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Die Welt · 1903-01-02 · 1 (2.1.1903) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
1 (2.1.1903)
Article
Das Odessaer Komitee
Date
1903-01-02
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 1 Die £ Welt" Seite 9 4. Das Odessaer Komitee als solches beteiligt sich prinzipiell nicht an der Organisierung dieser Arbeiten, 5. Das Komitee ist berechtigt, zur Erhaltung der Schulen in Palästina Subventionen auch von anderen Genossenschaften anzunehmen, ausgenommen die Pariser „Alliance", Das Recht, in Verwaltungsfragen der Schulen mitzuentscheiden, wird jedoch nur dem Aktions-Komitee zuerkannt. Die weiteren Beschlüsse galten der Arbeiterfrage und der Angelegenheit der Jaffaer Verwaltung. Franreich. Auszeichnung Dr. Marmoreks. Unserem Freunde Dr. Alexander Marmore k, Laboratoriums - Chef im Institut Pasteur in Paris, wurde eine sehr ehrenvolle Auszeichnung zuteil, indem ihm die Academie de Medicine den Preis Barbier verlieh. Der Preis ist von seinem Stifter „als Ehrengeschenk für denjenigen Forscher bestimmt worden, welcher eine vollständige Heilungsmethode für eine bisher unheilbargewesene Krankheit erfunden hat, deren Bewährung in der Praxis nachgewiesen ist*. Die das Verleihungsrecht besitzende Academie de Medeeine erkannte in dem von Dr. Marmorek erfundenen Anti-Streptokokken-Serum eine solche Heilmethode und das von der Akademie eingesetzte Komitee pries die hohe Bedeutung und die erfolgreiche Wirkung dieses Serums bei allen Streptokokken-Erkrankungen, insbesondere beim Wochenbettfieber. Die Akademie verlieh darauf den Preis an Dr. Marmorek, welcher damit den Titel eines „Laureat de l'Acadämie" erlangte. Oesterreich-Ungarn. Kossow. Wie uns Herr J. J. Mück mitteilt, ist es den Kossower Gg. gelungen, nach hartem Wahlkampfe gegen eine starke Koalition bei der Kultuswahl zu siegen. Führer (ler Zionisten war Bürgermeister D. Elliss, Obmann des Zion-Vereines. Sämtliche Mandate fielen unseren Gg. in die Hände, die ohne jedes Kompromiss mit streng zionistischem Programm auftraten. Gewählt sind unsere bewährten Gesinnungsgenossen J. D. Elliss, Juda Tannenzapf, D. Engler, Alt. S t i 11 m a n n und A. L o e k e r. Zu bemerken ist, dass J. Elliss sich bei jeder Gelegenheit als entschlossener Zionist bekennt und trotzdem von der christlichen und jüdischen Bevölkerung zum Bürgermeister gewählt wurde. Nach beendeter Wahl fand ein begeisterter Kommers statt, auf welchem viele Mitglieder ihren Beitritt zum Vereine anmeldeten. Zydaczöw. Zum Kapitel „Erobert die Kultusgemeinden" teile ich mit, dass am 16. d. M. bei uns Gg. Jakob Bienstok zum Kultuspräsidenten und Gg. Lipe Fink e Ist ein zu dessen Stellvertreter gewählt wurden. E. G. Personalnachrichten. Rev. Dr. Henry Pereira Mendes feierte Ende 1902 das 25jährige Jubiläum seiner Tätigkeit als Rabbiner der spanischen und portugiesischen Gemeinde („Shearith Israel") in New-York. Er ist ein treuer Sohn seines Volkes und darum ein eifriger Vorkämpfer des Zionismus und Vorstandsmitglied der amerikanischen Federation. Wir reihen uns den vielen Gratulanten vom Herzen an. Focsani. Vorige Woche verschied im Alter von 56 Jahren N. Daniel, der mehrjährige Präses des Vereines „Chowewe Zion Jehuda". Ein zahlreiches Publikum war beim Leichenzuge anwesend. Ehrw. Dr. Nacht schilderte in meisterhafterweise die Verdienste des Verblichenen. Prag. (Verein jüdischer Hochschüler „Bar Kochba") zeigt hiermit an, dass sein lieber B. B. Alfred Löwy am 19. d. M. zum Doktor der Medizin promoviert wurde; aus diesem Anlasse erlegte derselbe bei der Vereinskassa 10 Kronen für den Jüdischen Nationalfond, die ihm als Reisespesen vom Vereine „Zion" in Pilsen vergütet wurden. Wett*©b**oik. Chanuka 