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Die Welt · 1902-10-10 · 41 (10.10.1902) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
41 (10.10.1902)
Article
Göding [Nachricht]
Date
1902-10-10
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 41 *Dte & Wfelt^ Seite 13 einer allgemein vermissten Diskussion wird ein in nächster Zeit in Aussicht genommener Diskussionsabend hinreichend Gelegenheit bieten, Krakau. Am 14. v. M. fand die II. Generalversammlung des Share - Kl u b s statt. Dieselbe eröffnete Gesinnungsgenosse H il f s te i n, der in kurzen und bündigen Worten die Ziele eines solchen Klubs den Versammelten auseinandersetzte; dann ergriff das Wort der Kassier Gesinnungsgenosse Fisch zum Kassaberichte für das laufende Jahr. Aus demselben erwies sich, dass im Laufe des Jahres Kr. 735.48 für Aktien eingezahlt wurden und dass der Verein 73 Mitglieder zählt. Nachdem man dem alten Ausschusse das Vertrauen Totiert hatte, schritt man zur Wahl eines neuen und folgende Gesinnungsgenossen wurden einstimmig gewählt; H. Hilfstein, Obmann; S. Aleksand r o v i c z, Obmann-Stellvertreter; B. L a n d a u, I. Schriftführer; M. Fragner, II. Schriftfüher und M. Fisch, Kassier. Auf Antrag des Gesinnungsgenossen Dr. Syrop wurde beschlossen, dass der Krakauer Klub sich dem allgemeinen Share-Klub in London anschiiessen soll und auf Antrag des Gesinnungsgenossen Fisch wurde dem neuen Ausschusse die Pflicht auferlegt, bei Hilfe des Krakauer Share-Klub s solche Klubs in seinem Rayon zu gründen. Kolbuszowa. Irrtümlicherweise ist in der vorwöchentlichen Nummer der „Welt" in unserem Vereinsberichte anstatt Dr. Adolf ßryck, Kolbuszowa nur Adolf Bryck als Berichterstatter gesetzt. Czernowitz. Die technisch-akademische Ferialverbindung „Hebronia" bringt zur Kenntnis, dass die Chargenwahl für das neue Studienjahr folgendes Resultat ergab: cand. ing. Emil Tirst X» stud. ing. Jancu Badern XX» stud. ing. Nathan Schwarz XXX- Podwoloczyska. Am 16. v. M. veranstalteten die hier weilenden jüdischen Akademiker einen deklamatorischmusikalischen Abend, dessen Reinerträgnis den auswandernden rumänischen Juden zugewendet wurde. Dank der Bemühungen der Herren 0. Erdheira, D. Damasb a u m, J. Messing, E. K o h n u. a. konnte ein Reingewinn seinem Ziele zugeführt werden. Schriftstellerin Gesinnungsgenossin Fräulein Pomeranz führte in einer längeren feurigen Rede die Motive und Ziele der Zionisten vor Augen und erntete rauschenden Beifall. Musik und Deklamationen füllten den schönen, erfolgreichen Abend aus. Nach der Feier vereinigten sich die Akademiker zu einem internen Abend, bei dem auf die rasche Verwirklichung der zionistischen Idee toastiert wurde. Raudnitz a. E. lieber Veranlassung des Vereines absolvierter jüdischer Haiidelsakademiker „F r a t er n i t a s" in Prag veranstalteten die Prager Zionisten im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde am Sonntag den 22. v. M. uni 3 Uhr nachmittags eine Agitationsversammlung, welche sehr zahlreich besucht war. Der Kultusvorsteher Herr Adolf Braun begrüsste die Einberufer und betonte, dass er mit Vergnügen bereit war, einer solch wichtigen Sache, wie es der Zionismus ist, den Sitzungssaal zur Verfügung zu stellen. Den Vorsitz übernahm Gesinnungsgenosse C. Löwy, das Referat Herr Philipp Lebenhart, Herr Prof. Jakob Wertheimer und Gesinnungsgenosse Rudolf Poliak. An der sehr lebhaften Debatte beteiligten sich Herr Rabbiner Dr. Reach, Herr Lehrer Neumann und viele andere. Besonderer