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Die Welt · 1903-02-06 · 6 (6.2.1903) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
6 (6.2.1903)
Article
Von den rumänischen Emigranten
Date
1903-02-06
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 ,Bfc <f Well- Nr. 6 Auf diese Weise hilft die „Ica" den rumänischen Juden, die vor der barbarischen Behandlung seitens der Regierung dorthin fliehen, wo ihnen wenigstens erlaubt wird, Juden zu sein — um sie in Kan adaz uzwingen, ihr Judentum zu vergessen und es ihnen unmöglich zu machen, die jüdischen Gesetze zu befolgen; denn wenn man je vierFamilien auf einem wilden Platze, so weit entfernt von den anderen vier Familien kolonisiert, dass sie nie zusammenkommen können, wie' können diese, wenn es ihnen auch noch so glänzend geht, einen yw, eine oder eine Synagoge haben? Und so werden die Millionen, die Baron H i r s c h für das Judentum zurückgelassen hat, verwendet, um aus Juden Nichtjuden zu machen, abgesehen davon, dass so gar materiell niemandem geholfen wird und die Leute, nachdem sie sich zwei Jahre geplagt haben, alles, was sie gebaut haben, Häuser, Stallungen etc. verlassen und wegziehen. Shh The Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank) Limited. Bekanntmachung. Im Auftrage des Direktoriunis wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dass vom heutige Tage ab alle neu gezeichneten Aktien exklusive Dividendenschein Nr. 1 zur Ausgabe gelangen. Brook House, WaLbrook, London E. C.r am 1. Jänner 1903. James IL Loewe, Generalsekretär. Korrespondenzen und Telegramme. Südafrika. Mr. Chamber!ain in Johannesburg. Die Federation der südafrikanischen Zionisten ei - schien in einer Vertretung zur Begrüssung Mr. Chamberlains und übergab ihm eine prachtvoll ausgestattete Adresse, in der es heisst: Im Namen der Tausende von Zionisten Südafrikas begrüssen wir Sie in diesem Erdteile und insbesondere in dni neuen Kolonien. Wir erinnern uns der vollständigen Gewissensfreiheit und absoluten Rechtsfreiheit, welche die Juden in der ganzen Länge und Breite des weltumspannenden britischen Reiches geniessen. Wir vertrauen auf Gott und unsere Bitten, dass die Friedenssendung, in der Sie hierher gekommen sind, gelingen möge, und das bald unter der milden und gerechten Regierung König Eduard VII. alle Volksstämme in Südafrika in Freundschaft. Treue und Frieden zusammenleben werden. Diese Adresse wurde übergeben vom Präsidenten S. Goldreich, von den Vizepräsidenten J oseph H. H e r t z, H. Solomon, B. Danziger, vom Kassier LH. G u i n sb e r g und vom Generalsekretär E. M. Davis-Marks* Mr. Chamberlain sprach mit dem Führer der Deputation Herrn S. Goldreich in freundlichster Weise über die Bestrebungen der South African Zionist Federation. Palästina. Aufhebung der Cholerasperre in Jaffa. Die Absperrung Jaffas durch Kordons, die anlässlich der Choleraseuche angeordnet war und durch welche die Zufuhren aus dem Innern des Landes nur gegen Bezahlung eines kleineren oder grösseren Bakschisch gestattet, teils auch ganz unmöglich wurden, ist nun aufgehoben. Der Verkehr trat wieder in seine Rechte und die gesteigerten Lebensmittelpreise gehen entsprechend zurück. Man hofft, dass die zwischen Egypten und der Türkei bestehenden Quarantänemassregeln auch bald aufgehoben werden, damit den so gern erwarteten Reisenden in der Winter- und Frühjahrsaison nicht der Weg abgesperrt bleibt. So verhältnismässig kurz auch die Seuche in Palästina herrschte, hat sie doch viele Opfer gekostet und der Schaden im Verkehr ist recht bedeutend. Zum Glück hat sich der Regen so reichlich über das Land ergossen, dass auf guten Ertrag des Bodens gerechnet werden kann. Mitteilungen aus den palästinensischon Kolonien. In der KoloniePetach-Tikwah haben sämtliche Orangeriebesitzer eine Genossenschaft gegründet, deren Hauptzwecke folgende sind: 1. Gegenseitiges freundliches Einvernehmen in allen eventuellen Verbesserungen in den Gärten. 