Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1902-10-31 · 44 (31.10.1902) · p. 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
44 (31.10.1902)
Article
Die Jahres-Konferenz
Date
1902-10-31
Page
1 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3315709-3315959-3316004--35407-3325885
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Redaction und Administration: WIEN IX., TQrkensfrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag, Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscrlpte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction täglich von lj%\2— Uhr. Preise der Anzeigen: laut allfliegendem Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. ■ Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das ■ Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1,75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17,—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85 Nr. 44. Wien, 31. Oktober 1902 — 30. Tischri 5663. 6» Jahrgang Diese Nummer rs-t wegen Einstellung des Berichtes über die Jahreskonferenz verspätet. Die Eedaktion. Die Jahres-Konferenz. Das engere Aktions-Komitee erstattete im Verlaufe der am 28., 29. und 30. Oktober d. J. stattgehabten Jahreskonferenz über seine Tätigkeit seit dem Y. Kongresse ausführlichen Bericht. Die Eröffnungsrede des Präsidenten des Aktions- Komitees galt den politischen Ereignissen des abgelaufenen Verwaltungsjahres. Seine Ausführungen überzeugten die Versammlung, dass die zionistische Bewegung ernste Fortschritte gemacht hat. Die diesbezüglichen Unterhandlungen haben allerdings noch zu keinem Resultate gef ührt, aber die Losung für die nächste Zukunft kann nur sein: energisches und zielbewusstes Vorwärtsstreben, Vermehrung der Geldmittel, Anteilnahme an allen jüdischen Angelegenheiten, die die moralische, körperliche und ökonomische Hebung des Judentums bedeuten. Aus den jetzigen Beratungen wird aber auch die Linie hervorgehen müssen, welche nun einzuschlagen ist. „Wir sind überzeugt, dass wir auf dem rechten Wege sind. Sollten sich hie und da irgendwo Hindernisse in den Weg stellen, so werden wir wie bisher uns bemühen, immer neue Wege aufzufinden, bis wir an unserem, uns unverrückbar vorschwebenden Ziele angelangt sind." Der allgemeine Rechenschaftsbericht des Aktions- Komitees konstatierte eine mächtige Ausbreitung der zionistischen Idee in allen Ländern Europas, die Entstehung neuer Ortsgruppen in Sibirien, Indien, Tunesien, Marokko, dem Transvaal und Australien und hebt die besondere Berücksichtigung hervor, die die Erfüllung kultureller Aufgaben innerhalb der zionistischen Gruppen .durch die Errichtung von Fachkursen, Gründung von Musterschulen, Veranstaltung von Diskussionsabenden, Eröffnung von Toynbee-Hallen gefunden liat. Der Kassabericht des Aktions-Komitees für das abgelaufene Verwaltungsjahr weist den stärksten bisher erreichten Sciekeleingang aus, indem bis zum 30. Juni 1903 K 121 493.29 eingeflossen sind. Dem Berichte des A.-C. Wurde von der Jahreskonferenz das Absolutoritim erteilt. Die Beratungen über die Jüdische Kolonialbank führten nach Entgegennahme des Berichtes des Direktoriums und des Aufsichtsrates zur Genehmigung der Vorlagen bezüglich der Anglo Palestine '.Company, zur Ernennung der Herren Dr. Bruck-Hornel und Dr. Jacobsolm-Simferopol, zu Auf sichtsräten und zur Annahme mehrerer Resolutionen, in denen dem Direktorium und dem Aufsichtsrate für mühevolle Arbeit der Dank gezollt und zugleich der Wunsch ausgesprochen wird, die Jüdische Kolonialbank möge nach Tunlichkeit die zionistischen Vorschusskassen unterstützen. Die Beratungen über das Nationalfonds-Statut konnten nicht zu Ende-geführt werden, da über die Frage der juristischen Person, keine Einigung erzielt wurde. In der diesbezüglichen Debatte tauchte ein neuer Vorschlag auf, den Nationalfonds in Form einer Stiftung der Jüdischen Kolonialbank einzuverleiben. Der Bank dürfe aber weder das Recht der Verwaltung, noch der Verwendung zustehen. Diese Rechte bleiben dem Kongress vorbehalten. Dieser und alle in der Debatte gestellten Anträge wurden an die Nationalfonds-Kommission zur nochmaligen Beratung und Beschlussfassung zurückverwiesen. Ein Gesamtbild. Welche gewaltige Fortschritte der Zionismus gemacht hat, beweist schon das Bedürfnis von Jahres-Konferenzen, Weil von den Zionisten dem Volke neue Lebensströme zufHessen, den gesamten jüdischen Volksgeist treibend und hebend, läuternd und befruchtend, müssen immer neue Einriehtungen getroffen werden. Die Differenzierung der Institutionen, die wir im Zionismus sehen, ist ein Bild von unvergleichlicher Frische und Lebendigkeit. Eine Antithese wirft sich von selbst auf. Die herkömmlichen Gebilde der Golus-Kehilla bleiben von solchen Evolutionen fast unberührt. Es sind eben morsch gewordene Hollwerke, an denen nichts wächst. Man ist ruhig; man möchte so selten;als möglich das Einigende und Ordnende hervorheben, einen Austausch der Meinungen, die Impulse der öffentlichen Stimmungen zur Geltung kommen lassen. Bei uns ist es ganz anders. Als man auf dem fünften Kongresse besehloss, Kon- " gresse nur alle zwei Jahre einzuberufen, sah man voraus, dass für die Oberaufsicht und Generalberatimgen über die Arbeitsleistung die-Zweijahrsperiode vielleicht zu lange sein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.