Dank gebührt dem Gesinnungsgenossen Richard Buchsbaum, welcher die mannigfachen Vorarbeiten bestens besorgte.' Ein zionistischer Verein ist in Bildung begriffen. M. L. Russland. Nowarosskis (Kaukasus). Trotzdem Nowarossisk ausserhalb des Ansiedlungsgebietes liegt und die hiesige jüdische Gemeinde nicht sehr zahlreich ist (zirka 2000 Seelen), hat deren rühriger Vorstand die offizielle Genehmigung zur Erbauung einer Synagoge und einer jüdischen Elementarschule erwirkt. Nachdem die Stadt das nötige Grundstück unentgeltlich angewiesen hatte, fand am Sonntag den 8./21. September die Feier der Grundsteinlegung statt. Ausser dem Bürgermeister, der den ersten Stein legte, waren so viele andere Christen (meistens Beamte, Offiziere, Lehrer) den an sie ergangenen Einladungen gefolgt, dass deren Zahl die der anwesenden Juden überstieg. Besonderen Eindruck machte der jüdische Chorgesang, der von dem trefflichen, aus Kertsch für diese Gelegenheit hierher bezogenen Synagogen-Chor ausgeführt wurde. Bei der auf die Feier folgende Sammlung für den Baufonds zeichneten der Bürgermeister und mehrere andere Russen und Griechen nicht unbedeutende Beiträge. M. B. England. Sunderland. Mr. J. H o eh m a n n vom Jews Kollege London hielt hier — nachdem er des Morgers beim Samstag-Gottesdienst in der Synagoge gepredigt hatte — am vorletzten Samstag vor einer von Männern und Frauen zahlreich besuchten Versammlung einen Vortrag, in welchem er die Wege und Ziele des Zionismus darlegte und die Gemeinde zur tätigen Mitarbeit aufforderte. Amerika. Baltimore. Hier fand Sonntag dpn 21. September das vierte jährliche Massen-Meeting, ein berufen vom Verein „Esras Chow^wi Zionu in der grossen Oper statt. Das Programm wurde durch eine Ouvertüre eröffnet, welche Professor L. H. Fishers Orchester ausführte. Dann folgte Gesang „Z i o n F o m o t h y'c, vorgetragen von Reverend L. Bugash und seinem Chor. Der Hauptsprecher des Abends war Mr. I. de Haas, Sekretär der amerikanischen zionistischen Organisation und Chefredakteur des „Maccabean*. Die Zionisten sind keine Träumer, sondern das einzige aktive Element unter den Juden, welche überhaupt eine Aenderung des jämmerlichen Zustandes des jüdischen Volkes anstrebten. Ihm folgte Revevend H. Masliansky aus New-York mit einer jüdischen (Jargon) Ansprache mit gewohntem Feuer. Der letzte Redner war Mr. Leon Z o 1 o tkow au^ Chicago, ebenfalls in Yiddish, der den Wert der Organisation für die Juden schilderte. Die Tageszeitungen sind voller Lobes über den Verlauf dieser ihrem Namen entsprechend massenhaft besuchten Versammlung. Feuilleton. Eli. „Mein Eli," sprach der Vater, „Mein Eli, habe acht, Die Thora ward von Moses Vom Sinai uns gebracht. Dort grub sie tief in Marmor Der Finger Gottes ein, Und unauslöschlich werden Drum ihre Worte sein. Und was sich um sie rankte, Wie Epheu, warm und dicht, Das ist von unsern Weisen, Verachte sie mir nicht! Denn nimmst Du nur ein Blättchen Aus diesem grünen Laub, Verdorrt so Stamm, wie Epheu, Zerfällt in Nichts und Staub!" Jung Eli lächelt böse, Was weiss der alte Mann, Wie man die Schönheit trinken Erst ohne Thora kann. ,* Vor hoher Bundeslade, Es ist zur Mussaphzeit, Steht der Kohanim Gruppe Im weissen Sterbekleid. Auf allerhöchster Stufe Ein Greis, tief im Gebet, Um Reinheit und Versöhnung Für die Gemeinde fleht. Es ist der greise Kohen, Den Gott schwer heimgesucht, 'Er, der nur segnen sollte, Der Kohen — hat verflucht.

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