Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 51 (19.12.1902)
- Article
- Sehr geehrte Redaktion!
- Date
- 1902-12-19
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 51 „Die # Welt" Seite 11 sie in einer kurzen Notiz die Ausführ un gen Dr. Schauers Jaacfo £U rühmen wusste. Die Redaktion der „Welt" hat diese Erklärung nicht aufgenommen mit der Begründung, dass der Ton der Erklärung und die darin enthaltenen persönlichen Momente dia Aufnahme unmöglich machten. Wir legen nun Wert darauf, wenigstens die Tatsache «tes erfolgten energischen Protestes festgestellt zu sehen Und haben Massnahmen getroffen, die Angelegenheit vor einem anderen zionistischen Forum auszutragen. In Vertretung: Für die Bureaus der Demokratisch-zionistischen Fraktion: Marek, Schriftsteller; Dr.M. Kroll, Arzt; A. Idelson, Rechtsanwalt; Zwi Aberson, stud. jur.; Dr.. Ch. Welzin a n n, Privatdozent; F e i w e 1, Schriftsteller. Anregung für den Nationalfonds. Sämtliche Turnvereine und Ortsgruppen stehen jetzt Vor Veranstaltung von Makkabäer-Feiern. Ich möchte folgendes beantragen: 1. Jedes Programm soll auch ein eigenes Referat über den Nationalfonds enthalten. 2. Einladungen statt per Post in loco durch den Vereinsdiener oder Staffelten zu versenden und den ersparten Postporto-Betrag dem Nationalfonds zuzuführen. 3. Jede Eintrittskarte soll mit einer Nationalfonds- Marke beklebt sein. Zürich. Emanuel Nadel. Jüdische Kommilitonen! Der Arbeitsausschuss der Wiener jüdisch-nationalen Studentenverbindungen richtet an alle Kommilitonen die Aufforderung, anlässlich des bevorstehenden Chanuka-Festes eine ausserordentliche Sammlung für den Nationalfonds zu veranstalten, um auf diese Weise zu dokumentieren, dass die jüdische Studentenschaft sich ihrer Pflicht voll und ganz bewusst ist und das richtige Verständnis für die Wichtigkeit dieser Nationalinstitution besitzt. Jüdische Kommilitonen, gedenket des Nationalfonds! Wien, jJezember 1902. Für den Arbeitsausschuss der jüdisch-nationalen Verbindungen: med. Max Rosenzweig jur. Israel L i 11 m a n n Schriftführer. Obmann. Einst und jetzt Nun kehren sie wieder, die glorreichen Gedenktage jenes tapferen Häufleins, die ihren Zeitgenossen und uns Muster und Beispiel sind und bleiben — die Tage der Makkabäer. Diese haben uns gezeigt, welch eine gewaltige Kraft im nationalen Gedanken liegt, sie, die stark und gross waren in der Abwehr jeglicher Schmach von ihrem Heiligtum und in der Verteidigung der heimatlichen Erde. Die heimatliche Erde — wieder gilt ihr unsere Sehnsucht, wieder ist es unser heisses Bemühen, sie zu erringen, aber nicht wie einst, mit den Waffen in der Hand, sondern auf dem friedlichen Wege des Erwerbes. Und damit dies möglich werde, recht bald möglich werde, rufen, wir allen zu: „Gedenket in diesen Tagen nationalen Hochgefühles des Nationalfonds Ä Besonders aber gilt unser Aufruf den Frauen; ihnen, die ja berufen sind, Liebe und Güte in die Welt zu tragen, die Härten des Daseins durch ihr warmes Mitgefühl, durch ihre hingebende Anteilnahme zu mildern und zu verschönern. Ihr Schwestern, die ihr euren Lieben jedes Steinchen aus dem Wege räumen möchtet, die ihr eure Kleinen treu behütet und warm und sorglich bettet, helfet, dass jene, die in Not und Elend in die doppelt kalte Fremde hinausgestossen werden, bald wieder bleibend festen Boden unter den müde gehetzten Füssen haben, helfet, dass sie bald wieder eine Heimat haben, die Heimat, die einst die unsere war und es wieder werden soll, wenn ihr in treuem Zusammenhalten immer, im ruhigen Alltage und in den Stunden wogender Empfindungen, in Freude oder Schmerz, wenn ihr immer gedenket wollet des N a t i o n a 1 f o n d s! S. K. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. Verein ,Bn ei Zion" in New-York, 169, Stanry Str. (Präsident H, ß. Barn et) Doli. 48.80, Verein „Junior Daughters of Cleveland Ohio*, %% Henry Str. {Miss Roy Friedbjerg, Präs.) Doli. 50.