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Die Welt · 1902-09-26 · 39 (26.9.1902) · p. 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
39 (26.9.1902)
Article
Heitere Ecke (eine wahre Begebenheit)
Date
1902-09-26
Page
7 (sequence 1)
Language
German
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Nfr. 3$ „Die # Welt?* Seite 7 Heitere Ecke. (Eine wahre Begebenheit,) In einem Gasthofe von Karlsbad frühstücken zwei Berliner Juden. Einer ist Reformjude, der andere Konservativer. Sie essen beide Schinken und streiten dabei um die Vorzüge ihrer religiösen Richtung. Man gerät in Eifer. Plötzlich spiesst der Konservative, um durch Anschaulichkeit zu wirken, ein Stückchen Schinken auf die Gabel, hält es dem Gegner vor Augen und sagt: „Nicht so ein Stückchen vom Judentum darf geopfert werdend (A* Z. d. Jdtums.), ffribüiK. Die Bilanz der „loa", Wir erhalten folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung: Löbliche Redaktion! Mit Bezug auf die Bemerkung in Nr. 37 der „Welt" über die Bilanz der „Ica" muss ich zur Berichtigung sagen, dass ich nicht aus einer geschriebenen Bilanz (wie Sie in der angeführten Notiz annehmen), sondern aus einer gedruckten die Posten und Ziffern kopiert habe und Mr. Alfred L. Cohen, einer der drei englischen Vertreter der „Ica" in London, hat diese Bilanz ausgestellt. In der mir vorgelegenen Bilanz stand aber deutlich „Lace- School* was Sie richtig mit Spitzenschule übersetzt haben, und nicht ,Lämmel- Schoo 1". Wenn in Jerusalem eine Spitzenschule nicht existiert, so kann ich nichts dafür. Wie ich übrigens erfahren habe, werden die Schülerinnen der Avelma de Rothschild-Mädchenschule in Jerusalem in Handarbeiten mnterrichtet. Sollte diese Schule unter der „Lace-School" gemeint sein? Im Uebrigen habe ich das Original wieder vor Augen gehabt und hafte für die Richtigkeit der Kopierung in allen Stücken, London, den 17. September 1902. 22 Durban, Road West Harn, E. Ihr Ergebenster E. Leizerovitz Redakteur des „Jewish Express* in London. * Jüdische Kommilitonen! Werte Gesinnungsgenossen! Soeben wurden wir offiziell in einem Zirkular verständigt, dass vom 1. bi& 4. Oktober a. c. eine Vorkonferenz, der „Corda Fratres" in Venedig tagen wird. Viele rumänische Blätter sprechen aber von einem Kongresse und nicht Aron einer Vorkonferenz. Ausserdem teilen diese mit, dass nach dieser Studenten-Zusammenkunft die rumänischen Studenten von den italienischen nach Rumänien begleitet werden und dort ein Verbrüderungsfest gefeiert wird. Wie dem auch sei, wir zionistische Studenten müssen unbedingt auch an dieser Vorkonferenz, eventuell Kongresse, teilnehmen. Die Aufgabe dieser Vorkonferenz wird es wahr scheinlieh sein, die Tagesordnung und den Ort des nächsten Kongresses zu bestimmen. Wir müssen also dafür Sorge tragen, dass auch unsere Antrage der Tagesordnung angereiht werden. Liebe Kommilitonen! Die Tagung dieser Vorkonferenz fällt zusammen mit unserem Neujahrsfeste. Ob diese Zeit mit Absicht gewäliIi würde, damit wir am Erscheinen verhindert seih sollen, wissen wir nicht. Jedenfalls wird die Beteiligung aus diesem Grunde unsererseits ein schwächere sein. Wir sollen und'werden uns aber dadurch nicht absehr ecken lassen. Das Zirkular gibt auch nicht genau ari, wer das Recht hat, an dieser Vorkonferenz teilzunehmen. Ein sehr wichtiges Moment, welches wir beachten müssen', ist, dass der Aufenthalt und die Reise nach Venedig mit grösseren Kosten verbunden sind, obzwar die italienischen Bahnen und Schiffahrtsgesellschaften eine Ermässigung von 40 bis 60 Perzent geben. Wir fordern deshalb die Kollegen, die gesonnen wären, an der Vorkonferenz teilzunehmen, auf — die