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Die Welt · 1902-10-10 · 41 (10.10.1902) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
41 (10.10.1902)
Article
Erklärung
Date
1902-10-10
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 41 JHe & Welt« Seite 11 genau in derselben Weise geschah, als dies bei den 30.000 zur Zeit erwähnten, bereits hergestellten Ansichtskarten der Fall war. Dass im Inserate in der „Jüdischen Volksstimnieu Brünn, das die Ankündigung der Herausgabe der Ansichtskarten enthielt, der Name des Autors nicht verzeichnet war, beruht auf Wahrheit. Es war aber nicht vorauszusehen, dass der Stolz eines Künstlers durch dieses Faktum tatsächlich einen so riesigen Stoss erhalten könne. Bei einem Geschäftsmanne wäre ja diese übertriebene Auffassung eher begründet — aber Herr Lilien verlangt doch immer nur als Künstler behandelt zu werden. Vollständig unwahr ist ferner die Behauptung, dass der Unterzeichnete persönlich oder durch einen bevollmächtigten Dritten jemals an Herrn Lilien wegen Anfertigung einer Sigriette für den „Jüdischen Buch- und Kunstverlag0 in Brünn herangetreten sei. Ueberhaupt hätte Herr Lilien besser getan, diesen für Herrn Lilien wunden Punkt unberührt zu lassen, denn der wirkliche Tatbestand ist folgender: Durch einen Unbevollmächtigten und ohne Wissen und Willen des Unterzeichneten, der erst nachträglich von Herrn Martin Bub er (Mitteiihaber des Berliner Verlages) hiervon Kenntnis erhielt, zur Anfertigung einer Signette aufgefordert, machte Herr Lilien — trotz seiner nunmehrigen komischen Behauptung, dass er die Anfertigung aus dem Grunde abgelehnt habe, weil er nicht die volle Ueberzeugung von dem künstlerischen Werte des Brünner „Jüdischen Buch- und Kunstverlages" habe gewinnen können — sich tatsächlich dazu erbötig, stellte aber die bezeichnende Bedingung, der „Jüdische Buch- und Kunstverlag" in Brünn möge seinen Titel ändern, und zwar im Interesse des von ihm geleiteten „Berliner Verlages". Ja, es wurde dem Unterzeichneten sogar eine dahin lautente, in jüdischen Blättern zu veröffentlichende Erklärung, verfasst von Herrn Martin Buber, zur Ann ahme vorgelegt. Die Ablehnung einer derartigen Zumutung war selbstverständlich. Man versteht also daraus, dass das von Herrn Lilien so stolz vorgegebene Bedenken rein geschäftlicher Natur war. Jedem Unbefangenen wird es erkenntlich sein, dass die ganze Polemik, deren Klärung der Unterzeichnete durch obenstehende Ausführungen herbeiführen will, nicht vomKünstler und Nationaljuden Lilien, sondern einzig und alleinvomreklamesüchtigen undin derWahl seiner Mittel nicht skrupulösen Geschäftsmanne Lilien stammt. Max Hickl. (Anm. d. Rad.) Nachdem wir diesen zweifachen Erklärungen und Gegen-Erklärungen Raum gegeben haben, müssen wir unsererseits diese Polemik in unserem Blatte für erledigt erklären. Anregungen für den Nationalfonds. Geehrte Redaktion! Ich habe in der vorigen Nummer der „Welttf mit grossem Vergnügen die offizielle Mitteilung gelesen, dass die Schweizer Zionisten den Beschluss zur Ausführung gebracht haben, Henry Dunant, den Gründer des „Roten Kreuzes", aber auch einen der ersten Philozionisten, ins Goldene Buch des Nationalfonds eintragen zu lassen. Es ist eine bescheidene Ehrung, aber zugleich die grcsste, die das arme jüdische Volk zu vergeben hat. Der Ausdruck seiner Dankbarkeit, seines treuen Gedenkens für Teilnahme und Wohlwollen, die es -- ach! so selten — von Seiten Änders-Nationaler gefunden hat. In den jüngsten Tagen ist ein Judenfreund gestorben, ein Mann, der seine Liebe aber nicht bloss platonisch zum Ausdruck brachte, sondern den Mut hatte, für das Recht eines Juden und damit für die Rechte der Juden sein Leben und sein ganzes Sein aufs Spiel zu setzen : Emile Zola. Auch sein Name darf im Goldenen Buche des jüdischen Volkes nicht fehlen. Aber nicht