Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1903-01-09 · 2 (9.1.1903) · p. 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
2 (9.1.1903)
Article
[Ohne Titel] / Barkan, Josef
Date
1903-01-09
Page
8 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3315709-3316013-3316017--36750-3327764
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 8 „Die <t Wete* Nr. 2 weiterhin darüber wachen, dass es keines Juden „Wissens Sorge" sei, zu fragen: Gehörst Du zu uns oder zu unseren Gegnern? Josefßarkan, Wien, VII. indischer Nationalfonds. Das goldene Buch. „Leeds Ladies Zionist Association" 10 Pfund Sterl. Verein „Giborei ZionÄ durch Herrn Josef Adunska 10 Pfund Sterl. „B'nei Zion Society* in Glasgow 10 Pfund Sterling. „PoaleiZion« in R o m n y 10 Pfund Sterl. ,Agudas Achim" in Dubossary 10 Pfund Sterling. Vom Zionistenverein für Musik und Kunst in Minsk (Reingewinn 600/o der Totaleinnahme des am 12. Dezember vom genannten Vereine veranstalteten Musikabends) 467.30 Kronen. Verein „Zeir ei' in Minsk 10 Pfund Sterl. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Im Novemberhefte des „North-American Review" in New-York ist ein Artikel von unserem verehrten Gesinnungsgenossen und Mitkämpfer Chief-Rabbi Dr.M. Gast er über die „Juden in Rumänien", veröffentlicht worden. Er betrachtet die Frage mehr vom politischen Standpunkte aus, gibt aber auch eine rührende und beinahe erschöpfende Schilderung des jüdischen Lebens, oder vielmehr des jüdischen Sterbens in Rumänien. Wieder einmal sind all die einschränkenden Gesetze, die das Barbarenland gegen die Juden erlassen ha*, zusammengestellt und ein schauerliches Bild des Elends erscheint vor unseren Augen. Für uns haben die Worte Dr. G a s t e r s eine umso grössere Wichtigkeit, da er selbst in Rumänien geboren und erzogen ist und das Land auf das genaueste kennt. Er kommt am Schlüsse zu einem trostlosen Resultate, er meint, dass trotz des besten Willens des Königs Karl von Rumänien, die Lage der Juden daselbst sich nicht verbessern könne. „Kein Strahl des Lichtes dringt durch die schweren Wolken, Die Regierung leiht ihr Ohr weder der Stimme der Vernunft, noch der der Menschlichkeit/ Die Worte Dr. Gasters werden in Amerika und Europa .wohl hoffentlich Anklang finden; werden sie es auch in Rumänien?... Der rührige Vorlag „Tuschijah" liess das erste Heft der neuen hebräischen pädagogischen Zeitschrift „Hapadgog" in Kiakau erscheinen. Schon ein Blick auf das Aeussere des Heftes genügt um uns zu überzeugen, dass die Zeitschrift ganz modern und europäisch ist. Noch mehr gewinnt uns der Inhalt Wir finden sehr ernste Artikel von den bedeutendsten hebräischen Schriftstellern, die meistens unter Pseudonymen schreiben, über Erziehungskunst im allgemeinen und den Unterricht im Hebräischen insbesondere. Wir begegnen sogar dem glänzenden Namen des Professors Ludwig Stein, dessen Artikel über „Pestalozzi als Volkserzieher " in der Ueb er Setzung von Rosenfeld abgedruckt ist. Wir wünschen der neuen und nützlichen Zeitschrift, der ersten in ihrer Art herzlichst glückliches Gedeihen. ♦•nwi«, «rann n«ö ,&bhw troisifi Skizzen und Studien. Von J. Berschadski. Verlag „Tuschijah", Warschau 1902. ♦www, n*am ,jööw »j mt& ,öTpan omeo Erzählungen und Bilder. Yon G. Schofman. Verlag „Tuschijah", Warschau 1902. Zwei schöne Sammlungen kleinerer Erzählungen und Skizzen liegen uns vor. Von den beiden Verfassern ist uns der Name des ersteren, nämlich des J. Berschadski schon längst bekannt, der des G. Schofman klingt uns ganz neu. Berschadski, übrigens einer der besten hebräischen Belletristen, bringt uns in dieser Sammlung eine Reihe von kleinen Erzählungen, die vielmehr Kapitel aus der psychologischen Analyse sind. Ein feinsinniger Seelenkenner, verliert sich Berschadski zu sehr in psychologische Betrachtungen, so dass die eigentliche Handlung in der Erzählung in den Hintergrund tritt. Berschadski lässt seine handelnden Personen zu viel räsonnieren und denken, wenigster empfinden und handeln. Aber er versteht tliese Seite <tee menschlichen