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Die Welt · 1902-10-02 · 40 (2.10.1902) · p. 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
40 (2.10.1902)
Article
Das goldene Buch [Nachricht]
Date
1902-10-02
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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ISTr. 40 „Die # Welt" Seite 13 Verein „Tikwath Z i o n" zum Andenken an den verew. Hrn. Jacob Herzl (Sammler Hirsch in Ceres, Südafrika). Kr. 360. Brüder Kr ac hm aln ik in Odessa zum Andenken an ihre im 81. Lebensjahre verschiedene Mutter Frau Ida Lwowna Krachmalnik Kr. 251.40. „Zionisten-Verein" in Astrachan Kr. 252.— Komitee des Zionisten - Vereines in Tula Kr. 252.52. Verein „Schiom Z i o n" in Kowno zu Ehren des Rabb. J. J. R e i n e s in L i d a Kr. 252.— Zum Andenken an den verew. Vater unseres allgelieb.ten Führers Dr. Th. Herzl (Sammler J. Konstantinowsky in Odessa). Kr. 240.10. Anstatt eines Kranzes auf das Grab der zu früh entrissenen Frau Cäcilie Günstling aus Moskau die trauernde Familie Kr, 252.52. Nationalfonds-Kommission in Odessa (Leiter Dr. Dorfmann) behufs Eintragung des Hrn. Jacob Gus.sak ins Goldene Buch Kr. 470.80. Verein, „Chovevei Zion" in Wirballen 10 Pfund 11 Schilling. „Order Knights of Zion", Gate Nr. 41, St. Louis, Mo. 50 Dollar. E. C h. Kaplan in Baku 95 Rubel. Rosa und Lasar Joffe zum Andenken an ihren Sohn Jacob 95 Rubel. Jacob Lasar, Abraham Bezallel, Schloma, Lew, Olga Joffe zum Andenken an ihren am 6. September verstorbenen Vater Ber Joffe 270 Rubel. Zu Ehren des Schweizers Henry Dunant von Genf in Heiden, des Begründers des „Rothen Kreuzes" und eines der ersten Vorläufer des politischen Zionismus, von der Zionistischen Ortsgruppe in Zürich (durch Dr. Farbstein) 10 Pfund Sterling. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Die jüdisch-deutsche Sprache. Eine grammatisch-lexikalische Untersuchung ihres deutschen Grundbestandes. Von Jacob Gerzon, Dr. phil. Frankfurt a. M. Verlag von J. Kaufmann. 1902. Diese Arbeit ist der erste — und fügen wir gleich hinzu : wohlgelungene — Versuch einer wissenschaftlichen Grammatik der Umgangssprache unserer osteuropäischen Brüder, des Jüdisch-Deutschen oder „Jargons", wie man dieses Idiom zu Unrecht noch immer häufig nennt. (Vgl. den Artikel „Wer spricht Jargon" in der jüngsten Makkabäer-Festausgabe der „Welt".) Diejüdisch-deutscheLiteratur ist schon oft wissenschaftlich behandelt worden, so von A. Landau, M. Grünbaum, Leo Wiener, Lazar Schulmann, Hermann Lotze, Hildebrand u.a., dagegen fehlte es bisher völlig an einer systematischen Gr amm ati k des Jüdisch-Deutschen. Diese Lücke füllt nun die vorliegende Schrift aufs beste aus. Es ist erstaunlich, wie tief der Verfasser, ein westeuropäischer Jude, in den eigentümlichen Bau des Jüdisch-Deutschen eingedrungen ist und wie vertraut er mit dem Geiste dieser Sprache geworden ist. Das Buch gliedert sich in folgende Abschnitte: A. Einleitung. B] Die jüdisch-deutsche Sprache: 1. Lautlehre; 2. Formenlehre (Anhang: Wortbildung); 3. Syntax; 4L Wortschatz. C. Schiuss. Als Grundlage für seine Arbeit dienten dem Verfasser — neben mündlichen Angaben — das von J. L. Perez herausgegebene Sammelbuch „Literatur und Leben", desselben Autors „Jontewblättlech", die „Lieder und Gedanken" von S. Frug, Gedichte von Scholem-Alechem, „Die Kliatsche" von Mendele M o c h e r - S'f o r i m, ein Novellenband von David P i n s ky und die vom „Woschod" herausgegebene Sammlung jüdische Volkslieder. In der Transskription hielt sich der Verfasser an die lithauische Aussprache. Wir können diese vortreffliche gründliche Arb eit jedem, der sich für das Jüdisch-Deutsche interessiert, zum eingehenden Studium bestens empfehlen. Hus dei* J|e^egüt)g. Gedenket des Schekels! Die Sitzungen des innerösterreichischen D.