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Die Welt · 1903-01-02 · 1 (2.1.1903) · p. 5

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
1 (2.1.1903)
Article
Ehtos und Physis der jüdischen Rasse
Date
1903-01-02
Page
5 (sequence 4)
Language
German
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Nr. 1 „EMe£ Welt" Seite 5 Mongolen,'haben naturgemäss breite Gesichter und Hände bei gedrungener, untersetzter Figur. Da die europäischen Juden sich nun mit beiden gekreuzt und an beiden abgefärbt haben, scheiden sie sich in die entsprechenden zwei Typen, in denen aber überall die Grundlage des semitischen Charakters dominiert, so dass die Kassennatur gewahrt bleibt und die Sephardim und Aschkenasim, so verschieden in Wesen und Gestalt sie auftreten mögen, doch unter sich verwandter bleiben als mit den Rassen, denen sie zum Teil ihre äusseren anthropologischen Merkmale verdanken. Eine Ausnahme von dem Obengesagten macht allerdings ein Teil des deutsch-polnischen Typus, der einen langköpfigen und schmalgesichtigen Nebentypus zeigt, welcher diesen Charakter durch Kreuzung mit den oberen Schichten der polnischen Nation empfangen haben dürfte, die neben germanisphen nachweislich viel keltisches Element in sich aufgenommen hat, was ihr neben den besagten anthropologischen Merkmalen das lebhaftere, sanguinische Temperament verliehen hat, durch welches sich diese Nation so merklich von den übrigen Slaven, namentlich ihren russischen Nachbarn, unterscheidet. Diesem Typus scheint mir Moses Mendelssohn anzugehören, die Blüte der Aschkenasim (?) doch ist auch hier der mongoloide Charakter in den vorspringenden Jochbeinen unverkennbar. Wir haben dabei die Reproduktion des Gemäldes von J. K. Frisch vor uns, nach der Wiedergabe im „Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationalliteratura von Gustav Könnecke. Fragt man nun, wie sich die beiden Zweige des Judentums in ihren typischen Charakteren durch die Wirren der europäischen Geschichte bis auf den heutigen Tag erhalten konnten, trotz der Bedrückungen und Verfolgungen aller Art, so gibt es darauf nur eine Antwort: sie haben sich erhalten eben d ur c hdiese Bedrückungen und Verfolgungen. „Ihre Geschiche ist fast nichts anderes als eine Aufzählung von Unglücken, Bedrückungen, Verfolgungen, welche sie für das Prinzip der Inzucht und für ihre auf diesem Prinzip fussende Religion erlitten haben," sagt Albert Reibmayr in seinem Buche „Inzucht und Vermischung beim Menschen". Diese seine Geschichte in der Zerstreuung unter den europäischen Völkern zwang das jüdische Volk zu einer Inzucht und unterwarf es so einer scharfen Auslese, die, anstatt es zu schwächen, es nur mehr in sich stärkte und befestigte. Die Bedrückungen und Verfolgungen wirkten auf die Juden gleich einem zuchtwählerischen Milieu, das die schwächeren Elemente ausmerzt und infolge dieser chirurgischen Operation die Rasse als solche hinaufzüchtet. „Die Geschichte dieses Volkes", sagte daher Reibmayr treffend, „ist zugleich dieGeschichte seines strengen Gesetzes, dessen Grundlage auf der strengsten Inzucht beruht. Das alte, jüdische Inzuchtblut gleicht seinem nationalen Salzsee, dem^Toten Meere, bei welchem auch das viele süsse Wasser des Jordans, das sich in denselben seit jeher ergossen hat, nicht imstande ist, die charakteristische Beschaffenheit desselben zu verändern, und höchstens den See vor Versumpfung und Austrocknung bewahrt," Der jüdischen Rasse konnte darum gar kein besserer, heilsamerer Dienst erwiesenwerden, als er in der Behandlung lag, die sie von den übrigen Völkern erfuhr: wie im alten Palästina die strengen Inzuchtgesetze Jahves, so steigerte in der Diaspora die Ausschliessung von der übrigen Menschengemeinschaft ihren Selbsterhaltungs- und Lebenstrieb mächtig empor; aber diese Ausschliessung war nur wieder eine Folge und natürliche Reaktion auf den Absonderungstrieb, der von jeher in der jüdischen Rasse gelegen und der ihr durch den Jahve-Kultus immer mehr an gezüchtet worden. So ergab sich eines aus