Wesens glänzend zu beleuchten und manchmal begegnen wir in seinen Erzählungen hingeworfenen Gedankenbildern, psychologischen Betrachtungen, die an die grossenv Meister des psychologischen Romans erinnern. Aus der vorliegenden Sammlung seien folgende Erzählungen hervorgehoben: „Itkas Wäsche" und „Suscha der Vermittler*. Der zweite Autor G. S c h o f m a n besitzt ein junges, unreifes, aber unzweifelhaftes Talent. Er kennt noch zu wenig das Leben, hat noch zu wenig Beobachtungen gemacht und Erfahrungen gesammelt, aber das Milieu, das ihm zugänglich war, schildert er sehr gut. „Rafäel". die einfache Gescichte eines jungen Mannes, der eine Familie durch seine Lektionen ernährt und die wehmutsvolle, aber realistische Schilderung, wie er die zwei Rubel borgt, um den Seinen Brot zu bringen, ist vielleicht die beste Erzählung in der Sammlung. „Die Scheidewand* heisst die zweite Skizze, die Aufmerksamkeit verdient. Es ist hier ein Problem berührt, daran gar viele sich gewagt haben, das Verhältnis des „Ichs" zur Mitwelt. Dass es dem Autor nicht gelungen ist, seinem Gedanken vollen Ausdruck zu geben, leuchtet uns sofort ein, aber schon der Umstand, dass er sich ein solches Problem gestellt hat, beweist, dass er ein verheissendes Talent besitzt. A. C ftas de* Hc\i>egtiT)ä- Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Mitteilungen des innerösterreichischen Distriktskomitees. Die heurige grosse Makkabäerfeier findet Donnerstag den 22. Jänner d. J. in den Sofiensälen statt. Um die ftfakkabäerfeier zu einer imposanten Kundgebung zu gestalten, hat sich ein grosses Damenkomitee von zirka zweihundert Frauen und Mädchen gebildet, welches eine Propaganda im grossen Stile entfalten will. Auf diesem Wege ergeht an alle jene Gesinnungsgenossen und -Genossinnen, welche ihren Beitritt zum Festkomitee bis jetzt noch nicht angemeldet haben und bereit sind,, zum Gelingen der Makkabäerfeier beizutragen, die Aufforderung, ihre Adressen umgehend an Dr. Max Bernhardt; VIL, Neubauzugeben. Karten ä 2 Kronen, Familienkarten (vier Personen) ä 6 Kronen, Anweisungen auf Logen- und Parkettsitze ä 3 Kronen sind schon jetzt in der Administration der „Welt4*, IX., Türkenstrasse 9, erhältlich. Das reichhaltige Programm, für welches Künstler ersten Ranges gewonnen wurden, wird demnächst veröffentlicht. Auskünfte erteilen: jur. Josef Hass, Iii., Obere Viaductgasse 10, jur. David Fuhrmann, VIII., Schlösselgasse 13/18. P. S. Die P. T. Vereinsvorstände werden dringend ersucht, um Kollisionen zweier oder gar mehrerer Vereinsyeranstaltungen an einem und demselben Tage zu vermeiden, dieselben unverzüglich nach Beschlussfassun g dem Obmanne des innerösterreichischen Distriktskomitees Dr. Max Bernhardt, VII., Neubaugasse 14, bekanntzugeben. Repertoire der öffentlichen Vereins-Veranstaltungen in Wien Sonntag den 11. Jäner: Einzelverein „Innere Stadt" des „Zion", Cafö de France, L, Schottenring 4; „Jüdische Toynbee-Halle: "Konzert des Männergesangvereines „Zion". — Dienstag den 13. Jänner: „Jüdischesßildungsheim8, XIV., Denglergasse2, Rev. Hechler „Reisenach Palästina". — Samstag den 17. Jänner: Oeffentliche Vereinsversammlung des Einzelvereines „Mariahilf-Neubau". — Donnerstag den 22. Jänner: Grosse Makkabäerfeier in den Sofiensälen. — Sonntag den 25. Jänner: Kränzchen des Turnvereines „Zion", Restaurant „Zur goldenen Birne", VI. Bezirk, Mariahilferstrasse 30. Wien. (Wochenprogamm der „Jüdischen Toynbee- Halle.) Sonntag den 11. Jänner: Prof. L. Kellner „Hamlet". II. —Montag den Ii Jänner: Dr. Heinz Kohn „Geist desmodernen Strafgesetzes*. — Dienstag den 13. Jänner: Diskussion „Schule und Haus". — Mittwoch den 14. Jänner: Leop. Seelen fr ied „Die Verfälschungen der Nahrungsmittel*.—Donnerstag den 15. Jänn er:Fr.Dr. SidonieK ahn„K. E.Franzos*. — Freitag den 16. Jännner: G. M. Mehrer Erklärung der Sidra. — Samstag den 17. Jänner: Konzert. — Anmeldungen zu Vorträgen beliebe man zu richten an Herrn Dr. Siegmund W erner, IV., Wiedener Hauptstr, 18,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.