2. Gemeinsamer Einkauf von Maschinen, Weikzeugen, Materialien etc. 3. Einheitliche Regulierung der Arbeitslöhne den Ortsverhältnissen entsprechend. 4. Gemeinsamer Verkauf der Orangen und eventueller Export derselben auf Rechnung der Genossenschaft nach Europa. Als Funktionäre wurden gewählt die Herren Sim. Stampfer und R o k e a c h. Als Kontrollore die Herren Goldenhirsch, Makleff, Paseal und Slor. Mit Rücksicht darauf, dass in ungefähr 4—5 Jahren der Orangen-Export aus dieser Kolonie etwa 74 Million Francs jährlich betragen dürfte, ist dieser Zusammenschluss der Gartenbesitzer verheissungsvoll. In der Kolonie Ekron werden seit vier Wochen Vermessungen des Landes vorgenommen, welches die „Ica" vor einiger Zeit angekauft und unter 31 Kolonisten genannter Kolonie verteilt. Die Bearbeitung dieser Felder seitens der'letzteren wird diese Woche in Angriff genommen. Leo Weiss. Russland. Kischinew. Einem Telegramme der „Nowoje Wremja" aus Kischinew zufolge wurde am 29. Jänner in der Sitzung des Gouvernementskomitees zur Feststellung der Ursachen des Niederganges der Landwirtschaft die von dem Bezirkskomitee beschlossene bedingungslose Nichtzulassung von Juden zum Verkaufe von Reben in den Dörfern und zum Ankaufe landwirtschaftlicher Produkte auf dem flachen Lande in Erwägung gezogen. Eine den Juden feindselige Majorität hat sich bereits gebildet, um das vom Bezirkskomitee votierte Verbot zu sanktionieren. Diese Majorität hat auch durchgesetzt, dass die Frage über die jüdischen Pächter von Grund und Boden dem Komitee zur Begutachtung unterbreitet werden soll, wiewohl der Vorsitzende Sisinskij dies zu hintertreiben bestrebt war. Durch die Ausschliessung der Juden aus den bezeichneten Erwerbsquellen werden aber die jüdischen Massen in Bessarabien äusserst hart getroffen. ft Krossnojarsk. Auf dem in Krossnojarsk unlängst stattgefundenen Kongresse der sibirischen Goldminenbesitzer wurde beschlossen, künftighin in den Goldgruben und Goldwäschereien Aerzte mosaischer Konfession nicht anzustellen . . . * Jalta (Krim). Die christlichen Tabakfabrikanten und Tabakplantagenbesitzer von Jalta haben dem Gouverneur von Taurien unlängst ein Gesuch unterbreitet, den jüdischen Tabakhändlern und Kommissionären den zeitweiligen Aufenthalt in Jalta zum Zwecke der Abwicklung von Geschäften zu gestatten. Der Gouverneur hat nun, wie der „Krimskij Wjestnik" meldet, den Bittstellern bekanntgegeben, dass die bezeichneten Juden zu Handelszwecken sich auf dem flachen Lande nur so lange Zeit aufhalten dürfen, als zur Abwicklung der Geschäfte erforderlich sei. Der Aufenthalt in Jalta aber kann nur mit jedesmaliger Zustimmung der Polizeiverwaltung gestattet werden. *. Belgrad (Bessarabien). Wie der „Odesskij Listok" meldet, sind in den Strassen von Belgrad Ankündigungen des Gemeinderates über die Ausschreibung von Pachtofferten auf verschiedene städtische Einnahmen affichiert worden, in denen mit fettem Druck erklärt wird, dass Juden zur Teilnahme weder als Pächter noch als Gesellschafter zugelassen werden. Das russische Gesetz verbietet den Juden die Pachtung städtischer Einnahmen nicht . ♦ * Riga. Die erschreckende Armut der Juden im Niederlassungsgebiete hat im Ministerium des Innern selbst die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Erweiterung des jüdischen Ansiedlungsrayons geweckt. Da Riga zu den Städten gehört, wo Handel und Industrie von zugereisten Juden mächtig gefördert werden, so zog man die

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