5663. Der erste Chanuka-Tag ist heuer mit den Weihnachtstagen zusammengefallen. Das ist seit 1872 nicht der Fall gewesen und wird erst im Jahre 1940 wieder stattfinden» Die Jude« in Brasilien. Aus Rio de Janeiro, der Hauptstadt Brasiliens, wird dem „American Israelite" gemeldet, dass es dort heuer in allen drei Synagogen der Stadt am Vorabend des Rosch-Haschono nicht gelungen ist, eir Minjan zusammenzubringen, trotzdem die Stadt über 300C jüdische Seelen zählt. Die Humberts und die Juden. Unter den Opfern der Erz- Schwindlerfamilie Humbert finden sich folgende Juden: Ralphen mit 1,250.000 Francs; Haas mit 000.000 Francs: Gr. L e" vy mit 900.000 Francs; Paul Bernard mit :},000.000 Francs; Oppenheimer mit 1,700.000 Francs; Hadamard 180.000 Francs; Madame C ah n 200.000 Francs: Salvador Cahn 250.000Francs; Samuelmit 1,000.000 Francs, Haben die Humberts nicht Grund, Antisemiten zu sein? ^>i»ibäne. H a m bürg, Dezember. Aus Tiberias (in Palästina), der Stadt der ältesten berühmten (heissen) Heilquellen, wohin tausende Hilfsbedürftige des Orients jahraus jahrein pilgern, erhielten die ergebenst Unterzeichneten folgendes Telegramm: „Bitten schnelle, allmöglichste Hilfe. zu retten Arme! Kranke! Cholera! Grosse Not! Melden alle gute Misnadbim! — Komitee Linath Hazedek." „Linath Hazedek" ist ein aufs beste bekannter, alter Verein für alle Art Wohltätigkeit, der von den bravsten Personen daselbst geleitet wird. Wir richten nun an unsere Stammesgenossen die dringende Bitte zur schleunigen Hilfe und sind bereit, die Gaben dafür zu übermittein und darüber in diesen Blättern zu quittieren. Hamburg, im Kislew 5663. Rabb. EWeiss, Elbstr. J.Bachra c h. Admiralitätstr. 71. Stellenvermittlung für jüdische Handelsangesteiite. Der jüngst gegründete Verein jüdischer Handelsangestellter in Wien, hat es sich zu seiner wichtigsten Aufgabe gemacht, die wirtschaftlichen Interessen der jüdischen Handelsangestellten zu wahren. Der bekannte antisemitische Boykott, der die jüdischen Angestellten um die meisten, und. zwar die bestdotierten Posten überhaupt bringt, die Indolenz vieler jüdischer Chefs und der grosse Zufluss von Arbeitslosen aus allen Gegenden, die den Arbeitsmarkt förmlich überschwemmen, haben die Lage der jüdischen Arbeiter im allgemeinen und die der Handelsangestellten im besonderen zu einer höchst prekären gestaltet. Verschärft werden diese Verhältnisse insbesondere durch den Umstand, dass die Konjunktur in den meisten Branchen an und für sich ungünstigist, worunter speziell die jüdischen Geschäfte zu leiden haben, so dass viele Firmen eine Verringerung des Personals vornehmen müssen. Bei dieser tristen Lag« hat sich der Mangel einer ordentlich organisierten und funktionierenden Stellenvermittlung für jüdische Handelsangesteiite empfindlichst fühlbar gemacht. Um dem abzuhelfen, hat der obgenannte Verein ein Komitee mit der Gründung einer Stellenvermittlung betraut und dürfte anfangs Jänner die innere Ausgestaltung derselben so weit gediehen sein, um die öffentliche Wirksamkeit beginnen zu können. Der Verein hofft das berechtigte Interesse für diese Angelegenheit in jüdischen Kreisen zu finden und erwartet von dieser Seite Würdigung seiner Bestrebungen und tatkräftige Unterstützung. Anmeldungen ordentlicher (Monatsbeitrag 60 Heller) und fördernder Mitglieder (Jahresbeitrag K 10.—) übernimmt der Schriftführer des Vereines Herr Isidor Grobtuch II., Herminengasse 13, T. 6. Auskünfte in Angelegenheit der Stellenvermittlung täglich von yß— Y29 Uhr abends im Cafe Blumenschein, IL, Untere Augartenstrasse 19. Für das Komitee: Die Schriftführer : Der Obmann : N, Harmel. Leop. Lembergeiv Samuel Strauss. VIII., Schlösselgasse Nr. 10.

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