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Die Welt · 1903-01-09 · 2 (9.1.1903) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
2 (9.1.1903)
Article
Pressburg [Nachricht]
Date
1903-01-09
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 fJMe % Welt" Nr. 2 jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen, für welche im offiziellen Gemeindetempel, Tempelspen den zulässig sind,.} auch der J ü d i's c Ii e N a t i o h a 1 f o n d s aufgenommen werde. Der folgende Sabbat-Ohahuka wurde nun gleich fcüm Chewrah- Sabbat des „A. Z." auserkoren, indem die Vereinsmitglieder an demselben in stattlicher Anzahl im Gemeindetempel erschienen und vor die Thora gerufen, dem J. N. F. nahmhafte Zuwendungen machten, was in dem gedrängt vollen Tempel von sichtlich stark propagandistischer Wirkung war. Sonntag am 28. Dezember hielt der Verein seine Makkabäerfeier ab, zu welcher sich eine zahlreiche Zuhörerschaft einfand. Kongressdelegierter Herr Schuldirektor Adolf Reichenthal aus Tyrnau, der als ungarischer Festredner fungierte, entwickelte die zionistische Tendenz mit der ihm eigenen mächtigen agitatorischen Verve. Das Andenken der Makkabäer feierte Gesinnungsgenosse Herr jur. Waschitz ans Wien in einer ebenso inhaltsreichen als formvollendeten deutschen Gedenkrede, welche die Apologie der Makkabäer in geistvoller Weise mit den jüdischen Geistesströmungen und Streitfragen der Gegenwart verknüpfte. Auch der hebräische Festredner Herr S. Weinreb erntete lebhaften Beifall.Hervorzuheben sind noch die wirkungsvollen Deklamationen der Herren S. Komlössi (die Chanuka-Lichter von Morris Rosenfeld) und V, S c h ö n f e 1 d (Ahasver von K i s s Jözsef). Der Vereinschor produzierte sich unter Beifall. Zugunsten des J. N. F. wurde während der Feier gesammelt und nach derselben fanden sich der Vereinsvorstand, die Festredner und die Chormitglieder zu einem gemütlichen Abendessen zusammen. Czernowitz.(Der Festabend der „Hasmonaea"), der Sonntag den 7. v. M. aus Anlass der Eröffnung des XXIII. Semesters der Verbindung stattfand, nahm in Anwesenheit zahlreicher Honoratioren und unter starker Beteiligung der jüdischen Studentenschaft einen schönen Verlauf. Nach Absingung des „Gaudeamus" begrüsste der Senior der Verbindung cand. jur. E. S t r o h die Fest gaste, unter denen man den Rektor Professor Dr. Scharizer, den Dekan der theologischen Fakultät Professor Dr. Tarnowski, den Prodekan der theologischen Fakultät, Dr. Popo viei, den Dekan der juridischen Fakultät Professor Dr. Adler, den Vizebürgermeister Regierungsrat Dr. R e i s s, den Präsidenten der Advokatenkammer Dr. Heinrich K i e s 1 e r, den Universitätssekretär Dr. Norst, zahlreiche Beamte, Advokaten, Aerzte und viele andere bemerkte Nach der Absingung des „Farbenliedes" hielt cand. jur. S. Kassner die Festrede und legte die Ziele und Tendenzen der Verbindung dar. Nach dem „Bundesliede" sprach stud. phil. J.Sturm.in schwungvoller Weise auf die Alma mater. Daraufnahm der Rektor magnificus Professor Dr. Scharizer das Wort, dankte in schönen Worten für die der Alma mater dargebrachte Huldigung und zollte den Bestrebungen der „Hasmonaea" volle Anerkennung. Der Dekan der juridischen Fakultät Professor Dr. Adler toastierte hierauf ebenfalls auf die Bestrebungen der „Hasmonaea". Es sprachen noch A. H. Dr. Mayer Ebner, der in trefflicher Weise und unter lebhaften Prositrufen das Ziel der Jungjuden entwickelte, dem die „Hasmonaea" zusteuere. Der Präsident der Advokatenkammer Dr. K i e s 1 e r führte in herzlichen Worten auf die Anfänge der „Hasmonaea" zurück, der er allezeit als Freund zur Seite gestanden. In später Stunde schloss der offizielle Teil, Rumänien. Tecuciua. Samstag den 14./27. Dezember nachmittags wurde in der Synagoge vom hiesigen Zion - Verein „Hasmonaea" eine stark besuchte Propaganda-Versammlung abgehalten; abends wurde ein Makkabäer-Fest veranstaltet. Sowohl bei der Versammlung als auch beim Feste sprach Herr Rabbiner Hübscher aus Galatz, der zu diesem Zwecke hierher berufen wurde. Galatz. Samstag den 14./27. Dezember veranstalteten die hiesigen zionistischen Sektionen „ßnei Zion Kadimah" und „Bnei Zion Sam. Pineles" im Zionistischen Handwerker- Tempel eine grosse Versammlung; es sprachen die Herren J. Goldenthal und J.[M argulies über „Chanuka*. Sonntag den 15./28. Dezember 3 Uhr nachmittags fand im Schneider-Tempel eine stark besuchte zionistische Versammlung statt; es sprachen die Herren S. P i n e 1 e s, Präses der Rumänischen Zionisten-Föderation und Rabbiner Hübscher. Abends wurde im Zionisten-Klub ein Makkabäer- Fest gefeiert; der grosse Saal war bereits um 8 Uhr übervoll; mehrere hunderte Personen mussten weggehen, Programm: 1. Eröffnungsrede von Herrn S. P i n e 1 e s, der die Damen aufforderte, für den Zionismus tätig zu sein. 2. Zeremonie des Anzündens der Chanuka-Lichter durch den hiesigen Choral - Tempel-Kantor:, Herr Man. R o s e nz w e ig samt Chor. 3, Vortrag des Dr- H elfan tüber „Die jüdische Frau", 4. und 10. Klavieryqrtragen Fräulein Henriette Gähne. 