Autoemanzipation". Beginn 7 Uhr abends. Ort: Vereinslokal, IX., Hahngasse 20. Gäste willkommen* Wien. Der Ausschuss des Einzelvereines „Fünfhaus" des „Zion" veranstaltet am 7. Februar 1903, 8 Uhr abends, in E. Herlingers Restauration, XIV., Schwendergasse 1, einen grossen Diskussionsabend. Herr Direktor Ignaz Weber wird den Abend einleiten. Das Thema des Vortrages lautet: „Die Schule und die Juden". Daran sollen sich Fragen knüpfen, die jeder Teilnehmer mündlich oder auch schriftlich stellen kann. Wien. (Wochenprogramm der „Jüdischen Toynbee-Hall e".) Sonntag den 8. Februar: Konzert. - Montagden 9. Februar: Herr Berliner: „Diereligiöse^und weltliche Poesie der Juden." I. —Dienstag den 10. Februar: Diskussion über „Schuleund Haus". — Mittwoch den 11. Februar: Dr. Heinz Kohn: „Das Recht auf den Tod.K — Donnerstag den 12. Februar: Dozent Dr. Pollak: „Hygiene des Ohres." — Freitag den 13. Februar: M. G. Mehr er: „Erklärung der Sidra.8 — Samstag den 14. Februar: Konzert (Goldmark-Abend). — Anmeldungen zu Vorträgen beliebe man zu richten an Herrn Dr. Siegmund Werner, IV., Wiedener Hauptstrasse 18. Wien. (Jüdisches Bildungsheim.) Vorträge im Monat Februar 1903: 10. Dr. E. M. Zweig „Die Juden Mährens". — 17. Jakob Krausz „Babel und Bibel".— 24. Konzert. — Eintritt frei. Kein Trinkzwang. Anfang S Uhr. Ende 7,10 Uhr. Repertoire der öffentlichen Veranstaltungen der zionistischen Vereine Wiens. (Anmeldungen an das^i.-ö. D.-K. zu Händen des Herrn Dr. Max Bernhardt, VIL, Neubaugasse 14.) Einzelverein „Fünfhaus": Samstag den 7. Februar 8 Uhr, Direktor W e b e r : „Kultus und Schule", Restauration Herlinger, XIV., Schwendergasse 1.— Verein „Bikur Chaulim", L, Seitenstettengasse 2: Sonntag den 8. Februar Dr. J o n a s z : Erste Hilfeleistung bei plötzlichen Erkrankungen. — Jüdisches Bildungsheim, XIV., Denglergasse 2 : Dienstag den 10. Februar: Dr. E. M. Zweig, „Die Juden Mährens". — Einzelverein „Wien", IL, Obere Donaustrasse 47, Dienstag den 10. Februar: Dr. Karl Lifczis, „Jüdische Familien*. — Donnerstag den 12. Februar 1903: Delegiertenkonferenz sämtlicher Wiener Vereine. (Tagesordnung, Ort und Stunde wird schriftlich bekanntgegeben.) — Mädchenverein „Moria", Samstag den 28. Februar: Geselliger Familienabend. — Sonntag den 1. März: „Oesterreichischer Schekeltag". Um rechtzeitige Anmeldung behufs Vermeidung von Kollisionen wird dringend ersucht. Berichte. Oesterreich-Ungarn. Wien, Der Einzel verein „Mariahilf-Neubauu hielt verflossenen Sonntag seine erste Generalversammlung ab, die sich eines massenhaften Besuches erfreute. Der Vorsitzende Dr. Fr änkl begrüsste insbesondere denEhrenpräses des Vereines Dr. Leop. Kahn und Gemahlin, den Vertreter des i.-ö. D.-K. Herrn Moriz Ehrlich, Herrn Red. Upfimny, die Vertreter der Vereine „Moria", „Unitas", „Kadimah", „Bar Kochba", „Erez Israel", „Bar Giora", der beiden Turn- und Arbeitervereine, etc. etc. Den Geschäftsbericht erstattete Herr Dr. Bernhardt, welcher konstatierte, dass die Ortsgruppe dermalen 152 zahlende Mitglieder zählt, im verflossenen Jahre 6 öffentliche und 8 interne Vereinsabende veranstaltete und einen sehr erfreulichen Entwicklungsgang zeigt. — Nach dem Revisionsberichte des Bezirksschulrates Herrn Moriz Felsenburg wurde dem Vereinsausschusse unter lebhaftem Beifall einhellig das Absolutorium erteilt und hierauf die Neuwahl vorgenommen, Die Herren Dr. Leop. Kahn, Is. Kolisch und Ludwig Spira hatten die Neuwahl abgelehnt. Die Ausschusstellen wurden demnach per acclamationem wie folgt vergeben: Präses Dr. Märtin Engländer, Vize-Präses Josef Barkan, Dr. Fränkl, Schriftführer Herrn. S o n n e n s c he i n, jur. Schubert, Dr. Bernhardt Kassiere Wilh. Gehorsam, Heinr. Zollschan Revisoren Mor. Felsenburg, Rud Weil und 18 Beiräte. Der neugewählte Präsident Dr. Engländer dankte in herzlichen Worten für das ihm bewiesene Vertrauen und hielt einen Vortrag über die jungjüdische Kunst, die dem nachfolgenden gemütlichen Teile sein Gepräge verlieh. Nunmehr wussten Herr Strauss durch den ausgezeichneten Vortrag der „Landstreicher" und des Raphaelsschen Psalms und Fräulein Katz durch die vortreffliche Rezitation der „Beruriah" und anderer Gedichte zu fesseln, das Frl. Martha R o y i o entzückte, wie immer, durch ihren reizenden Vortrag und Herr Theodor Kohn, der mehrere jüdische Lieder sang, erntete