dem anderen und die eigenartige Natur dieser Rasse blieb allezeit in gegensätzlicher Wechselbeziehung zu der der anderen Völker, unter denen sie lebte, dieser Gegensatz aber wirkte überall unausgesetzt als ein zuchtwählerisches Prinzip auf sie zurück. L e s s i n g hat aus der Geschichte des israelitischen Volkes eine göttliche Erziehung des Menschengeschlechtes zu höherer Freiheit und Selbstbestimmung zu deuten versucht. Für die christliche Religionslehre ist diese Geschichte bekanntlich das fundamentale Prinzip, welches auf die kommende Erfüllung aller Menschengeschicke hindeutet. Aber auch für den, der weder den einen noch den anderen Standpunkt teilt, wird die jüdische Geschichte immer das ewige Symbol aller Menschengeschichte bleiben, und wie sie durch die Vollständigkeit und Einheitlichkeit ihrer Ueberlieferung bisher im Mittelpunkt der Geschichtswissenschaft gestanden, so dürfte sie künftighin auch für die notwendige Neuwertung und Umschreibung der letzteren grundlegend werden. Das rassenpsychologische Prinzip auf die Geschichtswissenschaft angewandt, vermag aliein ein tieferes Verständnis der historischen Geschehnisse und ihren wahren Kausalzusammenhang zu erschliessen. Die politische wie die religiöse Entwicklung, das gesamte Kulturleben eines Volkes ist nur die Projektion und äussere Konstruktion seiner inneren ethnischen Struktur, die es aus sich herausgestaltet hat, wie die plastische Kraft des individuellen Organismus die Leibesbeschaffenheit und Physiognomie. Die Rassenbestandteile, welche in einem Volke aufgegangen und zu einer neuen organischen Einheit verwachsen sind, verleihen seiner Physiognomie das charakteristische Gepräge, d. h. sie zeitigen die wechselnden Phänomene seines Kulturlebens? und es wird die Aufgabe einer künftigen Geschichtswissensshaft sein, überall den rassenhaften Wurzeln nachzuspüren, auf welche diese Phänomäne zurückzuführen sind. Wir glauben in der Anwendung des rassenpsychologischen Prinzips auf die Geschichte des jüdischen Volkes hiervon ein kleines Beispiel gegeben zu haben. Die englisch-jüdische Ghettoliteratur. Ein Essay. Von A. Coralnik. In unserem Zeitalter, wo der Grundgedanke der Entwicklungslehre, dass alles Seiende sich aus dem Werdenden erklären lässt, zum geistigen Eigentum jedes denkenden Menschen geworden ist, ist es schon aus diesem rein theoretischen Grunde interessant, den Prozess der Entwicklung einer Sache, eines Körpers, den Werdegang einer gesellschaftlichen Institution „in statu nascendi", wie die Chemiker sagen, anzuschauen . . . Obwohl wir immer von einem Ghetto reden und schreiben, hat doch noch niemand eigentlich sich ein wahres und echtes Ghettoleben veranschaulicht. Wir, die wir vom Ghetto sprechen, stecken zu sehr in unserer Haut, sind zu subjektiv, um das wahre Ghettoleben auch objektiv künstlerisch betrachten zu können. Unsere besten Schriftsteller, die über das Ghettoleben schrieben, waren nicht objektiv, nicht künstlerisch genug, um das zu begreifen, was in dem Innern des Ghettolebens sich barg; sie sahen mehr das Aeussere und malten es. So waren unsere älteren Ghettodichter, wie A. Bernstein, Komper t, Franzos, Kohn in der deutschen und Lew an da, Bagröw u, s. w. in der russischen Literatur. Sie malten Typen, zeichneten die altersgrauen tränenfeuchten Mauern des Ghetto, drangen aber nicht tiefer in die Seele des jüdischen Volkes, verstanden nicht die zarten herzinnigen Regungen der jüdischen Psyche — sie waren zu sehr Epiker, um auch Psychologen zu sein. Und es ist leicht erklärlich. Sie waren im Ghetto geboren, sie haben es schon fertig gefunden und mussten sich erst von ihm befreien, sich loslösen — sie beschrieben deshalb das Ghetto, das sie kannten, das fertige, in seiner Form erstarrte. Und um die innere Seele, den tiefen Untergrund der jüdischen Psyche zu begreifen, um nicht nur das Groteske und Mitleiderregende, sondern auch das tieferliegende Schöne und Zarte im Ghettoleben zu sehen, um das Ghetto auch

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