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Die Welt · 1902-09-26 · 39 (26.9.1902) · p. 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
39 (26.9.1902)
Article
Prag / W.
Date
1902-09-26
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 39 „Die jfc Welt«* Seite 9 in grösserem Stile zu begehen und es werden bereits jetzt umfassende Vorkehrungen zu derselben getroffen. Unter der bewährten Leitung seines ersten Chormeisters Herrn R Taussig werden nebst dem bereits geschaffenen Notenkurse Vorträge über Musikgeschichte gehalten werden. Neuanmeldungen sind mündlich oder schriftlich an den Obmann des Vereines Herrn M. Löwry, Prag, Zellgasse 17, zu richten. W. Prag, (Verein jüd. Handels an gestellter.) Samstag den 27. d. M. Vortrag des Herrn Lucca: „Die Gesellschaftsreform im Zions-Staate*. Berichte. Oesterreich-Ungarn. Wien, Samstag am 13. September a. c% fand im Lokal des Aktions-Komitees eine Versammlung zionistischer Studenten aus Russland statt. Die Versammlung hatte die Gründung eines Vereines russisch-jüdischer Siudenten zur Förderung und Vertiefung der wichtigsten inneren Fragen des Judentums und Zionismus zum Resultate. Der Verein wird den Namen „Leo Pinsker" tragen. Zum provisorischen Ausschuss wurden die Kollegen med. J. Schorr, phiL A. Coralnik und tech. A. Bogomolny gewählt. Wien. („Verein jüdischer, jugendlicher Arbeiter.") Die Sonntag den 14. d. M. im Hannabräu- Colosseum stattgefundene Vortrags-Akademie nahm einen glänzenden Verlauf. Der grosse Prachtsaal war bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Unter den einzelnen Nummern des reichhaltigen Programmes muss besonders erwähnt werden: Herr Oberkantor Bela Oes treicher, der durch seine Gesangs-Vorträge die Zuhörer zu stürmischem Beifall hinriss. Die nationale Tendenz des Festes kam besonders in den Rezitationen der Gg. Strauss und Quartner zum Ausdruck, die ebenso reichlichen Beifall fanden. Der humoristische Teil des Programmes war von Herrn Edi Säckler, Mitglied des Hoftheaters in Weimar, Philipp Sonnenfeld, Emil Strauss, Eoail Hopmayer und Frl. Mila Kaufmann vorzüglich vertreten. Besonders hervorzuheben ist das prächtige Spiel des jugendlichen Violinvirtuosen Berthold S a 1 a n i e r und die Klaviervortrage des Herrn Adolf Rohr. Die Klavierbegleitung besorgte in liebenswürdigster Weise Herr Kapellmeister Ignaz R ei di n g e r. Um das Zustandekommen des schönen Festes hat. sich besonders Herr Quartner verdient gemacht. Für die gütige Mitwirkung aller Vortragenden sei hier nochmals bestens gedankt. K. Bielitz. Am 31. .August 1. J. fand hier eine von Sozialdemokraten veranstaltete Handelsangestellten-Versammlung statt. An dieser nahmen von zionistischer Seite fünf Personen teil — ohne den Besuch vorher verabredet zu haben — nämlich di eHerren R.K r i e g er, P.B r a ff, L.B 1 u m, A.H er sz 1 ikiewitz und Gross. Während d^s Referates des Herrn J. Reiss aus Ung.-0-*tra und während der folgenden Reden bewahrten die Zionisten vollkommene Ruhe. Erst als Herr Reiss zum zweitenmale das Wort ergriff und gegen den nationalen „Schwindel" einige abgebrauchte Phrasen losliess, erbat sich Herr R. Krieger das Wort. Dieser legte den Handelsangestellten den Wert einer Organisation nahe und forderte die jüdischen Handelsangestellten auf} sich in jüdischen Handelsgehilfen-Vereinen zu organisieren, um ihre Klasseninteressen gemeinsam mit den übrigen Handekangesteilten zu v, rtreten, aber auch ihre Nation in dem Kampfe, den sie gegenwärtig führe, zu unterstützen. Herr Reiss, der nur wenige Zionisten vor sich sah, wurde anmassend und vorlaut. Allein er wurde von den Zionisten so gründlich abgeführt, dass er schliesslich klein beigeben musste. Da die Sozialdemokraten eine bedrohliche Haltuug einnahmen und allgemeiner Tumult entstand, musste die Versammlung aufgelöst werden. — Das hiesige sozialdemokratische Organ brachte über diese Versammlung einen von lügenhaften Gemeinheiten und protzigen Drohungen erfüllten Bericht, dem von zionistischer Seite in der „Ostschlesischen deutschen Zeitung" eine kräftige Erklärung folgte. — a— Holleschau. Sonntag . den 14. September veranstaltete der Verein jüdischer Mädchen „Sulamith" zusammen mit den jüdischen Hochschülern einen Theaterabend mit nachfolgendem Tanzkränzchen. Wenn auch der Abend ausschliesslich dem Vergnügen gewidmet war, vergass man dennoch, nicht, in der feierlichen.Begrüssung der Zionsidee zu gedenken, die in der „Sulamith" auf dem Boden HoTleschaus angeregt und wach erhalten wird. Möge der Verein auch in seiner weiteren Tätigkeit