Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 49 (5.12.1902)
- Article
- Ueber die Aufnahme der ökonomischen Tätigkeit in das zionistische Programm
- Date
- 1902-12-05
- Page
- 14 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 44 ißle&*WeW Nr. 49 er von der rumänischen Katactropbe sprach, kam Doktor Herzl zu folgendem Schlüsse:--~--—---- Wenn wir zum Beispiel professionale Genossenschaften organisieren wollen, müssen wir ihren Waren einen Markt sichern. Dazu ist aber unbedingt notwendig, dass die schwächeren Elemente sich in solche Länder begeben, wo die Lebensbedingungen für sie günstigere sind. Wir wollen somit die Ordnung der Emigranten umkehren. Gewöhnlich emigrieren die Tüchtigeren und es bleiben im Laude nur die Schwachen und Untauglichen und dies ist ein grosser Schaden für den Staat. Wenn aber die Emigration reguliert ist, wird den Schwächeren Hilfe geleistet, damit sie auswandern und die Stärkeren bleiben zu Hause. Und unter den gegebenen Bedingungen ist die Auswanderung unerlässlich. Unsere Organisation wird wieder nur jenen Ländern Nutzen bringen, wohin wir unsere Emigranten schicken. Unsere Sache ist von hohem Wert und von Bedeutung für die anderen Nationen, nicht nur von der Ökonomisehen Seite, sondern auch von der ethischen. Die Staaten sind in einem Konflikte mit ihren eigenen Traditionen, sobald die Judenfrage auf den Tisch kommt. Und welche sozial-ethische Bedeutung überhaupt wird die Wiedergeburt eines solchen Volkes, wie des jüdischen, mit einer solchen Geschichte hinter sich, haben! Eine solche grandiose Erscheinung wird an der Menschheit nicht spurlos vorübergehen. VII. Die Prinzipien der zionistischen ökonomischen Arbeit. Aus all dem Gesagten folgt, dass der ökonomischen Arbeit folgende Leitprinzipien zugrunde gelegt werden müssen : 1. Die zionistisch-ökonomische Tätigkeit geht darauf aus, die erschütterten wirtschaftlichen Zustände des jüdischen Volkes zu befestigen und die Produktivität seiner Arbeit in den Ländern, .wo es sich befindet, zu vergrössern. 2. Die ökonomische Arbeit besteht hauptsächlich in der Gründung von ökonomischen I n s t i tu ti o n en, die ausser der Verbesserung d^r materiellen Lage der Juden auch die j ü d i s c h - s o z i a l e und nationale Solidarität verwirklichen sollten, mit anderen Worten, sie müssen auf dem Prinzipe der Assoziation und Kooperation basieren. 3 Da die Hebung des ökonomischen Zustandes der Juden weder Selbstzweck noch Palliativ ist, muss man folgendes in Betracht ziehen: a) dass jede ökonomische Tätigkeit erfolglos bleiben wird, wenn sie nicht* von einer steten Emigration von Juden, und zwar einer planrnässigen, begleitet sein wird; b) dass diese Emigration die allmähliche Realisierung unseres zionistischen Ideals sein muss, das heisst, die Emigration soll nach Palästina, unserem Zukunftsstaate, gelenkt werden, aber auch in solche Städte, wo es möglich wäre, in sozialer Hinsicht unabhängige jüdische An- Siedlungen zu gründen, die Verästelungen unseres Zentralstaates bilden werden. Dies sind die Grundlagen unseres ökonomischen Programmes. London Joint Share Clubs. Dienstag den 28. v. M. wurde die halbjährliche Versammlung der „Joint Share Clubs" abgehalten. Anwesend waren ungefähr 50 Delegierte der Share Clubs. Dr. L. Liebster präsidierte und bemerkte in seiner Eröffnungsrede, dass die Tätigkeit im letzten Halbjahre der Share Clubs war im Vergleiche zum vergangenen Jahre schwächer. Manche Klubs entfalteten eine sehr schwache Tätigkeit. Der Kassier verlas die halbjährliche Bilanz vom 1. April bis zum 1. Oktober 1902, aus der folgendes hervorgeht : Rest vom vorigen Jahre .........Pfd. 3 15 11 Von den Londoner und provinziellen Klubs erhalten für Marken bogen......