Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 5 (30.1.1903)
- Article
- Königsberg i. P. [Nachricht]
- Date
- 1903-01-30
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 5 „Die # Welt** Seite 11 Präsident, phil. Zinn Kassier* Geistige und körperliche Ausbildung der Mitglieder. Sammlung für den Nationalfonds. Frankfurt a. M. Generalversammlung der Jüdischjiationalen Frauen-Vereinigung. Rechenschaftsbericht Schriftführerin Frl. Grünblatt. Zehn Versammlungen jährlich abgehalten. Neuwahlen: Frl. Grünblatt, 1. Vorsitzende, Frau Goldmann, 2. Vorsitzende, Frl. M. Katz, Schriftführerin, Frau Kohn Kassierin, Frl. G. Wölpe 1, Beisitzerin, Frl. Scheuer 2. Beisitzerin. Landsberg a. W. Agitationsversammlung Dr. Klee. Gemeindevorsteher Herr Nathan und Rabbiner Dr. Elsass für die Sache. Voraussichtliche Gründung einer Ortsgruppe. München. (Ortsgruppe.) Vortrag Dr. Gg. Kurt Bock. Diskussion über die jüdische Universität. Zionistische Gäste aus Stuttgart. Memei. (Ortsgruppe.) Generalversammlung. Vorsitzender Dr. L. Wolffsohn. Rechenschaftsbericht. Unter den Mitgliedern kursieren immer zionistische Broschüren. Eine Frauenvereinigung wurde gegründet. Berlin. (Verein jüdischer Studenten.) Neuwahlen: jur. L. Zucker, Präsident, ehem. F. Jacobsohn, Vizepräsident, med. dent. E. Basehnik Schriftführer, jur. A. Grün Kassier und, hist. art. J. Cahn Turnwart, Semesterkneipe. Begrüssung jur. Zucker. Tendenzrede jur. Mayer. Für den Bund a. H. sprach Herr Dr. Hantke und überreichte dem Vereine ein Werk über jüdische Literatur. Für den Bund jüdischer Korporationen sprach med. Peritz (Breslau). Ferner sprachen unter Beifall Dr. Löwe, Dr. Eschelbacher und Dr. med. Oppenheimer für den Verein jüdischer Studenten in Würzburg. — (Untergruppe „Ahawath Zion" der Berliner zionistischen Vereinigung.) Generalversammlung in Sehneiders Festsälen. Vorsitzender Dr. Engländer. Rechenschaftsbericht. 180 Mitglieder. Erhöhung des Mitgliedbeitrages angenommen. Neuwahl: 1. Vorsitzender Herr Ludwig Sofir, 2. Vorsitzender Herr Pariser, Beisitzer die Herren Ruckenstein, Wahrhaftig und Gottlieb. 10 Mitglieder in die Synagogen-Vereine entsendet. Verschiedene Anregungen. Schlusswort Gg. Behr. Stuttgart. Im Oktober Vortrag Dr. Bodenheimer vor geladenem Publikum, darunter Mitglieder der B'nei Brith-Loge. Grosser Erfolg. 13. Dezember erste öffentliche Versammlung <Ter zionistischen Ortsgruppe im Europäischen Hof. 150 Personen. Einleitung Präses E. Kaufmann. Redner Dr. Friedemann (Wiesbaden). Starker Beifall. Viele Neuanmeldungen. 27. Dezember Makkabäerfeier. Chanukalied von allen Anwesenden. Festrede Präses E. Kaufmann. Herr Wolf Geschichtsbild der Makkabäer. Hebräische Uieder und Beden. Musikvorträge. Jüdische Lieder, unter Beifall gesungen von den Damen Jakob. Neuanmeldungen. Sammlungen für den Nationalfonds. Wöchentliche Zusammenkunft jeden Samstag halb neun Uhr Hotel Bilfinger, Ratskeller. Durchreisende Gg. herzlich geladen. Demnächst grosse Versammlung. Ausschuss: E. Kaufmann, Präses; J. Wolf, J. Bodenheimer, Dr. Lud. Weil, Dr. Feith, B. Spira, Ad. Ehrlich. Königsberg. (Z i on i s tijs/chie Vereinigung.) 