in unserem idealen Sinne wirken und dieses Ideal in die Herzen aller Würdigen zu pflanzen suchen. Es ist dem Mädchenvereine auf das beste gelungen, durch seine TheateraufTührung, bei welcher jede Dame und jeder Herr ihre Rolle in geradezu künstlerischer Weise ausfüllten. sowie durch schöne Gesänge und humoristische Vorträge die Zuhörer zu unterhalten. Für den Nationalfonds wurde gesammelt, Nadworna. Sonnabend am 6. d. M. erstattete unser werter Kongressdeiegierte Herr Adolf Bryk aus Kolbuszowa vor einer Versammlung der hiesigen Schekelzahler Bericht über den V. Zionisten-Kongress. Derselbe wies auf die hohe Wichtigkeit der drei Institutionen (der Sohekel, die Jüdische Kolonialbank und der Nationalfonds), welche die Kongresse geschaffen haben, hin, und appellierte an die Versammelten, diese Institutionen nach Kräften zu unterstützen. Redner beantragt am Schlüsse, ein Vertrauensvotum für das Aktions-Komitee auszusprechen und an das Aktions-Komitee und das Bankdirektorium ein Kundgebungs-Telegramm in Form einer Resolution abzusenden, welcher Antrag auch unter Hochrufen auf die zionistischen Führer mit lebhaftem Beifalie angenommen wurde. Endlich fand darauf noch eine kleine Unterhaltung statt, wobei viele zionistische Lieder gesungen wurden. Kurz vor Mitternacht ging die Versammlung in frühester Stimmung zu Ende. Zum Zwecke der Einschreibung unseres Vereines ins Goldene Buch wird bei jeder Gelegenheit für den Jüdischen Nationalfonds gesammelt. Bis jetzt wurden bereits 50 Kronen in einer hiesigen Bank deponiert und hoffen wir binnen einem Jahre die Summe von 240 Kronen dem Nationalfonds zu überbringen. Tarnopol. Der Kreis zionistischer Hochschüler hat endlich nach vielen Bemühungen am 1. August pinen öffentlichen Verein zionistischer Hochschüler „Bar-Kochbatt gegründet. Gliniany. Samstag den HL August besuchte Herr phil. Dr. M. Schiffer unsere Stade und hielt im Vereine „Ahawath Zion* einen Vortrag über „Entstehung, Zweck und Tendenz des Zionismus". Dieser zwei Stunden dauernde inhaltsreiche Vortrag wurde von zirka 300 Personen mit Beifall aufgenommen. Am 17. August veranstaltete der Verein „Ahawat Zion" eine Jehuda Halevy-Feier, die sich eines zahlreichen ßesuches erfreute. Die Feier wurde durch die treffliche Begrüssungsrede des Herrn H. Pineles eröffnet, worauf Herr B. Mehlmann die Bedeutung der poetischen und ]3hilosophischen Leistungen unseres Nationaldichters Jehuda Halevy entwickelte. Hierauf folgten Lieder (Chor unter Leitung B. Katz'), Deklamationen (A. Stricker. S. Pineles, J. Vogelfanger). Herr Josef Wolf erntete für seinen künstlerisch ausgeführten Violin Vortrag mit Guitarrebegleitung des Herrn B. Katz wohlverdienten Beifall. Nach dem Schlussworte des Herrn Ch. Fink wurden von der Musikkapelle des Herrn P. Wolf jüdische Nationaliieder intoniert. Der Reinertrag wurde jüdischen Zwecken zugewendet. Am 23. August hielt der hiesige Rabbiner Herr J. L. Grünberg in der Synagoge eine Rede, in welcher er die traurige Lage der rumänischen Juden und deren barbarische Verfolgung seitens der Regierung schilderte und die Anwesenden in rühren den Worten aufforderte, an der Aktion des durch Herrn H. Löwen herz, L. Reich u. a. in Lemberg gegründete Komitees zur Unterstützung der Emigranten teilzunehmen und gelang es ihm am nächsten Tage, mit Hilfe der Herren E. Katz, Kassier des Vereines „Ahawath Zion", und L. Wolf, für diesen Zweck Spenden im Betrage von zirka K 100.— zu sammeln. Es wäre wünschenswert, dass die Rabbiner anderer Gemeinden dem Beispiele dieses Rabbiners folgten. Ung.-Hradisch. Die jüdisch-akademif che Ferial Verbindung „Achiwah* in Ung.-Hradisch feierte am 2-4. August i. J. in S t r assnitz ihren lOsemestrigen Stiftungs-Kommers, der sich eines zahlreichen Besuches ei freute und einen ebenso würdigen wie animierten Verlauf nahm. Nach der Begrüssung der Festversammlung durch den Vizepräses med. Th. Kohn und Absingung des Bundeslieries der „Achiwah" nahm der Alte Herr Dr. E. M e n s e das Wort zur Festrede und feierte die bisherigen Leistungen und Erfolge der „Achiwah". Reicher Beifall lohnte seine formvollendete und inhaltlich gediegene Rede. In ausführlicher und beredter Weise erörtete Bundesbruder cand. jur. Max Körner die Ziele der zionistischen Bewegung. Seine Ehr würden Herr Dr. Friedmann kam auf diese Ausführungen in durchaus zustimmenden und höchst anerkennenswerten Worten zurück und hob speziell die Verdienste der zionistischen Führer hervor, die in so rühmenswerter Weise die jüdische

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