Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 5 (30.1.1903)
- Article
- Jüdische Hochschule
- Date
- 1903-01-30
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 8 „Die Weit40 Bureau werden auch alle Anfragen erledigt und alle Informationell erteilt. * Für die Zwecke der „Jüdischen Hochschule* bestimmte Gelder sind an den „Jewish Colonial Trust" in London zu richten. # Die Broschüre „Eine Jüdische Hochschule" ist soeben in zweiter Auflage im „ Jüdischen Verlag", Berlin SW. 47, Grossbeerenstrasse 75, erschienen und durch den genannten Verlag zum Preise von 1 Mark zu beziehen. * Das Bureau „Jüdische Hochschule" hat eine Enquete untw den in Westeuropa studierenden russischen, rumänischen etc. jüdischen Studenten eingeleitet, die ein genaues Gesamtbild des ausländisch-jüdischen Studiums geben soll. In folgenden Städten sind die Arbeiten bereits im Gange: Aachen, Antwerpen, Basel, Berlin, Bern, Braunschweig, Breslau, Brüssel, Göthen i. A., Darmstadt, Dresden, Freiberg i. S., Freiburg i. Br„ Friedberg i. H., Göttingen, Halle, Heidelberg, Karlsruhe, Königsberg i. Pr., Lausanne, Leipzig, Lüttich, Marburg, Montpellier, München, Mittweida, Nancy, Paris, Strassburg, Stuttgart, Wien, Würzburg, Zürich und Genf. Für manche Hochschulstädte, besonders in Oesterreich, stehen noch Mitarbeiter aus. Jüdische Studierende, die für diese Orte die Leitung der Enquete übernehmen wollen, werden mm umgehende Mitteilung ihrer Adressen gebeten. Für das Bureau »Jüdische Hochschule": Dr. Ch. Weizmann, Genf. Berthold Feiwel, Zürich. Der jüdische Verlag, Berlin SW, Grossbeerenstrasse 75 teilt mit, dass er seit November vorigen Jahres als Gesellschaft mit beschränkter Haftung handelsgerichtlich eingetragen ist Auch Geldsendungen sind daher in Hinkunft nicht mehr an die frühere Zahlstelle, sondern an den Verlag selbst zu adressieren. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass die Zeitschrift »Palästina", deren erster Jahrgang dieser Tage komplet vorliegen wird, in den Jüdischen Verlag übergegangen ist. Auch der erste Band der Publikation des „Vereines für jüdische Statistik" erscheint im Jüdischen Verlag und wird voraussichtlich noch im März vorliegen. Von den Büchern des Verlages werden bis zum März die lyrische Anthologie (Declamatorium) „Junge Harfen* und die „Skizzen und Erzählungen" von Ch. D. Nonlb er g (autorisierte Uebersetzung aus dem Jüdischen von Berthold Feiwel und Dr. J. E1 j a s c h o f f), bis zum April „Jüdische Künstler"(unterMitwirkung von S. L. Benoman, Alfred Gold, Prof. Dr. Richard Muther, Dr. Franz Servaes und Fritz Stahl, herausgegeben von Martin Bub er) und „Die Juden als Rasse" von Dr. J.Judt, bis zum Mai die „Erzählungen" von J. L P e r e z (autorisierte Uebersetzung von Mathias Ach er) erscheinen. Von interessanten Neuerwerbungen des Verlages sei nur „Aus Israels Vergangenheit und Zukunft" von Dr. Franz Oppenheim e r hervorgehoben, sowie folgende autorisierte Uebersetzungen : Schalom Asch, Erzählungen (Berthold Feiwel), David Pinski, Dramen und Erzählungen (Martin Bub er), Abraham Reisen, Skizzen (Berthold Fei w e 1), Morris Bosenfe l d, „Lieder des Gheito"IL Folge (Berthold Feiwel), Scholem -AI eiche m, Skizzen (Alexis F eIdstein), Achad-Haam, Essays (Dozent Dr. Israel F r i e d l a e n d e r). Im Namen des „Jüdischen Verlages" und der üebersetzer werden die. jüdischen Schriftsteller in kollegialer Weise auf die erworbenen Automationen aufmerksam gemacht. Gleichzeitig gibt der Jüdische Verlag auf vielfache Anfragen hiermit bekannt, dass alle Bücher modern-jüdischer Richtung durch den Verlag zu beziehen sind, insbesondere Morris Rosenfelds „Lieder des Ghetto" (Feiwel- Lilien), Herzls „Altneuland" und Münchhausen- Liliens „Juda". Gesinnungsgenosse Alex. Streimer, Drohobycz, wünscht nähere Auskunft über den Tod seines Onkels Le Hinter, Gross-Kleiderhändler, welcher in Texas (Amerika)-wohnte und