durch die Spende eines einzelnen soll er eingetragen werden, sondern eine möglichst grosse Zahl von Juden sollen dazu beitragen. So schlage ich denn hiermit eine Sammlung behufs Eintragung Zolas ins Goldene Buch des Nationalfonds vor, wobei die Einzelnbeiträge 1 Krone nicht überschreiten dürfen. Die Eintragung soll erst mit Erreichung des Betrages von 1000 Kronen erfolgen. Ich eröffne die Sammmlung mit meinem Scherflein von einer Krone. Architekt O s k a r Marmorek, ♦ Geehrte Redaktion! Unsere Gesinnungsgenossen werden wohl wissen, dass der gottselige Heidelberger Professor Hermann Schapira beim ersten Kongresse die Stiftung eines Nationalfonds beantragte. Es war nun diesem edlen Zionskämpfer nicht beschieden, in seinen Lebenstagen die Verwirklichung seines herrlichen Projektes zu sehen. Uns aber, die wir seine erhabene Idee in Tatsache umgewandelt haben, liegt die Pflicht ob, das Gedächtnis dieses ausgezeichneten Mannes in gehöriger Weise zu ehren. Wie könnten wir nun dieser Pflicht der Pietät besseren Ausdruck verleihen, als uns in den Feiertagen bei "niötr: nroirr, seiner zu erinnern und zur Ehrung seines Gedächtnisses für den Nationalfonds — die Frucht seines Denkens — zu spenden? Unsere verehrten Gesinnungsbrüder mögen daher nicht vergessen, am Versöhnungstage und im "rmy Tbl»» Dei- Verrichtung des rnW3 mpm Gebetes, zwischen den n^rip,, •qi^jtoi auch des hingeschiedenen Prof. Hermann Schapira eingedenk zu sein und zu seinem Angedenken für den Nationalfond zu spenden. Gesinnungsgenossen! Tut ein Gleiches zum Andenken unseres vielverehrten Lehrers und Führers Dr. Isaac Rülf und des gottesfürchtigen hochherzigen Rabbiners Samuel Mohilewer. Gedenket auch der anderen ausgezeichneten Männer, die aus unseren Reihen fehlen und spendet zu ihrem heiligen Angedenken für unseren Nationalfonds- Die Christenheit ehrt ihre grossen Männer durch Marmor- und Granit-Monumente. Wir wollen und müssen unseren Grössen ein Denkmal in unseren Herzen errichten und was dort für Stein und Erz gespendet wird, wollen wir für ein Nationalwerk von unberechenbarer Tragweite spenden. mita iibTim nrTD und Erfüllung unseres nationalen Strebens wünschend, zeichne mit Hochachtung und Zionsgruss B a ca u, Rumänien. J. Josef B alt e r. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. S e ctia Si o n i s t a. „B'n o is Sion" in Tulcea 12 Pfun d Sterling. „Sons & Daughtersof Zion" Gate Nr. 36,Order „Knights of Zion" in St. Louis, Mo., 50 Dollars. Zum Andenken an den am 14. Ab. 5662 (17. Aug. 1902) verstorbenen St. Petersburger erblichen Ehrenbürger SalomoJudaSachs, Mitglied des ersten Direktoriums der Jüdischen Kolonialbank, von seiner Gattin und seinen Kindern 10.000 Francs. Frau Gittel Sachs 10 Pfund St erl. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Der Roman von Dr. Theodor Herzl „Altneuland" (Verlag Hermann Seemann Nachfolger) ist soeben zur Ausgabe gelangt. Unser polnisches Bruderblatt „Wschöd" bringt in der Nummer vom 3. Oktober einen interessanten Artikel „Der neue Lärm". Es werden hier die polnischen Chauvinisten, die den Zionismus anfeinden, zurechtgewiesen.Die Lemberger Zeitung ,,Przeglad" bringt nämlich einen längeren Leitartikel über den Zionismus, worin er die Fortschritte der zionistischen Partei konstatiert und sich darüber ärgert. „Die Zionisten sind in alle Schichten des jüdischen Volkes eingedrungen. Sie unterrichten die Jugend, stehen an der Spitze der Studentenkreise, üben einen grossen Ei nfluss auf d as ökonomische Leben ihrer Stammesgenosse n." Um den Zionismus zu bekämpfen, benutzt der ,,Przeglad" das gewöhnliche Manöver. Er beschuldigt die Juden des Chauvinismus, des Hasses gegen alles was polnisch ist, und appelliert an das jüdische Volk, sich mit den Polen zu vereinen. Sehr treffend weist der „Wschöd"

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