-K. finden regelmässig jeden Dienstag um 8 Uhr abends imKongress- Bureau, IX., Türkenstrasse 9, statt. Dringen de Zuschriften sind direkt an den Obmann Herrn Dr. Max Bernhardt, VII., Neubaugasse 14, zu richten. Parteigenossen! Zum zweitenmal e rüsten sich die Wiener Zionisten zum Wahlkampf. Es gilt, in der Wiener Kultusgemeinde die Fahne des Zionismus, des nationalen und demokratischen Judentums aufzupflanzen. Wenn wir schon vor zwei Jahren eine imposante Stimmenzahl trotz mangelhafter Organisation und unzureichender Mittel aufbrachten, so werden undmüssen wir heuer — tut nur jeder Gesinnungsgenosse seine Pflicht — einen vollständigen Sieg im Wahlk ampfe erringen. Wir erwarten von jedem Wiener Zionisten, dass er, wenn es seine Zeit irgendwie gestattet, sich den umfangreichen Agitationsarbeiten zur Verfügurg stelle. (Name mit genauer Adresse und die freien Tagesstunden wolle man gefälligst dem innerösterreichischen Distrikts-Komitee,. IX.. Türkenstrasse 9, bekanntgeben.) Wir bedürfen aber auch ausreichender Geldmittel, um erfolgreich die Hydra der Assimilation niederzuringen, die die ihr von der Wiener Finanzaristokratie in reichem Ausmasse dargebotenen Gelder skrupellos zu verwenden versteht. Wir Wiener Zionisten appellieren darum an die Mithilfe unserer Brüder in allen Ländern, in erster Linie an die der P. T. Landes-, Kreis- (Distrikt-), Lokal-Komitees und der gesiimungsgenössischen Vereine. Aber auch jeder einzelne Z ionist gedenke des schweren Kampfes, der unserer wartet, und spende sein Scherflein zu unserem Wahlfonds. „Erobert die Gemeindestuben!"* Möge das Wort Nordaus wie schon in so vielen Gemeinden nun auch inWien zur Tat werden. Mit brüderlichem Zions^russe Das innerösterreiche Distrikts-Komitee: Wien, IX., Türkenstrasse '.). Geldspenden an die Administration dieses Blattes oder den Kassier des D.-K., Herrn Moriz E h r 1 i c h, Wien, IX., Hahngasse 33. Der Ausweis in der „Welt'; dient als Quittung. ♦ Voranzeigen. Wien. (J ü d. Verein jugendlicher Arbeiter, [Zentrale] ) Das Vereinslokal befindet sich ab 1. Oktober im Kaffee Herz, IL, Untere Augartenstrasse 19, woselbst jeden Sonntag von 6—8 Uhr abends Vorträge oder Diskussionen stattfinden. Am 5. Oktober ausserordentliche Generalversammlung. Beginn 6 Uhr abends. Geiste willkommen, Am 10. Oktober veranstaltet der Verein ein e allgemeinzugänglicheV er Sammlung, mit der Tagesordnung : 1. Der Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten und die Behandlung seiner Zöglinge. 2. Organisation. 3. Eventuelles. Beginn präzise halb °2 Uhr nachmittags. Das Lokal wird in der nächsten Nummer der „Welt" bekannt gegeben. Wien. Der Verein „Lese- und RedehaUe jüdischer Hochschüler" zeigt hiermit an, dass sich das Vereinslokal vom 1. Oktober ab, IX., Berggasse 25 befindet. Wien. (Literarisch er G e s e 3 1 i g k e i t s - V e r e i n jüdischer Mädchen Moria.') Da die Präsidentin des Vereines Frl. Berta H e r r m a n n krankheitshalber längere Zeit abwesend sein wird, übernimmt die Vize- Präsidentin Frl. Frieda Wagner bis zu ihrer Rückkehr die Vereinsleitung. Korrespondenzen sind daher zurichten, an Frl. Frieda Wagner, IL, Rembrancltstrasse 34. Berichte. Russland. Proskuroff 8. September 1002. Unsere Stadt entsandte zwei Delegierte auf die Konferenz in Minsk, die Herren Dr. Gurewitsch und Josef C h e 1 e m e r. Der erstere erstattete vorige Woche Bericht überdie Konferenz in einer Versammlung der zionistischen Vereine und der letztere sprach gestern abends in einer Versammlung, der zirka 200 Personen aus allen Gesellschaftsklassen (die assimilierte Intelligenz ausgeschlossen) beiwohnten. Als auf der Volksversammlung die Kulturfrage zur Sprache kam, unterzog Herr Chelemer die Tätigkeit der hiesigen Jüdischen Bibliothek einer strengen Kritik. Die Verwaltung dieser sogenannten „Jüdischen" Bibliothek wendet Hebraica und Judaica gar keine Aufmerksamkeit zu. Unsere gegen die Bibliothek erbitterte, nationalistisch gesinnte Jugend applaudierte dem Redner, der ihren Wünschen Ausdruck gab. D. R.

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