5. Deklamation Fräulein Klara P o la k. 6. und 13. Violinvortrag (Zionsklänge) von Herrn Msssiano. 7. und 8. Chor: „Haleluja", „Dort wo die Zeder". 9. Vortrag des Herrn J. Goldenthal: „Einst und jetzt'.11. Gesang : „Der Wanderer* von Max Rosenzweig. 12. Vortrag des Herrn J. Goldenberg überNational-Fondsund Jüdische Kolonialbank. Zum Schlüsse sang der Chor „Jigdal*. Besztercze. Die zionistische Verbindung „Ivria" veranstaltete am 28. v. M. eine Makkabäer-Feier, die einen sehr würdigen Verlauf nahm und viel zur Ausbreitung der zionistischen Ideen in unserer Stadt beigetragen hat. Die Feier wurde mit dem Liede „Dort, wo die Zeder" eingeleitet. Es sprachen hierauf Bb. Kahan über die „Lösung der Judenfrage", Bb. Eskeles über „Juda vor und nach dem Zionismus" und Gg. H. Löwy begründete den Zionismus vom religiösen Standpunkte. Gg. Edelstein und Bb. N i e r ei n f e 1 d trugen durch ihre Jargonlieder viel zur Hebung der Stimmung bei. Die Feier fand ihren Abschluss in dem Liede „Hatikvah". Im Verlaufe der Makkabäer- Feier wurde auch noch die Gründung eines allgemeinen zionistischen Vereines beschlossen und ein Komitee mit der Ausarbeitung der Statuten betraut. Selbstverständlich vergass man auch des Nationalfonds nicht, u. zw. ergab die Sammlung K 24.—. Auch für die Bibliothek unserer Verbindung wurde K 22.— gesammelt. Unser Makkabäer- Fest kann also in jeder Hinsicht als gelungen bezeichnet werden, Deutschland. Die Breslauer Zionistische Vereinigung hielt am vorletztenDienstag abends im Palast-Restaurant eine zahlreich und auch von Damen besuchte öffentliche Versammlung ab, auf deren Tagesordnung ein Vortrag des Vorsitzenden Zahnarzt Schachtel: „Das Jahr 5662, ein Rückblick" stand. Der Vorsitzende registrirte in seinen Ausführungen insbesondere die Fortschritte des Antisemitismus in den verschiedensten europäischen und aussereuropäischen Staaten und kam dabei auch auf die Verhältnisse in Posen zu sprechen. Dort werde durch die Genossenschattspolitik der Regierung den Juden immer mehr die Erwerbsmöglichkeit genommen. Diese sässen zwischen zwei Stühlen. Trotz aller bisherigen Betätigung deutscher Gesinnung werden sie von oben keineswegs als Deutsche betrachtet, sondern missachtet. Am krassesten sei dies bei den letzten Kaisertagen in Posen hervorgetreten. Das jüdische Waisenhaus sei bei den Besuchen, welche die fürstlichen Damen machten, zurückgesetzt und der Oberrabbiner nicht zu den Festen geladen worden, an denen Vertreter der Geistlichkeit der anderen Konfessionen teilnahmen. Die meiste Zurücksetzung aber habe wohl der Stadtverordneten- Vorsteher Justizrat L e w i n s k i erfahren, obwohl er ein konservativer Deutscher sei. Sodann besprach der Redner die Fortschritte des Zionismus im letzten Jahre. Allerdings weigerten sich die deutschen Rabbiner immer noch, den Zionismus anzuerkennen, und beim letzten Rabbinertage habe namentlich der Breslauer Rabbiner Dr. Guttmann daran mitgewirkt, dass die Zionisten nicht das Wort erhalten konnten. Aber die Rabbiner machen nichts aus, denn auch die Hörer in den orthodoxen Rabbinerseminaren seien zum grössten Teile auf zionistischer Seite. Die zionistische Organisation habe auch im letzten Jahre eine umfassende Tätigkeit entfaltet. An den Vortrag knüpfte sich eine längere Debatte über das Wesen des Zionismus. Einer der Redner bezweifelte, ob sich die Betonung des jüdisch-nationalen Momentes im Zionismus mit dem Patriotismus vertrage. Ein anderer Gast wies darauf hin, dass das religiöse Moment im Zionismus ein sehr wichtiges und kraftvolles sei; wenn aber jemand die naturwissenschaftlichen Anschauungen der hochzivilisierten Länder hineintragen wollte, würde in das ganze Gebilde ein merklicher Riss hineinkommen. Derselbe Redner bestritt auch, dass nach eventueller Gewinnung der ersehnten neuen Heimstätte die Kultur, die dort geschaffen werden solle, derjenigen gleichwertig sein würde, in welcher die westeuropäischen Juden sich gegenwärtig befänden. Die Debatte fand erst um 121/* Uhr nachts ihr Ende. England. Glasgow. Eine zionistische Demonstrations-Versammlung fand Sonntag den 19. November im Wellington Palace in Glasgow statt. Ueber 1700 Personen nahmen daran teil. Mr. J. Kramrisch hatte den Vorsitz inne und Delegierte der verschiedenen Synagogen und Wohltätigkeitsvereine nahmen offiziell an der Versammlung teil. Die Redner des Abends waren Rev. H. O r Ii an s ky, sowie die Herren Josef C o w e n und Lennox L o e w e aus London. Die Ver-

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