Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 43 (24.10.1902)
- Article
- Das goldene Buch [Nachricht]
- Date
- 1902-10-24
- Page
- 9 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 43 „Die & WeW Seite 9 Verein „Zion" ia Brest-Litewsk K 239.40. Z i o n i s t en v e r e i n in Staryja Dor pik K 252. - . Verein „Oliawei Zion" in Minsk K 403.20. Sämu ei ßarbasch 10 Pfand Sterling. N. WurhaftK 252.—. „Jüdischer K ommis v e r e in* in Odessa K 252.—. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Der „Jewish Chronicle", welchem die Einvernahme Dr. Herzls durch die Einwanderungs-Kommission die Sprache verschlagen hatte, findet dieselbe nach und nach wieder und ergeht sich wieder in offenen und versteckten Angriffen auf den Zionismus. In seiner Rosch-Haschonoh- Nummer wird die durch des „Sultans Weigerung, Doktor H e r z 1 Konzessionen zu gewähren", hervorgerufene Zwecklosigkeit des Zionismus den Lesern aufs neue aufgetischt und des Fazit des Zionismus im letzten Jahre in den Worten zusammengefasst: „Manches versucht und nichts erreicht" In der vorletzten Nummer vom 10. Oktober wird die von uns in der vorigen Nummer gebrachte Notiz aus dem „Observer" reproduziert. So unsinnig diese noch weiter detaillierte Nachricht ist, der „Jew. Chr.a druckt sie mit einem gewissen Behagen ab und fügt hinzu, dass sie nur beweise, welche Gefahren der Zionismus in sieh berge, indem er zu solchen Auffassungen Anlass gebe. Ferner wird Nord aus Artikel in der „International Quarterly Review" besprochen, die Frage der jüdischen Nationalität schliesse für immer die Möglichkeit einer Verständigung zwischen Zionisten und Nichtzionisten aus. Was aber die von Dr. Nord au erwähnten Ziele des Zionismus betreffe, so hätten energische Juden lange vor Dr.Herzl dieselben ausgesprochen und gefordert, wie zum Beispiel die Ansiedlung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Palästina und die Hebung des jüdischen Ansehens ... Im ungarischen Parlamente erzählte einmal Kardinal Hayn ald die Geschichte, wie seine Tante sich den Telegraphen erklären Hess: Es war zu Beginn der Verwendung dieser Erfindung. Der Kardinal war ein junger Geistlicher in einer kleinen Stadt, als seine Tante den Wunsch äusserte, die Funktion des Telegraphen sich erläutern zu lassen. Pfarrer Hayn ald bat den Telegraphenvorstand des Ortes um die Gefälligkeit, seiner Tante den Wunsch zu erfüllen, was dieser bereitwilligst zusagte. An der Hand der Apparate wurde alles detailliert, erklärt und demonstriert. Am Schlüsse der Demonstration fragte der Erklärer die alte Dame, ob sie alles verstanden habe. Sie bejahte es; jetzt sei ihr alles klar, nur eines nicht: wo man die „Depeschenbriefe" in den Draht hineinwerfe! Der Tante das Kardinals gleicht der „Jewish Chronicle" in seinem Verständnis für den Zionismus. IVüs der ]§ei&e£(ii)g. Gedenket des Schekels! Prag. (Mitteilungen des zionistischen Distrikt s-K omitees für Böhmen, Mariengasse 20.) Sonntag den 26. d. M. findet ein Delegiertentag des Distriktes Böhmen in Prag, Mariengasse 20, statt. Tagesordnung: 1. Die nächsten Arbeiten in Böhmen. 2. Herausgabe einer zionistischen Korrespondenz. — Die Broschüre „Sionismus" von Dr. Nord au, ins Böhmische übersetzt von Max Gach, ist um den Preis von 20 h, bei Abnahme von 50 Stück um je 16 h durch das D.-K. zu beziehen. Wien. (Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter. Zentrale: II., Untere Augartenstrasse 19.) Sonntag den 19 d. M. beginnt unsere Turn-Sektion ihre Tätigkeit und finden von nun an regelmässig jeden Sonntag von 3 bis 5 Uhr nachmittags im -Saale des „Ersten Wiener jüdischen Turnvereines", L, Mölkerbastei 5, Uebungen statt. Die Kollegen werden um zahlreiche Beteiligung ersucht. — (Wien XX. Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Brigitten au".) Sonntag den 26. d. M. im „Weilandhof*', XX., Klosterneuburgerstrasse 33 (Extrazimmer I. Stock), gemütlicher Simchas-Thora- Ab end mit Festrede, ernsten und heiteren Vorträgen etc. Beginn 6 Uhr abends. Gesinnungsgenossen als Gäste willkommen. Wien. Am 27. Oktober d. J. findet bei E. Herlinger, Wien XIV., Schwendergasse 1, eine grosse Versammlung des Einzelvereines „Fünfhaus" des „Zion" mit folgender Tagesordnung statt: 1. Trauerkundgebung für das verstorbene AusschussmitgliedFriedrich F u c h-s. 2. Bericht des Vorsitzenden. 3. Die Kultusgemeiöde. Ihre Tätigkeit und ihre Pflichten. Referent: Dr. Egon Michael Z w e i g. 4. Diskussion über das Referat. Beginn 8 Uhr. Wien. Sonntag den 26. d. M. findet im literarischen Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" im Religionssaale der israelitischen Kultusgemeinde, ,L, Seitenstettengasse 2, II. Stock, der erste Vortrag in diesem Semester von Herrn Dr. M. W e i s s m a n n (eigene Dichtungen) statt. Beginn präcise halb 4 Uhr. Gäste, Damen, herzlichst willkommen. Karlsbad. (Tischgesellschaft „Zion", Karlsbad.) Die Statuten des „Einzelvereines „Zion* Karlsbad wurden bereits eingereicht. Zuschriften und Anmeldungen sind zu richten an jur. Hugo Loew, Habsburgersirasse „Milwaukee*. Für den Verein haben sich bisher 19 Mitglieder angemeldet. Leipzig. Die jüdisch-nationalen Studenten, die für das laufende Semester an der Universität Leipzig immatrikuliert sind, werden gebeten, ihre Adressen bei dem Vorsitzenden der Ortsgruppe, Jul. Wiener, Leipzig, Hainstr., niederzulegen. Prag. (Verein jüdischer Handelsangestellter.) Samstag den 22. November: He in es „Grand Restaurant", kgl. Wbge. Vortragsabend jungjüdiärcher Dichtungen. Anschliessend Tanzkränzchen. — Samstag den 25. d. M. 9 Uhr: „Cafe Raudnitz", Monatsversammlung mit anschliessender Vorlesung von Gg. Ernst Butter. Diskussion. Jüdische Toynbee-Halle. Wien. Die feierliche Eröffnung der Halle findet am 25. Oktober um 7 Uhr abends in ihrem Heini (XX., Karajangasse 20) statt. Die Eröffnungsrede hält Herr Prof. Dr. Ad. Schwarz, Rektor des Isr. Theol. Seminars. Wochen-Programm der „Jüdischen Toynbee-Halle", XX., Karajangasse 20. Sonntag den 26. O k t o b e r : Doktor Arthur Horowitz, „Charles Dickens" (1. Dichterabend). Montag den 27. Oktober: Dr. J. S ad g e r, „Kunst und Künstler". Dienstag den 28. Oktober: Diskussion über „Frauenberufe", eingeleitet von Anna Kellner. Mittwoch den 29. O k t o b e r; Dr. Sicher, „Geschichte des Volkes Israel" (Altertum). Donnerstag den 30. Oktober: Professor Dr. Leon Kellner „Julius Caesar6. Freitag den 31. Oktober: Dr. J. Löwenstein: „Bibel, Erklärung der Sidra*. Samstag den 1. November: Konzert: MuVik, Gesang. Anmeldungen zu Vorträgen beliebe man zu richten an Dr. J. S a d g e r, IX., Liechtensteinstrasse 15. Rabbi Elchanans Zug. Von Samuel Gordon. (Nachdruck verboten.) (Schhiss.) So kam ich denn zu dem vorbenannten Leib T scharin er, dem Verwandten, und ich verweilte unter seinem Dache zwei Tage und zwei Nächte, bis die Erstarrung aus meinen Gliedern gewichen war und ich mich beruhigt hatte. Dann ging er aus und mietete für mich eine Wohnung, denn er selbst war im Räume sehr eingeengt, da er in drei Wohnräumen mit seiner Frau, vier Söhnen und drei Töchtern wohnte. Und hier will ich vermerken, was du mit ebensolchem Staunen vernehmen wirst, wie ich mich darüber gewundert habe: er hat seinen Beruf gewechselt. Während er in seinem Geburtslande sich mit dem Handel von Korn und Weizen befasst hatte, erzeugte er jetzt Schuhe. Aber falls du dich darob gekränkt fühlen solltest, vernimm es denn, dass in diesem Lande die Verfertigung von Schuhen und Kleidern nicht als etwas Unwürdiges erachtet wird, wie bei uns, dass die Schuhmacher und Kleidermache£ nicht geringer geschätzt werden als die Buchschreiber oder die Wirte; und manche von jenen sind zu hohen Ehrenstellen in der Gemeinde emporgehoben worden. Des Weiteren bin ich hier manchem meiner Landsleute begegnet, die ich vor der Auferstehung vom Tode mit meinen Augen wieder zu schauen nicht mehr gehofft, habo. Besonders war das der Fall mit Chaim, d*>m Blasbalgmacher und Spengler, der — wenn du dich erinnerst — aus