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Die Welt · 1902-09-05 · 36 (5.9.1902) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
36 (5.9.1902)
Article
Fünf Jahre zionistischer Tätigkeit
Date
1902-09-05
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Für das . _ ■ Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, viertelspreise jährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17,—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85 Nr. 36. Wien, 5. September 1902. 6, Jahrgang Fünf Jahre zionistischer Tätigkeit. Der 29. August d. J. war ein hervorragender Gedenktag unserer Bewegung. Da wurden es fünf Jahre, seitdem der in stillem Wachstum allmählich erstarkte Zionismus die Kinderschuhe abstreifte und in sieghafter, junger Männlichkeit vor die Rampe der politischen Schaubühne Europas hintrat. Aus den tastenden, schattenhaften, vielfach auseinanderstrebenden Versuchen der guten alten Chowewe Zion krystallisierte sich klar, fest und ebenmässig der politische Zionismus: und es ward der erste Zionisten-Kongress. Die jüdische Wiedergeburtsbewegung hatte den Rahmen der unfruchtbaren internen Diskussion, der grossen Theorien und kleinlichen Taten mit einem Ruck gesprengt und wuchs nun riesenhaft über diese Enge hinaus. Vor aller Augen wurde ein weithin sichtbares Ziel aufgestellt, - die Mittel und Wege zu dessen Erreichung unverrückbar ins Auge gefasst, und damit war der feste Untergrund für jede weitere Betätigung geschaffen: das Baseler Programm. Nunmehr ist ein Lustrum seit jenen denkwürdigen Tagen der Grundsteinlegung verflossen, und es geziemt uns wohl, eine kurze Weile in der Arbeit, die seither ohne Unterlass ihren Fortgang nimmt, innezuhalten, um rückschauend zu betrachten, wie weit unser Zukunftsbau auf der einmal gegebenen Basis gediehen ist, die nächsten Zielpunkte abzustecken und bedachtsam zu erwägen, was wir zunächst zu tun haben, um unser Werk so planvoll als möglich zu fördern. Wir betonen nochmals: nicht eine öde Selbstbespiegelung soll dieser Rückbl ck auf die eben abgelaufenen fünf Jahre unserer Tätigkeit sein, sondern eine ernste Prüfung unserer bisherigen Leistungen und die Verwertung der daraus gewonnen Erkenntnisse für unsere künftige Arbeit. Da bleibt unser Blick zuvörderst an dem Baseler Programm selbst haften, dessen Schaffung eine Tat des ersten Kongresses war und das zu seiner Verwirklichung eine Reihe von Mitteln in Aussicht nimmt, die jedem einzelnen Zionisten in seinem Kreise und nach Massgabe seiner Kräfte ein weites Feld der Betätigung eröffnen. Was jeder Zionist schon jetzt zur zweckdienlichen Förderung der jüdischen Besiedlung Palästinas tun kann, ist neben der — noch weiter zu berührenden — rastlosen Agitation für unsere finanziellen Instrumente, die Jüdische Kolonialbank und den Jüdischen Nationalfonds, insbesondere die Erweckung und Wachhaltung des Interesses für das Land unserer Sehnsucht, die Verbreitung und Popularisierung der Kunde des Landes und seiner Zustände und eine, möglichst tatkräftige Unterstützung aller für unsere Zwecke förderlichen Bestrebungen der palästinensischen Juden. Es sei hier an das Belkind'sche Schulprojekt erinnert, dessen Realisierung einen Grundstock national gesinnter, landeskundiger, praktisch ausgerüsteter jüdischer Ackerbauer, Handwerker und Agronomen heranbilden würde, der für die zweckdienliche Besiedlung Palästinas im Sinne des Baseler Programmes von unermesslicher Bedeutung wäre. Was die Gliederung und Zusammenfassung des jüdischen Volkes betrifft, die das Baseler Programm fordert, so können wir mit Genugtuung auf die organisatorischen Grosstaten zurückblicken, denen wir es zu verdanken haben, dass unsere Vereinigungen und Verbände sich über Land und Meer verzweigten und uns an den entferntesten Punkten der Erde neue Genossen warben, wie sie die alten in straffer und doch zwangloser Gruppierung aneinanderschlossen. Die Mängel, dia das auf dem dritten Kongresse geschaffene Organisationsstatut noch aufwies, wurden auf dem fünften Kongresse an der Hand der Erfahrung verbessert, und es wurde dadurch für die Weitere agitatorische Wirksamkeit der zionistischen Organisationen ein angemessener Rahmen hergestellt, der nun einer zweckmässigen Ausfüllung harrt. Der zweite Kongress schuf die Jüdische Kolonialbank, unserem Willen das Werkzeug. Dass die Mehrheit der Kongressdelegierten im Rechte war, als sie auf die unverweilte Begründung dieses unseres wichtigsten Instrumentes drang, bekräftigten die zionistischen Ma-sen durch die wahrhaft grossartige, opferfreudige Teilnahme an der Schaffung der Bank. Die Banksubskription war eines der erhebendsten Momente in der Geschichte dieser fünf Jahre. Bei keinem anderen Anlasse trat die schier grenzenlose Hingabe der grossen jüdischen Massen, namentlich des Ostens, an

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