„ 760 2 2 Von der rumänischen Zentrale ....... 78 — — Bar für Shares auf Alott. Lett......„ 30 17 3 Pfd. ~872~15 4 An den Jewish Colonial Trust aus- . gezahlt . .. .......... . pfd. 761 — 10 Kommission an verschiedene Klubs 6 d in tl Shillings gezahlt . ...... . „ 16 8 3 Gratifikation für den Sekretär „ 2 2 — Gehalt „ „ „ . .\ . . „ 26 - — Drucksachen: 1000 jährliche Reports, 5000 Share books, 500 Kiubbücher u. s. w................ » 19 10 6 Ren t-fuss Bureau . . .......... „ 3 10 — Miete für den Saal, in dem das jährliche Meeting abgehalten wurde...... „ — 15 — Schreibmaterial, Bureau-Bücher und Porto................. „ 12' — 8 An den gewesenen Ehren-Sekretär . . „ 3 7 — Anleihe zu der „E. Z. F."........ „ 12 10 — In Händen des Kassiers . ....... . „ 15 11 1 Pfd. 872 15 4 In der Jüdischen Bank ein Saldo vom vorigen Jahre............Pfd. 967 14 9 Während des Halbjahres........ „ 761 — 10 Pfd. 1728 15 7 Shares erhalten im Werte von.....Pfd. 515 9 — Rest zugunsten der „Joint Share Clubs" . „ 1213 6 7 Pfd. 1728 15 7 Die rumänische Zentrale arbeitet sehr gut. Der Präsident B. Fl am er, der Sekretär E. Hirsch und das Komitee sind unermüdlich, die Arbeit der Zentrale zu vergrössern und zu entwickeln. Während ihrer einjährigen Existenz hat sie vom Head Office der „Joint Share Ciubstf 430 Markenbogen (ä 90 Marken) und 120 Aktien bezogen. Sie zählt 17 Klubs. Bedenkt man, wie gross die Not und das Elend in Rumänien ist, so muss man eingestehen, dass die Leiter der Zentrale das vollste Zutrauen und die beste Anerkennung verdienen. Die Bilanz wurde einstimmig angenommen. Während des halben Jahres sind 12 neue Klubs gegründet worden: 2 in London, 1 in Russland, 9 in den Provinzen. In der Agitation haben sich ausgezeichnet: Rabbi E. Regensburg, London, der vier Klubs, Herr B. Weinrouk, Limerick, der einen Klub gegründet hat. Eine lebhafte Debatte wurde über die Mittel, die zur Verbesserung führen können, geführt. Als Exekutiv-Kpmiteemitglieder wurden folgende Herren neu gewählt: Isenberg, Riechmond, Criscol uod ßarsovek, Als Delegierter zu der am naun in Manchester stattfindenden Rabbiner-Konferenz wurde Rabbi Eliah Regensburg gewählt. Es sei bemerkt, dass es dem obengenannten Rabbi gelungen ist, einen Klub in Great Garden Synagogue zu gründen, wo bis jetzt der Zionismus keine freundliche Aufnahme fand. Hier ist ein grosses Arbeitsfeld und es ist zu hoffen, dass die Great Garden Synagogue den übrigen Synagogen als Nachahmung und gutes Beispiel dienen wird. L. Strashun, Sekretär. Spenden. Für den jüdischen Nationalfonds: „Ohawe Zion", Cleveland: Scholim Dlagics, Littman, Privman und M. Volpern, ab Stempel.......237.80 „Bnei Zion", Kam..... P.............. 252.— Pabiance: Bei Brith Milah im Hause Frankenberg R 1 50, Gottlieb 0.50, B. Golomb 0.50, B. Golomb 0.50 .... 7.20 Maiblum Wolf, Markus, Potok anstatt Karten zur Hochzeit seines Sohnes Saul........ . . . ... . . 3.— Gelber und Welger................. 1 — 8La Lira". Serajewo : D. Sal. Lewy, Kaffeehaus-Sammlung K 2.—, M. Alkalay 3.—, Erna Kästenbaum 0.80, M. M. Alkalay 2.—, M. Lewy 1.—, A. Z. Danon 1.—, L, D. Lewy statt Telegramm zur Verlobungsfeier Papo mit Allerhand, Wien 2.20, A. Maestro 1.--, I. Katz 0.50, Dr. Metsch 1.—, L. D. Pesach 1.—, J. D. Pesach 0.60, D. L. Pesach l.—,J.L. Pesach 0.50, M.J. Pesach l.—,J.L. Pesach0.20,L. J.Pesach 1.—, D. S. H*jon 1.—, H. Deutsch 0.50, L. Hoffmann 0.40, H Alkalay 0.50, J. Grünbut 0.40, A. S. Hinun 0.40, Rabbiner M.N.Papo 2.—, B.L.Pinto 2.—, M. Ciprut 1.—, L. El. Papo 1.—, B. M, Pinto 2.50, S. Farchy L—, H. Weinreb 2.—, B. M. Pinto 1.50, L. Cohen 8«—,-A« Semo 1.—, J. J. Cohen t.—, ab. Porto 40.95