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Die Welt · 1903-01-30 · 5 (30.1.1903) · p. 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
5 (30.1.1903)
Article
Rocznik Zydowski [Rezension]
Date
1903-01-30
Page
20 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 „Die & Weit" voll** Zeichnung (wie zum Beispiel in der Zeichnung: „Der Eid;c)lässt von seinem aufblühenden Talente vieles erwarten. Ali^s in allem, künstlerisch und literarisch macht das Buch auf uns einen sympathischen Eindruck. A. C—k. Jerusalem. Erinnerung an meine Falästinareise. Es hängt das Aug' voll Thränen, Mit sehnsuchtsvollem Blick Dort an der grauen Mauer, Die einst sah Judas Glück. Jerusalem, du hehre, Du königliche Braut, Gesegnet sei das Auge, Das einmal dich geschaut! Du lagst sowie erstorben, Von hohem Schutt bedeckt, Der Eine liegt im Staube, Das Beten deiner Kinder Dieheil'geErd'erküsst, Hat wieder dich erweckt. ßes Andern Glück voll Erwach' zu neuem Leben, Hoffen Zu Glanz der nie erbleicht, Die Himmelssphären misst. r\mn TPiinftn I AiH nv>H # ■*■ k Laut weinend reckt der Eine Dein früher Leid und Unglück Sei wie ein Traum verscheucht! In enger, tiefer Gasse, Steht dichtgedrängt die Schar, Bringt bei der Tempelmauer Gebet* als Opfer dar. Laut rufet um Erlösung Der Ein' in langem Rock, Der Andre mit dem Turban, Die Hände hoch empor, Der Andre betet leise, Bringt keinen Laut hervor. Und all das Weinen, Flehen Ein einzig Ziel nur hat: Die Aufrichtung des Volkes, Des Landes und der Stadt. Die Quadern in der Mauer, Gewaltig, gross und hart, Ergriffen von der Trauer, Weinen in ihrer Art. Der Greis gelehnt am Stock. _ , _ 1A _ TT Wer Ost, wer Westbewohnet fühlt der Herr Erbarmen Wer Nord, wer Süd gesehn, 0b diesem Srossen Schmerz, Tief im Gebet versunken Siehst bei der Wand du steh'n. Wie sehr das Volk zerrissen Durch Silt' und Kleidung scheint, Die Lieb' zur heil'gen Stätte Mein Volk, mein Volk, Hat alle hier vereint. bist du! J. ßenkendorf. Und leget seine Tröstung Den Betenden ins Herz: Getrost, ich will dich heben, Dir schenken, Juda, Ruh' Und Frieden, Glück und Leben — Im Ghetto. Von Abraham Reisen. Autorisierte Uebersetzung aus dem Jüdischen von Alexis Feldstein. Spät . . 4 Die Nacht ist kalt und finster, Neblig, nass ringsum . . . Alles schlummert . . . Häuser, Gassen Liegen totenstumm. Mühsam schlendert nur der Wächter Durch die Gasse hin, Blickt bald in die stillen Häuser, Blickt mit trübem Sinn. Dort in warmem, weichem Bette Träumt es sich so gut. Ach, wie gerne hätte dort Sein Leib geruht! Und er klagt sein Leid dem Himmel: — Schau nur, Herr, herab! Habe selbst nichts, hüte aber Fremde Ruh' und Hab*. Im Grünen. Aus dem Jüdischen des H. Bialik. Von Blumen und Wundern war ich umgeben, Wo Tierchen in Strahlennetzen zittern, Wo die Luft vom Schwirren und Girren lebt — Umzaubert war ich zu Boden gesunken. Und warm. Und alles schön und mild. Erstickte Gefühle drängen nach Licht, Wollen zur Sonne Und taumeln, die weichen, schwachen, stillen Und strecken die Häupter, Wie Schlangen aus Höhlen die Leiber zieh'n Höher und höher — Und Gottes Sonne blickt auf uns So mild--~ Und warm. Und alles gut. Wie Gottes Welt erstrahlt! Im tiefen Gras, da hüpft es und tanzt. Der Rasen ist von Blüten voll, Die Gott mit eig'ner Hand gepflanzt, Mit tausend Farben schmückte. Das weitet sich und breitet sich Ohn' Anfang und ohn' Ende — Und einsam liegend in dem Gras, Fühl' ich in mir die ganze Welt. Das wehet her ein Hauch Vom freien Feld — 'S ist still. Und rasch — ein Pfeil — So schwebt ein Traum Von Kindheitstagen — Und ist schon tausend Meilen weit. Das war ein Blitz, das war ein Glanz, So wundersam und heimattraiü. Es kam durch dumpfe Jahre her Versunken und verloren — Das war ein Blitz, das war ein Glanz Und strömt' und sprang mir in den Blick, Ein Tropfen Tau von jungem Glück? — Und schon versiegt? — das war — Das blickte so Der grüne Wald auf mich* Ernst Müller* Heitere Ecke. Verschiedenes Alter. Ein Junge aus der Ostseite von New-York wurde gefragt, wie alt er sei. Seine Antwort lautete: „Zuhause fünfe, in der Schule sechse, in der Strassenbahn viere. Beim Handel. Ein jüdischer Kleinhändler in Stoffen geht einkaufen und fragt den Engrossisten: „Wieviel kostet die Elle von diesem Stoffe?" „Für Sie sechs Sechserl". Der Käufer überlegt sich hierauf seine Antwort im Stillen folgendermassen: Gesagt hat er, der Stoff kost' acht Sechserl, lassen werd* er mir ihn für sechs Sechserl, wert mag er sein viere, werd' ich ihm bieten zwei Sechserl.

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