Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 44 (31.10.1902)
- Article
- Parteigenossen!
- Date
- 1902-10-31
- Page
- 10 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3315709-3315959-3316004-3325794--35482-3325894- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10 4M* <i vm? # nur jeder Gesinnungsgenosse seiBe Pflicht — eine n vollständigen Sieg im Wahlkampfeerrin gen. Wir erwarten von jedem Wiener Zionjsten, dass er, wenn es seine Zeit irgendwie gestattet, sich den unfangreichen Agitationsarbeiten zur Verfügung stelle (Käme mit genauer Adresse und die freien Tagesstunden wolle man gefälligst dem inner österreichischen Distrikts-Komitee, IX,, Türkepstrasse 9, bekanntgeben.) Wir bedürfen aber auch ausreichender Geldmittel, um erfolgreich die Hydra der Assimilation niederzuringen, welche die ihr von der Wiener Finanzaristokratie in reichem Ausmasse dargebotenen Gelder skrupellos zu verwenden versteht. Wir Wiener Zionismen appellieren darum an die Mithilfe unserer Brüder in allen Ländern, in ersten Linie an die der P. T. Landes-, Kreis- (Distrikts-), Lokal-Komitees und der gesinnupgsgenössiseben Vereine, Aber auch jeder einzelne Zionistgedenke des schweren Kampfes, der unserer wartet, und spende sein Scherflein zu unserem Wahifonds! „Erobert die Gemeindestuben!* Möge das Wort Nord aus, wie schon in so vielenGemejnden, nun auch in Wien zur Tat werden. Mit brüderlichem Zionsgrusse Das innerösterreiche Distrikts-Komitee : Wien, IX, Türkenstrasse 9. Geldspenden an die Administration dieses Blattes oder den Kassier des D.-K., Herrn Moriz Ehrlich, Wien, IX., Hahngasse 33. Der Ausweis in der „Welt" dient als Quittung. * Verehrliche Redakti on der „Welt"! Die herzbewegenden Worte, mit welchen der in der letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes dem verstorbenen Schriftsteller Brau des gewidmete Nachruf schliesst, haben indem gefertigten Vorstande des „Jüdischen Frauen-Wohltätigkeitsvereines „Zuflucht" ein tiefempfundenes Echo gefunden. Der Pflichten eingedenk, die wir den Manen jenes ausgezeichneten Mannes schulden, folgen wir dem an die grosse Oeffentlichkeit gerichteten flammenden Appell. Ueber Antrag der Frau Szerene Löwi hat der Vorstand beschlossen, den Waisen des Verschiedenen 30 Kronen zu widmen. Wir erlauben uns, diesen Betrag mit der Bitte zu Ihren Händen einzusenden, dieses Begleitschreiben zum Abdruck zu bringen, damit sich durch dessen Veröffentlichung gleichgeHrinte Vereine ermuntert fühlen, unser allerdings bescheidenes Beispiel aufzunehmen. Genehmigen Sie die Versicherung unserer vorzüglichen Hochachtung. Für den jüdischen Frauen-Wohltätigkeitsverein „Zuflucht": Laura Goldschmidt 28. Okt. 1902. drz. Präsidentin. Die Redaktion hat das Geld übernommen und weitergeschickt. Sie ist bereit, dasselbe mit anderen Sendungen zu demselben Zwecke zu tun. * Werte Gesinnungsgenossen! Jede nationale Erhebung hat sich des Liedes als eines der vorzüglichsten Agitationsmittel bedient und sich dessen Pflege besonders angelegen sein lassen. Nun gibt es zwar schon allerdings eine Anzahl zionistischer GesangEvereine; allein was wir bei diesen vermissen, ist die Pflege der spezifisch jüdischen Musik, wie sie bei unseren Brüdern im Osten heimisch ist, in der letzten Zeit vielversprechend sich zu entwickein beginnt und weichte die schmerzvolle Sehnsucht des jüdischen Volkes nach seiner Heimat so ergreifend zum Ausdruck-bringt. Um nun dem jüdischen Nationalliede auch unter clen westlichen Juden Eingang zu verschaffen, gehen die Unterzeichneten daran, einen allgemeinen zionistischen Gesangsverein zu begründen. Ein jüdischer Komponist, der seit Jahren sich wissenschaftlich mit jüdischer Musik - beschäftigt, hat sich bereits dem zu gründenden Vereine .als Chormeister zur Verfügung gestellt. Es ergeht daher an alle stimmbegabten und sangeslustigen Zionisten (auch solche, die noch keine Noten lesen) die Aufforderung, sich zu der am Sonntag den 2. November, 8 Uhr abends im Klublokal des Cafe Herz, IL, Untere Augarten Strasse 19, stattfindenden Vorbesprechung pünktlich einzufinden. Für das vorbereitende Komitee: Nat. Grosf. jur. Oskar Barth. E. Brod. jur. J, Messel. Jüdischer Nationaifands, Das goldene Bpc)t. Verein „B n e i Z i o n" (Präses R» QrmbßVg), B r a i 1 a, 250 Frcs. Jakob Raigrodsky 252 Kr? „Z ionist As so c i a t i o n in Pu r h a m" Kr. Moses und Bertha Soloweizifc 252 ffr. „Bnoth Ziontf in London 240 Kr. Sammlung bei der Hochzeit des Herrn Low mit Frl. F. Rie ge r 240 Kr. „The Bry nmäwer and Arbitillery Z ionist A s s o c.