Kosten werden höchstens 40 fl. ab Wien betragen — dies umgehend unserem Gg. jur. J. Hass, III., Dianagasse 5, bekannt zu geben. Wie viel Delegierte zu entsenden wir das Recht haben', wissen wir noch nicht; wir müssen aber schon jetzt genau wissen — da uns eine so kurze Zeitspanne vom I. Oktober trennt — auf wieviel Kollegen wir mit Bestimmtheit rechnen können. Sowohl moralische wie materielle Unterstützung nicht nur von Studenten, sondern auch von anderen Gesinungsgenossen, die unsere Bewegung bezüglich de& internationalen Studentenkongresses verfolgt haben und mit uns sympathisieren, ist sehr erwünscht, damit wir auch einige ärmere aber tüchtige Kollegen nach Venedig schicken können. Mit Zionsgruss Wieti, im September.' Der Arbeits*Ausschluss. Parteiblätter werden höfl. um Nachdruck ersucht. * Samstag den 27. September, präzise 6 Uhr abends, findet eine Studentenversammlung im Kongressbureau, IX., Türken Strasse 9, statt. Tagesordnung: „Die Vorkonferenz der internationalen Studenten in Venedig und die jüdische Studentenschaft." Es wird um präzises Erscheinen ersucht, weil das Lokal um Uhr geräumt werden muss. Einladungen wurden nicht verschickt. * Jüdische Handels angestellte und Handelsangestelltinnen! Sonntag den 27. d. um 8J Uhr abends findet im Restaurant Kühn, II., Rembrandstrasse 18, eine § 2-Versammlung mit der Tagesordnung statt: Warum organisieren sich die jüdischen. Handelsangestellten auf nationaler Basis? Referent: Kollege N. Gross. Es ist Pflicht jedes Kollegen, zu erscheinen. Anmeldungen (Zuschriften) an den in Gründung begriffenen „Verein jüdischer Handelsangestellter in Wien" sind an Kollegen Gust. Kohn, Wien, IL, Gr, Sperlgasse, zu richten. * Auf viele Anfragen, ob ich dem „J. V." angehöre, erkläre ich, dass ich nie aufgehört habe, politischer Zionist zu sein. Mit Zionsgruss und Hochachtung M. Scherlag. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. Jakob Mendel und Frau C h aj a L i w s c h i t z in Winnitza (Russland) 100 Rubel. Bücher und Zeitschriften-Rundschau. Der Schmerz über den Verlust des jüngst in Baltimore verstorbenen Professor Dr. Friedenwald klingt in der ganzen amerikanisch-jüdischen Presse nach. Interessant ist eine Paralle, die „Jewish Exponent", eines der vornehmsten und bestredigierten jüdischen Wochenblätter, in Philadelphia erscheinend, zwischen dem Verstorbenen und unserem verehrten Freunde Professor Dr. Mandelstamm (der dem jüdischen Volke noch lange erhalten bleiben möge!) aufstellt. Der Schreiber des interessanten Artikels hat Dr. Mandelstamm auf dem IV. Zionisten-Kougresse in London kennen gelernt. Seine Worte lauten : ,Dr. Friede n w a 1 d ist in meinem Gedächtnis mit einem anderen hervorragenden Arzte assoeiiert, mit Professor Dr. Man de 1stamm aus Kiew in Russland. Diese Männer, deren Tätigkeit räumlich so weit voneinander lag, scheinen mir den gleichen Geist zu repräsentieren. Es mag sein, dass ihre gleiche wissenschaftliche Richtung — sie haben gleicherweise das Gebiet der Augenheilkunde zu ihrem Spezialfach erkoren — diese Aehnlichkeit beeinflusst hat; Es bestand dagegen keine Gleichartigkeit der religiösen Anschauungen, denn Mandelstamm ist nicht orthodox, wie es Friedenwald war. Aber die Gleichartigkeit der Erscheinung beruht in der vollkommenen Abwesenheit von Egoismus und Selbst-Geltendmachungs-Streben, in der fraglosen Echtheit und Selbstlosigkeit ihres Wesens. Diese Eigenschaften bei einem praktischen Arzte erwecken beim Patienten zu demselben das Vertrauen eines Kindes zu seinem Vater. Und bei beiden, bei Dr. Friedenwald und Dr. Mandelstamm war die Tiefe und Wahrheit dieser

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