8. Dezember Vortrag Dr. Gronemann. Starker Beifall. Diskussion. Neuanmeldungen. 13. Dezember 1902 Generalversammlung. 7~(> Mitglieder. Für verschiedene zionistische Zwecke im letzten jähre gesammelt: 526 Mark. Wahlen: Dr. Hoppe, Sachs, Sambursky, Towbin, Wolffsohn. 25. Dezember Makkabäerfeier Artushof. Ueberfüllter Saal. Ueber 500 Personen. Festredner Herr D. Wolffsohn (Köln). Stürmischer Beifall an vielen Stellen. Chorlieder. Gesang (Makkabäus-Arie von Händel, „An den Wassern zu Babel" von Meinander, „Dort, wo die Zeder") Herrn A. Sutzenik, Herrn Paglin (hebräisch), ferner von Herrn Bahr (Jargon) und Herr Kojack (Jargon). Klavier Vortrag Frl. Anna Rock, Frh P. Kallner, Deklamationen, ebenso Frl. L. I^omeranz. Sämtlich künstlerische Leistungen. Lichtbilder aus Palästina und von unseren Führern. Grosse Sammlung für den Nationalfonds. D a n z i g. 9. Dezember Vortrag Dr. Gronemann, Apollo- Saal. Einleitung Apotheker Hausner. Diskussion. Rabbiner Dr. FreuderrEhal contra. Dr. Gronemann vorzügliches Schlusswort. 30 Neuanmeldungen. H. W. Halberstadt. (Zionistische Vereinigung „Tikvas Z i o n".,) 225. Dezember Generalversammlung. S. A. Winter, Kaiserstr. 26, 1. Vors.; Lehrer Stern, Moritz, Samson, K. Goldsehmidt Ausschuss. Bisheriger Präses S. Blum musste zum allgemeinen Leidwesen abreisen. Jänner grosse Versammlung und MakkabäerTeier. Breslau. 6. Dezember Zion. Verein. Dr. Kahn (München). 300 Personen. Diskussion bis 1 Uhr. Rechtsanwalt Joel Hauptgegner, hatte gestern im Literaturverein gegen den Zionismus gesprochen und wurde deshalb geladen. Treffende zionistische Heden von den Herren R. A. -Schwarz, Pelz, Grünthal, Zwirn, Golinetti. Sozialdemokraten zurückgewiesen von Dr. Kahn. Spannung im Publikum. Beuten, öberschlesien wird allmählich für den Zionismus gewonnen durch Propaganda der Gg. Dr. Zlocisti und Th\ Kahn (München). Ortsgruppe Gleiwitz besteht bereits. >JTeugründung Ortsgruppe Gleiwitz 7. ds. 55 Mitglieder. Vorstand die Heren Gattel Koplowitz und Lesser. Ortsgruppe Kattowitz in Gründung begriffen. Druisburg. Verein für jüdische Geschichte und Literatur. 19. ds. Dr. Klee über Zionismus. 600 Personen. Rauschender Beifall. Rege Diskussion. Dr. Klee Schlusswort. Eine Rheinstadt gewonnen. Schweiz. Bern. Generalversammlung des Vereins „Z i o n". Präs. A. Abrahameohn, Vizepräs. I. Popper jun.„ Schriftführer A. Lemberger, Kassier H. Hauser. 15 neue Mitglieder im letzten Monat. Hier studierende ungarische Rabbinatskandidaten (Schüler Dr. Breuers) sämtlich für uns, was für Ungarn von Bedeutung ist. Biel. Vortragsabend des Vereines „0 h a v e Z i o n<s. Vortrag Gg. Salkind, Präsident der Berner „Kadimah", über?3ÄltneulancTf. Anschliessend künstlerisch-literarisches Programm. Endlich heiterer Teil. Arrangeur des Abends Dr. Levy. Sammlung für den Nationalfonds 28 Frcs. Mitwirkende: Frau Jung, Frl. Taubel, phil. Kraus, Vizepräsident jur. Mehler, Schriftführer der „Kadimah" und jur. Miliner. Tanzkränzchen. England. Glasgow. 