—. Verein „Jehuda Chowewei Zion* Focsani zur Eintragung des verew. Dr. I. R ü 1 f, Pfund Sterl. 10.—. Verein „Dorschei Zion" in Hornel Ptund Sterl. 10.—. Verein „B o i n e i Z i o n" in Rostow Pfand Sterl. 10.—. Herr Ber Riss in Rostow Pfund Sterl. 10.—. Verein „Ohawe Zion* in Cleveland (Seh. Dragico, L. Privmann, M. Volper) K 237.80. Verein,Bnei Zion" in Kamenetz Po dolsk K 252.—. Verein Jechias Zion" in St.Petersburg Pfund Sterl. 10.-. Verein „C h o w e w e Zion, Sectia Jesod Leumi" in Slatina Pfund Sterl. 10.—. Zion-Verein in Grigoriopol Pfund Sterl. 10.—. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Der „Soirth African Jewish Chronicle" wird vom 1. Jänner an als Wochenblatt erscheinen. In scharfer Weise spricht sich der Londoner „Daily Graphic" welcher in auswärtigen Fragen sonst eher zurückhaltend ist, über die Behandlung der Juden in Rumänien aus. Anlass dazu ist ihm die Wahl eines ganz antisemitischen Kammerausschusses in Bukarest zur Erledigung der bekannten nordamerikanischen Beschwerden. Das englische Blatt spricht die Hoffnung aus, Rumänien werde in Bälde gezwungen werden, eine „schamlose* und „perfide" Politik aufzugeben, die nicht nur an sich selbst und als Beispiel vom Uebel sei, sondern einen Flecken auf der guten Sache bilde, der dieser Staat seine Existenz verdanke. Der „Corriere Israelitico* vom 30. November bringt einen beachtenswerten Artikel über die Apostaten. Diese Frage ist in der letzten Zeit wieder erwacht, da merkwürdige Erscheinungen von Juden, die ihr Volk verraten und dann Antisemiten werden, gar zu häufig vorkommen. Der Verfasser erzählt von manchen solcher Fälle, zum Beispiel dem berüchtigten PolloEais und vom Grafen Grosoli, dem Sohne eines getauften Juden, der ein Haupt der klerikalen judenfeindlichen Partei geworden ist. Ja und wenn Herr Luigi Luzzatti in katholischen Vereinen seine kleinbürgerlichen Theorien predigt und sich dem Spott und Hohn der Katholiken preisgibt, ist das nicht eine ganz ähnliche Erscheinung?! In der spaniolischen „La Epoca* aus Salonichi wird eine merkwürdige und belehrende Debatte über die spaniolische Sprache geführt. Der französisch-spaniolische Journalist Jacques D an o n sehlägt eine Reform der Sprache, eine Annäherung an die spanische und die lateinische Transskription vor (was auch bezüglich unseres Jargons Mathias Acher vorgeschlafen hat); ein anderer Journalist behauptet in demselben Organe, dass dies den Tod der spaniolischea Sprache bedeuten würde. Er weist darauf hin, dass das Idiom ein Gemisch von Spanisch und Portugiesisch ist und verteidigt also die spaniolische Sprache, wie sie jetzt ist. Ein Merks für unsere Jargoneiferer $\üs de? J|e^cgüDg. Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Wien. Der „Allgemeine jüdische Arbeiterverein" veranstaltet Samstag den 27. Dezember 1902 im Prachtsaale des „Hotel Centrai", IL, Taborstrasse Nr. 8, eine grosse Makkabäer-Feier unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte mit anschliessendem Tanzkränzchen. Beginn 8 Uhr abends. Entree 1 Krone. Koscheres Büffet. Karten sind zu haben: R laktion der „WeLta, IX., Türkenstrasse 9; Cafe Blumschein, II, Untere Augarten Strasse Nr. 19; Cafe Ignatz Hertz, IL, Cirkusgasse Nr. 50; Cafe „Jägerhof, IX., Porzellangasse Nr. 22; Cafe „Zur Börse", L, Wipplingerstrasse Nr. 45; Restauration Hacker, IL Grosse Pfarrgasse Nr. 6; Herrn Jacob Priefer, Friseur, IL, Kleine Schiffgasse Nr. 20; Herrn Josef Stei ns eufzer, Friseur, IL, Obere Donaustrasse Nr. 77 und Grosse Schiffgasse Nr. 10; Herrn F. B r o d, IX., Rote Löwengasse Nr. 2, I. St. T. 10; Herrn Efraim Edelstein, IL, Herminengasse Nr. 13, I. St. T. 6, und bei sämtlichen Vereinsmitgliedern. E. E.