^ 240 Kr. Verein „Kadi m ahÄ in S r e te n s k 252 Kr. Zionistenverein in Irkutsk 240 Kr. Phöbus Bernstein in Köln a. Rh. 240 Kr. Zionistenverein in TschLta 504 Kr. Zionistenverein in A n dri an o w ka 252 Kr. Akad. Verein „B a r-K oehba" in Tarnop ol 240 Kr. Zionis teuver ei n in Jalta 252 Kr, 52 Hell. G. M. Griliches & Sö hne 252 Kr. Herr und Frau Granowsky 0=52 Kr. Dr. Echiel Tschlenow, zum Andenken an die erste Jahreskonferenz statt seiner verhinderten Reise, 95 Rubel. Bücher- und Zeits<;lirifta^Rundschau. BüeherejaJauf. Jüdischer Almanach. (Jüdischer Verlag,Berlin.) Der Judenstaat von Dr. Theodor Her zl, 5. Auflage. (Jüdischer Bucb- und JKunsivei^ag, Brünn.) * Ein Redakteur des „Jewish CQipmenfc" in Baltimore hat den Dr. J. K. F un k, resident der Funk & Wagn a 11 s Company, Verleger der monumentalen Jewißh Encyclopedia", interviewt und einige seiner Mitteilungen d ürft en auch die Leser der „Welt* interessieren: Der III. Band der Enzyklopädie wird noch im Laufe dieses Monates (Oktober) ausgegeben werden. Ferner wurde die Idee angeregt, die für so viele wegen des hohen Preises der einzelnen Bande (.6—7 Dollars) unerreichbare Enzyklopädie dem jüdischen Volke dadurch zugänglich zu machen9 d;ass eine Heftausgabe veranstaltet werde. Diese Hefte a. 32 Seiten sollen zürn Preise von 30 Cents erhältlich sein. Als Einband ist" e£n gelber Karton mit der Abbildung des zweiten Zipnisten- Kon grosses in Basel projektiert. Weiter^ wird eine deutsche A usgabe der Enzyklopädie geplant und auch eine h e b r ä i s ch e. Es soll und muss dieses Buch zum u»entbehrlichen Hauisschatse jeder jüdischen Familie werden. Der „Hameliz" gibt in der Nummer vom 13. Oktober den Inhalt eines Artikels des russischen Schriftstellers L. P o 1 o n s k i: „Der Zionismus und der jüdische Ansiedlungsrayon" wieder. Dieser Schriftskeller wieist mit Bezug auf den neuerschienenen Erlass des Einianzministeriums, der die Einfuhr der Aktien der Jüdischen Kolonialbank nach Russland verbietet, auf den Widersprach lyn, 4ßX im Verhalten der russischen Regierung gegen«iiib1er den Juden hervortritt. Dieselbe Bewegung, die e^*er,^ sehen Regierung anerkannt und gebilligt wird, wovon das Zustandekommen des Minsker Kongresses Zeugnis ablegt, wird andererseits durch das Einfuhrverbot gestört. Wenn die russische Regierung, wie das offiziöse Organ „Nowpje Wremja" immer hervorhebt, der Ansicht ist, dass <Ue Juden auswandern .sollen und müssen, dass innerhalb Russlands für sie keine Besserung zu erwarten sei, so ist es Pflicht der russischen Regierung und öffentlichen Meinung, der zionistischen Bewegung jtwlfreich beizustehen, tter Verfasser aber macht am Ende ein«en seltsamen Vorschlag, der sowohl von seiner mangelhaften Kenntnis des Zionismus, wie auch der europäischen Politik zeugt: Er sagt nämlich, dass Russiand Mittelasien den jüdischen Ansiedlern erschliessen und ihnen daselbst Autonomie verleihen sollte. Und dann wird der Zionismus aus dem „imaginären" ein realer (!!) werden. Das Absurde dieses Vorschlages ist einleuchtend. , * Unser Bruderorgan, die „israelitische RMiidschau" in Berlin, m?t ihren Namen in „Jüdische Rundschau" geändert. Der Name „israelitisch" hat seit längerer Zeit einen faden Nebengeschmack als Sammelname der verschämten Juden und bedeutet daher diese Namenaaftder^ng ej|i-er .JkeAwj#3ßt ^disob^n' Zeitung ein,e Npiwend^g^eit,