28. Dezember Generalversammlung des Vereines „B ' n e i Z i o n". Bericht von den letzten 7 Monaten; Gründung eines Knabenvereins, zählt 120 Mitglieder. Eröffnung einer stark besuchten jüdischen Lesehalle. Bei der letzten Versammlung waren 1600 Personen anwesend. (Ein Drittel aller Glasgower Juden.) Mitgliederstand 246, wächst taglich. Share- Klub. Für den Nationalfonds wird eifrig gearbeitet. Vorstand: Präses P. P. Baker, 1. Vizepräses I. Benson, 2. Vizepräses Rv. Frankle Sekretär A. Bernard, Kassier I. Horowitz, M. Mille, I. Bernstein; Beisitzer: H. Baker, A. W* Abrahamovitz, A. Haase, I .Vogle, I. Bernstein, S. Carnovsky, D. Ballkin^ Handelmann, H. Slinkin, A. Cosin, Saritzky, Raasocky, Halpern, I. Gallambok, S. Adler, H. Sragowitz, A. Weitzmann. Vereinigte Staaten. Chicago. Am 11. Jänner fand hier, einberufen durch den Orden „Knights of Zion", ein enthusiastisches Zionisten- Meeting statt. Der Medina-Tempel, in welchem die Versammlung stattfand, war überfüllt. Grossmeister Leon Zolotkoff präsidierte.—Die interessanteste Ansprache des Abends war die des berühmten Rabbiners Dr. Emil G.Hirsch, welcher den Ausspruch: „Washington unser Zion", als absurd erklärte, und die hohe Bedeutung des Zionismus anerkannte. Er wäre bereit, die Lehre des Zionismus anzunehmen, wenn der zionistische Plan verwirklichbar wäre. — De Haas erinnerte an Dr. H i r s c h s Angriffe auf den Zionismus und freut sich über seine Bekehrung. Er forderte Dr. Hirsch auf, mitzutun und zu helfen, den Zionismus au verwirklichen. Dr. Hirsch antwortete darauf, dass seine seinerzeitige Rede über den Zionismus entstellt wiedergegeben worden sei. Wenn er auch noch nicht aktiv mittun könne, leugne er nicht die moralischen Erfolge des Zionismus. Rev. H. Masliansky hielt dann noch eine zündende jüdische Ansprache. \Mk$^i>tecbafi1icb^ ^Peil. Der Zionismus als soziale Erscheinung. I. Der Klassenkampf im Judentum. (Schlusi.) Die Zeit der Emanzipation der Juden fällt beinahe in allen Ländern mit der Erhebung des dritten Standes, der Bourgeoisie, mit der Steigerung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung zusammen. Dem feudalen Rittertum, dem junkerlichen Adel war es lieber, geknechtete Juden zu haben, abgesehen von verschiedenen ideologischen, das heisst religiösen, traditionellen und anderen Motiven schon aus dem Grunde, weil sie in einer solchen Lage leichter auszubeuten waren und vermittelst des jüdischen Geldes der entnervte, dem Verfalle sich nähernde Adel mit der immer mächtiger werdenden Bürgerklasse kämpfen konnte. So erklärt auch Z. S i mme 1 in seiner ^Philosophie des Geldes* die Ursache der Entstehung des Handtlsgeistes bei den Juden und ihre rechtliche Stellung bis zur Neuzeit. Die Rechtlosigkeit der Juden in ihrer damaligen Form war ein Ausfluss der allgemeinen ökonomischen Zeitverhältnisse, des Kampfes zwischen Adel und Bürgertum. Und während einerseits die Juden ein Spiel- und Werkzeug in den Händen des Adels waren, haben sie andererseits eine Erscheinung ins Leben gerufen — natür-