starb. Wir ersuchen die American Z. F. und die Kanadische Zentrale um Publizierung dieser Bitte. Ebenso ersuchen wir die zionsfreundlichen Blätter in Amerika um gefälligen Nachdruck des Ansuchens. Die Eedaktion. Erklärung* Die Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien „Bar Kochba" in Wien ist zur Eklärung ermächtigt, dass ihr A. H. Dr. Berl Hausner seine Anschauungen in Bezug auf Judentum und Judenfrage trotz gegenteiliger, auf Wortklauberei beruhender Ausstreuungen in keinerlei Weise und in keinem Punkte geändert hat, dass er vielmehr an dem festen und unerschütterlichen Glauben an die eigene Zukunft des jüdischen Volkes nach wie vor festhält. I. N. d. V. ing. Simon Weinberg ing. Moses Leuchter dz. Schriftführer. dz. Präses. ♦ Die k. k. Landwehr-Offiziere, welche im Jahre 1873 in der k. u. k. Kadettenschule in Prag waren, sollen nach 30 Jahren, das ist am 18. August 1903, ein Festbankett in Prag arrangieren. Die Herren Kameraden werden ersucht, ihre Adresse dem k. k. Hauptmann a. D. Julius B o n dy in Hofowitz (Böhmen) bekanntzugeben. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. „Föderation of American Zionists* in New-York Doli. 50.—. Zionistenverein in Noworonowka Pfund Sterl. 10.-. Jacob Goldstein Pfd. Sterl. 10.-. „Kimberley Zionist Association*, Kimberley (Südafrika), Pfd. Sterl. 25.—. Colonel D. Harris, C. M. G., V. D., M. L. A.f Kimberley, Pfd. Sterl. 25.—. Dr. Ed. Portner Kr. 240.—. „Agudas Zion" und „Agudas B'nothZion" in Schatin Kr. 239.40. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Im neuesten Bande der „Encyclopedia Britanmca" (neue Fortsetzung) wird ein Artikel von Lucien Wolf über den Zionismus veröffentlicht Der Verfasser skizziert die Geschichte der zionistischen Idee, der seit jeher im Herzen lebenden Hoffnung auf Wiedergeburt unseres Volkes und kommt schliesslich auch zum Zionismus der Gegenwart. Das Verhalten des Verfassers dem modernenZionismus gegenüber ist ein ablehnendes. Er gibt zwar zu, dass die zionistische Partei sehr zahlreich ist, d ass sie di e grösste jüdische Volksbewegung, die die Geschichte kennt, ist, bezweifelt aber die Realisierbarkeit der zionistischen Idee, da die Schwierigkeiten gross sind. Die Gründe, die er anführt, enthalten nichts neues und verdienen keine eingehende Besprechung. Auch das, was er von der künftigen Verbrüderung der Völker, Verschwinden der Nationalitäten sagt, riecht sehr nach den alten optimistischen Phrasen der Assimilationsjuden. Ich glaube, ein ernstes Werk wie die JEncyclopedia Britannica* müsste einen ernsteren und objektiveren Artikel über eine so wichtige Erscheinung, wie es der Zionismus ist, enthalten. Man muss uns doch schon ernster behandeln ... C. „Hebrew Union College Journal/' Cincinnati, Vllth vol, December 1902, No. 3. Ein kleines Journal, das aber einige gute Artikel enthält, wie zum Beispiel über Achad-Haam von Mendel Silber, dann den von Dr. H. Malter: Back ward, then Fouward (Rückwärts, dann vorwärts) über die Reform der jüdischen Religion. Diese häufigen Publikationen der amerikanischen Rabbinerkollegien sind eine erfreuliche Tatsache, denn sie beweisen, dass jüdische Literatur und Wissenschaft in dem Gebiete des Uncle Sam gedeiht. C. Palestine Exploration Fund Quarterly Statement. Januaryl903. London. Enthält unter anderem zwei bemerkenswerte Artikel: „The immovable East" (der unbewegliche Osten) von Phillip G. Baldensperger Esq. über Land und Leute in Palästina, hochinteressant für die detaillierte Kenntnis der eigentlichen Verhältnisse des Landes; der zweite Artikel ist der von Rev. Roland G. Stafford : „The samaritan passover" (das Passah-Fest der Samaritaner), enthält viel interessante und ethnographisch wichtige Notizen über die Art und Weise, wie das Fest von den Samaritanern, die ihre uralte Tradition in ihrer Reinheit bewahrt haben, begangen wird. Ueber dasselbe Thema handelt übrigens auch